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Vera Lengsfeld
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Rettet das Bundespräsidentenamt- nehmt Gauck !
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AllgemeinWahlenWenn der Bundespräsident gehofft hatte, sich über die Weihnachtspause vor seinem Geiz –ist- geil- Skandal retten zu können, hat er sich gründlich getäuscht. Im Netz und in den Medien dominiert ein Thema: Wulffs Versuch, durch Intervention beim Bild-Chefredakteur Diekmann, beim Verlagschef Döpfner und sogar bei Verlegerin Friede Springer die Veröffentlichung seiner Kreditaffäre zu verhindern. Wie konnte der Noch-Bundespräsident sich so vergessen und seine Drohungen auf dem Anrufbeantworter verewigen? Die Antwort ist ganz einfach: Wulff ist Opfer der Arroganz der politischen Klasse, die längst agiert, als würden die Regeln für die Normalbürger nicht für sie gelten. Nicht, dass Wulff glaubt, sich mit dürren Erklärungen, in denen er nur einräumt, was ihm ohnehin schon nachgewiesen wurde, im Amt halten zu können, ist inzwischen der größte Skandal. Nein, es ist die Weigerung der Opposition, vom Bundespräsidenten Konsequenzen zu fordern. Angefangen von Siegmar Gabriel, dem Möchtegern- Kanzlerkandidaten der SPD, der zwischen den Jahren den künftigen Lagerwahlkampf ausgerufen hat und die Notwendigkeit einer „neuen Ehrlichkeit“ verkündete, über seine diversen Parteifreunde, bis hin zu den Grünen und den Linken: Ein paar lahme Aufforderungen, endlich Stellung zu nehmen, verbunden mit der Versicherung, man wolle nicht Wulffs Rücktritt, sondern eine Restauration seiner Glaubwürdigkeit.
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Als ob das noch möglich wäre. Wulff hat sich längst zur Witzfigur degradiert. Im Stundentakt tauchen neue Satiren auf unser Staatsoberhaupt im Netz auf. Das höchste Amt im Staat wird zur Lachnummer. Gabriel hat sich sogar dazu verstiegen zu behaupten, es käme einer Staatskrise gleich, wenn der Bundespräsident zurücktrete. Damit hat er die „neue Ehrlichkeit“, die er für die Politik gefordert hat, selbst sofort ad absurdum geführt. Glaubwürdig wäre Gabriel gewesen, wenn er gezeigt hätte, dass sein Bundespräsidentenvorschlag, Joachim Gauck, mehr war als ein parteipolitisches Manöver. Er hätte darauf hinweisen müssen, dass ein Joachim Gauck in der Lage ist, dem beschädigten Amt seine Würde zurück zu geben. Die Gesellschaft hat das Recht, ihre Institutionen zu schützen. Wenn die Politiker dazu nicht mehr willens sind, werden die Bürger das für sie übernehmen. Wulffs trotzige Bekanntgabe seiner Termine für die nächsten neun Tage erregt fast Mitleid. Hier verweigert sich jemand der Realität, wie einst das Politbüro der DDR. Nicht nur er. Die CDU hofft immer verzweifelter auf den „Johannes-Rau- Effekt“. Rau hat seinerzeit seine Flugaffäre einfach ausgesessen und war danach, wie die Politiker glauben, immer noch ein respektabler Präsident. Sie übersieht, dass Raus Krisenmanagement vergleichsweise professionell war. Wulffs Ansehen ist inzwischen so beschädigt, dass er nur noch eine Karikatur dessen ist, was er zu sein vorgab, aber anscheinend nie war. Übertroffen wird Wulffs Chuzpe nur von den Politikerforderungen, die Diskussion um das Fehlverhalten des Bundespräsidenten zu beenden, weil sie das „Amt beschädige“. Das Amt wurde erstens nachhaltig dadurch beschädigt , dass es von der Kanzlerin als Abschiebeposten für einen vermeintlichen innerparteilichen Konkurrenten missbraucht wurde. Zweitens durch das Verhalten des derzeitigen Amtsinhabers, der indirekt selbst eingeräumt hat, dass sein Kreditgebaren oberfaul war, indem er seine „rollierenden“ Kredit, mit dem er das umstrittene Privatdarlehen abgelöst hat, Anfang Dezember, als sein Fehlverhalten öffentlich wurde, in einen Festzinskredit umwandeln ließ. Es gibt einen Ausweg aus dem Dilemma: Der Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten ist nur zu retten, wenn das nächste Staatsoberhaupt vom Volk gewählt wird, damit es nie wieder zum Spielball von Parteiinteressen wird.
