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20.05.2013
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     Ansgar Lange
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Europa in der Dauerkrise?
Weitere Themen: Finanzkrisen, Allgemein, Wirtschaftspolitik

Ein Sammelband des Gerhard-Hess-Verlages http://www.gerhard-hess-verlag.de regt eine Grundsatzdebatte über unseren Kontinent an.

„Die politischen Führer finden nicht nur nicht den richtigen Ton, sondern sie sagen Dinge, die meilenweit entfernt sind vom Bewusstsein der Bürger. Es reicht eben nicht mehr, mit schönen Worten die Vorzüge der europäischen Einheit zu beschwören und dann einen Text vorzulegen, den nicht einmal die Befürworter mit klaren verständlichen Worten beschreiben können.“

Diese Sätze könnten ein aktueller Kommentar zur Euro-Krise sein. Sie stammen aber schon aus dem Jahr 2005 und gehen auf den verstorbenen Soziologen Ralf Dahrendorf zurück.

Volker Kempf, Mit-Herausgeber des Buches, „Die €uropäischeUnion. Perspektiven mit Zukunft?“, erinnert in seinem Vorwort daran, dass die Mahnung eines anderen bedeutenden Soziologen, nämlich des früheren Buchenwald-Häftlings Eugen Kogon, mittlerweile in Vergessenheit geraten sei: Kogon hatte nämlich gesagt, europäische Politik müsse über den Volkswillen rückversichert werden. Dies findet aber derzeit de facto nicht statt, so dass man den Eindruck gewinnt, die EU schlage gedankenlos einen Weg ein in Richtung einer „Sowjetunion light“. Das hier anzuzeigende Buch geht dieser und verschiedenen anderen Fragen nach.

Der Philosoph Harald Seubert untersucht, inwieweit der Geist Europas in den Zeiten der Krise Orientierung geben könnte. Seiner Meinung nach erleben wir den Verlust christlicher Lebensformen: „Es wird verheerende Folgen haben, wenn sich eine große Kultur, wie jene Europas, die bis ins Innerste christlich-abendländisch geprägt und bestimmt ist, von dieser Prägung ihrer Herkunft meint ablösen und dann auf irgendwelche Werte setzen zu können.“ Seubert wörtlich: „Ohne christlichen Bezug kein Europa.“ Im Fernsehen werde immer die Frage gestellt, ob das Christentum die Moderne überleben werde. Die neue entscheidende Frage aber sei, ob die Moderne ohne das Christentum überleben könne. Seubert gibt sich pessimistisch. Der um sich greifende Nihilismus zeitige den „hedonistischen, blinzelnden letzten Menschen“. Damit verbunden sei en Verlust der „Vitalkräfte Europas“.

Heiner Kappel, Theologe und langjähriger FDP-Landtagsabgeordneter, verließ vor der Euro- Einführung seine Partei, um sich gegen die drohende Transferunion stark zu machen. Der frühere Vorsitzende des „Bundes freier Bürger“ sieht sich nachträglich in seinem Kampf gegen den Euro bestätigt. Die Preisgabe der D-Mark, so Kappel, „war der Anfang einer gewollten Transferunion“. Während die Rettungs-Europäer ihre finsteren Pläne mit immer unverständlicheren Worthülsen verbrämen, schreibt der rechtsliberale Kappel klar und verständlich: „Wenn ich meinem Nachbarn Geld geben muss, damit er mir anschließend mein Produkt abkaufen kann, mag dies formal ein Geschäft sein, es bleibt aber ein reichlich dummes und unwirtschaftliches. Und wenn ich ihm Geld leihe, von dem ich weiß, dass ich es nie wieder bekomme, st das Ergebnis letztlich das gleiche.“

Auch die übrigen Aufsätze des Bandes sind lesenswert. Der Publizist und Politologe Felix Dirsch gibt einen kritischen Einblick über die Zentralisierungstendenzen der EU. Der in Freiburg lehrende Jura-Professor Dietrich Murswiek bewertet das Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus der Sicht eines Verfahrensbeteiligten. Der Politologe Edgar Guhde widmet sich schließlich dem Tierschutz (das vorliegende Buch wird von der Herbert-Gruhl-Gesellschaft herausgegeben).

