Martin Walser sagt wir befinden uns im Krieg, aber Terrorismus darf nicht militärisch bekämpft werden. Eckhard von Klaeden besteht darauf, dass es sich nicht um einen Krieg handelt, aber Terrorismus bekämpft werden muß. Tatsächlich ist die Situation in Afghanistan über das Stadium des "Terrors" hinausgewachsen. Die Taliban führen einen Krieg gegen die afghanische Regierung und die Bundeswehr ist beteiligt.
In ihrer Debatte in der "ZEIT" kaprizieren sich der Schriftsteller Walser und der Außenpolitiker von Klaeden in Spitzfindigkeiten um Irak-Vergleiche und Fragen des Terrors, dem der Nährboden entzogen werden müssen.
Dabei geht ihre Diskussion am Kern vorbei: Es handelt sich nicht mehr um Selbstmordattentäter, Autobomben oder vereinzelte Heckenschützen. Bewaffnete Verbände von Taliban führen eine geradezu konventionellen Krieg, mit direkten Angriffen, Feuergefechten und Granatenbeschuß. Dies ist keine Terrorismus, um die Lage zu destabilisieren, sondern ein Krieg um die Herrschaft in Afghanistan zu übernehmen.
Afghanistan führt mit eigenen Soldaten diesen Krieg und die Bundeswehr unterstützt den Kampf der afghanischen Regierung. Ohne die Unterstützung der ausländischen Truppen fiele das Land höchstwahrscheinlich wieder an die Taliban. Damit wäre Afghanistan wieder ein Zufluchts- und Ausbildungstaat für Terroristen.
Ein Abzug deutscher Soldaten wäre in dieser Situation unverantwortlich. Um das Überleben der demokratisch gewählten Regierung zu ermöglichen und dauerhaft einen stabilen Staat zu gewährleisten wird das Engagement der Bundeswehr gebraucht. Deutschland befindet sich in einem Krieg, den wir nicht verlieren sollten.