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27.05.2012
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     Jan Edel
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Elternrecht ad absurdum - und keiner merkt's
Weitere Themen: Bildung, Familie

Das Grundgesetz ist 60 geworden. Artikel 6 stellt Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der Gemeinschaft. Wurde damit nur die finanzielle Berücksichtigung vorgesehen? Welche Bedeutung hat dieser Artikel noch? Was ist davon übrig?

Von je her werden bei Säugetier und Mensch Kinder von Eltern erzogen und auf das Leben vorbereitet. Das Wort für diese Aufgabe ist „Education“, das sich im Deutschen nur über die beiden Begriffe „Erziehung“ und „Bildung“ wiedergeben lässt. Wenn wir heute von Erziehung reden, ist in Wahrheit nur institutionelle Erziehung in Krippe, Hort oder Kindergarten gemeint. Wenn wir über Bildung reden, ist ausschließlich die Verbesserung des Schulsystems gemeint.

Daniel Goeudeverd, Literat und Automanager in verschiedenen Aufsichtsräten, beteiligt sich heute aktiv in der Diskussion über die Bildungsmisere - speziell in Deutschland. Schon in seinem Buch „Der Horizont hat Flügel“ schrieb er: „Bei all dem Wehgeschrei über den Zustand der Bildung wird ein Bildungsort, vielleicht der wichtigste überhaupt, häufig vergessen oder nur gestreift: Die Familie“. Die bedeutende Funktion intakter Familien für die Gesellschaft und ihr Gesamtwohl kommt in der öffentlichen Debatte gar nicht mehr vor. Leichtfertig haben wir vergessen: ohne Bindung keine Bildung! Auch Lernen läuft über Beziehungen. Damit ist zum Glück nicht Vitamin B gemeint, sondern innige, gewachsene Herzensverbindungen. Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit. Am meisten, neben Ihrer Mutter und Ihrem Vater selbstverständlich, hat Sie die Erzieherin, die Lehrerin weitergebracht, die Sie so mochte und die auch Sie so gern hatten. Schon der Dichter und Denker Goethe bezeugte: „Man lernt nur von dem, den man liebt“. Das wahre Axiom der Bildung ist also Bindung. Nähe in jeder Beziehung. Nahe am Herzen und nahe am Leben. Deshalb ist die Familie bei der Bildung so wichtig und bleibt unersetzlich.

Eltern und die nach Art. 6 unseres Grundgesetzes „zuförderst ihnen obliegende Pflicht“ der Erziehung werden im Hinblick auf Kleinfamilien mit möglicherweise getrennten Eltern nicht ernst genommen. Scheinbar fürsorglich und oft mit gespieltem Mitleid werden hilfsbedürftige Familien medial zur Schau gestellt und politisch zur Norm erhoben. Sofort und unisono schwingen die Politiker aller Fraktionen mit, weil es etwas zu regeln gibt, und bringen die nächsten Gesetzentwürfe auf den Weg. Muss denn der Staat da nicht einspringen? Es geht doch um Chancengleichheit, nämlich für die Kinder aus solchen Verhältnissen. Endlich darf der Staat sich kümmern. Ist doch nachvollziehbar. Auch die Mehrheit der Eltern wurde bereits erfolgreich dazu gebracht, ihr Elternrecht (und ihre natürliche Pflicht) der Erziehung bereitwillig der Allgemeinheit abzutreten. Nur leider ist das nicht, was das allseits geschätzte Grundgesetz zum Schutz der Familien, die die Säulen jeder Gesellschaft sind, vorsieht. Niemals wird der Staat auf künstliche, d.h. auf professionelle Art und Weise das ersetzen können, was die Natur für eine funktionierende Gesellschaft vorgesehen hat. Schon aus finanziellen Gründen nicht. Mit der Ökonomisierung von Betreuung kann Qualität nur leiden. Es geht also nicht darum, den Eltern alles abzunehmen, wenn sie ihre Aufgaben nicht allein bewältigen. Stattdessen kann es nur darum gehen, diesen Klein- und Kleinstfamilien finanziell, ermunternd und über entsprechende Angebote zu helfen, ihren familiären Aufgaben selbst nachkommen zu können.

