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27.05.2012
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Warum Deutschland eine Verfassungsreform braucht
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Der Fall Wulff bringt grell ans Licht, was lange schon offenbar ist: diese Republik hat ein „Systemproblem“, weil die Falschen dieses Land unter sich aufteilen können.

Was wird aus diesem Land, welche demokratischen Übungen taugen noch, welche müssen der Zeitläufte, vor allem aber der veränderten kulturellen Empfindungen der Deutschen wegen dringlich reformiert werden? Muss sich dieses Land nicht eindeutiger als je zuvor einer Diskussion über die Tauglichkeit seiner Verfassung stellen? Ist für diese herculanische Aufgabe das richtige Personal überhaupt rekrutierbar? Haben wir nur die falschen Personen in der Politik, weil die „richtigen“ sich zu fein für das politische Geschäft sind oder lässt unser System es gar nicht zu, die richtigen zu erwählen? Ist der Fall „Wulff“ ein Personal- oder ein Systemproblem? Ist es nur folgerichtig, dass sich dieses Land vornehmlich mit Privat-Krediten, mehr oder minder scheußlichen Einfamilienhäusern und einer daraus ziemlich aufgeblasenen Empörungswelle beschäftigt? Ist es eine Konsequenz unseres Überdrusses an mittelmäßigen Politikern, dass wir uns lieber mit den peinlichen, aber tolerierbaren privaten Verfehlungen des Bundespräsidenten befassen als mit der Frage, was dieses Amt in einer Republik mit solchen Herausforderungen eigentlich zu leisten hätte?

Christian Wulff ist in dieses Amt „geraten“, weil es das System möglich gemacht hat. Nichts hat diesen braven, weder durch besondere intellektuelle Ansätze noch durch intelligente politische Themensetzung auffällig gewordenen Mann in Wahrheit für dieses Amt qualifiziert außer der Tatsache, dass es eine vorherrschende politische und taktische Konstellation zuließ, dass es also den handelnden Parteivorsitzenden möglich war, das Amt des Bundespräsidenten abermals als luxuriös ausgestatteten Abschiebebahnhof herabzuwürdigen. Das System des Auskungelns hat dieser Republik einen Präsidenten beschert, der den Ansprüchen der gesellschaftspolitischen Herausforderungen nicht gewachsen ist, der sie nicht durch eine einzige Rede in einen größeren Zusammenhang gestellt und dadurch die dringliche Einordnung auf einer Metaebene geleistet hat, nach der die Menschen in Deutschland sich sehnen. Das System des alles überdeckenden Parteienstaates hat einem Gegenkandidaten die Wahl zum Präsidenten unmöglich gemacht, der über all die nötigen Voraussetzungen zur überparteilichen Erfüllung des Amtes im Überfluss verfügte und zudem ein großartiges „Metathema“ glaubwürdig besetzte: den Wert und den Glanz der Freiheit! Joachim Gauck konnte nicht Präsident werde, weil es das überkommene politische System nicht zuließ! Wir Bürger selbst dulden eine politische Grundordnung, die immer öfter die „Richtigen“ abweist und die „Falschen“ an ihre Stelle setzt. 

Die Art der Wahl des Bundespräsidenten ist anachronistisch und muss den Strategen der politischen Parteien als taktisches Spielzeug zur Durchsetzung ihrer vordergründigen Interessen aus der Hand genommen werden. Die Bundesversammlung sollte in Zukunft nur noch zur Hälfte aus Mitgliedern des Bundestages und der Länderparlamente bestehen, die andere Hälfte muss durch unabhängige Institutionen, Verbände und Interessengruppen nach einem exakt festgelegten Schlüssel besetzt werden. Beabsichtigter Nebeneffekt: auch eine unabhängige, persönliche, nicht parteigebundene Kandidatur, die von den Bürgern gewünscht und von Verbänden und Institutionen unterstützt würde, hätte eine Chance. Eine Chance für die oder den „Richtigen“.  

