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27.05.2012
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     Ansgar Lange
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Deutschland AG vor dem Aus?
Weitere Themen: Wirtschaftspolitik

Was die zunehmende Internationalisierung für unsere Wirtschaft bedeutet

Früher war alles viel einfacher. In den Zeiten der alten Industriekapitäne hatten nur wenige Unternehmenslenker ausländische Wurzeln. Die Deutschland AG war eine Art Kartell, in dem sich prima leben ließ, wenn man sich an die Regeln hielt und sich gegenseitig Aufträge zuschob, ohne sich zu kontrollieren.

 

„Es war einmal…“ so könnte ein Bericht über diese vermeintlich gute alte Zeit beginnen. Denn laut Wirtschaftswoche (Wiwo) http://www.wiwo.de finden sich immer mehr „Vaterlandslose Gesellen auf der Chefetage“. Deutschlands Unternehmen – so die Analyse des Blattes – verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass Deutschland schlechter geworden wäre. „Insbesondere die so genannten Schwellenländer in Asien haben extrem aufgeholt. Sie dienen nicht mehr nur noch als billige Werkbank für den Westen. Doch ein solcher Wettbewerb muss für uns nicht nur schlechte Seiten haben. Dazu will ich ein Beispiel geben: Bayern München muss sich in dieser Saison besonders anstrengen, weil mit Dortmund und einem vermeintlichen Abstiegskandidaten wie Gladbach zwei Vereine harte Konkurrenten geworden sind. Ein solcher Wettbewerb spornt den Platzhirsch zu höheren Leistungen an. Daher sollten wir die zunehmende Internationalisierung in unseren Unternehmen – nicht nur in den Vorstandsetagen – sowie die härtere Konkurrenz beispielsweise mit Asien als Chance und Herausforderung und nicht als Bedrohung sehen“, sagt der Personalexperte Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Centomo http://www.centomo.de.

 

Wenn es die unternehmerische Vernunft gebietet, verlassen moderne Unternehmen die Heimat und investieren dort, wo sie Chancen auf Wachstum und Gewinn wittern. „Wir haben es mit einer neuen Generation von Managern zu tun. Vasallentreue gegenüber Deutschland gibt es in der globalisierten Wirtschaft nicht“, sagt Stefan Fischhuber von der Personalberatung Kienbaum http://www.kienbaum.de. Diesen Satz will Personalberater Zondler so nicht stehen lassen: „Wer die Vasallentreue gegenüber seinem eigenen Land über die Interessen des eigenen Unternehmens stellt, für das er verantwortlich ist, der handelt falsch. Ich glaube auch, dass Unternehmer in früheren Zeiten in erster Linie am Geldverdienen und Investieren und nicht an der Ausübung ihrer patriotischen Pflichten interessiert waren.“

 

An den Schalthebeln der Macht sitzen laut Wiwo heute „Globalisten zwischen 40 und Anfang 50, die den Umgang mit anderen Kulturen und wirtschaftlichen Gepflogenheiten, das Verhandeln in fremden Sprachen und andere Mentalitäten nicht als exotische Bedrohung, sonder herausfordernde Chance verstehen“.

 

Und für ihren Entschluss, gegebenenfalls Deutschland den Rücken zu kehren, sprechen laut Wiwo vier Punkte:

 

-          Wachstum findet heute vor allem in den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas statt.

-          Regierungen in diesen Regionen unterstützen Unternehmen oft mit offensiver Industriepolitik.

-          Die Qualität der lokalen Mitarbeiter in „fernen“ Ländern ist mittlerweile deutlich angestiegen, so dass auch Forschungsprojekte verlagert werden können.

-          Der Anteil ausländischer Anteilseigner (z. B. US-Hedge- und arabische Staatsfonds) nimmt zu.

 

Hinzu kommt, dass jedes vierte der 185 Dax-Vorstandsmitglieder bereits keinen deutschen Pass mehr hat. Und in neun der 30 größten deutschen Unternehmen sitzt bereits ein Ausländer an der Spitze.

 

 

 



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Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

Wagner, 08.02.2012 16:31
Wirtschaftswachstum muss stattfinden (am besten exponentiell), damit alle Zinsen und Schulden den Staates "ein wenig" bedient werden können.
In einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen ist ein exponentielles Wachstum aber nicht möglich.

Ist ein bestimmtes hohes Entwicklungsniveau in einer Volkswirtschaft erreicht, so muss das Wachstum künstlich aufrechterhalten werden.
Ein künstliches Wachstum erreicht man hauptsächlich durch Kreditaufnahme und der Produktion von Überfluss (auch im Dienstleistungssektor).