In seinem Nachwort fordertKlausHornung eine neue europäische Grundsatzdebatte. Die bisherigen europäischen Fehlentscheidungen und Fehlwege gelte es zu korrigieren und „schließlich in neue tragfähige politische Konzepte für Europa einzufügen, die abschließend von Volksabstimmungen als Ausdruck des Willens des demokratischen Souveräns zu legitimieren wären.“

Volker Kempf/Rudolf Stettin: Die €uropäische Union - Perspektiven mit Zukunft? Gerhard-Hess-Verlag: Bad Schussenried 2012. Klappenbroschur, 132 Seiten, 12 Euro, ISBN: 978-3-87336-419-6.




Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

Hans von Atzigen, 09.07.2012 21:53
Richtig ist das der europaeische Kontinent nach dem Untergang des Roemischen Imperiums christlich gepraegt wurde.Das Papsttum als Rechtsnachvolger des Imperium Romanum hat fuer sich denn Anspruch der Oberhoheit ueber den Kontinent Europa uebenommen und de Fakto bis zur Aufklaerung mit maessigem Ervolg praktiziert.Die Kroenung der Regionalregenten gehoerte zum Faktischen Oberhoheitsrecht der Paepste.Koenigswuerde von Gottes Gnaden,Klartext,der Paepste Gnaden.Die Aufklaerung hat diesem Imperialen Machtanspruch ein Ende Bereitet.Der Humanistische Grundansatz im Christentum konnte sich erst mit der Aufklaerung entfalten.Eine Entwicklung die,die Faktisch ausgehebelte Imperialmacht Vatikan bis dato immer noch nicht so recht verkraftet hat.Die Aufklaerung war ein Ausbruch aus diesem ,,Gefaengnis,,die Aufklaerung hatte nicht die schaffung eines neuen Imperiums zum Ziel,sondern die Freiheit das Selbstbestimmungsrecht der Menschen Voelker und Nationen. Und eben dieses Ziel geraet mit der Schaffung eines neuen Imperiums Namens EU in grosse Gefahr.Letztlich ist die Aufklaerung hervorgegangen aus dem Humanistischen Kerngehalt des Christentums die ware Perle des Abendlandes.Mit der uebernahme Weltlicher macht hat das Christentum seine Humanistische Bestimmung verkauft und verraten und den Europaeischen Kontinent im Hintergrund Beherrscht.In Gefahr ist nicht das Christliche Abendland sondern das Liberal-Humanistische Erbe der Aufklaerung.Das Vatikanische Christentum hat sich immer auch mit Totalitaeren Weltbildern arangiert sovern diese einen entsprechenden Mitbestimmungsanspruch toleriert haben.Kein auch nur einigermassen Freiheitlich,Humanistisch denkender Mensch kann sich eine Voraufklaerungszeit herbeiwuenschen.Nun die Weltliche Macht des Vatikans ist hoffentlich fuer endgueltig gebrochen.Desgleichen ist zu hoffen das auch der Ober und Imperialmachtanspruch des Internationalistischen Weltbildes in Vorm der EU im Muelleimer der Geschichte landet. Das Ziel sollte nicht ein Imperiales Europa sein,sondern ein Wertebund Freier Menschen Voelker und Nationen zur Pflege des gemeinsamen Abendlaendischen Erbes die Pflege und fertiefung des gemeinsammen Erbes das Weltbild der Freiheit und des Humanismus.Delegieren die Nationen und Voelker Europas die Verantwortung an eine uebergeordnete Macht namens EU verlieren diese das Kostbare Gut Freiheit und Selbstbestimmung.Letztlich KANN und WILL das Gebilde EU die mit der Freiheit eng verbundene Verantwortung nicht mituebernehmen.Die Freiheit einkassieren die Macht an sich reissen ohne gleichzeitig auch die Verantwortung zu uebernehmen das kann nicht schluessig aufgehen.Macht ohne Verantwortung ist der direkte Weg ins Desaster.


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