suchen
20.05.2013
Einloggen | Registrieren
 
 
 
     Dr. Klaus Peter Krause
Zur Person und Archiv      Email an diesen Blogger schreiben

Das dünne Ergebnis von Doha - gut so
Weitere Themen: International, Umwelt, Wirtschaftspolitik

Was die UN-Klimakonferenz gebracht hat und was nicht – Die Gutgläubigkeit der Menschen wird weiterhin auf schlimme Weise missbraucht

Die Kommentare zum Ergebnis der UN-Klimakonferenz in Doha mit fast 200 Teilnehmerstaaten gehen weit auseinander. Ein Mann wie Bundesumweltminister Peter Altmaier will es als „Meilenstein“ gewertet wissen, ein anderer wie der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger urteilt: „Ich glaube, dass man hier unter dem Strich nichts erreicht hat, was wirklich hilft.“ Altmaiers Äußerung ist groteskes Wunschdenken, Weigers Urteil zwar realitätsnah, aber ganz zutreffend ebenfalls nicht.

Die großen CO2-Erzeugerstaaten machen „Kyoto II“ nicht mit

Das sogenannte Kyoto-Protokoll wird immerhin bis 2020 verlängert, womit von 2013 an die zweite „Verpflichtungsperiode“ zum Einschränken von Kohlendioxid-Emissionen beginnt (Kyoto II). 37 der 193 „Kyoto-Staaten“ wollen ihre Emissionen bis 2020 weiter verringern, fallen mit ihrem Ausstoß aber global nicht ins Gewicht. Russland, Kanada, Japan und Neuseeland haben sich aus der zweiten Verpflichtungsperiode verabschiedet. Noch dabei sind Australien, die 27 EU-Staaten und einige weitere Länder. Sie alle zusammen sind aber an den globalen Emissionen mit nur noch rund 11 bis 13 Prozent beteiligt. Die großen CO2-Emittenten USA und China haben schon Kyoto I nicht ratifiziert.

Wer die den Entwicklungsländern versprochenen Milliarden zahlt, ist weiter offen

Weiteres blieb nur vage, darunter ein grober Arbeitsplan für die Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen bis 2015 und bloße Absichtserklärungen zu Finanzhilfen an Entwicklungsländer mit einigen freiwilligen Zusagen weniger europäischer Staaten, darunter mit 1,8 Milliarden Deutschland. Nur abermals bekräftigt wurde, die Entwicklungsländer von 2020 an mit jährlich mindestens 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz, das Bewältigen von Klimafolgen und als Ersatz für nicht abwendbare Klimaschäden zu füttern. Aber wer das zahlen soll, ist nach wie vor offen, ebenso, wie viel Geld die Entwicklungsländer in den Jahren bis 2020 bekommen sollen. Das sollte nicht beklagt werden, sondern lieber ein Grund sein, sich zu freuen. Geld zugesagt hat nur Deutschland.

In Doha nicht Gelungenes soll 2014 nachgeholt werden

Den gewünschten Anspruch auf Schadensersatz haben die Entwicklungsländer ohnehin nicht durchgesetzt; er ist am Widerstand  der USA und weiterer Industriestaaten gescheitert. Schon 2014 allerdings sollen die bislang zugesagten, aber in Doha nicht erweiterten Ziele für einen verringerten Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) überprüft und, wenn möglich, nachgebessert werden, also mit der Absicht, ihn stärker zu verringern, was in Doha nicht gelungen ist.

Proteste gegen den Alleingang des Konferenzleiters

Das Konferenzergebnis umstritten und angreifbar gemacht hat der qatarische Vize-Ministerpräsident und Konferenzleiter Al-Attijah. Er setzte die Vorschläge nahezu im Alleingang und Rekordtempo durch und beendete die Konferenz eigenmächtig kurzerhand mit der Feststellung, die Beschlussvorlagen seien nunmehr einmütig befürwortet worden. Russland hat umgehend protestiert. China ebenfalls, auch andere.  Später verteidigte sich Al-Attijah, er sei überzeugt gewesen, dass das Paket den Willen aller Delegierten widergespiegelt habe.

Unbewiesen, aber die „Klimaschützer“ kümmert das nicht

Der ursprüngliche Kern solcher sehr bombastischen Klimakonferenzen ist die Ansicht, das Klima der Erde gegen industriebedingtes (anthropogenes, menschenverursachtes) CO2  schützen zu müssen und zu können, weil es das Klima als wichtigstes „Treibhausgas“ gefährlich erwärme. Obwohl nicht bewiesen, geht es trotzdem darum, den Ausstoß dieses CO2 auf eine festgesetzte Menge zu begrenzen und schrittweise zu vermindern – erst global und dann verteilt auf die Staaten und emittierenden Unternehmen. Beschlossen haben die Staaten die Begrenzung im Kyoto-Protokoll von 1997 auf der Basis der „Klimakonvention“ von Rio der Janeiro 1992. Das vorgebliche Ziel: eine befürchtete Erwärmung der Erde, des globalen Klimas, als Folge von anthropogenem CO2 zu verhindern.

