suchen
17.05.2012
Einloggen | Registrieren
 
 
 
     Eckhard Kuhla
Zur Person und Archiv      Email an diesen Blogger schreiben

Klimaschutz und Erdölverfügbarkeit
Weitere Themen: Wirtschaftspolitik

 

„Seid nett zu Putin“, so könnte man ein wenig flapsig Pressemeldungen der letzten Zeit in puncto  langfristiger Liefersicherheit von Erdöl zusammenfassen .Ob Angela Merkel diese Empfehlung, anlässslich der kürzlichen  deutsch-russischen Konsultationen in Hannlover beherzigt hatte? Wenn ja, so wird man es 

 

 

 

trotzdem nicht erfahren, denn das Thema Liefersicherheit von Erdöl ist Teil der Sicherheitspolitik. Warum? Rd. 40% unserer Erdöllieferungen stammen aus Rußland. 

Erdöl ist die Basis für die Treibstoffe unserer  Mobilitätssysteme und der Transportwirtschaft. Verkehr ist fast 100% abhängig vom Erdöl. Davon sind 40% abhängig von einem guten Einvernehmen unserer Regierung mit dem Förderland Rußland.

Diese Öl - Abhängigkeit  unserer Wirtschaft  gibt dem Thema „Liefersicherheit“, bzw Versorgungssicherheit für den Bereich Verkehr eine viel größere  Bedeutung als z.B. für die Stromwirtschaft, die seit eh und je auf einem  Energiemix aufbaut. Das hatte letztes Jahr eine Studie der Bundeswehr („Peak Oil“ – sicherheitspolitische Konsequenzen….“) voll erkannt und deswegen u.a. Verfügbarkeitsanalysen angemahnt.

Das mögliche  „Zudrehen“ des  Ölhahns durch Russland würde unsere Wirtschaft empfindlich treffen. Russland kann den Ölhahn auf- oder zudrehen, wie mehrere Male geschehen im Falle  Ukraine oder Weißrussland. Die Gründe dafür sind unerheblich. Was geschieht, wenn China in Versorgungsengpässe gerät und zur Erhöhung ihrer Lieferquote den Preis pro Barrel Rohöl Rußland gegenüber verdoppelt? Wäre die deutsche Wirtschaft in der Lage, eine solche Preisverdoppelung zu bezahlen? Zugegeben, das sind Spekulationen, sie zeigen aber die Notwendigkeit strategischer Analysen zur Versorgungssichheit, um Planungssicherheit zu erlangen.

Mit dem Thema Liefergarantien  ist die Frage der Versorgungssicherheit aber noch nicht erschöpft.  Dazu gehören – neben politisch unsicherer Förderländern – die Terrorgefahr hinsichtlich Versorgungswege und –einrichtungen, sowie dem geologisch bedingten Förderrückgang des Erdöls.

Zunächst zu den Versorgungswegen der Tankschifffahrt. Die Meerengen sind die empfindlichsten Stellen, an erster Stelle steht die Strasse von Hormusz am Persischen Golf. Durch sie wird rd. 40% der weltweiten Öltankschiffahrt abgewickelt.  Dieser Engpass war denn auch in den letzten 10 Jahren bevorzugtes Ziel von Al Quaida - Anschlägen auf Tankern und Kriegsschiffen. Bisher konnte das Schlimmste -  die Blockierung der  Strasse z.B. durch brennende  Tanker – vermieden werden.

Zu den stationären Versorgungseinrichtungen gehören die Raffinerien. Ein Anschlag auf die größte Abfüllstation an der saudi-arabischen Küste im Jahre 2006 konnte in letzter Minute von Sicherheitskräften vermieden werden.

Ein weiterer Bereich der Versorgungssicherheit ist geologisch bestimmt, und zwar durch die Förderkurve einer Ölquelle. Sie sprudelt nicht linear wie ein Wasserhahn, sondern entlang einer Glockenkurve. Nach dem Höhepunkt der Förderung („Peak Oil“) lässt der Druck nach, und die Förderung geht unweigerlich zurück - in der Summe der weltweiten Ölquellen ca. 3 – 5 % per anno. Die Förderung des derzeitigen, leicht zugänglichen Öls („Billigöl“) hat in letzter Zeit das Plateau des Peaks erreicht.

Zusammengefasst: Zum Thema „Versorgungssicherheit“ des Erdöls besteht – auch nach Aussage oben genannter  Bundeswehrstudie - dringender politischer Handlungsbedarf.

Erstaunlicherweise hat die Politszene in Berlin - soweit von hier erkennbar - weder auf die Bundeswehrstudie noch auf das Thema Versorgungssicherheit reagiert. Befragt, erhält man sinngemäß die Antwort:  die Klimaauswirkungen würden sich früher als der Ölförderrückgang einstellen und sich negativ auf unsere Gesellschaft und Wirtschaft auswirken. Mit anderen Worten: gerechnete Klima - Szenarien mit kaum verifizierten Annahmen über bedenkliche Klimaauswirkungen bestimmen mehr die politische Agenda als der sichere, weltweite Förderrückgang von Billigöl.

