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Birgit Kelle
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Dann mach doch die Bluse zu!
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AllgemeinFrauen bestehen auf ihrem Recht, sexy zu sein – ganz für sich selbst, natürlich. Darauf reagieren darf Mann nämlich nicht, sonst folgt gleich der nächste #Aufschrei. Vielleicht wäre uns diese ganze Debatte erspart geblieben, wenn an diesem ominösen Abend an der Bar nicht Rainer Brüderle, sondern George Clooney gestanden hätte, um seine Tanzkarte an Frau Himmelreich weiterzureichen. Aber so müssen wir alle teilhaben an dem jämmerlichen Balzversuch des Altpolitikers gegenüber der aufsteigenden Jungjournalistin. Denn die ganze Nummer bekommt einen ganz neuen Dreh, wenn männliche Annäherung auf fruchtbaren Boden fällt. Dann wäre es unter Umständen die Geschichte eines heißen Flirts geworden und Frau Himmelreich hätte bis an ihr Lebensende einen echten Clooney bei ihren Freundinnen zum Besten geben können. Was wir daraus lernen? Wo persönliche Befindlichkeit als ausreichender Gradmesser erscheint, um Sexismus zu definieren, verkommt der Begriff zur Beliebigkeit.
Ein Bärendienst für alle Journalistinnen
Nein, ich wollte mich dazu nicht äußern. Weil ich diese ganze Brüderle-Sexismus-ich fühl-mich-ganz-doll-bedrängt-Diskussion aufgebauscht und heuchlerisch finde. Weil die einzige Diskussion zu dem Thema Brüderle, die es wert wäre, geführt zu werden, die ist, wieso neuerdings der „Stern“ als Qualitätsmedium gegen Sexismus aller Art gilt. Etwa wegen der zahlreichen unbekleideten Damen, die regelmäßig auf dem Cover zu sehen sind, um den investigativen Charakter des Blattes zu unterstreichen? Und die zweite Frage, die mir als Frau dazu einfällt, ist diejenige, wieso die Herren in der Redaktionsleitung des „Stern“ eigentlich eine junge Journalistin, die sich angeblich von einem Politiker bedrängt fühlt, ein ganzes Jahr noch auf weitere Termine mit dem gleichen Mann schickt.
Wenn es also tatsächlich so unverzeihlich und dramatisch ist, was ein Brüderle sich da nachts an der Bar geleistet hat, dann hätte ein verantwortungsvoller Arbeitgeber seine junge Mitarbeiterin davor bewahren und schützen müssen, anstatt sie dem weiter auszusetzen. Stattdessen sitzt der Chefredakteur bei Günther Jauch und gibt den Vorkämpfer der Frauenbewegung. Und als Gipfel fordert die Medienmeute eine Entschuldigung von Brüderle bei der Journalistin. Um es mal klar zu sagen: Die einzige Entschuldigung, die hier fällig ist, wäre die von Rainer Brüderle an seine eigene Frau, und die hat es mit Sicherheit schon gegeben.
Gleichzeitig hat die Geschichte allen Journalistinnen im Land einen Bärendienst erwiesen, denn welcher Politiker wird es ab sofort noch wagen, sich alleine mit einer Journalisten-Kollegin irgendwo zu treffen? Ein falscher Satz und gleich ist wieder Aufschrei. Gerhard Schröder kann von Glück reden, dass er seine Doris, einst Journalistin beim „Focus“, schon vor mehreren Jahren dienstlich traf. Heute hätte das junge Glück ein jähes Ende gefunden, noch bevor es richtig an Fahrt gewinnt. Denn heute hätten seine Berater dafür gesorgt, dass er niemals in die Verlegenheit kommt, sich ihr zu nähern, oder zumindest eine Anstandsdame dazwischen gesetzt. Auch Joschka Fischer könnte heute Ehefrau Nummer vier aus dem Lebenslauf streichen. Presse-Praktikantin Nicola hätte man heute nicht mehr zu ihm vorgelassen. Vertrauliche Hintergrundgespräche und gemütlicher Ausklang an der Bar werden ab sofort männliches Privileg sein. Danke, liebe „Stern“-Redaktion.