Wichtige Staaten spielen nicht mehr mit

Die finanzielle Last des „Klimaschutzes“ müssen gemäß Rio-Klimakonvention vor allem die Industriestaaten tragen. Die nicht entwickelten Länder sollen soweit wie möglich unbelastet bleiben. Aber die Zahl der Industriestaaten, für die das Zahlen vorgesehen war, ist inzwischen geschrumpft, weil einige nicht ganz unwichtige von ihnen nicht mehr mitspielen wollen, siehe Russland, Kanada, Japan und Neuseeland – von USA und China ganz zu schweigen.

Der Klimaschutz-Klimbim macht die armen Seelen noch ärmer

Das dünne Ergebnis von Doha beifällig aufnehmen wird nur jemand, der der wohlbegründeten Ansicht ist, dass der Mensch das Klima nicht schützen kann und schon gar nicht mit dem Vermindern von menschengemachten CO2-Emissionen. So nämlich werden immerhin etwas weniger Milliarden-Bürgergelder der Industriestaaten verpulvert und umverteilt. Aber auf schlimme Weise missbraucht wird weiterhin die Gutgläubigkeit der Menschen, CO2 sei ein übles Gas, das die Erde aufheize, und daher sei der ganze überaus kostspielige Klimaschutz-Klimbim dringend notwendig. Er macht diese armen Seelen nur noch ärmer.

Zuvor erschienen auf meiner Blog-Seite www.kpkrause.de  Hier sind auch meine sämtlichen Beiträge seit Beginn am 18. März 2008  verfügbar.




Kommentare (3)




 
  Kommentare (3)

Freigeist, 17.12.2012 00:55
Wahlausgang in Japan. Glückwunsch Herr Krause. Ich nehme an, Sie hatten Momente des Glücks da in Japan eine Pro-Kernkraft-Partei nun ans Ruder kommt. Genießen Sie die Glücksmomente, sind gesund, stärkt ihr Immunsystem gegen die Grünen.

Reingefallen, 15.12.2012 11:35
Ich erinnere mich noch an den Kat mit dem man z.B. 3640 DM bei einem Auto mit diesem Kat an Steuern sparen konnte aber dieses Auto kostete gegenüber einem Auto des selben Typ ohne Kat 3630 DM mehr.
Vor allem die angeblich gebildeteren kauften sich dieses Auto gerade weil sie ja sparen wollten.

Ach noch was, was kommt den hinten aus dem Katauto raus, was damals die Welt rettete, was besser sein sollte und wogegen kämpfen wir heute äähhh sollen wir kämpfen?


Freidenker, 12.12.2012 11:08
Meier triffts auf den Punkt. Leider lassen sich zu viele vor diesen Karren spannen.


Kommentar schreiben

*=Pflichtfelder

CAPTCHA*

Bitte Geben Sie für die Freischaltung das Ergebnis ein:

Click to reload image
 
 
 
Umfrage

Welche Rolle spielt heute noch Angela Merkels DDR-Vergangenheit?

Foto: Songkran/flickr.com/CC BY-NC-SA 2.0




Ergebnis




Spruch des Tages
"Jeder Morgen ist eine neue Berufung." - Martin Buber

ANZEIGE

ANZEIGE

Interviews

Dr. Reinhard Löffler Cohn Bendit ist kein Vorbild
Dr. Reinhard Löffler
CDU-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg

Bruno Bandulet »Nach der Bundestagswahl wird richtig geschröpft«
Bruno Bandulet
Journalist

John Allan Hattie Visible Learning
John Allan Hattie
Direktor des Melbourne Education Research Institute

Dominik Geppert »Eine extrem mutige und polarisierende Politikerin«
Dominik Geppert
Professor an der Universität Bonn

Theresia Theurl »Lateinische Münzunion von Beginn an fehlerhaft«
Theresia Theurl
Professorin der Universität Münster

Mehr Interviews


Empfohlene Beiträge

CSU-Landesgruppe für EU-Referenden CSU-Landesgruppe für EU-Referenden

Lucke irritiert in Raab-Talkshow Lucke irritiert in Raab-Talkshow

Umfrage: Islam und Deutschland Umfrage: Islam und Deutschland

Pädophilie: Archivmaterial zu Cohn-Bendit unter Verschluss Pädophilie: Archivmaterial zu Cohn-Bendit unter Verschluss