Eine funktionierende Familie kann durch nichts ersetzt werden, auch wenn es hier und da und immer wieder versucht wird. Oft und manchmal regelrecht zu Werbezwecken wird Familie imitiert und ihre Funktion missbraucht: „Hier fühlen sich Ihre Kinder wie in einer richtigen Familie“ oder „In unserer Einrichtung lernen Kinder in einer familiären Struktur“ so können Eltern lesen.  Statt die Funktion der Familie an ihrem natürlichen Ort zu  respektieren, dort zu unterstützen und staatlich zu pflegen wird versucht, sie auszuhöhlen. Statt dort, wo sie ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden kann, sie wieder herzustellen und aufzubauen, wird sie der Not und Statistik gehorchend im Stich gelassen, ja gerne sogar verachtet, wo versucht wird, ein intaktes Modell zu leben.

Neben der gewaltigen Anmaßung, es im globalen Dorf, in der Allgemeinheit und durch Institutionen, aber unter Wegfall der natürlichen Aufgaben der Familie besser machen zu können, gibt es auch andere Einwände zu diesen Bestrebungen. Erziehung und Bildung in staatlicher Hand ergeben nämlich ganz nebenbei einige „Vorteile“, die die leidgeprüften Väter und Mütter unserer Republik mit den heute 60 Jahre bewährten Schutzrechten eigentlich zu verhindern gedachten.  Das staatliche Monopol oder zumindest die „Oberaufsicht“ für Erziehung und Bildung birgt alle Macht und Kontrolle über die Nation. Sie versteckt sich (noch) hinter vermeintlich wichtigen staatlichen Zielen wie Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Wirtschaftswachstum oder Integration. Etwas negativerer Begriffe wären Sozialismus, Anpassung, Nationalismus, Konformität oder Assimilierung. Von der Hand zu weisen, aber theoretisch möglich wären Lenkbarkeit,  Gleichschaltung, Neuorientierung, Gehirnwäsche. Wenn nun geschickte Politik dabei die verfassungsgegebene Macht der Eltern zurückdrängen kann oder die „gefürchteten“ Eltern gar in ihrem Willen gleich mit in die Ziele der schönen neuen Welt integriert werden können, kann die Welt reibungslos „verbessert“ werden, wie die offizielle Sprachregelung es bezeichnet. Der Traum vom weltweiten Frieden in Sicherheit und absoluter Gerechtigkeit hat eine nicht mehr ganz so leicht durchschaubare Agenda: Ein internationales, möglichst globales Erziehungs- und Bildungssystem in vollständig staatlicher Kontrolle. Die Puzzleteile dazu sind bewährt: Betreuung ab 0 Jahre, Kinderbildungsgesetz, Pflichtkindergartenjahr, Lokale Bündnisse für Familie, Antischulverweigererprogramme, Datenaustausch und enge Kooperation von Schulämtern, Jugendämtern, Sozialämtern, Justiz und Polizei, Ganztagsprogramme (tendenziell zur Pflicht), Zentrale Lehrpläne und Anforderungen für Abschlüsse, zentrale Schülerdatei, regierungskontrollierte Internetsperrlisten oder erleichterte familiengerichtliche Maßnahmen, um nur einige zu nennen. Immer scheint es gute Gründe für jedes neue Gesetz in dieser ungeschriebenen Agenda zu geben. Meist muss vermeintlich bessere Bildung herhalten, manchmal ist es aber auch offen gesagt der Wirtschaftsbedarf, die beängstigende Terror- oder Amokgefahr, schlimmste, und in die Medien gezogene Vernachlässigung einzelner Kinder oder auch „Migrationsprobleme“.

In Wirklichkeit maßt sich der Staat zum Zwecke einer vermeintlich "Schönen neuen Welt" die vollständige Kontrolle über Lebensentwürfe und Karrieren seiner Bürger an. Auch wenn er beschwört, dass er das niemals ausnützen würde. Aldous Huxley hatte bereits 1975 davor gewarnt  und George Orwells 1984 wird heute (lieber?) schon gar nicht mehr gelesen. Das Buch „Brave New Schools“ von der in den USA lebenden Norwegerin Berit Kjos aus dem Jahre 1994 wurde kürzlich ins Deutsche übersetzt und dokumentiert all diese Zusammenhänge bis in spezielle Details deutscher Entwicklungen, von denen sie damals noch gar nichts wissen konnte. Zugegebenermaßen wirkt auch dieses Buch etwas hysterisch und es berichtet aus einseitig, christlicher Sicht.