Das wäre ein Anfang, aber dort darf der Veränderungswille nicht stehen bleiben. Die Parteien selbst müssen reformiert werden, die Art, wie sie ihr Personal rekrutieren, die Art, wie sie es Außenstehenden, gern auch „Quereinsteiger“ genannt, unmöglich machen, an ihren starren Strukturen vorbei aufzusteigen. Wir werden so lange die „Falschen“ haben, wie wir es zulassen, dass Parteien Wahllisten aufstellen, deren nummerische Reihenfolge in undurchsichtigen Verfahren in den Hinterzimmern der Zentralen ausgeschnapst wird. Wir werden so lange die „Falschen“ haben, wie wir es zulassen, dass diese Listenmandate den gleichen Stellenwert haben wie ein mit der Mehrheit der Erststimmen gewähltes Mandat. Das Listenmandat ist ein Artenschutzprogramm für mittelmäßige Parteifunktionäre, ein Schutzprogramm für Pfründe. Wer sein Personal aus den immer gleichen braven Lokal-Funktionären schöpft, erntet in Wahrheit ein Kartell der sich ewig zu kurz gekommen Dünkenden. Er erntet damit eine Inzucht des immer gleichen Politikansatzes und eben vornehmlich die Verteilungspolitiker, die dem Staat die Verantwortung für Ihresgleichen zuschieben, nach Kräften ihr eigenes Klientel bedienen und damit das Leistungsprinzip bis zur Unkenntlichkeit nivellieren. Auf die „Richtigen“ wirkt das hemmungslose Plündern der Staatskassen zunehmend abstoßend und bedrohlich. Sie wären durchaus zu gesellschaftlichem Engagement bereit, wollen sich aber nicht länger hergeben für das anachronistische Gebaren von Listenmandat und Hinterzimmergeschacher. 

Machen wir die Probe auf die Tauglichkeit unserer Verfassung also fest an der verheerenden Verschuldung der öffentlichen Haushalte und an den politisch-ökonomischen Möglichkeiten, diese zu bewältigen. Nie war der Zeitpunkt günstiger für die Rückführung von Schulden als in dem für die deutschen Finanzämter so erquicklichen Jahr 2011. Der Bund nahm so viel Steuern ein wie nie. Insgesamt kassierten Bund und Länder von Januar bis November 2011 456,4 Milliarden Euro. Das sind 36 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum (+ 8,5 Prozent). Die höchsten Mehreinnahmen gibt es bei Unternehmenssteuern (+ 12 Milliarden Euro), Lohnsteuer (+ 11 Milliarden Euro) und Mehrwertsteuer (+ 2,5 Milliarden Euro). Ein bereitetes Feld, so sollte man meinen. Aber die Pervertierung des Systems will nicht enden: nicht nur, dass nicht gespart wird, also real weniger ausgegeben, nein, abermals kommt die Regierung mit dem vorhandenen Geld nicht aus und muss bis Jahresende insgesamt knapp 20 Milliarden Euro neue Schulden machen. Für 2012 sind sogar 26,1 Milliarden Euro neue Kredite eingeplant.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat dieses System in einem bemerkenswerten Interview mit dem Handelsblatt gründlich demaskiert: „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Kreditnehmer schuldig macht im Sinne des Zins-und-Summe-schuldig-Bleibens, nimmt ständig zu. Dabei gerät die Seriositätsvermutung hinsichtlich des Kreditnehmers ins Wanken. Sie wird am schnellsten aufgezehrt, wenn sich die ganz Großen als die Skrupellosesten erweisen, weil von vornherein keine ernste Tilgungsabsicht in ihre Überlegungen einfließt. Bei den Amerikanern kann man das sehr gut sehen: Bei ihnen denkt seit langem niemand mehr darüber nach, wie man die Staatsschuld tilgen könnte. Zwar reden viele vom Sparen, aber im heutigen Sprachgebrauch meint das, die Neuverschuldung zu verringern. Früher hat man unter Sparen verstanden, dass etwas beiseitegelegt wird. Heute benutzen die Finanzminister das Wort, um sich selbst dafür zu gratulieren, wenn sie weniger neue Schulden aufnehmen.“

Ist unsere Republik im Stande, diesen von verteilungswütigen Politikern geschaffenen Kreislauf zu durchbrechen? Haben wir die „Richtigen“, die unter Sparen wieder Sparen verstehen und nicht ausschließlich das Verringern von Neuverschuldung? Lässt unser System diesen Kraftakt überhaupt zu? Ebenfalls vor Weihnachten trat eine Reihe von Ex-Politikern und Ökonomen mit einem außergewöhnlichen Vorschlag an die Öffentlichkeit. Unter Führung des ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen, Kurt Biedenkopf hat die Gruppe einen Acht-Punkte-Plan entwickelt, der „die ständige Neuverschuldung unverzüglich und endgültig beenden“ soll. Der Plan sieht vor, dass der Staat neue Schulden überhaupt nur noch bei konjunkturbedingten Steuerausfällen oder in außergewöhnlichen Notlagen machen darf. Diese neuen Schulden muss er aber spätestens nach drei Jahren tilgen. Tun die verantwortlichen Politiker das nicht, drohen ihnen harte Sanktionen. So soll sich eine Regierung, die drei Jahre hintereinander Haushaltsdefizite verursacht, automatisch Neuwahlen stellen müssen. Die Altschulden des Bundes und der Länder sollen diesem Plan zufolge an die neu zu schaffende Stiftung ,Deutsche Finanzagentur‘ übertragen werden, das von Weisungen der Regierungen unabhängig und von Fachleuten geführt wird. Die Finanzagentur darf auf Steuereinnahmen zugreifen, um die Zinsen zu zahlen und die Altschulden nach und nach zu tilgen.

