suchen
20.05.2013
Einloggen | Registrieren
 
 
 
     Dr. Klaus Peter Krause
Zur Person und Archiv      Email an diesen Blogger schreiben

Wenn der Staat subventioniert
Weitere Themen: Wirtschaftspolitik

Wie Unternehmen in die Falle geraten, wenn sie der Verlockung nicht widerstehen - Das Beispiel Bosch-Solartechnik

Mit seiner Solartechnik gerät jetzt auch ein grundsolides Unternehmen in Schwierigkeiten: der Elektrogerätehersteller Bosch.Ja, so geht es mit Produkten, die am Markt nur mit Staatshilfe unterzubringen sind, wie es der deutsche Staat mit dem (per Gesetz indirekt hoch subventionierten) Strom aus Sonnenlicht tut: Konkurrenten in anderen Ländern kriegen dergleichen schnell mit, legen kräftig los und schaffen es, jene Unternehmen, die staatlich gepäppelte Produkte herstellen, zu unterbieten. In diesem Fall ist es vor allem die Konkurrenz aus China.

Solarworld im Strudel, Siemens gibt auf, Bosch schreibt ab

Es geht um die in Deutschland hergestellten Produkte, mit denen das Sonnenlicht eingefangen wird: Solarzellen und Solarmodule zum Einsatz in Fotovoltaik-Anlagen.Deutschland ist für sie wegen seiner vergleichsweise hohen Arbeitskosten ein teurer Produktionsstandort. Das macht auch den mit ihnen erzeugten Solarstrom teuer, zu teuer. Freiwillig würde ihn kein Mensch kaufen.Deshalb drückt ihn das Erneuerbare-Energien-Gesetz  mit staatlicher Gewalt ins Stromnetz: mittels Abnahmezwang und Zwangsabnahmepreis, genannt Einspeisevorrang und Einspeisevergütung.*) Nur deshalb waren deutsche Solarzellen und –module überhaupt absetzbar – bis die chinesische Konkurrenz weit billiger lieferte.Seitdem leiden deutsche Hersteller an ihrer Überkapazität Not, etliche haben schon aufgegeben.Das einstige Vorzeigeunternehmen, die SolarWorld AG in Bonn, ringt ums Überleben,  Gläubigern droht nun der Schuldenschnitt.Siemens hat seinen verlustreichen Ausflug in die Stromerzeugung aus Sonnenlicht schon für beendet erklärt und den Verkauf der Solarenergie-Technik angekündigt.Und so hat es die Bosch Solar Energy AG ebenfalls getroffen.

Wer den staatlich eingebrockten Brei auslöffeln muss

Seit 2008 hatte der Konzern hier ein milliardenschweres Engagement aufgebaut.2012 musste er es komplett abschreiben.Das hat ihn 2012 über eine Milliarde Euro gekostet – 450 Millionen an operativem Verlust und 600 Millionen an Abschreibungen.So etwas ist auch für Bosch ein schwerer Brocken.Und für die Beschäftigten seiner Solartechnik-Sparte.Ja, so geht es, wenn sich Unternehmen auf staatlich subventionierten Absatz verlassen.Und wie immer sind es unschuldige Menschen, die  den staatlich eingebrockten Brei auslöffeln müssen: durch den Verlust ihrer künstlich geschaffenen Arbeitsplätze, in die sie hineingelockt wurden.

Was jetzt überhaupt nicht mehr natürlich ist

Auf der Web-Seite von Bosch-Solartechnik werden Arbeitsuchende sogar  nach wie vor zum “Einsteigen“ aufgefordert, und zwar so: „Sie sind Schüler, Student, Absolvent, Doktorand oder verfügen bereits über einschlägige Berufserfahrung und möchten sich den Herausforderungen einer spannenden Zukunftsbranche stellen? Wir bieten Ihnen vielfältige, interessante Möglichkeiten für Ihre berufliche Laufbahn.“ Nun, diese Zukunftsbranche ist auf Sand gebaut, auf staatlichen Sand. Die berufliche Laufbahn ist wohl besser woanders aufgehoben. Und weiter liest man: „Wir bieten ambitionierten Mitarbeitern individuelle, funktions-, branchen- und länderübergreifende Karrieremöglichkeiten.“ Nun, mit diesen Karrieremöglichkeiten ist es jetzt nichts mehr. Auch beginnt diese Solartechnik-Homepage von Bosch noch immer fett mit der Überschrift „Solarenergie? Natürlich von Bosch.“  Das ist jetzt überhaupt nicht mehr natürlich.

