„Immer besser, immer schneller, immer billiger!“ lautet das Erfolgsmantra unserer modernen Leistungsgesellschaft, die neben dem schnellen Gewinn den Konsum und das Shareholder-Value-Prinzip zum allgemein gültigen Lebensentwurf erhoben hat. Im Wettlauf um neue Marktanteile sieht der globale Kapitalismus den Menschen vor allem als Leistungserbringer, dessen Unzulänglichkeit er durch den Einsatz immer effizienterer Technologien und rationellerer Steuerungsmechanismen möglichst gering zu halten versucht.
Vor dem Hintergrund einer weltumspannenden Wirtschafts- und Finanzkrise hat das kapitalistische Mehrwertprinzip und sein Glaube an eine permanente Leistungssteigerung und -erfüllung tiefe Risse bekommen.
Wenn es heute darum geht, aus der globalen Finanzmisere nach Möglichkeit Lehren zu ziehen, die uns nach der Krise besser als vor der Krise dastehen lassen, so brauchen wir im Kampf gegen unseren renditegetriebenen Steigerungswahn nicht nur neue Regeln für die Geldwirtschaft, sondern auch eine Kultur des Innehaltens und einen damit verbundener Ausstieg aus dem totalen Steigerungswahn als Puffer gegen die Forderung nach maximaler Flexibilisierung.
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