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     Professor Adorján F. Kovács
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Feminismusdämmerung?
Weitere Themen: Allgemein, Bildung

Die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster entzündet ein kleines Licht der Hoffnung auf Geschlechtergerechtigkeit. Sie zeigt, wie die Frauenquote umgangen werden kann.

Auf Seite 70 des Stellenmarkts im letzten Deutschen Ärzteblatt dieses Jahres (Nummer 51/52 vom 26. Dezember 2011) findet sich eine typische Anzeige für eine Ausschreibung. Die Universitätsprofessur (W3) für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in der entsprechenden Klinik der Medizinischen Fakultät der Universität Münster ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen. Es finden sich neben den Anforderungen, die man üblicher Weise erwartet, auch einige Spezialitäten, die den Bewerberkreis so klein halten, dass man wahrscheinlich von einer für eine bestimmte Person maßgeschneiderten Ausschreibung ausgehen muss. Nicht schön, aber wir sind halt in Deutschland.

Pflichtschuldigst kommt gegen Ende des Textes der Satz, ohne den die Frauenbeauftragte einschreiten würde: "Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht." Dann der Klassiker: "Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt", und danach die Überraschung: "sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen." Ich gestehe: Ich musste erst einmal schlucken.

Grundsätzlich muss man den Münsteranern gratulieren. Das ist eine tolle Formulierung, die zur Hoffnung Anlass gibt, dass die Personen in den akademischen Institutionen sich doch Gedanken um einen Widerstand gegen die Frauenquote machen. In diesem Fall bleibt natürlich ein Wermutstropfen zurück, denn die Ausschreibung sieht so noch mehr nach "custom-made" aus. Aber man soll ja nicht zuviel Gerechtigkeit auf einmal erwarten...

Zur Praxis der Stellenvergabe in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie lesen Sie bitte auch unter http://www.dr-kovacs.de/pdf/PATRONAGE_BERLINER_JOURNAL.pdf

 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat und Sie weitere Artikel des Autors lesen wollen, eingebettet in eine facettenreiche Behandlung deutscher Denkmuster in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, dann lesen Sie bitte

Adorján Kovács

Deutsche Befindlichkeiten. Eine Umkreisung

Artikel und Essays.

Essen: Die Blaue Eule, 1. Auflage 23.02.2012, Paperback, 318 S., Maße: 21,0 x 14,8 cm, ISBN: 978-3-89924-337-6, Preis: € 36,00.

 

 

 



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Kommentare (13)




 
  Kommentare (13)

Adorján F. kovács, 31.01.2012 18:31
@thku
Mag sein, dass es so immer öfter in Ausschreibungen steht. Aber nicht in dem von mir zitierten Fach. Da ist es neu und das zeigt, dass Bewegung in die Sache kommt.


Horatio Nelson, 08.01.2012 23:15
Wie beinahe jede Art denkbarer positiver Diskriminierung ist das Prinzip der Frauenquote, modern, von einigen Kreisen gewünscht und nicht zuletzt satter Kokolores. Zum Beispiel: Hat das Prinzip Gleichberechtigung in den USA oder Südafrika gebracht? Gleichstellungsmainstreaming, Anti-Diskriminierung, Quoten, Diversity Training und Sonderbildungsprogramme gegen Rassismus und “Sexismus”. Was soll dieser politischkorrekte Aktionismus? Wie im Falle des "Pa(t)zifismus", sind diese Phänomene das Ergebnis der Menschheit, ihrer Neigungen und Eigenschaften. Sie sind nicht das Resultat eines dicken Komplotts. Sie gehören ganz einfach zum Menschen, und ganz sooo schnell wird sich der Mensch garnicht ändern. Er ist Kind seiner Natur und je eher unsere Schröders und von der Leyens dies kapieren desto besser und entspannender wird das Leben für sie. Übrigens: "Frauenquote"... Schröder (Errungenschaften?), von der Leyen, Merkel, Schavan (Miss Bologna", Miss ¤150000-Flug), Hasselfeldt (über den "Euro" darf das Volk nicht entscheiden), Leuthheusser(?!)... Na ja. Bei dieser Riege kann festgestellt werden, daß lediglich eine, von der Leyen, ihren Job echt verdient hat und tüchtig ausführt. Alle anderen, sind Quote halt: entweder Zugeständnis an die "DDR" und Jugend, Frauen oder, in dem einem Fall, “DDR”, Ziehväterchen und äußerste Fähigkeiten auf dem Gebiet des fürs Land kontraproduktiven vernichtenden Intrigierens. Und was bringen die? Na also. Was soll der PC-Schmarrn eigentlich? Haben wir nichts Besseres zu tun? Holen wir uns doch auf den Boden der Tatsachen zurück, es wäre uns viel bekömmlicher.
Grüße,
Horatio Nelson.


