Etablierte Printmedien meldeten: „Notenbanken spannen Sicherheitsnetz“ und „starke Kursgewinne bei Aktien“, sie thematisierten einen steigenden Euro-Kurs und dokumentierten die Handlungsbereitschaft der EZB, die den Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise aufgenommen habe. Bei wenigen Redakteuren machte sich Skepsis breit. Diese Skepsis ist sehr gut begründet.
Was war geschehen? Sechs herausragende Zentralbanken – FED und EZB sowie die Banks of England, Japan und Canada – haben am 30.11.2011 in einer gemeinsamen Aktion, Tauschvereinbarungen beschlossen, um die Geldversorgung des internationalen Bankensystems zu verbessern. Das Bankensystem stand vor einem Credit Crunch, einer Erstarrung mangels Kreditvergabe der Geschäftsbanken unter einander.
Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, parken die Geschäftsbanken in der Euro-Zone eintägige Einlagen bei der EZB in Höhe von rekordverdächtigen knapp 300 Mrd. Euro. Ursächlich sind Bestände an Staatsanleihen praktisch bankrotter Euro-Staaten, deren Wert zweifelhaft geworden ist.
Zugleich sind die Risikoprämien für Geschäfte der Banken untereinander stark gestiegen. So gelangten europäische Banken in den USA kaum noch an Geld, weil sie als nicht kreditwürdig gelten. Ursache ist wiederum die europäische Staatsschuldenkrise. US-Banken scheuen zunehmend das Risiko, europäische Banken mit US-Dollars zu versorgen, die den in den USA Kredite vergebenden.
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