*) Zur grundsätzlichen Kritik an der Stromerzeugung aus Sonnenlicht siehe meinen Beitrag „Solarstrom – das Milliardengrab - Dieser Strom ist fehl- und übersubventioniert“ http://kpkrause.de/2010/03/18/solarstrom-%e2%80%93-das-milliardengrab/

 

Zuvor erschienen auf meiner Blog-Seite www.kpkrause.de  Hier sind auch meine sämtlichen Beiträge seit Beginn am 18. März 2008  verfügbar.




Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

andymon, 29.01.2013 11:07
Fotovoltaik ist und bleibt eine Zukunftbranche. Dazu muss man sich nur die Dynamik auf der ganzen Welt in dem Bereich anschauen. Auch ohne staatliche Unterstützung wird sich die Fotovoltaik als eine wichtige Säule der zukünftigen weltweiten Energieversorgung durchsetzen.
Ob die Herstellung von Solarmodulen in Deutschland eine Zukunft hat ist eine ganz andere Frage. Dabei speilen übrigens die Lohnkosten nur eine untergeordnete Rolle. Sie machen weniger als 10% der Herstellkosten aus.
Was wir jetzt weltweit sehen ist eine Konsolidierungsphase die es in jeder jungen Branche gibt. Sie wäre auch ohne staatliche Unterstützung gekommen. Sicher später und weniger heftig. Auch Bosch würde ich noch nicht abschreiben. Zu kämpfen haben alle Hersteller auch die Chinesen



Kommentar schreiben

*=Pflichtfelder

CAPTCHA*

Bitte Geben Sie für die Freischaltung das Ergebnis ein:

Click to reload image
 
 
 
Umfrage

Welche Rolle spielt heute noch Angela Merkels DDR-Vergangenheit?

Foto: Songkran/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0




Ergebnis




Spruch des Tages
"Jeder Morgen ist eine neue Berufung." - Martin Buber

ANZEIGE

ANZEIGE

Interviews

Dr. Reinhard Löffler Cohn Bendit ist kein Vorbild
Dr. Reinhard Löffler
CDU-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg

Bruno Bandulet »Nach der Bundestagswahl wird richtig geschröpft«
Bruno Bandulet
Journalist

John Allan Hattie Visible Learning
John Allan Hattie
Direktor des Melbourne Education Research Institute

Dominik Geppert »Eine extrem mutige und polarisierende Politikerin«
Dominik Geppert
Professor an der Universität Bonn

Theresia Theurl »Lateinische Münzunion von Beginn an fehlerhaft«
Theresia Theurl
Professorin der Universität Münster

Mehr Interviews


Empfohlene Beiträge

CSU-Landesgruppe für EU-Referenden CSU-Landesgruppe für EU-Referenden

Lucke irritiert in Raab-Talkshow Lucke irritiert in Raab-Talkshow

Umfrage: Islam und Deutschland Umfrage: Islam und Deutschland

Pädophilie: Archivmaterial zu Cohn-Bendit unter Verschluss Pädophilie: Archivmaterial zu Cohn-Bendit unter Verschluss

"EU-Referendum jetzt"  - Joachim Spatz antwortet für FDP-Fraktion "EU-Referendum jetzt" - Joachim Spatz antwortet für FDP-Fraktion


Empfohlene Blogs

author Dr. Gérard Bökenkamp
Steuerwettbewerb und Bürgerbeteiligung statt Einheitssteuersatz

author Vera Lengsfeld
Der Tatort als geistiger Brandstifter

author Dr. Klaus Peter Krause
Immer wieder und immer noch - das Bodenreformland

author Jürgen Liminski
Volkes Wille gegen Ideologen

author Wolfgang Röhl
Auf der Reeperbahn nachts um halb zwei. Zur Debatte über einen Achse-Beitrag von Akif Pirincci


Meist gelesen
    Berliner AfD im Chaos

    EU-Geheimdienste außer Kontrolle?