thku, 04.01.2012 17:04
Nur zur Information der Mitlesenden: "Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen." ist die Standardformulierung, die in vielen (allen?) universitären Stellenausschreibungen verwendet wird. Das ist weder revolutionär noch eine Münsteraner Besonderheit. Einfach mal die akademische Jobbörse bei Zeit Online durchschauen, da steht das überall so in den Anzeigen.

Templarii, 03.01.2012 08:41
Mit dem Antifeminismus bildet sich schon eine Gegenbewegung, auch wenn sie noch zu schwach ist.

Es ist verblüffend wie schnell Wahnsinn eine Gesellschaft zerstören kann. Waren in den 80ern Scheidungen selten, sind sie in den 00ern normal. Die Bandenbildungen wird es nicht geben, dazu sind die meisten zu ruhig. Der Scheidungswahnsinn - und vor allem der Wahnsinn der Frauen die alles, aber auch ALLES aus Wut, Hass und Gier opfern (Das Seelenheil der Kinder, das Seelenheil der Grosseltern(! Grossmütter die ihre Enkel nicht mehr sehen können!), und natürlich das unwichtigste - die der Väter.

Das böseste vom bösen ist hervorgekommen und zerstört Familien und alles was dazu gehört.

Wir werden sehen was geschieht wenn die Scheidungskinder gross werden und GENAU wissen das die Mutter, die vor Gericht hoch und heilig geschworen hat die Kinder zu schützen - diese selber bis aufs Blut geprügelt hat. Kindeswohl? Demokratie? Pah!

Templarii


qed, 01.01.2012 13:49
@ Prof. Kovacs

In diesem speziellen Falle glaube ich es auch nicht: diese Stellenausschreibung ist sehr speziell zurecht geschnitzt.
Sie sollten aber den Einfluß des Gender- Dogmatismus selbst in der Zahnmedizin nicht unterschätzen: gegen das Votum der Genderpolitkommissarin geht garnichts und der Gendertotalitarismus hat die Hochschulen fest im Griff. Vermutlich ist in diesem Falle ein Kuhhandel gemacht worden.

http://femokratie.com/gender-mainstreaming-im-hochschulbereich/12-2011/

Dies stimmt einen nämlich überhaupt nicht zuversichtlich: das Durchsetzen der Ideologie ist wichtiger geworden als die Wissenschaft selbst.

Hier noch eine hübsche Aussicht von Berhard Lassahn:
http://www.wgvdl.com/forum/forum_entry.php?id=213114

Sollten Sie Interesse an den Originalurteilen haben, lassen Sie es mich wissen.
Ich sitze gerade nicht am heimischen Rechner und komme an meine Doku nicht heran.


Adorján F. Kovács, 29.12.2011 20:32
@qed
Interessant, was Sie da schreiben. Dennoch glaube ich, dass die Münsteraner Mediziner nicht zur "linken Scheisse" gehören und die Sache in diesem Fall schon so gedacht ist wie ich das vermute.


Rudi Gems, 29.12.2011 14:00
@ Upra und Karin Weber

Ich beobachte seit einigen Monaten, ein Mauern bei den Männern. Und ich fürchte, über diese Schiene, wird sich in den nächsten Jahren, mehr in Sachen Feminismus tun, als über die Sache, die hier bei Herrn Kovacs angesprochen wurde.