Keiner der verdienstvollen Autoren verschweigt die Konsequenz: ohne eine massive Verfassungsänderung, vor allem im Bereich des „Königsrechts“ der Parlamente, dem Haushaltsrecht, bleibt das ein schöner Traum! Keiner der Autoren aber sieht einen anderen Ausweg. Doch was geschieht? Statt dass die handelnden Politiker einen in seiner Einfachheit und Radikalität verblüffenden Vorschlag dankend annehmen und ihn eifrig wie vorbehaltlos diskutieren, herrscht – eisiges Schweigen. Nichts sagen ist genug gesagt, ist der einmütige Comment der Reichsverweser unhaltbarer Zustände. Die „Falschen“ verteidigen das Falsche, weil die „Richtigen“ notabene das System angreifen, in dem wir alle es uns zu bequem gemacht haben. Die Veränderungen, die wir herbeisehnen und die die handelnden Politiker fürchten wie der Teufel das Weihwasser, wird es ohne tiefgreifende Reformierung nicht geben. Ohne eine Verfassungsänderung bleibt das alles ein schöner Traum!

 

 



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Kommentare (6)




 
  Kommentare (6)

ahgee, 12.01.2012 17:10
So lange es Wahlen gibt, wird es immer Menschen geben, die entweder nicht gewählt werden oder deren Wunschkandidaten nicht gewählt werden. Alle werden immer dieselben (logisch widersprüchlichen) Argumente aufzählen, die die Tatsache delegitimieren sollen. Über "richtige" und "falsche" Kandidaten und Wahlergebnisse wird jede Seite die Wahrheit für sich beanspruchen.
Die politische Kultur dieses Landes wird bestimmt vom Megatrend Frauen (Horx), also dem Feminismus; des weiteren vom Kollektivismus und vom Anarchismus, die einen versorgenden Sozialstaat wollen und die überpositiven Gehalte einer Gesellschaft, die diese zu einer Gemeinschaft machen, leugnen.
Die überwältigende Mehrheit der Menschen folgt dieser politischen Kultur und setzt sie demokratisch einwandfrei durch. Das könnt Ihr nicht bestreiten.
Das Bewusstsein, als intellektuell überdurchschnittlich Begabter, einer Minderheit anzugehören, adelt diese Minderheit nicht mit einem indirekten, unwiderlegbaren Wahrheitsanspruch. Logische Widersprüche findet man in jedem System, das sich um Geschlossenheit bemüht, ansonsten muss es auf Geschlossenheit verzichten. Muss man irgendeinen von Euch Hyperbegabten auf Gödel aufmerksam machen? Ihr werdet nicht gewählt, nicht entdeckt, könnt keine erfolgreiche Partei gründen, weil die Widersprüche bei Euch objektiv größer sind als bei den Etablierten!
Wer eine Revolution anzetteln will, soll es einfach versuchen. Der Bürgerkonvent wollte es explizit nicht! Was gibt es jetzt zu jammern? Die Mitglieder der Bundesversammlung in ihre Mehrheit zu Schwachköpfen, zu moralisch Minderbemittelten zu erklären, ist wenig zielführend.
Mit der Initiierung einer neuen Verfassung muss der Souverän niemanden beauftragen, auch nicht den Bundespräsidenten der alten Ordnung.
Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand gebietet. Meint Ihr, dass ihr da irgendwelche Chancen hättet?
Wer nicht erkennt, welche uralten Tricks der Kollektivisten und Anarchisten in dem Streit um Christian Wulff eine Rolle spielen und in deren Sinne sich auf die Moraldebatte um den Präsidenten einlässt, der will auch nichts anderes als diejenigen, die die herrschende politische Kultur prägen. Worin besteht also Eure Alternativposition? Das weiß ich nach einem halben Jahr intensiver Lektüre dank Vera Lengsfeld nicht mehr! Diese Moraldebatte würde auch ein Joachim Gauck verlieren, weil es ein Hase-Igel-Wettrennen ist, dem ein sogenannter Kategorienfehler zugrundeliegt.
Meine Prognose ist die: in den nächsten zwanzig Jahren werden die Hedonisten, die Sozialstaatler, die Schuldenhengste, die Anarchisten, Feministen und ihre ständiig scheiternden "lila Pudel" fröhlich weiter das System betreiben; ihr Höhenflug setzt jetzt erst an. Die einzige Alternative dazu wird weiterdämmern: der Konservativismus; er wird weiter in die Nazi-Ecke (also den Rechts-Kollektivismus) abgedrängt werden. Erst das Durchgreifen des demographischen Wandels in die Lebenswelt und ein massiver Angriff auf das bestehende System durch eine Türken-Partei wird für einen Bewusstseinswandel sorgen. Die deutsche Gesellschaft (ob bewusst deutsch oder in Selbstleugnung) ist zu keiner Innovation fähig, weder im bösen noch im konstruktiven Sinn. Für welchen Nachwuchs denn eigentlich? So wie alle auf Wulff einschlagen in einer beängstigenden Koalition aus "freien" Internetbloger(inne)n, Bild-Zeitung, FAZ, ÖRR ist mir das ganze Ausmaß an Anarchie klar geworden, das in der sich slbst ausrottenden Gesellschaft der Besitzstandswahrer wirkam ist. Die besten Analysen habe ich auf der taz-online gelesen! Mein 5-Seiten-Text wurde von Alard von Kitzliz (F.A.Z.) abgelehnt: für essayistische Texte bräuchte man mehr Vorlauf.
Ich habe noch 18 Jahre bis zur Rente mit 67, bin in einer Umschulung und werde mich jetzt zusätzlich auf meinen Norwegisch-Kurs konzentrieren.
Viel Spaß beim Weiterbloggen und beim Träumen von der großen Revolution oder einer endlich alle seligmachenden totalen Bürgerbeteiligung mit Direktwahl aller Kandidaten - man hat ja als Arbeitender nichts besseres zu tun, als 2 Monate im Jahr Kandidatenanalyse...


