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     Professor Adorján F. Kovács
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Gegen die Schlagseite der öffentlichen Meinung
Weitere Themen: Allgemein, Bildung, Reformen

Eine Gegenöffentlichkeit im Netz nutzt ihre Chance. Mit Qualität und guten Alternativen gegen Genderpolitik und Zeitgeist.

Dass die öffentliche, also veröffentlichte Meinung nur zu oft die recht einseitige Meinung der sich gegenseitig gut kennenden und absprechenden Journalistinnen und Journalisten aus Printmedien, Rundfunk und Fernsehen ist, wissen wir. Andererseits weiß man, daß das Internet ein Hort der Barbarei ist, von Seriosität nur selten eine Spur. Aber es gibt eben Ausnahmen. Und derzeit scheinen die eher beim Internet zu finden zu sein. Ja, die Freiheit, die es im Netz noch gibt, scheint sich doch zunehmend zu seinem Vorteil auszuwirken. Freilich muss man suchen, aber klug und kritisch genutzt bietet das Netz ein großes Reservoir an kompetenten Gegenmeinungen zum Mainstream.

Ein treffendes Beispiel einer vom Netz aus geführten Attacke gegen eine von der öffentlichen Meinung schon kaum hinterfragten, weitestgehend akzeptierten Ideologie kann zurzeit beobachtet werden. Das Gender mainstreaming mit den bekannten politischen Folgen wie Frauenquoten in Leitungspositionen und der Benachteiligung geschiedener Männer ist ein problematischer Grundpfeiler westlicher Gesellschaften. Die „Arbeitsgemeinschaft zur Verwirklichung der Geschlechterdemokratie“ (AGENS e. V.), eine Initiative, die „für die Gleichwertigkeit der Geschlechter in ihrer Verschiedenheit“ eintritt, setzt sich intensiv mit der herrschenden Gender-Politik auseinander. „Diese Politik definiert sich selbst zuvörderst als ‚Frauenpolitik‘, will meinen: als Politik für Frauen“ und ergo als Politik gegen Männer. AGENS e.V. unterscheidet zwischen einer Frauenbewegung, die berechtigt und historisch notwendig war, und der heutigen radikalfeministischen Gleichstellungspolitik, die für das andere Geschlecht, also die Männer, keine Empathie mehr aufbringt. Das Pendel, liest man auf der Webseite des Vereins, hat zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen. Dem dürfte man bei halbwegs objektiver Betrachtung zustimmen.

Eckhard Kuhla, Gründungsmitglied und Vorsitzender, hat Mitte dieses Jahres auch ein Buch herausgegeben, das zurecht ein „feminismuskritischer Forschungsband“ genannt werden kann, wie Arne Hoffmann, Schriftsteller und AGENS-Mitglied, feststellt. Es handelt sich durchaus um ein Novum. Denn „Schlagseite - MannFrau kontrovers“, beim Klotz-Verlag erschienen, hat eine Faktenfülle zu seinem Thema und einen Facettenreichtum, die jedem unvoreingenommenen Leser sogleich auffallen. Auch Kevin Fuchs schrieb in einer kürzlich auf dem Online-Portal von „eigentümlich frei“ erschienenen Rezension: „Es gelingt kaum, die Autoren des Buches einer bestimmten Richtung oder politischen Couleur zuzuordnen.“ Es handelt sich also nicht um einen monolithischen Block, sondern um auch formal unterschiedliche, geistig freie Beiträge. Aber natürlich vereint die Texte des Bandes eine Kritik am gegenwärtigen Feminismus und einer einseitig an ihm ausgerichteten Politik.

Zunächst sah es so aus, als ob das Buch in der Versenkung verschwände. Wie im aktuellen journalistischen Milieu zu erwarten wurde das Buch monatelang totgeschwiegen. Als das Deutschlandradio Kultur in seinem politischen Buchmagazin „Lesart“ dann ausgerechnet die ausgewiesene Feministin und „taz“-Autorin Simone Schmollack mit der Rezension des Buches betraute, war klar, dass nur ein Verriss die Folge sein konnte. Damit hätte man leben können, denn niemand muss (bei sauberer Argumentation) die Meinung der Buchautoren teilen. Aber es kam schlimmer: Was folgte, war schlechter Journalismus. Es genügt, auf drei Fehler hinzuweisen: Schmollack fügte Zitate in ihre sogenannte Rezension ein, die entweder nicht dem Buch entstammten oder nicht dem Text des zitierten Autors. Sie vergriff sich im Ton und sah die Buchautoren „zerfressen ... von Selbstzweifeln, Hass und Zerstörungswut“; selber hochpolemisch warf sie ihnen, die sachlich argumentieren, „Polemik“ vor. Ihr wahrscheinlich humorvoll gemeinter Schlußsatz diskreditierte sie völlig: „Wenn man es [das Buch] unter einen wackelnden Küchentisch klemmt, befreit man zumindest den Tisch von seiner Schlagseite.“ Männern hätte man wohl Stammtischhumor vorgeworfen...

