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     Johannes G. Klinkmüller
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Heirate keinen Muslimen!
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Wenn Du Pfarrerin in Baden-Württemberg werden willst.

 

Denn wisse: Das im Neuen Testament von Jesus als dezidiert neues Gebot ausgewiesene Gebot der Liebe gilt nicht für die Liebe zwischen einer evangelischen Pfarrerin und einem Muslimen. Hier gilt das Gesetz, insbesondere das Württembergische Pfarrdienstrecht.

Wo kämen wir da hin, wenn Liebe überkonfessionell wäre und auch noch Recht bricht.

Liebe als geistliche Basis genügt der Kirche nicht!

Nicht einmal ihr Vikariat darf nun die Vikarin Carmen Häcker nach ihrer Heirat mit einem Bangladeshi zu Ende bringen; das hätte ihr wenigstens eine Anstellungsmöglichkeit in einem anderen Bundesland offen gelassen, dessen Evangelische Kirche einen dehnbareren Liebesbegriff kennt als den in der Evangelischen Landeskirche Baden-Württembergs vorhandenen. Im Schwobeländle nämlich müssen Pfarrerinnen und Pfarrer einen Partner heiraten, der auch evangelisch ist, zumindest aber der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen angehört.

Der Grund für diese Bestimmung ist, dass ein Ehepaar eine gemeinsame geistliche Basis brauche, um den Belastungen des Pfarrberufs gewachsen zu sein. Die Liebe zweier Menschen zueinander genügt einer Kirche offensichtlich nicht.

Fröhliche Weihnachten!

Zum 31. Dezember 2011 ist Carmen Häcker aufgrund ihrer Hochzeit mit Md Monir Khan entlassen. – Ein ziemlich christlicher Zeitpunkt!

Die Liebe zweier Menschen als gemeinsame geistliche Basis und Grundlage für den Pfarrberuf genügt also nicht.

Was gibt es Wertvolleres?

Vermutlich wissen der Oberkirchenrat und seine geistigen Wasserträger mehr als Gott. Jedenfalls bleibt die Antwort auf obige Frage wohl das Geheimnis der Amtskirche, die verantwortlich ist für das Württembergische Pfarrdienstrecht und seine kompromisslose, um nicht zu sagen: gnadenlose Umsetzung.

Jeden Tag mit einem Gottlosen am selben Tisch, im selben Bett !

Man stelle sich das auch mal vor: Eine Pfarrerin verheiratet mit einem Muselmann. Wie soll sie da von Liebe baden-württembergischer Prägung predigen können?

Wie soll sie ihren Dienstgeschäften nachkommen können, wenn sie jeden Tag mit einem Gottlosen am selben Tisch sitzt - oder noch schlimmer: das Bett teilt. Er  hat ja entweder keinen Gott oder nicht den richtigen, sonst dürfte ja alles kein Problem sein.

Nein, solche Pfarrerinnen und Pfarrer kann Jesus nicht gewollt haben. Bedauerlicherweise hat er versäumt, sich präziser auszudrücken.

Sonderliebesregelungen für Hindus, Muslime und Andere

Gesagt hat er: Ein neu Gebot habe ich euch gegeben: dass ihr euch untereinander liebet.

Vergessen hat er zu sagen: Dieses Untereinander gilt nur für Christen. Für Hindus, Muslime und Ähnliches gelten Sonderliebesregelungen.

Die Evangelische Landeskirche Baden-Württembergs weiß, wie Jesus wirklich denkt, und das wissen übrigens auch eine Mehrheit von Baden-Württembergern, die sich an einer Umfrage des SWR-Fernsehens am Freitagabend beteiligten; sie fanden die Entscheidung der Landeskirche richtig.

Gott sei Dank muss man diese Umfrage nicht als repräsentativ ansehen.

Noch peinlicher als obiger Umstand einer vorzeitigen Entlassung ist - und solches Verhalten sind wir ja aus der hohen Politik gewohnt -, wie sich die Protagonisten der Landeskirche winden.

Anstatt dass sie sagen:

Ja, unser Kirchenrecht ist leider antiquiert. Eigentlich begrüßen wir die Ehe von Pfarrerinnen und Pfarrern mit Migrationshintergrund, auch nicht-christlicher Konfessionen.

Ja, wir wissen, dass der Geist Christi überkonfessionell ist und eine Bewusstseinsstufe beinhaltet, die nicht an Stuttgart oder Baden-Württemberg gebunden ist.

Ja, wir kennen Menschen, die  uns das vorgelebt  haben, Fatuma Abdulkadir Adan und auch Mahatma Gandhi, der als Hindu die Bergpredigt wie kaum etwas anderes schätzte.