Haken wir den Komplex also ab und kommen wir zum #Aufschrei, der sich gerade durch das Netz arbeitet und aufdeckt, dass wir angeblich alle in einem Land von schmierigen Sexisten leben, in dem Frau einfach nur das ist, was Alice Schwarzer schon immer sagte: Opfer der Männer. Ich lebe wohl in einem anderen Land, in einer Parallelwelt. Es nervt, es regt mich auf, gerade als Frau, dass inzwischen jede Lappalie, jede blöde Anmache, jedes Hinterherpfeifen und jeder Blick auf das falsche Körperteil zur falschen Zeit zum Sexismus hochstilisiert wird. Es wird nicht mehr differenziert und damit jede ernsthafte Diskussion im Keim erstickt. Es nervt, weil diejenigen degradiert werden, die tatsächlich Opfer sexistischer Übergriffe werden und die sich nun einreihen müssen in die „Opfer“ von blöder Anmache. Sie gehen gerade unter in einem Meer von Banalitäten, die nichts weiter sind als das alltägliche Balzverhalten zwischen Mann und Frau.
Und es nervt vor allem deswegen, weil wir wieder im alten Täter-Opfer-Schema stecken, bei dem die Rollen von Anfang an klar verteilt sind. Mann Täter. Frau Opfer. Eine Neuauflage des Opfer-Abos.
Männer sind nicht alle Täter
Ich bin kein Opfer. Ich bin eine Frau und ich mag Männer. Oh ja, ich habe wie vermutlich jede einzelne Frau in diesem Land schon Erfahrung gemacht mit Männern, die sich offensichtlich nicht benehmen können. Und ich kann damit umgehen, notfalls mit einer deutlichen Breitseite. Vier Studiums-Jahre als junge Kellnerin in der Gastronomie stählen für alle Lebenslagen. Es gibt diese Männer, die jede Frau, die nicht bei drei auf den Bäumen ist, als Freiwild betrachten. Als Einladung, wo gar keine ausgesprochen wurde. Es waren meine männlichen Kollegen, ja die männlichen, die mir damals unterstützend zur Seite standen. Unaufgefordert, selbstverständlich. Weil nicht alle Männer so sind. Und eben weil nicht alle Männer Täter sind und auch nicht alle Frauen Opfer. Kommen wir also zur Kernfrage, auf deren Antwort ich immer noch warte: Wie wollen wir das Dilemma lösen? Und vor allem: Welche Verantwortung übernehmen wir als Frauen? Verharren in der Opfer-Pose ist mir zu wenig. Mit welcher Begründung soll man uns noch in die Chefetagen vorlassen, wenn wir es nicht einmal schaffen, alleine an einer Bar ohne Sexismus-Polizei zu bestehen?
Auch nach weiteren 100 Jahren Feminismus werden die Männer nicht in der Lage sein, Gedanken zu lesen. Werden sie uns Frauen falsch verstehen, falsch behandeln und falsch ansprechen. Selbst wenn sie es gut meinen. Weil wir unterschiedlich sind, unterschiedlich denken, unterschiedliche Erwartungen haben. Wenn wir also ein bestimmtes Verhalten nicht wollen, müssen wir es auch aussprechen. Müssen wir selbst die Grenze ziehen und diese deutlich machen. Und es gibt so viele Grenzen, wie es Frauen gibt.
Wir besitzen Macht. Macht über Männer, nichts zeigt dies deutlicher als die unsägliche Brüderle-Geschichte. Wir können mit einer Beschuldigung einen Mann und eine Karriere ruinieren. Wir besitzen Macht, weil Männer auf weibliche Reize reagieren. Weil wir sie damit viel häufiger in der Hand haben, als ihnen lieb ist, und vor allem, weil wir das wissen. Wieso ist es in Ordnung, dass Frau ihr Aussehen strategisch einsetzt, aber nicht in Ordnung, dass Mann darauf reagiert? Wir dürfen also alles tun, um uns gut in Szene zu setzen, es soll uns aber bloß keiner drauf ansprechen? Wie viele Frauen warten nur darauf, dass ein Mann reagiert? Wenn aber der Falsche auf die Signale anspringt, dann ist er Sexist. Nein Ladies, so geht es auch nicht.
