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27.05.2012
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     Christian Ortner
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Wäre Adolf Hitler heute bei Occupy?
Weitere Themen: Bildung

Etwas ungelenk verbreitete die nicht ganz unbedeutende deutsche CDU-Politikerin Erika Steinbach jüngst via Twitter eine historische Kompakt-Analyse: „Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI.“

Seither tobt in Deutschland eine eher heftige Auseinandersetzung, ob die Bundestagsabgeordnete Steinbach bloß eine den heutigen Linken unangenehme Wahrheit im Twitter-Format von maximal 140 Buchstaben zusammengefasst hat – oder ob sie eine üble Revisionistin ist, die den Schrecken der Nazi-Herrschaft relativieren will.

Ob die politische Linke unserer Tage und der Nationalsozialismus des vergangenen Jahrhunderts sich zumindest partiell aus gemeinsamen ideologischen Quellen speisen, ob sie einander also in gewissen Aspekten familiär verbunden sind, ist keine rein historisch-akademische Frage. Dass etwa die Occupy-Bewegung in Österreich 2012 extrem starke Anziehungskraft auf Rechtsextreme und Neonazis ausübt, ist nämlich genauso wenig Zufall wie der Umstand, dass bei Occupy-Events in den USA immer wieder einzelne grob antisemitische Plakate und Parolen (Stichwort „Jüdische Hochfinanz ist unser Unglück“) auftauchen – „Heil Occupy!“, sozusagen.

Eher kein Zufall in diesem Kontext wird auch sein, wenn zeitgenössische linke Kapitalismuskritiker – etwa im Umfeld von Attac – dogmatisch zwischen (guter) Realwirtschaft und (böser) Finanzwirtschaft unterscheiden: Bei den nationalsozialistischen Wirtschaftstheoretikern unterschied man im gedanklichen Gleichklang zwischen „schaffendem“ (gut) und „raffendem“ (böse) Kapital – dass Banken am besten zu verstaatlichen sind, galt und gilt in beiden Milieus als gleich wünschenswert. „Die NSDAP verkörpert die deutsche Linke“, hatte ein gewisser Joseph Goebbels 1931 nicht ganz zu Unrecht postuliert.

Tatsächlich verbindet einiges die beiden vorgeblich antagonistischen Lager: eine Neigung zu Kollektivismus und staatlicher Steuerung der Wirtschaft, einem allmächtigen Staat und der Geringschätzung des Individuums und seiner Rechte. „Wer den ,Befreiungskampf des palästinensischen Volkes‘ gerecht und links findet, wird in der Nazi-Welt Geistesverwandte treffen“, spottet jüngst in der „Frankfurter Rundschau“ der deutsche Historiker Götz Aly, und „…wer den deutschen Mieter- und Kündigungsschutz, das Kindergeld, die Krankenversicherung für Rentner oder den Naturschutz für fortschrittlich hält, sollte bedenken, dass die Gesetze 1937, 1934, 1937, 1941 und 1938 erlassen oder in ihrer Schutzfunktion erheblich gestärkt wurden.“

Es entspricht dieser Analyse durchaus, dass die österreichische Sozialdemokratie bekanntlich noch 1957 einen Wahlkampf mit dem knackigen Slogan „Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf (Schärf, SPÖ-Präsidentschaftskandidat, Anm.) auch in diesem Jahr!“ bestritt; was freilich als Beweis für die völlige Abwesenheit verwandtschaftlicher Verhältnisse zwischen der politischen Linken und dem Nationalsozialismus nur sehr bedingt taugt.

