suchen
22.05.2013
Einloggen | Registrieren
 
 
 
     Christian Ortner
Zur Person und Archiv      Email an diesen Blogger schreiben

Schritt für Schritt, Schnitt um Schnitt
Weitere Themen: Finanzkrisen, International, Wirtschaftspolitik

Die Zahl jener Österreicher, die noch verstehen, mit welchen Mitteln Griechenland – jedenfalls scheinbar – vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt wird, dürfte sich langsam dem Wert null nähern:

Zu intransparent und unnachvollziehbar sind mittlerweile die buchhalterischen Tricks und Methoden zur Verschleierung der faktischen Insolvenz. Dabei ist für jeden halbwegs realistischen Zeitgenossen klar, dass Griechenland ohne abermaligen und substanziellen Schuldenschnitt nie und nimmer auf die Beine kommen kann, schon gar nicht, wenn es wirklich in der Eurozone verbleibt.

Klar ist auch, wer bei einem solchen Schuldenschnitt ökonomisch zum Handkuss käme. Da Griechenlands Schulden mittlerweile größtenteils nicht mehr von privaten Anlegern, sondern von der EZB und den Euroländern gehalten werden, wären deren Steuerzahler direkt Opfer eines nochmaligen Schuldenschnittes zugunsten der Griechen. In dem Ausmaß, indem also etwa Deutschland oder Österreich den Griechen Schulden erlassen, steht dementsprechend weniger Geld für Straßen oder Schulen in diesen Geberländern zur Verfügung (oder erhöht sich deren eigene hohe Staatsschuld noch weiter).

Jeder weiß, dass genau das früher oder später eintreten und die Gläubiger schmerzhaft viel Geld kosten wird. Vor allem, wenn letztlich auch Portugal und – etwa im Wege der Einführung von Eurobonds – Spanien und Italien eine Art informellen Schuldenschnitt bekommen. Der durchaus nicht austeritätsfanatische deutsche Publizist Wolfgang Münchau kalkuliert den Abschreibungsbedarf der Gläubigerländer mit “einer Billion Euro, plus minus ein paar hundert Millionen”, was leider relativ realistisch erscheint.

Irgendwie blöd ist nur, dass nahezu alle europäischen Rettungspolitiker, prominent angeführt von der deutschen Kanzlerin, ihren Steuerzahlern treuherzig versprochen haben, die Rettung Griechenlands werde letztlich mit bloßen Haftungen und Garantien zu bewerkstelligen sein, aber kein reales Geld kosten. Österreichs Finanzministerin verstieg sich ja sogar zur törichten Behauptung, (Steuer-)Geld für Griechenland sei eine Art Investment, das sich ganz super verzinsen werde.

Noch blöder als der evidente Kollaps ihrer von Anfang an ziemlich bresthaften Griechenland-Strategie ist für deutsche und österreichische Rettungspolitiker nur der Zeitpunkt, zu dem dieses Scheitern sichtbar wird: unmittelbar vor den für die jeweiligen Regierungsparteien höchst ungewissen und gefährlichen Bundeswahlen im Herbst 2013.

Nichts brauchen die amtierenden Regierungen in Berlin und Wien weniger als eine Pleite Griechenlands just mitten im Wahlkampf.

Die immer wieder kolportierte – und grundsätzlich ja nicht ganz unrichtige – Behauptung, mit den Milliarden der Gläubigerstaaten werde Zeit für Griechenland erkauft, ist ergänzungsbedürftig: Derzeit wird nicht nur Zeit für Griechenland, sondern auch für die Regierungen in Berlin und Wien gekauft. Dass sie damit letztlich das Geld der Steuerzahler benutzen, um denen bis zum Herbst 2013 den klaren Blick auf das Fiasko der Rettungspolitik zu verstellen, ist nicht frei von politischem Zynismus. 

 

Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.ortneronline.at.




Kommentare (0)




 
  Kommentare (0)


Kommentar schreiben

*=Pflichtfelder

CAPTCHA*

Bitte Geben Sie für die Freischaltung das Ergebnis ein:

Click to reload image
 
 
 
Umfrage

Werden die Grünen jetzt ihre pädophile Vergangenheit aufarbeiten?

angieconscious/pixelio.de



Ergebnis

Im Fokus

Zeit für eine Familienrevolution

Bild: Podium beim Forum Familie
Bild: Podium beim Forum Familie

Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

Im Fokus lesen




Spruch des Tages
"Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf." - Theodor Fontane

ANZEIGE

ANZEIGE

Meist gelesen
    Berliner AfD im Chaos

    Forscher: Merkel war DDR treu

    »Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg

    Missbrauchsbeauftragter kritisiert Cohn-Bendit

    »Goldlieferung eingestellt. Die Krise eskaliert.«

Interviews

Dr. Eike Hamer von Valtier »Goldlieferung eingestellt. Die Krise eskaliert.«
Dr. Eike Hamer von Valtier
Krisenexperte

Holger Krahmer Einheitliche EU-Steuersätze weder nötig noch sinnvoll
Holger Krahmer
FDP MdEP

Dr. Reinhard Löffler Cohn Bendit ist kein Vorbild
Dr. Reinhard Löffler
CDU-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg

Bruno Bandulet »Nach der Bundestagswahl wird richtig geschröpft«
Bruno Bandulet
Journalist

John Allan Hattie Visible Learning
John Allan Hattie
Direktor des Melbourne Education Research Institute

Mehr Interviews


Reportage

»Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg »Forum Familie 2013« in Berlin ein voller Erfolg

Wie pädophil war Cohn-Bendits Pflasterstrand? (2) Wie pädophil war Cohn-Bendits Pflasterstrand? (2)

Wie pädophil war Cohn-Bendits Pflasterstrand? (1) Wie pädophil war Cohn-Bendits Pflasterstrand? (1)

Beatrix von Storch in Baden-Württemberg Beatrix von Storch in Baden-Württemberg

Willensbildung: Bürger, mischt euch ein! Willensbildung: Bürger, mischt euch ein!