Stattdessen ihr unwürdiges Weicheiern, das mehrfach nachzulesen ist, unter anderem hier.

Schade im Übrigen, dass die Kirche ihren eigenen Sakramenten misstraut.

In diesem Fall gilt das für das Sakrament der Ehe.

Und ganz besonders im Hinblick auf die Ehen ihrer eigenen Pastorinnen und Pastoren.

Ja, Fatuma Abdulkadir Adan!

Sie hat gerade - nur wenige hundert Meter vom Sitz der Evangelischen Landeskirche entfernt - den Stuttgarter Friedenspreis erhalten.

Tatsächlich riskiert die 33-jährige Rechtsanwältin in der kenianisch-islamischen Männergesellschaft tagtäglich ihr Leben und organisiert - orthodoxen Muslimen eigentlich unvorstellbar - für Mädchen und Frauen Fußballturniere unter dem Motto:

Wir zielen, um Tore zu schießen, nicht um zu töten.

Die Kenianerin ist als Muslima die personifizierte Provokation für jeden Imam. Sie ist das grässliche Töten unter den Ethnien ihres Landes leid und bringt die Frauen der verfeindeten Stämme unter anderem mittels Fußball zusammen.

Nun stellen Sie sich vor: Diese Frau verliebt sich in einen evangelischen Pfarrer und wollte ihn heiraten, sie, die wirklich Liebe lebt und so vieles im Sinne Jesu mutig tut.

Geht nicht!

Die Todeslisten der Neonazis

Neuerdings wissen wir, dass, wer entsprechende Gedanken äußert und vielleicht auch solche Zeilen schreibt wie hier, Gefahr läuft, sich auf neonazistischen Todeslisten wiederzufinden.

Wie dringend braucht gerade unsere Zeit auf dem Hintergrund des sich herauskristallisierenden neonazistischen Treibens gelebte Toleranz, den Respekt vor dem Anderen.

Was könnte eine Heirat zwischen einer evangelischen Pfarrerin und einem Muslimen ein lebendiges Zeichen der Liebe sein!! Der Toleranz! Des Miteinander!

Vor 232 Jahren: Lessings Ringparabel 

Dabei wäre eine Heirat zwischen einer evangelischen Pfarrerin und einem Muslimen gar kein Zeichen von Toleranz. Sie ist eine Selbstverständlichkeit; es ist eine Selbstverständlichkeit, dass ein evangelischer Pfarrer eine Muslima heiraten können muss und eine evangelische Pfarrerin einen Muslimen.

232 Jahre ist jetzt die Uraufführung von Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise her. In diesem Theaterstück geht es um gelebte Toleranz zwischen Judentum, Christentum und Islam und die Tatsache, dass diesen Religionen ein gemeinsamer Ring, ein gemeinsamer Kern zugrunde liegt.

Wir schreiben 2011 und müssen solch eine Diskriminierung der Ehe mitansehen, müssen mitansehen, wie ein Muslim von der Kirche diskriminiert wird. Denn wie ein Liebender sich vorkommt, dem schon im Vorhinein attestiert wird, er könne seine Frau in ihrem Beruf nicht angemessen unterstützen, kann man sich wohl vorstellen.

Ganz offensichtlich hat die Evangelische Kirche - zumindestens Baden-Württembergs - aus den Austrittswellen noch nichts gelernt.

Im Baden-Württembergischen Weinberg des Herrn - evangelischer Provenienz jedenfalls - zählt ein Gesetz, das von Liebe nichts weiß.

Gott sei Dank gibt es Menschen, die der Liebe vertrauen!



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Kommentare (22)




 
  Kommentare (22)

Joah, 13.12.2011 17:45
Es sei noch angemerkt, dass es die Evangelische Kirche in Baden und die Evangelische Kirche in Württemberg gibt, die jeweils selbstständig agieren und Entscheidungen treffen. Hier geht es um nur Württemberg!

Rudi Gems, 02.12.2011 16:47
Am lustigsten wird es immer dann, wenn zwei oder mehr Scheinwelten aufeinanderprallen. Dann erlebt man hautnah, wie sich Lächerlichkeiten, die man sich einseitig zubilligt, eine Reiznatur bekommen können, die Kommentare und Blogs, füllen können.

