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Dr. Gérard Bökenkamp
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Bankeninsolvenz statt Bailout
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FinanzkrisenIn der Zeitschrift Smart Investor (September 2011) hat Norbert F. Tofall, Lehrbeauftragter an der Europa-Universität Viadrina und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler, einen alternativen Plan für die Bewältigung der Bankenkrise vorgestellt. Hauptproblem des heutigen Bankensystems besteht darin, dass Risiken sozialisiert werden, weil im Notfall der Steuerzahler die Banken „rettet“. Dies geschieht, weil ein starkes Drohpotential der Banken darin besteht, für den Fall ihres Konkurses mit einer Kettenreaktion und der „Kernschmelze“ des Finanzsystems zu drohen.
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Tofalls Alternativszenario, das eine solche Erpressung verhindern soll, sieht folgende Maßnahmen vor:
- Der Beschluss der G 20 Staaten keine Bank insolvent gehen zu lassen wird revidiert.
- In Schwierigkeiten geratene Banken müssen wie jedes andere Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen.
- Der Staat übernimmt die Garantie der privaten Spareinlagen und bedient die Zahlungsverpflichtungen an die Konten anderer Banken.
- Für die insolvente Bank wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt.
Auf diese Weise wird der Zahlungsverkehr, wie bisher refinanziert durch die Zentralbank, aufrechterhalten, ohne dass eine Bestandsgarantie für die Banken und ihre Aktionäre geleistet wird. Das unternehmerische Risiko wird damit wieder privatisiert statt dem Steuerzahler aufgebürdet. Allein die Sparer würden gerettet, nicht mehr die Banken.
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Kommentare (4)
Friedrich Dominicus, 13.09.2011 14:59
Wenn es Schlag auf Schlag kommt (und nun ja so wie ich da sehe, sind wir da schon wirklich dicht dran). Kann der Staat gar nichts mehr garantieren. Das geht nur in einigermaßen ruhigem Fahrwasser.
Ich bezweifele sehr das Deutschland mehr als den Konkurs einer maximal mittelgroßen Bank überstehen könnte (mit unserem derzeitigen Schuldenstand und diversen anderen Verpflichtungen durch Rettungsschirme).
Frei Pfeiffel-Stolz bring es auf den Punkt. Ein anders Problem was aber gar nicht thematisiert wurde ist, daß Banken Spareinlagen als Kredit herausgeben. Geld was der Bank eben nicht "gehört" mit ensprechenden Mindesreserven haben wir dort auch noch mit Hebeln zu rechnen...
Nehmen wir mal die derzeit größte Bank (die EZB), und sehen die hat gerade mal ein EK von 11 Mrd aber Anleihen von mehr als 400 Milliarden in Ihren Büchern bei nur 3% Abschreibung ist die EZB "pleite"....
Nein wir müssen unbedingt runter von diesen Hebel und schlich und einfach Eigentumsrechte respektieren. Banken dürfen einfach nicht "Sichteinlagen" als Kredite vergeben. Solange das der Fall sein wird sind Bankruns unvermeidlich und wie das ausgeht wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts eindrücklich gezeigt.
Es gab bis da, keine größeren Verwerfungen und im Endeffekt marschierten wieder die Heere....
Karin Pfeiffer-Stolz, 13.09.2011 10:07
Und was ist mit den Vertragsabschlüssen, bei denen reale Werte gegen Spielgeld den Eigentümer wechseln? Der neue Eigentümer beansprucht das Realgut meist nicht sofort, sondern er begnügt sich mit dem legal festgeschriebenen Anspruch auf den Besitz sowie die spätere Verfügungsgewalt darüber. Der hinterlistig Enteignete wähnt sich in der Karenzzeit im Glauben, alles sei beim alten. Angesparte Lebensversicherungen und private Pensionsansprüche fallen in diese Kategorie, aber auch die Verfügungsgewalt von Unternehmern über Teile der Wirtschaft.
Das Gefährliche an dem Spiel mit Fiat Money ist die stumme Enteignung Nichtbeteiligter. Diese verdeckte Strategie wird selten thematisiert, verdient aber besondere Aufmerksamkeit. Da das zum Nulltarif beliebig vermehrbare Staatsmonopolgeld einen Anspruch auf reale Werte verkörpert, können sich dessen Erstbesitzer sozusagen die ganze Welt unter den Nagel reißen und dies durch legale Verträge rechtfertigen bzw. juristisch durchsetzen.
Früher mußte ein Räuber körperliche, für jeden spür- und sichtbare Gewalt ausüben, um an das Eigentum seines Opfers zu gelangen. Die modernen Raubmethoden sind da wesentlich raffinierter. Vom Akt des Raubes selbst hört, sieht und fühlt man nichts. Die tatsächliche Enteignung setzt erst mit zeitlicher Verzögerung ein. Daher werden die vertraglichen Machenschaften von Machtelite und Politpöbel vom Volk nicht erkannt – und wenn, nicht ernstgenommen.
Deshalb noch einmal die drängende Frage:
Wäre der Lösungsweg über Bankeninsolvenzen tatsächlich eine Lösung, die alle Probleme beseitigte? Gewiß, dem künftigen Zugriff auf Arbeitskraft und Sparguthaben der Bürger würde ein Riegel vorgeschoben – wie aber ist es mit jenen Verträgen, die in der Vergangenheit geschlossen wurden, allein zu dem Zweck, Eigentum heimlich zu verschieben? Werden die neuen Besitzer auf den praktischen Vollzug der Verträge verzichten?
Freigeist, 12.09.2011 23:11
Das fordert die Linke, attac und noch einige Gruppen. Dies schon lange, nicht erst jetzt als Blitzidee. Bitte mehr davon, ist wie Karneval.
Bürger, 12.09.2011 22:29
Das klingt plausibel. Aber sind unsere Politiker (ich meine das Gros) noch in der Lage, das Vernünftige zu tun? So allmählich fragt man sich, wer sie vor sich hertreibt.
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