Widerspruch gegen die Ideologie der politischen Korrektheit und ihre Adepten ist eine alltägliche Aufgabe für jedermann. Teil dieses befremdlichen Sozialkonstruktivismus sind Behauptungen wie das Geschlecht sei eine soziale Konstruktion, außerdem gehören dazu revolutionäre Aktivismen wie Gender Mainstreaming und der militante Feminismus – noch dazu von Staats wegen.
Gegen den „Spießer-Feminismus“ à la Alice Schwarzer wendet sich die Kreuzberger Intellektuelle Katharina Rutschky (1941-2010): Selbstkritik sei der Frauenbewegung fremd, eine „anhaltende Obsession mit dem, was Frauen fehlt“ perpetuiere lediglich weibliche Unfreiheit. Im Essay „Viel Lärm um nichts. Hat sich der Feminismus selbst abgeschafft, oder brauchen wir einen anderen, besseren? Einfälle einer späten Seiteneinsteigerin“ findet der Leser eine erhellende Diagnose: Die Frauenbewegung habe nichts Neues geschaffen.
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