Was ist passiert? Am Anfang war das Wort? Stimmt schonmal nicht. Am Anfang war der Zusammenschluss, wahrscheinlich Solidarität aus einer Not geboren. Das Wort kam erst später. In diesem Falle, war es die Thora (Mosesbücher). Dann wurde „das Wort Gottes“ erweitert, und umgeschrieben, bis es um ca. 100 u.Z., von dem heutigen Talmud, bearbeitet und abgelöst wurde. Einigen war das noch nicht genug. Also kam ein „neues“ Testament hinzu. Und ca. zweihundert Jahre später, kam noch der Koran. Und spätestens dann, witterten die Dummschwätzer Morgenluft, und begannen einen Streit, dessen Skurrilität aber auch Brutalität, bis heute anhält.

Natürlich, kommt es zu auswegslosen Situationen, wenn man sich auf einen solchen Schwachsinn einlässt. Dann kommt es eben dazu, das man sich über Privilegien, die man sich selber, kritiklos, ja sogar tabumäßig, einverleibt hat, beim Gegner (Feind) maßlos aufregt. Die eigene Unzulänglichkeit, wird geflissentlich übergangen. Die des Anderen, als Verbrechen empfunden. Dümmer geht’s nümmer.

Was ist passiert? Da haben sich Hormone, bei einem Paar gemeldet, die vom Schöpfer, offensichtlich geschaffen und für gut geheißen worden sind. Es soll eine Konstellation geschaffen werden, in der neue Menschen entstehen sollen. Eigentlich, eine durchaus sinnvolle Entscheidung. Und, auch in allen Religionen vorgesehene Maßnahme. Wenn dort nicht diese Privilegiendiskrepanz wäre? Wie können sich denn Muslime, trauen, eine Christin zu heiraten? Ich frage zurück, „ Sie haben nur das getan, was in den Mosesbüchern steht, warum könnte das verkehrt sein? Die Mosesbücher haben doch alle drei Religionen?“

Der Ehemann, könnte ja die Kinder, muslimisch erziehen? Was bitte, liebe Christen, tut ihr denn? Wer berechtigt euch denn, eure Kinder christlich zu erziehen? Ja, ja, ich weis. Das Grundgesetz. Nur, ich bin auch nach dem Grundgesetz, zum „Katholiken“ erzogen worden. Ich könnte heute noch meine „Religionslehrer“, einschließlich meiner Eltern, dafür die Bibel um die Ohren schlagen. Ich verachte sie deswegen, mich damals so indoktriniert zu haben.

Nun ja, das wird mit Sicherheit, nicht das letzte Mal, gewesen sein, wo wir solche Probleme, die aus der Religionsprivilegiendiskrepanz erwachsen sind, besprechen müssen. Natürlich, sind Religionsämter, Pfarrämter, religiöse Eheschließungen, Taufen von Kindern und sonstige religiöse Einrichtungen, heißbegehrte Pfründe. Wer wollte das bestreiten? Das es hier zu Diskrepanzen kommt, wenn es hier zu Zwistigkeiten und Unschärfen kommt, ist menschlich erklärbar. Ob diejenigen, aber an gesellschaftlicher Achtung gewinnen können, die sich an solchen Zwistigkeiten beteiligen, wage ich zu bezweifeln. Den Stammtisch, wird man schon überzeugen können. Das funktionierte schon, als es noch gar keine Stammtische gab. Ob man aber die Intelligenz mitnehmen kann? dürfte doch ernsthaft bezweifelt werden dürfen.

Grüße, Rudi Gems


Johannes G. Klinkmüller, 01.12.2011 17:31
@ ahgee

Diesem ominösen Agnostiker, der unter Punkt 3 ins Spiel gebracht wird, möchte ich erst einmal, bevor andere in die Gruppentherapie gehen, einige Einzelsitzungen beim Psychiater empfehlen, um seine Überheblichkeit zu therapieren; dann könnte seine Empfehlung sich als Projektion erweisen und in achgeh auflösen.

Dass so ein Thema, wie das hier behandelte, vielschichtig ist und dass in Kommentaren jeweils Menschen zu unterschiedlichen Aspekten Stellung nehmen, und das zum Teil zeitversetzt, lässt - das liegt in der Natur des Systems - keine klare Abfolge zu; klar überfordert das manchen, das ist verständlich. Nur plustern sich die, die an dieser Überforderung scheitern, selten mit dümmlicher Arroganz auf.

Solche Agnostiker warten meistens auf einen, der sich vergleichbar aufplustert, auf irgendeinem Bildschirm oder in einem Plenarsaal erscheint und verkündet: das Reich Gottes ist angebrochen.
Schon schwierig, die Sache mit dem Bewusstsein ... da kann mancher Agnostiker schon mal nicht nur die Gnosis, sondern auch den Geist verlieren (falls er jemals da war).


