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Vera Lengsfeld
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Ja, Gauck
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WahlenHannes Stein hat die Frage aufgeworfen, ob Joachim Gauck wirklich geeignet sei, Bundespräsident zu werden, weil er die Beschäftigung von ehemaligen Stasioffizieren zur Erschließung des Stasiaktenbestands für notwendig gehalten hat. Ich wage es bis heute nicht zu beurteilen, ob die Akten ohne die Hilfe der Stasioffiziere genauso schnell erschlossen worden wären. Auf jeden Fall war es ein Fehler, ihre Anstellung in dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln. Da war ich mit Jürgen Fuchs einer Meinung. Für mich ist aber entscheidend, dass ohne das Geschick und die Persönlichkeit Gaucks die Bemühungen, die Stasiunterlagenbehörde ganz schnell wieder dicht zu machen, erfolgreich gewesen wären. An der Spitze der Bewegung stand damals der Bundeskanzler Helmut Kohl, der verkündete, die Stasiakten am liebsten verbrennen zu wollen. Meine Argumente für die Wahl von Joachim Gauck sind heute noch so aktuell, wie vor zwei Jahren:
Ein Kandidat der Bürger
Joachim Gauck wurde von Rot-grün aufgestellt, aber er ist der erste Bundespräsidentenkandidat der Bürger.
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Er hat bei seiner Nominierung sofort klar gemacht, dass er ein überparteilicher Kandidat sein will. Einer, der sich nicht in den engen Grenzen politischer Machtspielerei bewegt und sich auf keinerlei Kungeleien einlässt. Das kommt an beim Volk. In unserem weitgehend mit dem eigenen Machterhalt beschäftigten Politestablishment wirkt Joachim Gauck wie eine frische Brise. Noch nie hat es das gegeben: Bürger mischen sich im Netz und auf der Straße in die Bundespräsidentenwahl ein, wie es in einer lebendigen Demokratie sein sollte. Die Facebookgruppe zur Unterstützung von Gauck hat schon über 34000 Mitglieder. In allen Umfragen liegt er weit vor Wulff. Die Bundesversammlung täte gut daran, diese Stimmen ernst zu nehmen Das Leitmotiv seiner Präsidentschaft wäre Freiheit. Freiheit sei wichtiger als Solidarität. Die Freiheit, die Gauck propagiert, nennt er eine Freiheit für Erwachsene, die gepaart ist mit Verantwortung. Verantwortung für andere zu übernehmen bedeutet für Gauck, ihnen leben zu helfen, sie zu befähigen, sich selbst zu versorgen, nicht, sich versorgen zu lassen. Er will keinen Fürsorgestaat, keine Bemutterung, sondern die Fähigkeit zur Selbstständigkeit. Eine solidarische Gesellschaft ist für ihn eine, die den Einzelnen ermächtigt, ein Bürger zu sein. Das ist ein geradezu revolutionäres Bekenntnis in einer Parteienlandschaft, in der die politischen Akteure sich Kümmern zu übertreffen versuchen, indem sie Schutz vor den Ängsten zu bieten scheinen, die vorher selbst geschürt haben: die Angst vor der Erderwärmung, der Flugasche, dem Rinderwahn, der Schweinegrippe. Joachim Gauck möchte einer Politik der Angst nicht folgen. Er setzt auf Ermutigung. Er demonstriert, dass Unabhängigkeit und Freiheit möglich sind. Mit Gauck würde der Geist der Revolution 1989 revitalisiert und fruchtbar gemacht. Genau, was ein mutlos und ratlos gewordenes Deutschland jetzt braucht.
Beitrag erschien zuerst auf achgut.com
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Kommentare (7)
Klimax, 13.01.2012 10:24
"Ich bin gegen Logik, die unlogisch ist!"
Es ist leicht gegen etwas zu sein, das es a priori nicht geben kann.
pirat, 12.01.2012 17:10
@klimax
also wenn es darum geht, Sachfragen zu ignorieren, weil man jemand etwas nicht gönnt, dann brauchen wir morgen alle nicht mehr auf Arbeit zu gehen.
nach dieser Logik sind Freiheit, Aufrichtigkeit und bürgerliche Werte nur Beiwerk, da es eigentlich nur um "Ordnung" geht. Aber diese Ordnung kann sicher jede Diktatur besser erschaffen.
nach dieser Logik sind Putin, Achmadinedschad, Saddam und Gaddafi unentbehrlich, da gegen sie eine Medienhetze betrieben wird, wobei im letzteren Fall wohl zutreffend.
ich bin gegen Logik, die unlogisch ist!
Trottel der Nation, 12.01.2012 10:24
Es wird das geeignetste für die PolitikerInnen-Familie gebraucht, nicht das beste für's Volk!
Gutartiges Geschwulst, 12.01.2012 00:57
Wulff oder Gauck?
Meine Wünsche folgen einer gänzlich anderen Richtung, nämlich der rückstandsfreien Abschaffung des kostspieligen Bundespräsidenten-Amtes.
Joachim Gauck, der "Kandidat der Bürger", scheint mir ja ein ehrenwerter Mann zu sein, was mich jedoch nicht von einem elementaren Umstand entbindet.
Meine finanziellen Mittel sind leider zu knapp bemessen, um jede Person des öffentlichen Lebens, die mich ausnahmsweise mal nicht verarscht, mit einem Präsidentenamt belohnen zu können.
Klimax, 11.01.2012 14:36
Lesenswert.
Kommentar: Warum ich mich als Gauck-Fan vor Christian Wulff stelle
http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/warum-ich-mich-als-gauck-fan-vor-christian-wulff-stelle.html
(Helmut Matthies, Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea)
Klimax, 11.01.2012 10:48
Gauck wäre sicher ein besserer Präsident. Das wußten wir hier ja schon vor der Wahl Wulffs. Ich fürchte allerdings, daß die Enttäuschung über die Niederlage Gaucks einige hier dazu bestimmt hat, sich an der ekelhaften Anti-Wulff-Kampagne der Mainstream-Presse zu beteiligen. Das macht keinen guten Eindruck.
Herrn Gauck ficht das nicht an. Er wird sich kaum mehr zur Verfügung stellen angesichts des beschämenden Umgangs mit dem derzeitigen Präsidenten. Das würde nicht zu ihm passen.
Zudem wurde Gauck nur vorgeschlagen als er nicht gewinnen konnte. Sollte Wulff zurücktreten, was ich den Presseintriganten nicht gönne, werden sicher andere Kandidaten aufgestellt werden, die gewisse Papiere leichter unterschreiben als dies Gauck täte.
Friedrich Dominicus, 11.01.2012 10:26
Ich bin für's abschaffen. Wenn man so betrachtet was sein Vorgänger so alles noch unterschrieben hat, kann ich mich für einen derartigen Unterschriftsaugust nicht erwärmen.
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