Mehr Reportagen


Empfohlene Beiträge

Kita-Kindern Mund zukleben, ist keine Strafsache Kita-Kindern Mund zukleben, ist keine Strafsache

EU will »falsche« Meinungen bestrafen EU will »falsche« Meinungen bestrafen

Deutschland: Zinsfalle ist zugeschnappt Deutschland: Zinsfalle ist zugeschnappt

Immerhin ehrlich Herr Wagner! Immerhin ehrlich Herr Wagner!

Papst Franz bei Lebensschutz-Demo in Rom Papst Franz bei Lebensschutz-Demo in Rom


Empfohlene Blogs

author Dr. Andreas Unterberger
Die britische Lunte brennt (Europa samt Führung pennt)

author Mechthild Löhr
Gendiagnostik verstärkt Diskriminierung

author Günter Ederer
Eine Lektüre die vom Umweltbundesamt ignoriert wird

author Richard Schütze
Das Seelenleben der Angela M.

author Albrecht Prinz von Croy
Wer hat über seine Verhältnisse gelebt?

author Christian Ortner
Sex mit Kindern? Nur für aufrechte Antifaschisten!


Galerien

Forum Familie 2013 in Berlin Forum Familie 2013 in Berlin

Impulstag Familienwerte im Deutschen Bundestag Impulstag Familienwerte im Deutschen Bundestag

ESM-Diskussion vor 300 Gästen - Volles Haus gegen Schuldenunion ESM-Diskussion vor 300 Gästen  - Volles Haus gegen Schuldenunion


Video

Beatrix von Storch zur Zypernkrise Beatrix von Storch zur Zypernkrise

Kurz-Interview: Prof. Joachim Starbatty Kurz-Interview: Prof. Joachim Starbatty

Die Zivile Koalition bei Russia Today auf Spanisch Die Zivile Koalition bei Russia Today auf Spanisch

Hedwig Beverfoerde bei Maybrit Illner: Kinder in die Krippen - Frauen in die Produktion? Hedwig Beverfoerde bei Maybrit Illner: Kinder in die Krippen - Frauen in die Produktion?

Beatrix von Storch zur Massenklage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof Beatrix von Storch zur Massenklage gegen die EZB vor dem Europäischen Gerichtshof


Aktueller Goldpreis


Aktueller Silberpreis


Schlagworte

Deutschland Wetter




Allgemein
Umweltbundesamt weiter in der Kritik
DDR-Vita: Merkel mauert
De Maizière zieht Merkel ins Feuer
Finanzkrisen
»Goldlieferung eingestellt. Die Krise eskaliert.«
Deutschland: Zinsfalle ist zugeschnappt
»Einheitliche EU-Steuersätze weder nötig noch sinnvoll«
Nahost-Konflikt
Lage in Nahost spitzt sich zu
Naht US-Einsatz in Syrien?
SPD will Girokonto für alle
DDR-Unrecht
Medikamententests auch im Stasi-Knast?
DDR verkaufte Patienten als Versuchskaninchen
Roland Jahn: Allen DDR-Opfern gedenken
Bildung
»Der Markt entscheidet nichts«
Guter Unterricht braucht Leidenschaft
Good Teaching demands on Passion
Innenpolitik
Schneller Jobs für Asylbewerber
EU-Handelskrieg mit China?
Armenier fordern Verbot türkischer Schulbücher
Reformen
»Einheitliche EU-Steuersätze weder nötig noch sinnvoll«
Türkei nicht mehr Ramsch
Sarko-Kopie François Hollande
Wirtschaftspolitik
Schweizer Unternehmen drohen mit Abwanderung
Bankgeheimnis in Europa bald perdu
Keine Einigung über »Fracking«
Familie
Homo-Ehe spaltet weiter die Gesellschaft
Steinbrück gegen höhere Mütterrenten
Familienpolitik - wie in der DDR
Autoindustrie
SPD und Grüne für Tempolimit
Automarkt brummt nicht mehr
Absatzkrise läßt Daimler straucheln
Wahlen
Rot-Grüne Steuerpläne verärgern Wähler
DDR-Vita: Merkel mauert
Italiens Establishment will Grillo kaltstellen
Justiz
Missbrauchsbeauftragter kritisiert Cohn-Bendit
Neue Dreiprozenthürde: Bundestag will Kleinparteien bei Europawahl behindern
BGH urteilt gegen Google

Nach Oben  |  Impressum  |  Home  |  Politik  |  Wirtschaft  |  Lebenswelt  |  RSS RSS
© FreieWelt.net 2008