Das alles ist nicht zufällig so gekommen. Seit Jahren und Jahrzehnten folgt die Entwicklung der Agenda bestimmter Weltverbesserer, die in eine neue, friedliche Weltordnung führen wollen und deshalb international verständigt und aus sehr naheliegendem Grund bei der Erziehung und Bildung ansetzen.

Fazit: Die staatliche Institutionalisierung und fortschreitende Professionalisierung im Bereich der Erziehung (und Bildung) treten die grundgesetzlich verankerten Aufgaben der Eltern, der Familie mit Füßen und damit unser Grundgesetz selbst. Das natürliche Erziehungsrecht in Art. 6, das nur bei elterlichem Versagen zu staatlichem Einschreiten ermächtigt, ist bereits ausgehöhlt und es bleibt nichts mehr übrig, wenn der Staat alles um Erziehung und Bildung regelt und dadurch zunehmend zu seinem eigenen Metier macht.

Halten Sie diese Entwicklung auf und wählen Sie Ihren Politiker nur für eine Politik wieder, die Familien Familien sein lässt. Noch gibt es eine Mehrheit von Eltern.



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Kommentare (5)




 
  Kommentare (5)

Judith Linsenbolz@gmx.de, 14.09.2010 12:26
http://verfassungsschutz.files.wordpress.com/2009/11/statusreport-schulgesetze-und-zitiergebot-stand-dezember-09.pdf

Zitat daraus:
Das traurige Ergebnis dieser Untersuchung ist die im Grunde unglaubliche Feststellung, dass das
gesamte Schulsystem in Deutschland aufgrund ungültiger Ermächtigungsgrundlagen mangels
Erfüllung der Gültigkeitsvoraussetzung des Zitiergebotes aus Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG ungesetzlich
arbeitet!

Zur Nichtbeachtung des Zitiergebotes ein Zitat des ehemaligen Bundesinnenministers Dr. Wolfgang
Schäuble:
„Danach hat der Gesetzgeber die Pflicht, bei einer Einschränkung von Grundrechten durch
ein Gesetz oder auf Grundlage eines Gesetzes das betroffene Grundrecht unter Angabe des
Grundgesetzartikels zu nennen, also zu zitieren. Bei einem Verstoß gegen das Zitiergebot
wäre ein Gesetz verfassungswidrig.“

Die Frage, wie ein verfassungswidriges Gesetz zu behandeln ist, hat das Bundesverfassungsgericht
in seiner Entscheidung BVerfGE 8, 1, Rdn. 50, mit Rechtssatz wiederum gemäß § 31 Abs. 1
BVerfGG für alle Verfassungsorgane des Bundes und der Länder sowie alle Behörden und Gerichte
zwingend bindend erklärt:
„Grundsätzlich ist ein gegen die Verfassung verstoßendes Gesetz für nichtig zu erklären.“

Na denn, was´n Staat... Damit ist wahrlich kein Staat zu machen ... hahaha


Heribert Wendholt, 10.08.2010 15:30
Das ist trsurige Wahrheit in D, dass JAs über das "Wohlbefinden" von Minderjährigen nach eigenem Gutdünken regulieren.

herbert, 25.07.2010 14:27
Eine funktionierende Familie kann durch nichts ersetzt werden, damit ist die eheliche und die nichteheliche Familie gemeint. Denn Kinder wollen ihre Eltern und der Trauschein ist dabei zweitrangig.
Mittlerweile haben wir im Osten von Deutschland über 50% Prozent nichteheliche Kinder und somit auch Familien.
Früher waren die nichtehelichen Kinder, das Produkt der lasterhaften Eltern. Die katholische Kirche sprach von Bastarde.
Genau die christlichen Parteien haben einen großen Anteil daran, dass die Gleichstellung und Rechte der nichtehelichen Kinder und ihre Familien Jahrzehnte dauerte.