Beitrag erschien zuerst auf achgut.com
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Kommentare (18)
Horst Anstatt, 26.02.2012 18:36
Wass für eine Quatsch: der Bundespräsident gehört vom Volk gewählt.
Die Frage bleibt: ist deutschland eine Demokratie, nach meiner Meinung natürlich nicht.
Wir können auch wieder eine Monarchie einsetzen, die werden auch nicht vom Volk gewählt - und zu sagen haben die auch nichts.
August-13, 25.02.2012 23:17
Mir ihren Bildungsreisen nach England war Frau Lengsfeld selber vom der DDR-Diktatur privilegiert. Ausgerechnet sie empfiehlt den von der Stasi-Begünstigten Pfarrer Gauck zur Wahl des Bundespräsidenten. Hallo Wessis mal aufwachen, ihr werdet so richtig verarscht und merkt es nicht einmal.
Markus, 20.02.2012 07:23
Ich denke der Bürger und die Medien, welche sich hervorragend als Filterorgan herauskristalisiert haben, sollten weiterhin ein Auge auf die Politik haben. Schließlich hat man gesehen was passiert, wenn sie das nicht tun. Ist unser Recht und vor allem unser Geld mit dem hier hantiert wird. Zu Gauck: Für Krieg und für Hartz IV sagt ja schon alles. Ob er dieses Amt würdig vertritt? Sagen wir mal so, dieses Amt ist merklich beschädigt. Sieht mir eher nach einer parteipolitischen Strategie Merkels aus, da sie weiss das dieses Amt nun beschädigt ist. SPD solls ausbaden bzw. die Sozialdemokraten.
Thüringer, 10.02.2012 18:02
Hallo,
na da käme man mit dem Genossen Gauck, der ja sich vehement für die Beschäftigung von verdienten Stasigrößen in seiner Behörde( Zusammensetzung aus Bespitzeln und Abhören) ins Zeug legte, vom Regen in die Traufe, hat er ja auch des weiteren in der Barschel-Affäre im usammenhang mit zurückgehaltenen Dokumenten oder ähnlichem geglänzt.Gleichfalls unveständlich ist mir, wie Sie mit Steinen werfen obwohl nicht frei von Schuld. Auch Ihre Sondershäuser Parteikollegen waren voll des Lobs, die unter die Gürtellinie zielenden Zitate erspare ich Ihnen. Vielleicht sollte man Sie gleich als Vizepräsidentin vorschlagen, das hätte doch was.
Karin Weber, 18.01.2012 15:26
Für mich ist dieses Amt mittlerweile irreparabel beschädigt. Es hat seine Integrität durch Herrn Wulff komplett verloren. Hut ab vor Herrn Köhler, der hat versucht, dies zu retten und ruckzuck die Konsequenz gezogen.
Würde mich jemand nach einer Wulff-Alternative fragen, dann würde ich Otto Waalkes nominieren. Er ist absolut skandalfrei, integer, eigentlich bei allen Menschen im Lande sehr beliebt. Wenn er was sagt, dann hört man zu. Als BP muss man nur repräsentieren und ich glaube, auch das kann er in der ihm eigenen Art. Sein Job dürfte kein Hindernis sein, bei Reagan hat´s ja damals auch geklappt.
Klaus Kolbe, 17.01.2012 20:20
Ihren Ausführungen, Frau Lengsfeld, möchte ich diesen Artikel
http://www.ef-magazin.de/2012/01/17/3369-wulff-immer-mehr-journalisten-zeigen-einsicht
von Arne Hoffmann entgegensetzen.
Ihren Argumenten zur Beschädigung des Amtes des Bundespräsidenten kann ich zustimmen – nur, ist der Bundespräsident jemals demokratisch gewählt worden? Die Besetzung war immer eine Folge politischer Kungeleien. Sie unterlassen es aber zu erwähnen, welch eine gigantische menschenverachtende Treibjagd hier stattfindet. Daß jemand es wagt, der allmächtigen selbsternannten BILDungs- und deren Kollegen der vermeintl. Intellektuellenlektüre zu widerstehen, ist Ihnen vielleicht noch gar nicht aufgefallen – oder Sie wollen es nicht sehen.
Es wäre schön, wenn das Volk seinen Bundespräsidenten selbst wählen könnte – nur, wer trifft die Auswahl der zu Wählenden? BILD?, SPIEGEL?, Sie?, oder wer oder welche Institution?
