Das scheint auch im Gesundheitswesen zu gelten. So wird das mit dem Sparen nichts.
Wie heute bekannt wurde, sollen die Krankenkassen die Entfernung der billigen und gefährlichen PIP-Brustimplantate bezahlen müssen. Das sagte jedenfalls ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Grund sei die gesundheitliche Gefährdung.
Die Krankenkassen wollen immerhin prüfen, ob Patientinnen, die sich diese Implantate aus rein ästhetischen Gründen haben einsetzen lassen, an den Kosten beteiligt werden können. Das erscheint mir wohl das Mindeste. Eigentlich müssten sie die Gesamtkosten tragen.
Warum, frage ich, soll die Allgemeinheit für Folgen medizinisch völlig unnötiger Operationen aufkommen, die privat bezahlt wurden? Und es darf auch nach der Verantwortung der Ärzte gefragt werden, die, sicherlich auf Druck der Patientinnen, die Geld sparen wollten, solche billigen Implantate angeboten und eingesetzt haben. Von einer Verantwortung der Hersteller wage ich in unseren Zeiten kaum zu sprechen.
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Adorján Kovács
Deutsche Befindlichkeiten. Eine Umkreisung
Artikel und Essays.

Essen: Die Blaue Eule, 1. Auflage 23.02.2012, Paperback, 318 S., Maße: 21,0 x 14,8 cm, ISBN: 978-3-89924-337-6, Preis: € 36,00.