Wobbegong, 29.11.2011 20:53
Da hat der ProtestantInnenverein ausnahmsweise recht - jeder, der in seinem Bekannten- oder gar Verwandtenkreis Ehen oder Konkubinate zwischen Ungläubigen und Mohammedanern erlebt, hat immer das gleiche Muster vor Augen; nach der ersten Glühphase wird der koranitische Partner nervös ob der Bekehrungsunwilligkeit seiner heidnischen Angebeteten (und Statusbeschafferin) und spätestens wenn sich Kinder einstellen, ist es vorbei mit allen heißen,erich-fried-mäßigen Schwüren und das toleranztriefende Liebesgesabbel von einst ist endgültig vorbei.

Um des faulen Friedens willen verpaßt das romantische Dummchen den Kleinen morgenländische Namen und duldet das islamisierende Flüstern ins Neugeborenenöhrchen ("macht ja nüscht - wir sind doch soooo aufgeklärt und oberlässig), dann wird kollektiv am Ramadan gefastet, Gummibärchen und Leberwurst werden nicht mehr eingekauft, das Glas Wein am Abend ist abgeschafft, die Frequenz der Bückgebete in der Familie nimmt zu während der christliche Teil immer weiter reduziert wird bis selbst der letzte Fischaufkleber und das letzte Tannenzweiglein verworfen wird (Mann will ja nicht wegen Ungläubigenkokolores in der Hölle landen) usw.

Das alles kann man immer wieder mit der schönsten, geradezu naturgesetzlichen Regelmäßigkeit erleben.

Und da ein PastorIn mit islamischen Kindern und Ehegatten in korankonformen Hochwasserhosen samt Rauschebart selbst bei Käßmänngläubigen ein gewisses Glaubwürdigkeitsproblem hat, ist es völlig in Ordnung, sich von der arg verliebten Dame zu trennen.

Außerdem ist die Welt groß; in der Heimat des Gatten ist doch sicher auch ein Plätzchen frei für das junge Glück, wenn schon die freie Wirtschaft des bösen Westkapitalismus sich nicht sonderlich um protestantische LuftpumpInnen reißt.

Frau könnte beruflich auch umsatteln (solche Möglichkeiten bietet die verdorbene dreckige Ungläubigengesellschaft) oder - falls dies zu spießig ist - samt Gemahl in ein islamisches Trainigslager nach Pakistan ziehen ...

Wie gesagt, die Welt ist groß und zuweilen hat sogar die lutherische Landeskirche einen Lichtblick.


ahgee, 29.11.2011 20:37
1. Natürlich ist es selbstverständlich für eine Gesellschaft, die ihre Identität verliert, dass die Frauen die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften und Ethnien heiraten dürfen. Alles weitere dazu liefert die freie Assoziation der Leser und die einschlägige Datenbasis des Statistischen Bundesamtes.
2. Liebe Christen: alles was Jesus verlauten ließ, äußerte er in dem Bewusstsein, dass das Reich Gottes demnächst anbreche. Das Christentum lebt von daher seit 2000 Jahren in einer leicht schizophrenen Situation: alles schön und gut, aber auf unlogischer Grundlage, nämlich ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeitskriterien. Ist es da verwunderlich, wenn Probleme nicht logisch, also mit Argumenten lösbar sind. Folge ist:
3. Die Kommunikationsebenen (Sachebene, Beziehungsebene, Selbstbekundungsebene, Appellebene) gehen in eiiner Diskussion wie dieser so munter durcheinander, dass ein Agnostiker für alle erstmal den Gruppentherapeuten bestellen möchte.


Johannes G. Klinkmüller, 28.11.2011 23:42
@ Beliebigkeit
Man sollte Beliebigkeit nicht mit Beschränktheit verwechseln,
konkret:
Man sollte die Beliebigkeit, die man anderen vorwirft, nicht mit der eigenen Beschränktheit verwechseln, die zu dem Vorwurf der Beliebigkeit führt.
Solche Beschränktheit sehe ich in einer Schranke, die die Aufschrift „Kreuzfahrermentalität“ trägt; diese nehme ich noch immer wahr, hier wie auch in Zuschriften:
Ein evangelischer Pfarrer schrieb mir, Islam und Christentum seien Gegensätze wie Tag und Nacht. Ich schrieb ihm zurück:
Seit drei Jahrzehnten unterrichte ich in Ethik immer wieder Jugendliche muslimischen Glaubens; es sind wunderbare, offene, oft geistig sehr reife junge Menschen.
Sind sie die Nacht? Ist ihre Seele umnachtet?
Ich bin mir sicher, dass diese muslimischen Jugendlichen, die ein sehr hohes ethisches Bewusstsein haben, eine Bereicherung unserer Gesellschaft sind. Auch in religiöser Hinsicht. Manche dürften mehr Christentum in sich tragen als viele sogenannte Christen, die über ihr religiöses Stammtischniveau nicht hinauskommen.