dw-seneca, 09.01.2012 07:50
Eine Grundvoraussetzung, um den Sumpf der Parteienoligarchie ein Stück weit trockenzulegen, wäre eine Änderung des Wahlrechts: Angehörige der Exekutive (also der gesamten Behördenstruktur) dürften weder über ein aktives noch ein passives Wahlrecht verfügen.

Englaender, 07.01.2012 14:57
Dazu lesenswert das letztes Jahr erschienene wissenschaftliche Buch: "Zweckgerechte Vitalisierung des Budgetrechts der Legislative", erschienen im Berliner Wissenschaftsverlag. Die Abhandlung zeigt das Ausmass des Reformbedarfs des angeblichen Koenigsrechts an den Masstaeben des Grundgesetzes selbst!!

Freigeist, 07.01.2012 01:02
Der Artikel ist sehr gut. Hoffentlich kommen die notwendigen Veränderungen nicht erst nach Katastrophen. Allein durch die Abnahme der Verschwendung staatlicherseits wäre eine Schuldenneuaufnahme nicht mehr notwendig.

Meier, 06.01.2012 21:04
Ich stimme Ihnen zu, es ist der "Systemfehler".
In allen gefestigten republikanischen Demokratien müssen die Kandidaten in einem harten Wettbewerb gegen einander in direkten Wahlen antreten. Im Wahlkampf werden dabei alle Bewerber auf ihre Schwächen und Fehler "durchleuchtet" und die Bevölkerung entscheidet mit unmittelbarer Mehrheit wer sie repräsentieren und regieren darf.

Wulff ist von Partei-Apparatschiks aus gekungelt worden, nach dem sein Vorgänger vorzeitig aus dem Amt zurücktrat.
Vorgänger Köhler, wurde quasi gezwungen die Maastricht Verträge zur Stabilität des Euro, die er selbst mitentwickelt hatte, im Mai 2010 ungültig werden zu lassen, weil sich Kanzlerin Merkel von der Berliner Politschickeria den Bruch dieser Stabilitäts-Regeln legitimieren ließ und trat darum ab.
Flugs stellte die Kanzlerin einen anderen Darsteller auf, der im Laufe seiner politischen Karriere noch stromlinienförmiger einzuordnen war und ihr dienlich bleibt.