AGENS wehrte sich sofort gegen diese Entgleisung und bekam recht: Der Podcast wurde entfernt, der im Netz veröffentlichte Rezensionstext wurde geändert und der verantwortliche Redakteur bei Deutschlandradio Kultur entschuldigte sich. Dieser Vorgang ist ziemlich einzigartig. Die übliche Taktik, ein dem Zeitgeist widersprechendes Buch durch ein scheinobjektives Verfahren, in diesem Fall die Besprechung durch eine politisch genehme „Fachfrau“ hinzurichten, hat keinen Erfolg gehabt. Dies und einige im Internet verteilte Hinweise auf „Schlagseite“ sowie Artikel und Interviews zum Buch, die alle im Netz erschienen, zeigten Wirkung. Das merkte man an der Anzahl an Kommentaren, die auf diese Online-Veröffentlichungen reagierten. Das merkte man vor allem auch an den Verkaufszahlen des Buches selbst, die in die Höhe schnellten. Das Buch „Schlagseite“ steht nun vor einer zweiten Auflage.

Es ist kein Geheimnis, dass ich an diesem Buch beteiligt war und darin Gendertendenzen im Kulturbereich beschrieben habe. Man könnte mir also Parteilichkeit vorwerfen. Abgesehen davon, dass keinerlei finanzielles Interesse vorliegt und das Buch auch jeder externen, aber seriösen Kritik standhielte, habe ich auf diesen Seiten der „Freien Welt“ oft die Einengung der veröffentlichten Meinung in Printmedien, Rundfunk und Fernsehen kritisiert. Wenn das Internet in der Lage ist, neben Pornographie und Gewalt auch sinnvollere Inhalte zu transportieren, kann sich der Bürger nur freuen. Offenbar ist eine große Menge an Leuten an feminismuskritischen Themen und an deren sachlicher Bearbeitung interessiert. Qualität kann sich eben auch im Netz und über das Netz durchsetzen. Eine dankbare Gegenöffentlichkeit nutzt das Angebot einer Alternative zum Mainstream.

 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat und Sie weitere Artikel des Autors lesen wollen, eingebettet in eine facettenreiche Behandlung deutscher Denkmuster in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, dann lesen Sie bitte

Adorján Kovács

Deutsche Befindlichkeiten. Eine Umkreisung

Artikel und Essays.

Essen: Die Blaue Eule, 1. Auflage 23.02.2012, Paperback, 318 S., Maße: 21,0 x 14,8 cm, ISBN: 978-3-89924-337-6, Preis: € 36,00.



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Kommentare (9)




 
  Kommentare (9)