"EU-Referendum jetzt"  - Joachim Spatz antwortet für FDP-Fraktion "EU-Referendum jetzt" - Joachim Spatz antwortet für FDP-Fraktion


Empfohlene Blogs

author Dr. Gérard Bökenkamp
Steuerwettbewerb und Bürgerbeteiligung statt Einheitssteuersatz

author Vera Lengsfeld
Der Tatort als geistiger Brandstifter

author Dr. Klaus Peter Krause
Immer wieder und immer noch - das Bodenreformland

author Jürgen Liminski
Volkes Wille gegen Ideologen

author Wolfgang Röhl
Auf der Reeperbahn nachts um halb zwei. Zur Debatte über einen Achse-Beitrag von Akif Pirincci


Meist gelesen
    Berliner AfD im Chaos

    EU-Geheimdienste außer Kontrolle?

    Forscher: Merkel war DDR treu

    »Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg

    Vertrauen in Europa schwindet

Video

Beatrix von Storch zur Zypernkrise Beatrix von Storch zur Zypernkrise

Kurz-Interview: Prof. Joachim Starbatty Kurz-Interview: Prof. Joachim Starbatty

Die Zivile Koalition bei Russia Today auf Spanisch Die Zivile Koalition bei Russia Today auf Spanisch

Hedwig Beverfoerde bei Maybrit Illner: Kinder in die Krippen - Frauen in die Produktion? Hedwig Beverfoerde bei Maybrit Illner: Kinder in die Krippen - Frauen in die Produktion?

Beatrix von Storch zur Massenklage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof Beatrix von Storch zur Massenklage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof


Galerien

Forum Familie 2013 in Berlin Forum Familie 2013 in Berlin

Impulstag Familienwerte im Deutschen Bundestag Impulstag Familienwerte im Deutschen Bundestag

ESM-Diskussion vor 300 Gästen - Volles Haus gegen Schuldenunion ESM-Diskussion vor 300 Gästen  - Volles Haus gegen Schuldenunion


Reportage

»Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg »Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg

Beatrix von Storch in Baden-Württemberg Beatrix von Storch in Baden-Württemberg

Willensbildung: Bürger, mischt euch ein! Willensbildung: Bürger, mischt euch ein!

Die Signale häufen sich: Das Bargeld-verbot kommt Die Signale häufen sich: Das Bargeld-verbot kommt

Gregor Gysi, seine Linkspartei und die Privatisierung der Wasserversorgung Gregor Gysi, seine Linkspartei und die Privatisierung der Wasserversorgung

Mehr Reportagen


Aktueller Goldpreis


Aktueller Silberpreis


Schlagworte

Deutschland Wetter




Allgemein
Babyklappen vor dem Aus?
Missbrauchsbeauftragter kritisiert Cohn-Bendit
Sarko-Kopie François Hollande
Finanzkrisen
Türkei nicht mehr Ramsch
Sarko-Kopie François Hollande
Banken-Stresstest verschoben
Nahost-Konflikt
Lage in Nahost spitzt sich zu
Naht US-Einsatz in Syrien?
SPD will Girokonto für alle
DDR-Unrecht
Medikamententests auch im Stasi-Knast?
DDR verkaufte Patienten als Versuchskaninchen
Roland Jahn: Allen DDR-Opfern gedenken
Bildung
»Der Markt entscheidet nichts«
Guter Unterricht braucht Leidenschaft
Good Teaching demands on Passion
Innenpolitik
Schneller Jobs für Asylbewerber
EU-Handelskrieg mit China?
Armenier fordern Verbot türkischer Schulbücher
Reformen
Türkei nicht mehr Ramsch
Sarko-Kopie François Hollande
Banken-Stresstest verschoben
Wirtschaftspolitik
Türkei nicht mehr Ramsch
Banken-Stresstest verschoben
Schneller Jobs für Asylbewerber
Familie
Erster Menschen-Klon
Familien in der Minderheit
»Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg
Autoindustrie
SPD und Grüne für Tempolimit
Automarkt brummt nicht mehr
Absatzkrise läßt Daimler straucheln
Wahlen
Neue Dreiprozenthürde: Bundestag will Kleinparteien bei Europawahl behindern
Finanzamt als Zensurbehörde
BT-Wahl: Steinbrück optimistisch
Justiz
Missbrauchsbeauftragter kritisiert Cohn-Bendit
Neue Dreiprozenthürde: Bundestag will Kleinparteien bei Europawahl behindern
BGH urteilt gegen Google

Nach Oben  |  Impressum  |  Home  |  Politik  |  Wirtschaft  |  Lebenswelt  |  RSS RSS
© FreieWelt.net 2008