Regelmäßig bekomme ich dann das Argument zu hören: Ich mache das nur für mich. Ja, sicher, und die Erde ist eine Scheibe. Wir Frauen putzen uns nur für uns selbst raus. Wir verbringen Stunden im Fitnessstudio, vor dem Spiegel, beim Friseur und bei der Kosmetikerin, weil wir das alles nur für uns machen und nicht etwa deswegen, weil wir gerne gut aussehen. Damit uns die Männer sehen. Ich bitte all diese Frauen, einmal kurz die Frage zu beantworten, wann sie sich zuletzt für einen gemütlichen Fernsehabend mit Chips und Cola Light alleine zu Hause geschminkt, frisiert und in Schale geworfen haben? So ganz allein, nur für sich selbst.
Innere Werte statt Aufmerksamkeit
Es wird als Befreiung der Frau gefeiert, dass wir Sexualität heute frei ausleben können. Dass wir uns nehmen, was wir wollen und wen wir wollen. Ja, eine Frau, die weiß, was sie will, ist sexy. Wir fordern die Männer heraus, kokettieren mit unserer Sexualität. Aber natürlich nur, wenn wir wollen. Wir reklamieren nur für uns als Frauen das Recht, dass nicht etwa gilt, was der Mann gemeint hat, sondern, wie es bei uns ankommt. Was ist, wenn die Männer sich mal auf den gleichen Standpunkt stellen?
Die amerikanische Schauspielerin Megan Fox ziert gerade in Unterwäsche das aktuelle Cover des „Esquire“, gibt aber gleichzeitig von sich, sie wolle von ihrem sexy Image weg. Dann mach doch die Bluse zu, möchte man ihr da zurufen! Vielleicht schaut dir dann auch mal einer in die Augen. Wir verpacken schon kleine Mädchen in Lolita-Klamotten und zerreden die Intimität von Sexualität als Prüderie. Wir laufen in Slutwalks durch die Straßen und proklamieren das Recht, wie Schlampen herumlaufen zu dürfen. Gleichzeitig wollen wir aber nicht als Schlampe bezeichnet oder gar behandelt werden. Wir punkten mit unserem Aussehen, gelten als das schöne Geschlecht, schnüren uns die Brüste hoch beim Oktoberfest, aber nein, wir wollen damit keine Aufmerksamkeit, wir wollen damit nur unsere inneren Werte betonen.
Gerade prostituieren sich bei RTL wieder junge Damen mit ihrem Aussehen in der x-ten Staffel des „Bachelor“. In einer Folge „Bachelor“ lernt man mehr über Frauen als durch 100 feministische Bücher. Frauen ziehen sich aus für den „Playboy“ und haben für das Recht gekämpft, ihren Körper verkaufen zu dürfen. An Männer. Keine Frage, die weibliche Anatomie taugt sehr gut als Waffe. Wenn eine Heidi Klum fröhlich erzählt, das Erste, was ihr an ihrem Ex Seal auffiel, sei das große Gemächt in der engen Radlerhose gewesen, dann ist das unser Heidi, ach nein wie süß. Der gleiche Spruch von einem Mann über den Busen seiner Frau wäre Sexismus. Er könnte einpacken. Wir messen mit zweierlei Maß.
Nein, mein Gott, ich möchte nicht Mann sein in dieser Welt, in der bereits 13-Jährige mit Push-up-BHs zur Schule gehen. Ich möchte nicht Mann sein in einer Welt, in der man überlegen muss, ob man noch mit einer Kollegin Kaffee trinken kann. Und vor allem möchte ich als Frau nicht in einer Welt leben, in der ich als armseliges Opfer betrachtet werde und Männer vor lauter Angst, etwas Falsches zu sagen, lieber gar nichts mehr sagen. Wir haben es selbst in der Hand als Frauen, wir haben die Männer in der Hand.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf TheEuropean.de.