Karin Weber, 18.01.2012 11:19
@ Auceza: „Aufklärungsarbeit hinsichtlich des Feminismus ist schwierig. Viele konventionelle Massenmedien zensieren und löschen feminismuskritische Kommentare.“
Das ist doch kein Wunder und die Reihe der Feminismuskritik-resistenten Medien ist noch lang. Umso wichtiger ist es, jede Möglichkeit zu nutzen, um die „öffentliche Meinung“ zu formen und zusammen die „herrschende Meinung“ zu ändern. Wir sind das Volk und wir haben lange für das Recht auf Meinungsfreiheit gekämpft. Viele Ex-DDR-Bürger haben jahrelang dafür im Knast gesessen und das Staatsfernsehen der BRD hat vor dem Mauerfall in dieser Richtung auch fleißig gegen die SED-Apparatschniks geätzt. Umso verwunderlicher ist es, dass man 23 Jahre nach dem Mauerfall jetzt solche SED-eigenen Erscheinung auch hier wieder erkennen muss. Die „herrschende Meinung“ kämpft FÜR die Vorratsdatenspeicherung und der Begleittext zum Anti-Terrorgesetz (Anmerkung: „Aufstacheln“ wird Terrorismus gleichgesetz!) lässt erahnen, dass das mündige Volk bald nicht nur einen Maulkorb bekommt, sondern dass man ihm den Kopf abschlagen will. Das Volk der Dichter und Denker brauch nur noch Banker …. und Zinssklaven, die billig die Werkhallen der „boomenden“ Wirtschaft füllen und die Umverteilung des Reichtums im Getröte der großen Volksparteien von unten nach oben sicherstellen. Familien und Kinder bleiben dabei auf der Strecke.
Damit das alles gut funktioniert, setzt man den Feminismus ein. Mit Hilfe dieser faschistoiden Ideologie kann man die Geschlechter aufeinanderhetzen und mit sich selbst beschäftigen. Dann fällt die Ausbeutung und –plünderung des Volkes nicht so auf! Denkt mal drüber nach!
Der Kampf gegen und die flächendeckende Informationüber die Asozialität und Abartigkeit des Feminismus ist nur eine Vorstufe eines weiterführenden Kampfes des Volkes für seine Rechte. Subtil und ohne es zu merken, hat sich die soziale Marktwirtschaft hier aufgelöst und zu einem reinen Raubkapitalismus entwickelt. Wir als Volk zahlen z.B. für die Euro-Experimente der „herrschenden Klasse“. Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. Dieses Land hat „Schlagseite“ und so ist auch der Titel des Buches von Eckhard Kuhla, obwohl dieser ein ganz anderes düsteres Kapitel in diesem Staat grell gleißend ausleuchtet. Das Buch ist gut, ich habe es gekauft und kann es nur empfehlen. Bei Amazon gab es gerade mal noch 3 Stück.
Mein Tipp an alle Kämpfer und KämpferInnen gegen den Feminismus: Engagiert euch, gestaltet eigene Internetseiten und informiert das Volk. Der Feminismus richtet sich nicht nur gegen Männer, sondern schädigt auch und vor allem Frauen und Kinder.


Auceza, 14.01.2012 16:31
Aufklärungsarbeit hinsichtlich des Feminismus ist schwierig. Viele konventionelle Massenmedien zensieren und löschen feminismuskritische Kommentare.
Dazu gehören vermutlich:
Spiegel-Online, Zeit, netzpolitik.org, Welt.de, faz.net, fokus online usw.
Erstaunlicher Weise ist die taz relativ libertär in dieser Angelegenheit, was jedoch nicht unbedingt aus der feministischen Tradition dieser Zeitschrift resultiert.

Sogar sehr harmlos formulierte Einwände werden häufig zensiert wie in einer Diktatur, wie in den finstersten Zeiten deutscher Geschichte. :(

Nur profeministische, durchgegenderte Meinungen werden publiziert.
Dies gilt auch dann, wenn diese Meinungen komplett widersinnig sind.

Da private Medien zensieren, ist es rechtlich nicht so einfach, sich gegen eine schwere Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit zu wehren.
Darüber hinaus findet in nicht wenigen konventionellen Medien eine interne Zensur statt: kritische Berichte dürfen nicht veröffentlich werden.
Darüber gibt es einen interessantes vid:
http://www.youtube.com/watch?v=AzFF4ChX0A4

Insgesamt hat sich der Feminismus meines Erachtens zu einer evil force in unserer Gesellschaft entwickelt und hat damit auch seine Zukunftstauglichkeit verspielt.

Die hohe Intoleranz und (noch verbale) Gewaltbereitschaft der Feministinnen zeugen von der Untauglichkeit ihrer Doktrin etwas Positives hervorzubringen.

Wenn über den Feminismus sinnvoll und sachgerecht aufgeklärt werden soll, müssen zunächst die zensierenden großen Medien entmachtet werden, fürchte ich.
Zumindest wäre dies nicht nur hinsichtlich der Feminismus- Problematik sinnvoll.

Beunruhigte Grüße, Ihre Auc


Adam Prinzip, 12.01.2012 16:17
Eine der großen Erfolge der Frauenbewegung ist, dass sie viele sogenannte "neue Männer" (auch "Lila Pudel" genannt!) soweit dressiert und eingeschüchtert haben, dass sie sich kaum mehr trauen sich gegen Frauen zu wehren. Leider sind die meisten Menschen kaum über diese gefährlichen Entwicklungen aufgeklärt worden. Aus diesen o.g. Gründen, bleibt eine Massenprotestwelle gegen die selbstsüchtige Frauenpolitik aus.

Ich glaube die Ernsthaftigkeit dieser Probleme müssen für die meisten Menschen zuerst transparent gemacht werden. Die Menschen müssten zuerst ein "empörendes Gefühl im Bauch" spüren, bevor sie bereit wären sich gegen diese Ungerechtigkeiten solidarisch einzusetzen. Sicherlich muss man auch viele Männer Wach rütteln, um sie zu ermutigen sich gegen Feministinnen zu wehren.


