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     Friedrich Dominicus
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Kosten und Folgekosten
Weitere Themen: Finanzkrisen, Allgemein, Bildung

Oder frei nach Bastiat: "Die Dinge die man sieht und die Dinge die man nicht sieht"

Hier mal wieder eine kurze Überblick über Kosten und Folgekosten. In den BNN steht heute die Immobilienbranche hätte rund 95 MRD in die  Wärmedämmung investiert. Nun ja das ist doch schön mag man denken. Nur soll jetzt eine neue Subvention diese Branche entlasten.

Frage 1 wer hat denn die neuen Wärmedämmverordnungen in Gang gesetzt? . Frage 2 wer profitiert den außerordentlich durch hohe Brennstoffkosten?

Die Brennstoffkosten sind auch so hoch,  da der Staat darauf  hohe Steuern erhebt. Selbstverständlich bedeutet 'wirtschaften' mit knappen Gütern hauszuhalten. Nur knapp sind Brennstoffe nur in Grenzen. Wenn man auf jeden Liter Öl 50% Steuern bezahlen muß, dann kann man einfach ausrechnen: Eigentlich kostet ein Liter Öl nicht 1 € sondern 0,5 €. Durch die künstliche Verteuerung wird natürlich eher versucht den Verbrauch zu senken. Mit allen negativen Folgen die es so gibt, wenn man halt in einer Plastiktüte lebt. (Stichwort Schimmel für diejenigen die sich ein bisschen auskennen)

Kann nun die Immobilienbranche diese Kosten umlegen? Ja auch das ist natürlich "gesetzlich" geregelt. 11% der Investitionssumme darf man auf die Mieter umlegen. Eine Wärmedämmung für ein 8-10 Familienhaus kostet irgendwo zwischen 40-150000 € (je nach Alter und Zustand des Hauses) Nehmen wir den Mittelwert von 85 000 € an.

Also rechnen wir grob mit 9000 € die an Mehrkosten auf die Mieter zukommen also 750 € im Jahr und oder ca 60-70€ monatlich. Ist es viel? Ist es wenig? Kann man noch nicht sagen. Aber gehen wir mal von 500 - 600 m² Wohnfläche aus. Wir reden also von Investitionskosten von 85 000 / 550 = 154,54 €/m² die umlagefähigen Kosten sind 17 €/m². Oder auf die 550 m² im Monat ca 1,4 € / m².

Ist das nun viel oder wenig? Auch das kann man nur beantworten wenn man weiß, wo dieses Haus steht und was der Mietspiegel (nach dem muß man sich nämlich auch wieder richten. Sagen Sie mal einem Lebensmitteldiscounter er muß sich an dem Durchschnittspreis aller Lebensmittelhändler der Staat orientieren und darf zwar unter dem Durchchnittspreis liegen aber auf keinen Fall mehr als 30 % über diesem, denn da fängt "Mietwucher" an) . Aber auch da kann ich Ihnen helfen. Die Mieten in Deutschland liegen im Groben im Bereich 3 - 15 €/m² (wer billig wohnen will muß nur ins Ruhrgebiet ziehen) . Sind wir aber mal gnädig und rechnen mit 6 € Miete / m². Dann bringt die Investion  eine Mieterhöhung um 23.5 %. Was man jetzt wohl durchaus als beträchtlich ansehen darf.

Sie erinnern sich an den Ausgangspunkt?

1) Hohe Preise für Brennstoffe da eben unter anderem hoch besteuert

2) gesetzliche Vorgaben des Staates

Wird es dem Staat angelastet? Nein es sind natürlich die Vermieter die sich hier die Taschen vollstopfen wollen. Ist das wirklich so?

Bitte schauen Sie nur einmal in eine Zeitung einer gefragten Stadt. Extremfall ist hier München. Dort werden inzwischen Fantasiepreise von 20-30 fachen Jahresmieten bezahlt. Auch hier will ich "günstig" sein ich rechne nur mit dem 25-fachen der Jahresmiete. Das heißt sie  müssen 25 Jahre die Miete einnehmen nur um das Haus zu bezahlen (darin enthalten noch nicht ein ¢ an Kosten). Die Rendite beträgt also "atemberaubende"  4% Brutto. Bei derzeit 3% Inflation also 1%. Aber bitte nicht vergessen von diesen 4% gehen alle Ausgaben ab. Ohne Probleme dürfen Sie da 1% runterrechnen. Also sind wir bei 3% "Rendite" die dann auch noch vollständig Ihrer normalen EKSt zu unterwerfen ist. Ihr Arbeitsaufwand über die Jahre dürfen Sie nur dann ansetzen wenn Externe (Handwerker) etwa für Sie machen. Sie sind natürlich noch nebenbei für den Staat kostenfreier  (aber natürlich nicht kostenloser)  Steuereintreiber.. Bürge für Ihre Mieter  und wenn diese Ihren Verpflichtungen nicht nach  kommen, wer glauben Sie darf dann zahlen?  Genau den Bürgen können sie würgen.

Sie sehen die Dinge die man sieht? (Toll das der Staat da den "kleinen" Mieter so schützt und toll das der Staat das mit den ganzen Auflagen macht). Und die Dinge die man sieht. Hohe Kosten nur durch vorherigen staatlichen Eingriff. Sie sehen wie fein der Staat hier mehrfach profitiert?

Das andere was ich noch kurz anschneiden möchte ist die Diskussion über eine Transaktionssteuer.  Wer von  Ihnen auch nur einmal je eine Aktie/Anleihe etc gekauft hat weiß wie hoch die Transaktionskosten heute schon sind. zwischen 0.5 - 2 % der Investitionssumme. Da sollen noch mal ein paar Prozente drauf kommen mit der fadenscheinigen Begründung damit die Spekulation einzudämmen?

Und wieder schlägt Bastiat zu. Die Dinge die man sieht und die Dinge die man nicht sieht.  Es werden zuviele Dinge einfach nicht mehr gesehen.

 

 



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Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

Ursula Prasuhn, 11.01.2012 12:58
Danke, Herr Dominicus, es ist genauso, wie Sie sagen!
Aber unser Staat, in dem alle Parteien mit demselben Ruf nach sozialer Gerechtigkeit für sich werben, braucht nun mal diese Unsummen an Geld, wenn er seine Wahlversprechen halbwegs einlösen will. Und da muss den einen genommen werden, um den anderen geben zu können.
Das wäre ja auch in Ordnung, wenn sich bei dem Begriff „Gerechtigkeit“ nicht alle auf dieselbe Deutung geeinigt hätten. So machen Wahlen keinen Sinn mehr, weil es mehr oder weniger egal ist, wem der Wähler seine Stimme gibt. In jedem Fall wählt er einen Zug, der in Richtung vorherrschender Klischees fährt – sei es denen von arm und reich, von benachteiligt und bevorzugt oder auch von Eigen- und Fremdverantwortung.
Auf immer mehr Umverteilung ist die Masse scharf, und Politiker wollen massenhaft Stimmen. Im Grundsatz und in Maßen ist Umverteilung ja auch richtig. Ihre Maßlosigkeit und zwangsläufige Gier nach immer weiteren Nöten und Bedürftigkeiten sind es aber nicht und nennenswerte Gegenkräfte zu diesem Exzess wagen sich kaum mehr aufs Parkett, weil Häme und Schandpfahl wahrscheinlicher sind als offene Augen und Ohren.



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