Sehr zu begrüßen wäre es auch, wenn der Souverän seine Politiker oder besser Abgeordneten direkt wählen könnte und er von dieser Parteienvorherrschaft (um nicht zu sagen -diktatur), als deren Steigbügelhalter sich die Medien (öffentl.-rechtl. ohnehin) geriert haben, befreit wäre. Dann wären auch Volkes Interessen nicht länger der Spielball von Parteiinteressen.
pirat, 06.01.2012 20:25
die Lächerlichkeit der mainstream-Liberalen offenbart sich sinnbildlich bei der causa wulff. ja ich kenne die mainstream-medienhetze-theorie, aber diese ist letztlich Schwachsinn. Jeder nimmt immer das was er sucht wie hier ersichtlich. zu denken, wulff würde den ESM vertrag nicht unterschreiben, weil er doch ein achso guter von den ökos verfolgter Gutmensch sei, ist Naivität pur. sorry, aber ihr mainstream-Liberalen nervt mehr als jeder Ökohippie oder Linker es je tun könnte!, ihr seid allesamt gleichgeschaltet und unfähig individuell zu denken, leiert die gleiche Platte von früh bis abend und habt nichts besseres zu tun als die eigenen Kollegen, Kameraden, Mitstreiter zu verleumden. Bitte lieber Gott lass endlich mal wieder einen halbwegs normalen und intellektuell herausfordernden Menschen in der gesellschaftlichen Oberschicht erscheinen! Und nimm diese alten Säcke alle mit. Jetzt ist meine Zeit und ich werd euch alten Säcke alle ins Abseits stellen!
Horatio Nelson, 06.01.2012 17:04
Schön wäre die Meldung: "Standard & Poors, Moody’s Investors, Fitch Ratings und auch RusRating haben sein Ramschniveau bestätigt und bekräftigt."
Jawohl, Frau Lengsfeld, Sie haben Recht. Es ist schon längst überfällig, daß man sich dem Trend der allgemeinen öffentlichen Lethargie und Wurschtigkeit entgegensetzt. Es sollte endlich tatsächlich ein Ruck durchs Land gehen. Die Geheim(ab)sprache der Politkreise und der gleichgeschalteten Medien der BRD - nämlich, deren dumpfes "Verlangen" nach immer weiteren Erklärungen und Rechtfertigungen von dieser ja-sagenden Marionette statt nach dessen sofortigen Rücktritt – deutet wieder einmal darauf hin, daß er, in deren Augen, weiterhin den Amtssitz lauwarm halten dürfen wird. Drei Wahlgänge: kein Mensch wollte den Kerl. Warum es er dennoch da? Scheel, Weizsäcker, Herzog und Köhler. Diese ganz teuren Altlasten haben wir nach wie vor am Hals. Wozu haben wir uns denn auch noch DIESEN Sonderlast aufgebürdet? Abwahlverfahren bitte.
Grüße,
Horatio Nelson.
Klaus Kolbe, 06.01.2012 11:39
Daß mehr hinter dieser „medialen Hinrichtung“ steckt als ein Kredit für ein Einfamilienhaus in beschaulicher ländlicher Gegend, sollte klar sein. Diese Aktion kam nicht so einfach „vom Himmel herunter“. Sie soll einen Zweck erfüllen. Welchen, das erfährt man in den Mainstream-Medien allerdings nicht.
Vielleicht hilft Ihnen, neben den Ausführungen auf den Netz-Seiten, die ich in einem vorigen Beitrag erwähnt habe, das Folgende etwas weiter, Frau Ursula P.
Auch hier Journalismus mal etwas anders:
http://www.ef-magazin.de/2012/01/05/3343-das-schreiben-der-bild-an-christian-wulff-gekonnt-die-herren
http://www.ef-magazin.de/2012/01/05/3345-bild-und-die-anderen-medien-gegen-den-lonesome-wulff-im-zweifel-fuer-den-einzelnen
http://www.ef-magazin.de/2012/01/03/3337-die-journalisten-und-der-fallengelassene-christian-wulff-neid-gnadenlosigkeit-oder-mehr
Ursula P., 05.01.2012 23:50
Die Meinungen sind geteilt, und auch ich bin mir unsicher.
Warum nur hat Herr Wulff das Einverständnis zur Veröffentlichung seines Telefonanrufs verweigert? Diese Frage gibt mir bezüglich seiner Glaubwürdigkeit die größten Rätsel auf. Wäre alles so gewesen, wie er sagt, hätte er doch fast dankbar sein müssen für die Bekanntgabe seiner genauen Worte durch die Bild-Zeitung.
Diese Ungereimtheit muss mir bei allem ansonsten gerechtfertigten Mißtrauen gegen die Medien erst noch einer erklären.
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