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Kommentare (475)
jana, 27.04.2013 05:22
Ein wirklich sehr gelungener Artikel zu einem Thema, dass mir so langsam richtig auf die Nerven geht. \r\nSexismus.\r\nAllein das Wort finde ich falsch gewählt.\r\nSexismus liegt nach meinem Verständnis überall da vor, wo Verhaltensweisen, Attribute oder Handlungen als "typisch" für ein Geschlecht angesehen werden und die Ansicht besteht, dass alle personen eines Geschlechts diese Eigenschaften besitzen. Quasi eine Reduzierung eines Charakters auf das Geschlecht. Gute Beispiele hierfür: "Alle Frauen können nicht einparken" oder "alle Männer wollen nur das Eine".\r\nDie aktuellen Vorkommnisse ordne ich dagegen als Sexuelle Belästigung ein. \r\n\r\nWie des die Autorin in dem Artikel erläutert hat, setzt jede Frau eine andere Grenze zwischen Flirt und Belästigung. Diese variiert dann auch noch abhängig von der stimmung. Das ist ja auch völlig legitim aber für den mann ist diese Grenze aber nicht ersichtlich. Woher soll er wissen wie die Frau seine Annäherungsversuche auffasst? Er springt also jedes Mal von Neuem ins kalte Wasser und hofft, dass darauf eingegangen wird. Überschreitet er diese Grenze dabei, so sollte meiner Meinung nach eine Frau so viel Stärke haben, ihm das in angemessener Form mitzuteilen. Normalerweise wäre das Thema damit erledigt. Setzt sich der Mann darüber hinweg , dann liegt eine ernsthafte Belästigung vor. Aber wie die Journalistin wegen eines kleinem, zugegeben nicht sehr eleganten Kommentars solch eineN Aufschrei zu erzeugen ist verwerflich.
Sensei, 21.04.2013 16:07
Wunderbarer Artikel einer Frau über etwas, was schon lange einmal so gesagt werden musste. Danke dafür! Wenn ein Mann so etwas äußert, muss der sich ja gleich schützen. Dennoch gibt es auch von Männern (ja! wirlklich!) ein paar Lesenswerte für alle, die Interesse haben weiterzulesen. Ein schöner z.B. "Schreibst du über Dirndl, brauchst du kein Gehirndl" (http://www.dkriesel.com/blog/2013/0203_dirndl_gehirndl
), darin sind auch nochmals ein paar weitere verlinkt.
Der Autorin hier ist jedenfalls recht zu geben: Jede Journalistin kann sich bei Frau Himmelreich für diesen Bärendienst bedanken.
Melanie, 16.04.2013 19:28
Danke, Elisa! Vielen Dank für deine wichtigen und richtigen Argumente. Mich hat der Artikel von Frau Kelle mindestens genauso wütend gemacht und ich bin froh, dass kritische Meinungen dazu gibt, die sich nicht so polemisch damit auseinandersetzen.
Melanie, 16.04.2013 19:28
Danke, Elisa! Vielen Dank für deine wichtigen und richtigen Argumente. Mich hat der Artikel von Frau Kelle mindestens genauso wütend gemacht und ich bin froh, dass kritische Meinungen dazu gibt, die sich nicht so polemisch damit auseinandersetzen.
BergischesLand, 15.04.2013 20:13
@ Visa:
Schlimmer noch als das feministische Gebrabbel finde ich, wenn vermutlich frustrierte Frauen über andere Frauen und deren Meinung herziehen, nur weil es dem feministischen eigenen Weltbild nicht entspricht. Typisch Feministinnen: Alle Vorteile erhaschen, notfalls mit Gewalt und Verlusten bei den Gegnern (Männer). Wie frustriert muss Frau eigentlich sein, um so verbohrt zu sein ?
BERGISCHESLAND, 15.04.2013 20:09
@ spin:
Interessante These mit dem Experimentieren von 13-jährigen Mädchen. Warum sollen Mädchen in dem Alter offen mit Sexualität flanieren, mit welchem Ziel wohl ? Um zu gefallen, was bei vielen Mädchen/Frauen später ausschließlich dazu führt, das man es mit Aussehen und Sexualität probiert bequemer durch das Leben zu kommen. Weil Frauen sich oftmals darüber definieren, anstatt Bildung und andere Dinge in den Vordergrund zu stellen, die ein selbststimmtes und selbstfinanziertes Leben zu ermöglichen. Wer aber als Frau diesen Weg geht, muß damit leben, das der, der das finanziert genau so denkt, das er die Frau ausnutzen wird. Wer also die "Vorteile" aus Aussehen und Sexappeal nutzen will, muß dummerweise auch mit den Nachteilen leben.