@ Christoph Sprich
Über den Status „Kind Gottes“ habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht und ich vermute auch - ich habe mich da in meinem letzten Kommentar zu ungenau ausgedrückt -, dass die Schöpfung nach dem Bilde Gottes dem Menschen nicht von vornherein das Attribut, genauer gesagt: das Prädikat „Kind Gottes“ verleiht.
Allerdings: Die äußere Taufe tut es per se gewiss auch nicht, es ist eine innere Taufe gemeint, und diese ist - wobei wir wieder beim Thema wären - unabhängig von der Konfession oder Religion. Wobei ich der Überzeugung bin, dass eine richtig verstandene und in diesem Sinn zelebrierte christliche Taufe, auch eine äußerliche, eine Energie freizusetzen vermag, nach der sich jede Seele sehnt.

@ Menschenskind
Es gibt u.a. in der Verslehre, also im Rahmen der Lyrik und auch auf dem Theater diesen Akkusativ auf -en, den ich verwende. Sie finden ihn nicht nur bei Hölderlin. Bei Wiktionary freilich finden Sie ihn nicht.
Ist er Ihnen zu antiquiert?
Hören Sie auf, sich so künstlich aufzuregen! Den Konjunktiv II finden Sie auch kaum mehr angewandt. Wer würde heute noch wie Luther übersetzen: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele.“
Für heutige Sprachverhältnisse leider antiquiert.
Und doch ist diese Übersetzung unüberboten in ihrer Prägnanz.
Man kann auch den Inhalt nicht besser auf den Punkt bringen. Das ist Luthers Brillanz.
Man vergleiche einmal diverse Bibelausgaben im Hinblick auf diese Stelle: wie verschwommen, wie unklar. – Ja, da trifft Beliebigkeit zu, hier liegt sie wirklich vor!!
Übrigens: Meine Schüler lernen den Konjunktiv II und wenden ihn an - genauso wie den Akkusativ in seiner Bandbreite.


Menschenskind!, 28.11.2011 09:35
Da steht doch immer noch "Muslimen" in der Überschrift!
Sind Sie etwa beratungsresistent, Herr Klinkmüller? Ich dachte, Sie seien Lehrer ... Was sollen denn da die Schüler denken.


Bettina D., 26.11.2011 13:19
@Emil vom 20.11.2011
Ich stimme Ihnen in Ihrer Meinung absolut zu.
Toleranz ist für mich auch nicht Beliebigkeit. Mal abgesehen von dieser Ehe finde ich, dass die ev. Kirche schon seit Jahrzehnten auf dem besten Weg ist, sich überflüssig zu machen. Was hat sie noch anderes zu bieten als den Zeitgeist des Gutmenschentums wortreich zu unterstützen? Dazu braucht es keine Kirche. Ich gehe schon lange nicht mehr zu Gottesdiensten, weil ich dort kaum etwas anderes höre als eine linksgerichtete Auslegung von Bibelstellen. Die "frohe Botschaft" scheint ausgedient zu haben.


Matthias, 23.11.2011 21:18
ES IST WAS ES IST

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Erich Fried


Christoph Sprich, 23.11.2011 17:48
Die Ringparabel des Logenbruders Lessing bildet absichtsvoll und sehr treffend den Kern des freimaurerischen Denkens ab. Unter der Voraussetzung, dass wir alle gleichermaßen Kinder Gottes sind, wäre ja auch etwas dran. Allerdings sind die Menschen von Gott getrennt, laut der Bibel durch die Sünde, und weit davon entfernt "Kinder Gottes" zu sein. Gott hat nur ein Kind, seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus. Durch Tod des alten Leibes und Wiedergeburt in ihm, nämlich im Heiligen Geist, können wir die Gottessohnschaft erlangen, ein Kind Gottes werden (Johannes 3). Genau das wird in der Taufe dargestellt. Der "alte Mensch" kann aber ohne Wiedergeburt, ohne den Heiligen Geist, nach biblischem Verständnis kein Kind Gottes sein! Die Ringparabel bringt humanistisches Wunschdenken zum Ausdruck - aber nicht das, was Jesus gelehrt hat: "Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!" (Matthäus 7,14)



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