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27.05.2012
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     Marie Luise Schellen
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Eine Nation wird verspielt
Weitere Themen: Allgemein, Bildung

Am 3. Oktober 2011 schrieb D. Stein folgendes: "Wir haben es bereits mehrfach festgestellt, daß sich Deutschland und Europa in einer revolutionären Situation befinden: Die Euro-Krise ist für die Verfechter eines europäischen Bundesstaates, einer Brüsseler Zentralregierung ein Gottesgeschenk – wenn die derzeit ablaufende Eskalation nicht sogar vom Beginn des Euro-Abenteuers an einkalkuliert war. Auf normalem Wege sind die europäischen Nationalstaaten, vorneweg Deutschland, nicht dazu zu bewegen, ihre nationale Souveränität gänzlich aufzugeben, für die große Mehrheit der Bürger ist die Brüsseler Bürokratie ein Horror, das Europäische Parlament eine Operettenveranstaltung.

Nun aber haben wir eine „krisenhafte Zuspitzung“, der Euro ist wie eine brennende Halskrause, die – so behaupten die Regierungen – nur mit immer neuen Bürgschaften zu löschen sei. Die nationalen Parlamente werden durch ein Stakkato an sich überschlagenden Forderungen, die mit immer schnelleren und atemloseren Hilfszusagen beantwortet werden, in ihrer Kompetenz- und Machtlosigkeit vorgeführt, so daß der Tag kommt, an dem die Mehrheit sagt: Macht Schluß damit, alle Macht nach Brüssel, eine Entscheidungsgewalt, eine einheitliche Wirtschaftsregierung, totale Vergemeinschaftung des Budgetrechts und der Schulden.

Liebäugeln mit dem europäischen Bundesstaat

Wie sehr Deutschland ein Nationalstaat in Abwicklung ist, machte der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle, vergangene Woche in einem Fernsehgespräch deutlich. Zunächst bekräftigte er die im jüngsten Urteil zum Euro-Rettungsschirm formulierte Auffassung, daß eine Abschaffung des Nationalstaates mit dem Grundgesetz nicht zu machen ist; dies gehe nur durch eine Volksabstimmung und eine neue Verfassung.

Auf die Frage, wie nah wir denn schon an diesem Punkt seien, erwiderte Voßkuhle: „Wir steuern auf ihn zu, das ist ganz offensichtlich.“ Voßkuhle machte obendrein deutlich, daß ihm ein europäischer Bundesstaat nicht unsympathisch ist. Das heißt: Es wird bereits rege darüber nachgedacht, wie der Transfer Deutschlands in einen europäischen Bundesstaat juristisch bewerkstelligt werden kann. Die revolutionäre Situation unserer Tage öffnet eine Tür, die den Deutschen mit einem Schubs den Abschied von der Nation erleichtern soll.

Der Bundestag hat am vergangenen Donnerstag mit großer Mehrheit sein Plazet für die historisch verantwortungslose Euro-Rettung mit dem erweiterten „Rettungsschirm“ gegeben und einen weiteren, entscheidenden Nagel in den Sarg des deutschen Nationalstaats getrieben. Und dies kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit, der uns daran erinnert, wie hart erkämpft und kostbar Einheit und Souveränität für die Deutschen sind. Wir durchleben entscheidende Tage unserer Nationalgeschichte."



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Kommentare (15)




 
  Kommentare (15)

Susanne, 22.10.2011 07:21
Immerhin war unter den Protestlern die Ex-RAF-Terroristin Inge Vieth. Bemerkenswert scheint mir ferner, dass die Aktion vor allem von der Linkspartei unterstützt wurde.

Klaus Kolbe, 18.10.2011 04:47
Zum Thema "extremistischer Mob" der Occupy-Bewegung etwas Hintergrund:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/prof-michel-chossudovsky/-occupy-wall-street-und-der-amerikanische-herbst-handelt-es-sich-um-eine-farbige-revolution-.html


Versteher, 17.10.2011 22:15
@susanne
wenn wir wir Ihre scharfsinnigen Kommentare nicht hätten, dann würden wir geistig verkümmern.


Susanne, 16.10.2011 06:21
@ Elmar Oberdörffer
Willkommen am Stammtisch von Frau Schellen, an dem man Argumente durch Parolen ersetzt. Der extremistische Mob nimmt dies dankbar auf, wie die Tumulte "Occupy Bundestag" in Berlin gestern gezeigt haben.