G.S.O.P., 06.04.2013 11:52
Werte Vorposterin Elisa! Also wer sich hier vor welchen Karren spannen hat lassen, sollten wir vorerst mal eher offen lassen. Sie müssten dies mittlerweilen sehr, sehr vielen Frauen vorwerfen, die diesen Artikel hier, auf Facebook, in anderen Social Networks als "ihnen aus der Seele sprechend" bezeichnet haben. Alle naiv und von Männern vor den antifeministischen Karren gespannt? Zwischen machohaftem Verhalten und Vergewaltigung eine Verbindung herzustellen, halte ich schon mal für maßlos überzogen, wenn nicht dreist. Auch der Kauf eines Autos ist der Ausgangspunkt dafür, dass man dann mit 250 gegen eine Mauer kracht! Nur liegt da eben noch sehr viel dazwischen - viel zu viel, um hier eine Verbindung ziehen zu können. Oftmals geht\'s Frauen doch wirklich nur darum, sich -und das an sich kann ich ja nachvollziehen- in eine komfortable Position zu begeben, und diese aufrecht zu erhalten. Sie wollen begehrt sein (wer nicht?), aber es sich aussuchen können, von wem. "Den Falschen" entledigen sie sich dann halt auf ihre Art. In wie vielen Alltagssituationen werden Frauen ohne Ende hofiert, bevorzugt behandelt, besonders berücksichtigt - praktisch als Ehrerweisung an das weibliche Geschlecht? Wie oft genießen denn Frauen, weil\'s ihnen natürlich viel Komfort verschafft, genau jene "Goodies" von Männern, die eigentlich implizieren, dass sie in gewisser Weise die "Schwächeren" sind? Da ist das dann kein Problem! Für die Kiste Mineral einen Stock in die Wohnung tragen sind wir zu schwach, aber einem Macho, der sich unrühmlich verhaltet, müssen wir mit vereint-feministischen Kräften öffentlich den Marsch blasen. Nämlich in einer Weise, die -Beispiel Brüderle- in keiner Relation zur "Tat" steht. Grenzen zu setzten und in die Schranken weisen zu dürfen, wie Sie schreiben, sollte natürlich für jede Frau eine Selbstverständlichkeit sein! Es geht auch nicht um das Was, sondern um das Wie! Wo sehen Sie da im Fall Brüderle -ein lächerlicher Fall von machohaftem Verhalten, der sich bereits vor mehr als einem Jahr abgespielt hat, und jetzt ganz plötzlich, willkürlich und sogar landesübergreifend, zum Sexismus-Skandal hochstilisiert wird- das richtige Maß, die angemessene Form? Womit hat es jemand, der sein angetan sein auf vielleicht geschmacklose, ungeschickte Weise zum Ausdruck gebracht hat, verdient, in diesem Ausmaß öffentlich diffamiert zu werden? Ich hege den Verdacht, Sie, Elisa, beziehen Ihre Sicht der Dinge eher auf andere Kaliber, wie auf Strauss-Kahn, oder vielleicht auf Katzav. Zwischen jenen und Brüderle sollte aber eine klare Grenze gezogen werden, denn zwischen sexueller Perversion und Machogehabe liegen auch noch Welten. Es ist eben leider nicht jeder Mann (ich meine damit die Brüderles, nicht die Strauss-Kahns) mit der Gabe gesegnet, seine körperliche Zuneigung mit Charme und Augenmaß kundzutun. Indem sie diesen Umstand -bis zu einem bestimmten, dem richtigen Maß- einfach als gegeben ansehen, und einfach versuchen, darüberzustehen, könnten Frauen mal ihre so oft proklamierte Stärke unter Beweis stellen. Das richtige Maß würde ich persönlich dort sehen, wo es "handgreiflich" wird. Gegen Worte sollte sich jede Frau wehren können - oder diese gegebenenfalls augenrollend ignorieren. Nur bitte kein (brandaktueller Fall) Obama, der sich bei einer Staatsanwältin entschuldigen musste, weil er sie, nachdem er zuvor ausdrücklich ihre fachliche Kompetenz lobte und hervorhob, auch als "schön" bezeichnet hatte. Das ist höchstgradig maßlos und lächerlich. D...
Dominic Bukoitz, 23.03.2013 10:53
Wenn eine Frau einen Ausschnitt trägt und jemand ein, wohl formuliertes, Kompliment dazu abgibt, hat das absolut NICHTS mit Respektlosigkeit zutun. Das ist die Definition von Idioten. Ist so. Wer sowas behauptet, hat keine Ahnung was Respekt oder gar Respektlosigkeit ist.