SehrGut, 12.01.2012 08:13
Absolute Zustimmung. Ich kann den Damen nur ans Herz legen, selber gegen diese Ausuferungen vorzugehen, da man als Mann direkt in bestimmte Schubladen gesteckt wird. Bitte meine Damen, verhindern sie es, dass in ihrem Namen Dinge gefordert und gemacht werden, mit denen sie sich gar nicht identifizieren können. Ansonsten kann es passieren, dass immer mehr junge Männer ihre Konsequenzen ziehen

Auceza, 11.01.2012 21:09
Es freut mich zu lesen, wenn für demokratische Grundsätze und gegen den ausufernden feministischen Extremismus argumentiert wird.

Es wundert mich sehr, dass viele Männer diese Thematik gar nicht richtig zur Kenntnis nehmen wollen und auch nicht bemerken, welche bizarre Mentalität bereits in vielen feministischen Vereinen vorherrscht.

Aufklärungsarbeit ist zwingend notwendig geworden und im Internet finden sich zu diesem Thema einige sehr engagierte Blogs.

Dabei gefällt mir die Website femokratie.com außerordentlich gut.
Ich kann diesen stets aktuellen und bemerkenswert informativen Blog sehr empfehlen.

Freundliche Grüße, Ihre Auc :)


Jan Leris, 10.01.2012 10:11
Agens e.V. leistet tolle Arbeit für Menschenrechte und nicht "nur" für Männerrechte oder Frauenrechte! Das Ziel "Mann+Frau MITeinander" kann man nur voll unterstützen.

Fast jede Kritik gegen Feminismus löst vehementen Protest - meistens unsachlich, schäbig und heuchlerisch - in Deutschland aus! Ein paar Beispiele zur Erinnerung:

In einer Fernsehsendung 1975 beschimpfte Alice Schwarzer Esther Vilar mit: "Sie sind nicht nur Sexistin, sondern auch Faschistin". Außerdem verglich Schwarzer das Buch der jüdischen Autorin 'Der dressierte Mann' mit der antisemitischen Zeitung 'Der Stürmer'. Daraufhin erlebte Esther Vilar heftige Anfeindungen und Morddrohungen. Wegen dieser Erlebnisse, entschied sich Frau Vilar Deutschland zu verlassen. (Quelle: "Esther Vilar" - Wikipedia)

2006, kritisierte die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt Eva Hermans Buch 'Das Eva Prinzip' als "schwülstiges Geschreibsel" mit einem "pastoralen und selbstgerechten Stil" von "weinerlicher Überheblichkeit" und Herman vertrete darin eine "Barbiepuppen-Weltbild". In ihrem Buch "Eva Go Home" kritisierte Desiree Nick Hermans Thesen - hinsichtlich 'eine neue Weiblichkeit' - als "Kette von Falschmeldungen" und "menschenverachtende, volksverhetzende und rassistische Parolen". Alice Schwarzer nannte Hermans Thesen eine "Suada zwischen Mutterkreuz und Steinzeitkeule". Sie meinte auch: Die ARD müsse sich fragen "ob ihre Tagesschau-Sprecherin mit so sexistischen Elaboraten nicht gegen die Grundsätze der Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten verstößt -und die vorgeschriebene 'Glaubwürdigkeit' einer Nachrichtensprecherin demontiert." (Quelle: "Das Eva-Prinzip" - Wikipedia) Daraufhin, erlebte Eva Herman eine Rufmordkampagne in den Medien und wurde von ihrem Job bei der ARD gefeuert!

In einem offenen Brief, meinte Alice Schwarzer in Nov. 2010, dass Feminismus-Kritikerin Kristina Köhler als Familienministerin "schlicht ungeeignet" ist. (Quelle: www.emma.de) Es freut mich sehr, dass Frau Köhler immer noch Familienministerin ist! "The times they are a-changin'!" (Bob Dylan)


Gero Pischke, 09.01.2012 22:14
Danke für Ihren Einsatz und Ihren Artikel. Ja, wie gut dass es das WWW gibt. Sonst könnte man verzweifeln.

Ich habe schon auf der Homepage der "eigentümlich frei" über die Buchrezension gelesen.

Ich lese Ihre Kommentare immer wieder gerne. Weiter so!


Rudi Gems, 09.01.2012 16:56
Danke für den Hinweis! Werde mir das Buch besorgen. Sie haben mich überzeugt.

Werner Baum, 08.01.2012 15:39
Ein großartiger Artikel, dem man nur zustimmen kann!


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