Nichteheliche Väter hatten früher, vor 1998 noch nicht einmal ein Recht am eigenen Kind. Noch heute bestimmt die Mutter die alleinige Sorge über das Kind.
Wir haben in Deutschland, zwei Millionen Väter, die bei Trennung und Scheidung per deutscher Justiz und Jugendamt vom eigenen Kind ausgesperrt sind.
Kind zur Mutter und Vater zahlt.
Eine Familie ist wunderbar, doch in Deutschland wird jede zweite Ehe geschieden. Die Familie zum Kind könnte weiterleben, wenn nicht die Trennungs und Scheidungsindustrie wäre !
Ehe und Familie ist ein Scheidungsriasiko geworden, wo oft der Prozess durch viele Instanzen und Gutachten gejagt wird.
Es geht nur noch um Geld und Streitwert !
Kinder bleiben auf der Stecke. Umgangsverweigerung für den Vater und eine gesetzliche Praxis, die keinen Vater mehr reizt in diesem Lande noch Kinder in die Welt zusetzen.
Warum sollte ein Vater noch unter dieser deutschen Gesetzgebung Kinder in die Welt setzen, wenn bei Trennung und Scheidung er nur noch ein Zahlvater ist?

Für die CDU CSU ist nur eine Familie mit Ehe verbunden. Mittlerweile ist der bayrische NMinisterpräsident Seehofer Vater eines nichtehelichen Kindes ! Welche Doppelmoral!
Die SPD und Grüne kennen nur Frauenpolitik. Da kommt der Mann und Vater im eigenen Wahlprogramm gar nicht vor.
Familie ist wunderbar, aber nicht bei der deutschen Gesetzgebung
wo der Mann und Vater bei Trennung und Scheidung nur noch Zahlvater ist.


smilingkarin, 25.07.2010 12:23
Als Mutter einer inzwischen volljährigen Tochter kann ich diesem Kommentar nur aus vollstem Herzen zustimmen. Unsere Tochter geriet mit 16 in schlechten Umgang, als wir als Eltern versucht haben dagegen anzusteuern, riet ihr ihre Freundin zum Jugendamt zu gehen. Es ging dabei um einen 2 wöchigen Hausarrest, nach einer "Sauftour" und unserem Wunsch ihre Haustiere (Ratten) abzuschaffen, die sie sich gegen unseren Wunsch zugelegt hatte.
Beim Jugendamt wurde sie mit offenen Armen empfangen, man könnte fast glauben, die verdienen gut an jedem unzufriedenen Teenager. Wir Eltern wurden von unserer Tochter ferngehalten, damit sie sich ungestört bei einer Pflegefamilie mehrfach ins Koma trinken konnte, und dort vergewaltigt wurde.
Da das Jugendamt ihren Hauptwohnsitz nicht geändert hat, wurden wir jedesmal von Sanitätern, Notärzten und Polizisten informiert, z.B. als unsere Tochter im Januar 09 bewusstlose bei -6 Grad mit leichten Erfrierungen an einem Bahnhof gefunden wurde.
Wir haben das Jugendamt dann schon gefragt, ob sie denn ihre "Segnungen" bitte einstellen mögen, so lange unser Kind noch lebt, daraufhin wurde uns nur unser Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen. Wir haben dann gegen das Jugendamt wegen Kindeswohlgefährdung klagen müssen, um endlich eine vernünftige Mitarbeiterin zu bekommen, die tatsächlich mal das Wohl unserer Tochter im Auge hatte.
Inzwischen ist unsere Tochter drogenabhängig und alkoholabhängig, von uns als Eltern lässt sie sich nichts mehr sagen, hat man ihr doch beim Jugendamt beigebracht, dass Eltern der letzte Dreck sind, und nichts zu melden haben.


Marie Luise Schellen, 25.05.2009 22:23
Ich frage immer wieder junge Frauen, ob sie ihr Kind in den ersten drei Jahren selber erziehen wollen. Erschreckend ist, dass sich schon oft die Meinung gebildet hat, dass dies "nicht auszuhalten" ist, auch wenn das Geld reicht. Die bunten Bildchen und Lobpreisungen der Familienministerin haben die Frauen im wahrsten Sinne des Wortes "infiziert." Herr Edel hat diese katastrophale Entwicklung sehr eindringlich geschildert. Ich freue mich sehr darüber, und werde den Artikel an viele Menschen weitergeben. Ebenso an alle Ministerpräsidenten der CDU/CSU und Frau von der Leyen.


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