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27.05.2012
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     Ansgar Lange
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FDP als Karrierehemmnis?
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Jobsuchende bekennen sich immer seltener zu den Liberalen

 

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. Dieses Sprichwort erlebt die FDP zurzeit am eigenen Leibe. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung Tagesspiegel grenzen sich immer mehr Menschen, die beruflichen Erfolg haben wollen, von den Liberalen ab. Insbesondere Bewerber schämen sich augenscheinlich für ihre (frühere) FDP-Nähe. „Ich beobachte in letzter Zeit häufig, dass Bewerber ihr FDP-Engagement aus Online-Job-Profilen wie Xing und LinkedIn löschen“, sagt ein Berliner Personalberater. Mit der FDP hätten sich insbesondere junge Manager in den Jahren 2006 bis 2009 identifiziert. „Häufig stand das unter Interessen: Laufen, guter Wein und die FDP“.

 

„Dass man sich für die Berliner Chaotentruppe, die Regierungsarbeit mit einem Selbstfindungstrip verwechselt, schämen kann, ist durchaus nachvollziehbar. Für mein Unternehmen hat die Parteizugehörigkeit von Bewerbern allerdings nie eine positive oder negative Rolle gespielt, es sei denn, Bewerber bekennen sich offen zu Parteien, die nicht auf dem Boden unserer Verfassung stehen. Ich greife mal willkürlich auf unsere aktuellen Vakanzen zurück: Ob  ein Strategischer Einkäufer für professionelle Dienstleistungen, ein Senior System Engineer, ein Entwickler Steuergeräte oder ein Technical Project Manager der CDU, der SPD, der FDP oder den Grünen zuneigt, ist seine Privatsache und uns als Personalberater herzlich egal. Von einem Chefarzt erwartet man ja auch, dass er am OP-Tisch einen professionellen Job macht. Ob er seiner Freizeit Goethe liest, Yoga macht oder sich bei der FDP engagiert, interessiert nur am Rande“, sagt Michael Zondler, Geschäftsführer des Sindelfinger Personalberatungsunternehmens Centomo.

 

Wichtiger sei es, auf einen guten Ruf im Netz zu achten. Wie CIO Online unter Berufung auf eine Studie zum Thema Online-Reputation von Reputeer berichtet, sollen allein in Deutschland im Oktober  21 Millionen Menschen aktiv das soziale Netzwerk Facebook genutzt haben. „Auch wer sich im realen Leben eine hohe Reputation erworben hat, hat keine Garantie auf eine einwandfreie Reputation im Internet und muss dafür Sorge tragen, dass der gute Ruf im Netz widergespiegelt wird“, schreibt Reputeer-Geschäftsführerin Melanie Vogelbacher. 86 Prozent der befragten Personalberater gaben in der Studie an, dass sie inzwischen Online-Recherchen über Bewerber durchführen. 62 Prozent finden, dass sich ein guter Online-Ruf positiv auf die Karrierechancen von Bewerbern auswirkt. 

 

 



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Kommentare (2)




 
  Kommentare (2)

Pudellocke, 20.01.2012 20:44
@Gero Pischke...Genau so ist es. Leider ist genau diese Haltung sehr weit verbreitet. Leider auch in der FDP. Man steht nicht zu seiner Überzeugung und läßt sich von Medien und Merkel treiben.
Und damit wird man hat man es auf 2% geschafft. Grandiose Leistung!


Gero Pischke, 13.01.2012 23:46
Ich lasse, obwohl ich mich als "Hardcore"-Liberaler viel über die FDP ärgere, ganz bewusst den Hinweis auf meinem XING-Profil stehen. Jeder kann sehen, dass ich FDP-Mitglied bin. Ich schreibe allerdings zusätzlich, dass ich auch der Libertären Plattform nahestehe.

Letztens habe ich bei einem Bewerbungsgespräch gute Erfahrungen damit gemacht. Mein Gegenüber hat mit mir seine Enttäuschung über seine letzte FDP-Wahl ausgedrückt und wir haben uns etwas über die aktuelle Lage unterhalten.

Schlimm könnte es nur werden, wenn man sich bei einem politisch korrekten Unternehmen mit der üblichen "großbetrieblichen Wohlfahrtsdiktatur" bewirbt. Da ist dann zu befürchten, dass liberale Ansichten z. B. über eine Frauenquote nicht gut ankommen. Aber bei einem solchen Arbeitgeber sollte man sich ohnehin nicht bewerben.

Ich stehe zu FDP, Libertärer Plattform, Segeln und Cigarren-Club. Wer da keine Abneigung hat, mit dem werde ich auch gerne zusammenarbeiten. Die Chemie und Einstellung muss stimmen. Und genau das drückt man über sein Profil aus. Dazu ist es da! Was für jämmerliche Opportunisten und Feiglinge, die sich nicht trauen konsequent für sich einzustehen! Was will ein Arbeitgeber mit solchen Flaschen anfangen? Wie wollen solche opportunistischen Feiglinge jemals Interessen Ihres Arbeit- oder Auftraggebers vertreten können?



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