Elisa, 18.03.2013 14:39
Schau eine mal an, da hat frau mal wieder voll daneben geschossen und sich auch noch vor den Karren spannen lassen. Schade eigentlich, denn sie greift die richtigen Punkte auf, verwertet sie nur komplett falsch.1. Das grundlegende Problem ist doch, dass die Frau an sich immernoch als Objekt wahrgenommen wird. Mit einem Objekt kann man(n), aber auch frau, alles tun und lassen ohne zu fragen. Sieht man auch gerne vergleichsweise bei Kindererziehung, Umgang mit Menschen anderer Kulturen und Sklavenhandel. Ein Mensch, ob weiblich oder männlich, der zum Objekt degradiert wird, wird nicht als gleichwertiger Mensch behandelt. Nicht schön, aber logisch. Frau K. macht mich eigentlich nur wütend, weil sie der sich- in- den-Schwanz- beißenden-Schlange noch eine Käseglocke aufsetzt und sie voher noch tätschelt, damit die Schlange auch ja nicht aufhört zu beißen. Würde sie sich nur endlich runterschlucken, dann wären solche idiotischen Absätze, Schnee von gestern: °Es nervt, es regt mich auf, gerade als Frau, dass inzwischen jede Lappalie, jede blöde Anmache, jedes Hinterherpfeifen und jeder Blick auf das falsche Körperteil zur falschen Zeit zum Sexismus hochstilisiert wird. Es wird nicht mehr differenziert und damit jede ernsthafte Diskussion im Keim erstickt.° Nein, meine Liebe, es ist DRINGEND notwendig, sich auch schon gegen diese "Lapalien" zu wehren, denn, falls sie es nicht wussten, das Bild in den Köpfen der Männer,die solcherlei Verhalten an den Tag legen, ist das selbige, welches auch zu Vergewaltigungen und Misshandlungen führt. Mangelnder Respekt vor dem Individuum. Ich räume jedem Mann seine eigene Chance ein, wie übrigens auch jeder Frau- der vernunftbegabte Mensch lässt das zu, aber so wie ich an den Pranger gestellt werden würde, wenn ich die natürlich Grenzen meines Gegenübers von Anfang an missachtete, so muss es auch mir und jeder anderen Frau, jedem anderen Menschen, gestattet sein, seine Grenzen zu setzen und sein Gegenüber in die Schranken zu weisen. In diesem Falle, eben Männer, die sich das Recht herausnehemn, diese natürlichen Grenzen, aufgrund von Schwanzkomplexen, Realitätsverlust mit einhergehnder chronischer Selbstüberschätzung oder einfach schlechter Erziehung, zu überschreiten. Und es ist richtig, dass frau Ihre Mitmenschen auf Fehlverhalten aufmerksam macht. Bei hartnäckigen Fällen eben auch mit harten Methoden. 2. Frau K. irrt, wenn sie meint, dass Frauen sich zu Opfern stilisieren lassen, wenn sie dafür sorgen, dass immer mehr die alltäglichen Repressionen in die Öffentlichkeit geraten-ganz im Gegenteil- es ist einer der vielen ersten Schritte, einer Person, die sich wehrt und ihre eigenen Bedürfnisse gegenüber einer unterdrückenden Person bzw Gesellschaft formuliert und anklagt. Ich halte es als äußerst bedenklich, wenn frau behauptet, dieses Wehren würde dazu führen, dass frau sich als Opfer darstellt. Das ist MUT, Frau K. nicht Schwäche! 3. Auch ich halte es persönlich für Bedenkenswert, dass wir Frauen durchaus dazu beitragen., dass man(n) uns weiterhin als Objekt sieht, wenn wir immernoch uns feiwillig, als Wichsvorlagen für eben das andere Geschlecht ablichten lassen, die Röcke noch ein wenig kürzer und das Dekolleté noch ein bißchen tiefer machen, uns Slogans auf die bare Brust schreiben damit die Herren uns ihre Aufmerksamkeit schenken. Und zwar, und das ist die traurige Realität, um überhaupt von der Männerwelt gehört zu werden, die schon allein aufgrund ihres vermehrten Aufkommens an den Machtpositionen der Gesellschaft leider immernoch berücksichtigt und gütig gestimmt werden muss, wenn es um Veränderung und Durchsetzung von persönlichen wie gesellschaftlichen Interessen geht. Jede Frau hat, wie ich, vielleicht schoneinemal, das Experiment gewagt, auszuprobieren, wie eine Diskussion ...
Lia, 13.03.2013 12:48
Wunderbar, es könnten meine Worte sein!!!:)
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