Deutlich eleganter als die twitternde CDU-Politikerin hatte diesen familiären Zusammenhang übrigens der über jeden Verdacht erhabene Historiker und große Hitler-Biograf Joachim Fest schon 2003 diagnostiziert: „Manche gute Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört.“ (“Presse”)

 http://www.ortneronline.at



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Kommentare (9)




 
  Kommentare (9)

Noch ein Zitat, 14.02.2012 07:40
"Wir sind Antisemiten, weil wir Sozialisten sind." (O-Ton Goebbels)

Sozialdemokrat, 13.02.2012 09:20
„Jeder war einmal Sozialdemokrat“, so die Bemerkung des NSDAP-Führers Adolf Hitler, als er sich 1921 schützend vor Hermann Esser stellte, nachdem dieser als NSDAP-Mitglied innerparteilich dafür attackiert wurde, für ein SPD-Blatt gearbeitet zu haben. Dieser Beschwörung der gemeinsamen Wurzeln der zerstrittenen Familie des Sozialismus aus dem Munde eines Sozialisten kann wahrlich kaum widersprochen werden.

RealDeal, 13.02.2012 08:10
Der Führer war ausgewiesener Öko, Vegetarier, Atheist, agressiver Nichtraucher, Abstinenzler und Migrant. Ich vermute, er wäre heute Parteimitglied der Grünen.

Hans von Atzigen, 11.02.2012 19:13
Frank H.
Doch es gibt Unterschiede.
Vor 70 Jahren wurde das Ziel mit Stukas angestrebt.
Aktuell kam und kommt das Traumschloss im Friedes - Schafspelz,daher.
Das Ziel ist unterschiedslose das gleiche.
Ein irrwitziger Imperialer Grossmachtwahn.
Die Volgen wiederum werden vorhersehbar ,,leider,, die gleichen sein.
Elend Blut und Tränen auf dem Europäischen Kontinent.
Tja das ist jetzt der x te Anlauf seit den Zeiten des lägst verblichenen Imperium Romanum.
Allen Imperien ist und bleibt ein identisches ,,Schiksal,,wohl bis ans Ende aller Tage das gleiche,das Schicksal eines zeitlich begrenzten Gastspiels im Lauf der der Geschichte je Irrwitziger das Konstrukt um so kürzer der Weg, in den Mülleimer der Geschichte
Alle sind sie gescheitert auch das aktuelle Schafspelzmodell steht unübersehbar vor dem Scheitern.


Daniel, 11.02.2012 04:10
Ganz im Gegenteil ! Die Nazis haben linke gehasst und auch Juden waren Nazs zu links , denn Juden unterstützen Abtreibung usw. Juden sind ein weltoffenes Volk und das hat Nazis nicht gepaast. Es ist eher so ,dass sich manche Nazis heute als konservativ bezeichnen , um es harmloser klingen zu lassen oder so an Ihre Ziele zu gelangen . Aber gerade konservative unterstützen Homo-Ehe , da es ein konservatives Thema ist , nämlich "HEIRAT" Liberale schwule legen auf Heirat nicht so viel wert. Auch Kinder adoptiren wollen eher konservative schwule usw. Man wählt halt links , da die konservativen homosexuelle nicht als Wähler interessieren.

Gerade in Enbgland waren es die Konservativen die die Homo-Ehe eingeführt haben und in den USA gibt es Konservative und Liberlae die die Homo-Ehe wollen in beiden großen Parteien der USA ,auch bei den Republikanern.

Konservativ bedeutet nicht homosexuelle hassen oder Homo Ehe verbieten ,denn das ist nicht KONSERVATIV ! KONSERVATIV IST KITSCHIG UND ROMANTISCH UND BLÜMCHEN UNDLIBERAL SEX UND PARTY UND DAS LEBEN GENIESSEN BIS ES KRACHT .