Solche Verquickungen der politischen Schickeria sind ja nicht die Ausnahme, auch wenn sich zur Zeit alle auf Wulff einschießen, sie sind der Normalzustand der sich aus einem Wahlrecht ergibt, das dem Bürger die Souveränität seinen Abgeordneten einzig durch Direktwahl und mit Mehrheit auszuwählen, nicht gestattet. Der Wähler darf noch nicht einmal darüber befinden, welche Bewerber auf den Parteilisten, durch die - völlig überflüssigen - Zweitstimmen, in Parlamente schlüpfen, obwohl sie in ihren Wahlkreisen mit Pauken und Trompeten unterlegen waren.

Dass sich solches, kaum geprüftes Politpersonal, darum sich so ungeniert selbstverständlich mit den Mäzenen ihrer Parteien zu deren Nutzen einsetzt, zeigt doch in aller Klarheit, die NRW-Kanalaffaire, wo ein hunderte Millionen Projekt gegen die Bürger von rot-grün eingefädelt worden war, was den Befürwortern einer unsinnigen Gesetzesinitiative und ihren Parteien reichlich Spenden gebracht hätte mit denen parteiintern üblicher weise die vorderen Listenplätze abgesichert werden.

Wulff gehört zu diesem Deutschland, zu diesem System und das ist des Pudels Kern, dieses System fördert und fordert keine integeren Persönlichkeiten im politischen Spektrum, eher Hausierer und Opportunisten mit schauspielerischen Fähigkeiten.


CAPTCHA, 06.01.2012 16:19
Die Bürger Deutschlands fordern eine Verfassung !

1. Der Bundespräsident wird von den deutschen Bürgern in einem Volksbegehren aufgefordert. Gemäß Artikel 146 des Grundgesetzes eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen.
2. Der Bundespräsident hat diesem Volksbegehren zu entsprechen, andernfalls ist er vor dem Bundesverfassungsgericht anzuklagen und gemäß Artikel 61 GG Absatz 2 als seines Amtes entledigt zu erklären.
3. Der Bundespräsident fordert die 16 Bundesländer auf, je 30 Kandidaten für die verfassungsgebende Versammlung vorzuschlagen.
4. Die vorgeschlagenen Kandidaten haben alle gesellschaftlichen Schichten ihres Bundeslandes zu vertreten.
5. Die Kandidaten dürfen in den letzten 10 Jahren kein politisches Amt innegehabt haben und haben wirtschaftlich unabhängig zu sein. Sie müssen dies den Bürgern ihres Bundeslandes offen legen.
6. Die Kandidaten stellen sich einer eingehenden Befragung der Bürger.
7. Innerhalb einer Frist von drei Monaten haben die Wahlen für die Kandidaten der verfassungsgebenden Versammlung stattzufinden. Jeder wahlberechtigte Bürger hat eine Stimme.
8. Gewählt werden aus allen Bundesländern am selben Tag und in geheimer und freier Wahl je zehn Mitglieder der verfassunggebenden Versammlung. Gewählt sind diejenigen zehn Kandidaten, die unter den zur Wahl stehenden 30 Kandidaten je Bundesland, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten.
9. Die gewählten Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung arbeiten an einem geheimen Ort, ohne Zugang für die Öffentlichkeit, die amtierenden Politiker, die Parteien oder deren Vertreter, die Medien, die Wirtschaft, die Industrie, des Kapitals oder den Klerus.
10. Nach sechsmonatiger Beratung haben die Mitglieder der verfassunggebenden Versammlung eine neue Verfassung ausgearbeitet.
11. Der Sprecher der verfassungsgebenden Versammlung stellt die neue Verfassung allen Deutschen vor. Jeder Haushalt erhält eine Ausfertigung des Textes der Verfassung.
12. Nach weiteren drei Monaten stimmt das ganze deutsche Volk über die Annahme oder Ablehnung der Verfassung ab.
13. Ist die neue Verfassung vom deutschen Volk durch Volksentscheid angenommen worden, so tritt sie am selben Tag in Kraft. Das Grundgesetz verliert am selben Tag seine Gültigkeit.
14. Alle amtierenden Parlamentarier, Minister, Ministerpräsidenten, der Kanzler, der Bundespräsident und sämtliche politischen Beamte, Bundesrichter, Bundesverfassungsrichter, Bundesanwälte, und Generalstaatsanwälte sind ab dem Tag des Inkrafttretens der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland nur noch geschäftsführend im Amt.
15. Sie führen ihre Amtsgeschäfte so lange fort, bis das ganze deutsche Volk in freien und geheimen Wahlen über die Zusammensetzung der Organe des Bundes und der Länder neu entschieden hat.
16. Die Parteien sind aufgelöst, ihr Vermögen wird eingezogen.



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