Bei der BRD handelt es sich nicht um eine AG sondern um eine GmbH (Frankfurter Handelsregistereintrag). Deren Gesellschafter haften im Insolvenzfall nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern mit dem Gesellschaftsvermögen der BRD GmbH.
Wie das wohl im Insolvenzfall aussehen würde?

Dass Unternehmen ins Ausland abwandern ist die logische Folge einer Überschuldung Deutschlands (und aller hoch entwickelten Nationen) und der daraus resultierenden hohen Steuerbelastung, die wiederum hohe Löhne erfordert. Den Unternehmen Schuld an der aktuellen Lage zu geben, grenzt an einer zu kurzsichtigen Betrachtungsweise, welche oft in der größten Tageszeitung Deutschlands üblich ist.


Hans von Atzigen, 08.02.2012 10:42
Die Globalisierung basiert auf dem Ideologiewahn-Zug der 68 iger Bewegung auf den die Wirtschaft dankbar aufgesprungen ist.
Dies im irrigen Glauben das die Globalisierung der Wirtschaft ein Ökonomie-Perpetuum-Mobile hervorbringen würde.
Befeuert wurde dies durch die aus der Masslosen Geldschöpfung des Westens in den Massenkonsum. Mit dem Ende diese Massenkonsums in USA und EU ist auch das Schicksal der Schwellenländer besiegelt.Ohne die Absatzmärkte in USA und EU stehen auch die Schwellenländer insbesondere China vor dem Zusammenbruch.
Ohne erhebliche Kapitalzufuhr aus dem Westen währe insbesondere China nie zu dem geworden was es aktuell NOCH ist.
Am Ende bleiben klar vorhersehbar nur noch Verlierer übrig.
Nakter Irr und Wahnsinn, in den Dimensionen und vor allem Volgen beispielos in der ganzen Menschheitsgeschichte.


Elmar Oberdörffer, 06.02.2012 17:32
Und ein ganz wichtiger Grund für die Verlagerung von Unternehmensteilen ins Ausland: die Energiewende, die überhöhte Stromkosten verursacht.

Karin Weber, 06.02.2012 14:58
Zitat: „Wenn es die unternehmerische Vernunft gebietet, verlassen moderne Unternehmen die Heimat und investieren dort, wo sie Chancen auf Wachstum und Gewinn wittern.“

Daran krankt mittlerweile unsere gesamte Gesellschaft: Die Gier nach Wachstum und Gewinn!

Der Mensch, insbesondere Familien u. Kinder, bleiben dabei auf der Strecke. Alles wird diesem Wahnsinn gnadenlos untergeordnet. Es hat uns dahin geführt, Tiere, die uns anvertraut sind, in Massenställen zu pferchen und maschinell zu morden, um den nicht verkauften Rest schließlich wegzuwerfen. Familien werden entkernt, Väter entsorgt, Kinder in KITAs abgeladen. Gewaltorgien auf der Straße, Demonstranten werden mit Wasserwerfern die Augen rausgestrahlt. Ökolampen werden eingeführt, die hochgiftig sind und deren Entsorgung unsicher ist. Menschen werden zu Mobilität gezwungen, ohne dass der Benzinpreis mal wieder nach unten geht. Kinder werden ermordet, jeden 2. Tag statistisch eines.

Was ist das nur für eine verkommene Welt, in der Wachstum und Gewinn, nicht aber der Mensch mehr zählt? Der Mensch ist mit zur Ressource, zum Humankapital, zum modernen Sklaven geworden! Im Kosovo werden schon Menschen von mafiösen Strukturen ihrer inneren Organe beraubt bzw. gleich ermordet. Wann ist es bei uns soweit?

Ist es das, was die Kanzlerin unter nachhaltigem Wachstum versteht? Ist sie nicht Chefin einer Partei, die sich mutmaßlich mit christlichen Grundwerten schmückt? Ist „Gier“ - harmloser formuliert „Wachstum u. Gewinn“ - ein christlicher Grundwert?

Ich fühle mich in diesem Land nicht mehr zu Hause, daran wird auch die seltsame Volksbefragung durch die Bundeskanzlerin nichts mehr ändern. Vor 25 Jahren hätte ich in der Ex-DDR den Antrag auf ständige Ausreise gestellt, ohne zu wissen, in was ich da wirklich geraten würde.

Wir brauchen endlich Volksvertreter, die diesen entfesselten und tollwütigen Raubkapitalismus wieder an die Kette legen und sich für die Belange der Menschen einsetzen. Die Wirtschaft ist für die Menschen da und nicht die Menschen für die Wirtschaft.

Back to he roots!



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