RECHTS UND RASSISTISCH IST DAGEGEN HOMOSEXUELLE EINSPERREN , LEUGNEN , AUS DER ÖFFENTLICHKEIT VERBIETEN , KRIIMINALISIEREN , THERAPIEN , OH SCHÜTZT UNSERE KINDER USW. UNDAM BESTEN DIE FRAU DIE ABGETRIEBEN HAT VERURTEILEN ODER INS GEFÄNGNIS SPERREN ODER GAR DAZU ZWINGEN DAS KIND AUF DIE WELT ZU BRINGEN UND NOTFALLS DIE FRAU BETÄUBEN UND DANN KÖRPERLICH ANZUTASTEN UM DAS KIND HERAUS ZU HOLEN . DAS LEBEN DER FRAU IST JA NICHT SO WICHTIG LAUT RECHTE HAT DIE JA SCHON 40 JAHRE LANG GELEBT DIE SOLL SICH NICHT SO ANSTELLEN DENN DAS KIND HAT NOCH NIE DAS LICHT ERBLICKT . ALSO VOLLKOMMENER WERTE VERTAUSCH! ALS 40 JÄHRIGE HÄNGT MAN AM LEBEN UND MÖCHTE NICHT SEIN LEBEN VERLIEREN NATÜRLICH HÄNGT EINE 40 JÄHRIGE VIEL MEHR AM LEBEN ALS EIN KIND DAS NIEMALS DAS LICHT ERBLICKT HAT . ABER DAS IST RECHTEN NICHT SO WICHTIG , selbst nicht wenn es eine ABTREIBUNG WEGEN LEBENSGEFÄHRDENDEN UMSTÄNDEN WÄRE . DIE MUTTER KANN STERBEN DAS KIND IST WICHTIGER . SO DIE KIRCHE DIE NICHT KONSERVATIV SONDERN RECHTS IST ! KONSERVATVE SORGEN SICH UM BEIDE UM MUTTER UND KIND UND LIBERALE VERMUTLICH MEHR UM DAS RECHT DER FRAU ! UN DMANCHE RECHTEN WÜRDEN SOGAR ZU EINER ABTREIBUNG RATEN WENN ES IHRE INTERESSEN ERFÜLLT ZUM BSP. DAS KIND WIRD BEHINDERT ODER NICHT WEI? SONDERN SCHWARZ .

HITLER WAR EINDEUTIG GEGEN LINKE UND ALLES WAS NICHT DER GESELLSCHAFT DIENTE UND UNNUTZ FÜR HITLER WAR . natürlich aren kinder immer wichtiger als die erwachsenen , denn die erwachsenen hatten auch mal Ihren eigenen Wilen , aber Kinder kann man nich schön beeinflussen , deswegen mussten viele Kinder her.


Ebenherz, 10.02.2012 18:58
'links' und 'rechts' ist vor allem in Deutschland überbewertet.

Das sind meistens nicht zutreffende Verallgemeinerungen.

Bei genauerem Hinsehen wurde schon des öfteren festgestellt, dass sich die Ideen des Kommunismus und Nationalsozialismus augenscheinlich ähnlich sind.


hansi, 10.02.2012 14:13
Die Linke ist auch Rassistisch. Die Sowjets waren Rassistisch gegen alle und vor allem gegen Russen und Slavische Kulturen und Länder.

Und wenn man nicht spezifisch einen Staat hervorherbt, aber alle Staaten erobern will unter einer "Organisation", der ist nicht weniger "Rechtssozialistisch" wie Klimax es bezeichnet.

Rechts hat nur dahingehend mit einem Volk und einer Nation zu tun, das Rechts eben so leben will und das Volk und eine Nation schützen will


Frank H., 10.02.2012 12:47
Glaube ich nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er EU-Kommissar wäre. Der hat ja vor 70 Jahren auch schon mal einen "europäischen Einigungsgedanken" vollzogen. Damals waren die Leute demgegenüber aber noch nicht so aufgeschlossen und befreiten sich verständlicherweise.

Klimax, 10.02.2012 12:38
Ich finde dieses immer wieder vorgetragene "Argument" nicht schlüssig. Links ist doch nicht = sozialistisch! Es gibt selbstverständlich Rechtssozialisten und Linkssozialisten. Warum auch nicht? Rechtssozialisten sind völkisch orientiert, Linkssozialisten international-proletarisch. Das sind doch klare Unterscheidungskriterien. Also Fazit: die Nazis wares selbstverständlich Sozialisten, aber eben rechte Sozialisten, das ist überhaupt kein Widerspruch.


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