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27.05.2012
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     Professor Adorján F. Kovács
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Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren...
Weitere Themen: Allgemein, Justiz, Wirtschaftspolitik

Das scheint auch im Gesundheitswesen zu gelten. So wird das mit dem Sparen nichts.

Wie heute bekannt wurde, sollen die Krankenkassen die Entfernung der billigen und gefährlichen PIP-Brustimplantate bezahlen müssen. Das sagte jedenfalls ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Grund sei die gesundheitliche Gefährdung.

Die Krankenkassen wollen immerhin prüfen, ob Patientinnen, die sich diese Implantate aus rein ästhetischen Gründen haben einsetzen lassen, an den Kosten beteiligt werden können. Das erscheint mir wohl das Mindeste. Eigentlich müssten sie die Gesamtkosten tragen.

Warum, frage ich, soll die Allgemeinheit für Folgen medizinisch völlig unnötiger Operationen aufkommen, die privat bezahlt wurden? Und es darf auch nach der Verantwortung der Ärzte gefragt werden, die, sicherlich auf Druck der Patientinnen, die Geld sparen wollten, solche billigen Implantate angeboten und eingesetzt haben. Von einer Verantwortung der Hersteller wage ich in unseren Zeiten kaum zu sprechen.

 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat und Sie weitere Artikel des Autors lesen wollen, eingebettet in eine facettenreiche Behandlung deutscher Denkmuster in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, dann lesen Sie bitte

Adorján Kovács

Deutsche Befindlichkeiten. Eine Umkreisung

Artikel und Essays.

Essen: Die Blaue Eule, 1. Auflage 23.02.2012, Paperback, 318 S., Maße: 21,0 x 14,8 cm, ISBN: 978-3-89924-337-6, Preis: € 36,00.



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Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

Petra, 14.01.2012 11:20
Unfaßbar!

Quelle: http://www.kopp-online.com/hintergruende/deutschland/bernd-hoecker/die-neue-gez-gier-ueber-schloesser-und-tv-stars.html


Auceza, 11.01.2012 21:47
Vom Prinzip her mag ich Ihnen zustimmen, dass die Privatisierung von Gewinnen und die Sozialisierung von Verlusten nicht richtig ist.

In diesem Fall denke ich jedoch, dass es Aufgabe des Staates gewesen wäre, derartig gesundheitsschädliche Implantate rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen und durch gesetzliche Qualitätskontrollen eine solche Katastrophe zu verhindern.
Deshalb ist meines Erachtens die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen gerechtfertigt.

Für zahlreiche Frauen ging es bei der OP sicherlich nicht nur um rein ästhetische Gründe. Viele kommen mit ihrer Körbchengröße nicht zurecht, weil insbesondere auch in den Medien ständig Idealmaße präsentiert werden. :(
Deshalb fühlen sich nicht wenige Frauen auch stark psychisch unter Druck gesetzt: Sie haben aus seelischen Gründen diese OP durchführen lassen.

Allerdings kann ein Implantat die Milchdrüse beschädigen und dieser Gefahr sollte sich jede Frau bewusst sein, die sich auf eine deartige OP einlässt.

Mit freundlichem Gruß, Ihre Auc


Jan, 11.01.2012 12:20
Wundern würde mich das nicht - die Kosten fürs Zahn-Implantat musste ich komplett selbst zahlen, sowohl bei der Implantation als auch bei der Explantation. Dass ich weitere Zähne hätte verlieren können bzw. sich der Kieferknochen weiter auflösen hätte können interessiert hier die Kassen auch nicht. Sind eben keine T*tt*n.

Gero Pischke, 10.01.2012 23:17
Ja, das ärgert mich auch. Leider hat es aber System, dass Verantwortungslosigkeit durch das System von Zwangsversicherten alimentiert wird. Denken wir nur an Unfälle bei Risikosportarten, schlechter Vorbereitung darauf oder mangelhaftem Eigenschutz. Im Prinzip wird durch das sog. "Solidar"-system bedingter Vorsatz mitversichert. Das widerspricht dem Wesen einer Versicherung. Private schließen das nach VVG auch aus, aber die gesetzlichen sind im strengen Sinne keine "Versicherungen", sondern nur behördliche Umverteilungssysteme. Und da wird man mit solchen Fehlanreizen wohl ewig leben müssen. Schlimm!


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