Marie Luise Schellen, 14.10.2011 20:32
heli75 ich meine, dass es nur wenige sind, wie zu allen Zeiten in der Geschichte, die ein Volk in eine gute, oder aber auch in eine schlechte Zukunft führen.
Dies Menschen werden nicht zur Verantwortung gezogen. Leider nicht,denn in der Demokratie werden immer andere schuldig sein. Frau Wagenknecht meinte,
wir hätten den Kommunismus verankern können, wenn der Westen nicht dagewesen wäre. Das glaubt sie heute noch.


Matthias, 13.10.2011 17:12
Der Versuch einer Erklärung
http://www.gold-dna.de/update5.html#up86

"Die revolutionäre Situation unserer Tage öffnet eine Tür, die den Deutschen mit einem Schubs den Abschied von der Nation erleichtern soll."

Diese Gelegenheit sollten wir nutzen und gleich unser Geld-Schuld-Zinssystem auf nimmer wiedersehen mit verabschieden.


Klaus Kolbe, 13.10.2011 15:53
Um beurteilen zu können, was mit "historisch verantwortungsloser Euro-Rettung" gemeint ist, ist es zwingend Voraussetzung, das Geldsystem, in dem wir leben, zu verstehen.
Dazu einige Zeilen aus einem sehr informativen Artikel eines kompetenten Autors:
Gegründet ist das System darauf, daß (erstens) der Staat das Geldangebot monopolisiert hat, daß (zweitens) die Zentralbanken allein bestimmen, wie viel Geld in Umlauf gebracht wird und daß (drittens) der Zins - also der Preis für Kredite - nach unten manipuliert wird und sich nicht frei am Markt bildet, wie es im Regelfall die Preise für Waren und Dienstleistungen tun. In diesem System – Polleit nennt es das Papiergeldsystem - wird Geld durch Kreditvergabe geschaffen (Buchgeld) und auf diese Weise (samt Notendruck und Münzprägung) die Geldmenge ausgeweitet, ohne daß entsprechende Ersparnisse dahinterstehen. Dieses Papiergeld ist durch nichts mehr gedeckt – anders als einst durch knappe Sachgüter wie Gold und Silber. Daher läßt es sich – unabhängig von der Gütermenge – beliebig vermehren, ermöglicht es Geldschöpfung aus dem Nichts. Die Folge: Die Geldmenge wächst stärker als die Gütermenge wachsen kann. Das Aufblähen der Geldmenge heißt Inflation und führt zu Preissteigerungen.

So wird sich denn wohl „der Fluch des Papiergeldes“ an den Staaten und ihren Menschen bis zu einem abermals bitteren Ende vollziehen. Polleit zitiert einen Ausspruch, der Voltaire zugeschrieben wird: Papiergeld kehre früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – zu null.
Thorsten Polleit: Der Fluch des Papiergeldes. FinanzBuch Verlag, München 2011. 143 Seiten. 14,99 Euro. ISBN-13: 978-3898796712
Der vollständige Artikel ist hier zu finden:
http://kpkrause.de/?p=1552#more-1552


Freidenker, 13.10.2011 14:15
Was in Berlin und Brüssel geschieht ist organisierte Kriminalität!

Elmar Oberdörffer, 13.10.2011 11:03
@ Susanne: "Das wird großkotzig das große Wort "historisch verantwortungslose Euro-Rettung" im Munde geführt, ohne auch nur ein überzeugendes Argument auf den Tisch zu legen." Umgekehrt wird ein Schuh draus. Ich habe bisher noch keine überzeugenden Argumente für die Euro-Rettung gehört, nur Phrasendrescherei. Sollten Sie jedoch überzeugende Argumente haben, dann bitte, argumentieren Sie! Ihr bisheriger Beitrag ist jedenfalls noch kein überzeugendes Argument für die Eoro-Rettung.

Susanne, 13.10.2011 00:35
Das wird großkotzig das große Wort "historisch verantwortungslose Euro-Rettung" im Munde geführt, ohne auch nur ein überzeugendes Argument auf den Tisch zu legen. Das ist typisch für Stammtischgespräche, die eigentlich nicht in ein Medium gehören, das höheren Ansprüchen genügen will.



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