    Forscher: Merkel war DDR treu

    »Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg

    Vertrauen in Europa schwindet

Video

Beatrix von Storch zur Zypernkrise Beatrix von Storch zur Zypernkrise

Kurz-Interview: Prof. Joachim Starbatty Kurz-Interview: Prof. Joachim Starbatty

Die Zivile Koalition bei Russia Today auf Spanisch Die Zivile Koalition bei Russia Today auf Spanisch

Hedwig Beverfoerde bei Maybrit Illner: Kinder in die Krippen - Frauen in die Produktion? Hedwig Beverfoerde bei Maybrit Illner: Kinder in die Krippen - Frauen in die Produktion?

Beatrix von Storch zur Massenklage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof Beatrix von Storch zur Massenklage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof


Galerien

Forum Familie 2013 in Berlin Forum Familie 2013 in Berlin

Impulstag Familienwerte im Deutschen Bundestag Impulstag Familienwerte im Deutschen Bundestag

ESM-Diskussion vor 300 Gästen - Volles Haus gegen Schuldenunion ESM-Diskussion vor 300 Gästen  - Volles Haus gegen Schuldenunion


Reportage

»Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg »Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg

Beatrix von Storch in Baden-Württemberg Beatrix von Storch in Baden-Württemberg

Willensbildung: Bürger, mischt euch ein! Willensbildung: Bürger, mischt euch ein!

Die Signale häufen sich: Das Bargeld-verbot kommt Die Signale häufen sich: Das Bargeld-verbot kommt

Gregor Gysi, seine Linkspartei und die Privatisierung der Wasserversorgung Gregor Gysi, seine Linkspartei und die Privatisierung der Wasserversorgung

Mehr Reportagen


Aktueller Goldpreis


Aktueller Silberpreis


Schlagworte

Deutschland Wetter




Allgemein
Babyklappen vor dem Aus?
Missbrauchsbeauftragter kritisiert Cohn-Bendit
Sarko-Kopie François Hollande
Finanzkrisen
Türkei nicht mehr Ramsch
Sarko-Kopie François Hollande
Banken-Stresstest verschoben
Nahost-Konflikt
Lage in Nahost spitzt sich zu
Naht US-Einsatz in Syrien?
SPD will Girokonto für alle
DDR-Unrecht
Medikamententests auch im Stasi-Knast?
DDR verkaufte Patienten als Versuchskaninchen
Roland Jahn: Allen DDR-Opfern gedenken
Bildung
»Der Markt entscheidet nichts«
Guter Unterricht braucht Leidenschaft
Good Teaching demands on Passion
Innenpolitik
Schneller Jobs für Asylbewerber
EU-Handelskrieg mit China?
Armenier fordern Verbot türkischer Schulbücher
Reformen
Türkei nicht mehr Ramsch
Sarko-Kopie François Hollande
Banken-Stresstest verschoben
Wirtschaftspolitik
Türkei nicht mehr Ramsch
Banken-Stresstest verschoben
Schneller Jobs für Asylbewerber
Familie
Erster Menschen-Klon
Familien in der Minderheit
»Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg
Autoindustrie
SPD und Grüne für Tempolimit
Automarkt brummt nicht mehr
Absatzkrise läßt Daimler straucheln
Wahlen
Neue Dreiprozenthürde: Bundestag will Kleinparteien bei Europawahl behindern
Finanzamt als Zensurbehörde
BT-Wahl: Steinbrück optimistisch
Justiz
Missbrauchsbeauftragter kritisiert Cohn-Bendit
Neue Dreiprozenthürde: Bundestag will Kleinparteien bei Europawahl behindern
BGH urteilt gegen Google

Nach Oben  |  Impressum  |  Home  |  Politik  |  Wirtschaft  |  Lebenswelt  |  RSS RSS
© FreieWelt.net 2008