Ich erlebe immer mehr junge Männer, Mitte Zwanzig, die wieder bei ihren Eltern wohnen, für ein oder mehr Kinder, Unterhalt zahlen, und sich von der Damenwelt weitestgehend verabschiedet haben. Frauen haben es einfach nicht mehr nötig, sich einen Sexualpartner zu suchen. Wirtschaftlich, werden sie bestens versorgt, und das mit dem Sexualtrieb, scheint bei Frauen, sowieso, so eine Sache zu sein?

Die Männer bestätigen mir einhellig, das sie sexuelle Entspannung, nur noch hinter dem Monitor finden, oder ab und zu, zu "Professionellen" gehen. Dies, ist eine äußerst bedenkliche Entwicklung, die ich nicht als Zukunft haben möchte. Es werden wohl Auseinandersetzungen stattfinden, die durchaus als gewalttätig einzustufen sind, wenn auch der Begriff "Geschlechterkrieg", etwas zu hoch angesetzt ist. Das ist allerdings, bei dem Begriff "Rosenkrieg", dasselbe.

Wie wird die Sache weiter gehen? Äußerst schwer einzuschätzen. Hotel Mama, kann immer nur eine einmalige Erscheinung sein, die man nicht in die nächste Generation fortschreiben kann. Es ist durchaus zu befürchten, wie man das heute schon in östlichen Teilen von Deutschland beobachten kann, das solche Männer, zur Bandenbildung neigen. Ob dann aber die Unsicherheit, die daraus erwächst, das Ziel der Propagandisten war, was sie mit dem "Feminismus" angestrebt hatten, bleibt zu bezweifeln. Wahrscheinlich, wird es auf Zustände, hinauslaufen, wie wir es z.Zt., in den Grundschulen konstatieren müssen. Das Niveau, wird immer weiter sinken. Die Ungerechtigkeiten, werden immer schlimmer, und der Nutzen, tendiert gegen Null. Dieses Prinzip, angewendet, auf alle Bereiche der Gesellschaft, lässt einen eine Zukunft erahnen, die das Fürchten lehren kann. Und zum Schluss, will es keiner gewesen sein, vor allen Dingen, nicht die Frauen. Wie gesagt, genau wie in den Grundschulen.

Grüße, Rudi Gems


Michael Bloch, 29.12.2011 10:59
Mir ist absolut unverständlich, wieso bei der Feminismus-Debatte der wichtigste Punkt regelmäßig verschwiegen wird: die Fortpflanzung, auch "gesellschaftliche Reproduktion" genannt.
Damit wir im Alter versorgt sind, brauchen wir Nachwuchs, und eine bestandserhaltende Bevölkerungsentwicklung erfordert im Schnitt drei Kinder pro Frau. Nur wenn die Frauen diese Kinderzahl "erbringen", sind wir im Alter gut versorgt mit Renten, Pflege und allem.
Die größte Erfindung der Menschheit war nicht das Feuer, sondern die arbeitsteilige Familie, in der die Frau die Kinder erzieht und der Mann den Lebensunterhalt verdient. Nur diese arbeitsteilige Familie kann genügend Nachwuchs hervorbringen, der uns im Alter versorgt. Von daher muss die Familie gestärkt werden und nicht die berufstätige Frau. So unmodern das klingen mag: es ist die Wahrheit.


Taz, 29.12.2011 10:21
Planwirtschaft, Verwaltung, Bürokratie und Ideologie sind bekanntlich die Grundlagen einer prosperierenden Volkswirtschaft!

Wettbewerb ist Autobahn. Freier Markt ist Satan.

Hmm... aber nicht mal Nordkorea hat sowas wie Frauenquoten.


Upra, 28.12.2011 21:40
@Karin Weber
"Frauen genießen die Vorteile..", schreiben Sie Frau Weber. Mir selbst und allen Frauen aus meiner Bekanntschaft ist die hanebüchene Bevorzugung von Frauen und Mädchen - ehrlich gesagt - nur peinlich, und wir hoffen inständig, daß der Gender- und Feminismuswahn hoffentlich bald ausgespielt hat. Den Männern gilt unsere Hochachtung, daß sie so klug sind, nicht in die Gegenoffensive zu gehen und sich auf einen verrückten Geschlechterkampf einzulassen, der den Feministinnen nur in die Hände spielen und neue Argumente (Munition) für ihre verrückten Ideen liefern würde.




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