Die Klimapolitiker verschieben den Beginn des Förderrückgangs gerne in die Zukunft von mindestens 20 Jahren. Das  gibt ihnen Zeit für eine Politik, die solange wie möglich, eine Politik des „weiter so“ sichert: Mit der politisch gesetzten CO2 – Reduzierung durch Effizienzprogramme, sowie die Aussicht auf ein „elektrifiziertes“ Auto ist für den Bundesbürger „Autofahren“ weiter hin möglich. Der Glaube an die Technik und die Kräfte des Marktes („Knappheiten regelt der Preis“) vermindern scheinbar die politischen Handlungszwänge, die für den zu erwartenden Förderrückgang des Billigöls notwendig wären.

Politikgestaltung heißt derzeit Initiieren von parallel laufenden Förderprogrammen für alternative Antriebe (von Wasserstoff- über Bio- bis hin zur Elektromobilität). Demgegenüber würde ein Nationales Mobilitäts – Programm (Personen- und Güterverkehr)  mit einem gemeinsamen Sach- und Zeitziel für alle erkennbaren Antriebsalternativen  die derzeitige Parallelforschung  in Teilbereichen vermeiden und – wenn es denn noch sein muß – es würde auch dem Klimaschutz dienen. 

 

 



Artikel weiterlesen  
ANZEIGE


Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

unspaltbarer, 15.08.2011 18:46
der unterschied zwischen "klima" und Ölverorgung ist, dass sich die Ölversorgung nicht planen lässt und sich auch nicht entwickelt, wie es sich das Merkel vorstellt. Das Erdöl ist ja in den letzten 40 Jahren bestimmt schon 4-5 mal ausgegangen (so die Planung des ,vorzugsweise des linken, Packs), was ist passiert, nichts. Selbst wenn nicht mehr alles Öl so einfach gefördert werden kann wie früher, der Fortschrit wird sich auch auf die Preise aufwendiger Ölförderung auswirken (man stelle sich mal vor man hätte den Leuten von 100 Jahren gesagt, dass man in Zukunft das Öl aus tausend Meter Tiefe und mehr, dann am besten auch noch auf hoher See, fördern muss, Daimler wäre ganz schnell Pleite gewesen...). Von daher glaube ich nicht, dass es in absehbarer zukunft Ölknappheit geben wird.

Ganz anders das Wetter, äh Klima, na wie auch immer. Wir haben wohl den kältesten Sommer seid Jahren (Jahrzehnten???). Das ist natürlich was anderes. Den Ölpreis kontrollieren wir nicht, wohl aber dieses drecks Potsdamer Klimainstitut. Da wird dann umgerechnet und genormt, bis das Jahr mal wieder das heißeste seid Menschengedenken ist. Naja ist ja auch einfacher, "ist die Achse erst skaliert, ist der Fehler wegpoliert". Ich würde auch lieber Szenarien für den Teil der Zukunft entwerfen, den ich selbst durch Lügen erzeuge.



Kommentar schreiben

*=Pflichtfelder

CAPTCHA*

Bitte Geben Sie für die Freischaltung das Ergebnis ein:

Click to reload image
 
 
 



Spruch des Tages
Zu erkennen, daß man sich geirrt hat, ist ja nur das Eingeständnis, daß man heute schlauer ist als gestern.
- Johann Kaspar Lavater

ANZEIGE

Galerien

Europolis: Tagung zur Reform der europäischen Währungsordnung Europolis: Tagung zur Reform der europäischen Währungsordnung

Stuttgart: Anti-ESM-Demonstration des Aktionsbündnis Direkte Demokratie Stuttgart: Anti-ESM-Demonstration des Aktionsbündnis Direkte Demokratie

Südkongreß "ESM-Vertrag - der Weg in die Schulden- und Inflationsunion? Entdemokratisierung Europas?" Südkongreß \"ESM-Vertrag - der Weg in die Schulden- und Inflationsunion? Entdemokratisierung Europas?\"


Interviews

Dr. med. Rainer Böhm Betreuungsgeld ist sinnvoll und notwendig
Dr. med. Rainer Böhm
Kinder- und Jugendarzt

Alexander Ulfig »Gleichstellungspolitik führt zu Ungerechtigkeiten«
Alexander Ulfig
http://qualifikation-statt-quote.de/

Hedwig Beverfoerde, Birgit Kelle JA zum Betreuungsgeld!
Hedwig Beverfoerde, Birgit Kelle
Initiative Familienschutz, Frau2000plus

Bernhard Seitz Anti-ESM-Demo in Stuttgart
Bernhard Seitz
Aktionsbündnis Direkte Demokratie

Hubert Aiwanger Freie Wähler hoffen auf Erfolg in Schleswig-Holstein
Hubert Aiwanger
Bundesvorsitzender Freie Wähler

Mehr Interviews


Video

Zivile Koalition: Stoppt ESM-Vertrag - Stoppt Schulden- und Inflationsunion Zivile Koalition: Stoppt ESM-Vertrag - Stoppt Schulden- und Inflationsunion

EU: Treaty of debt - stop it now! (engl. Version von EU: Treaty of debt - stop it now! (engl. Version von

Stoppt EU-Schuldenunion (ESM-Vertrag)! auf Abgeordneten-Check.de Stoppt EU-Schuldenunion (ESM-Vertrag)! auf Abgeordneten-Check.de

Carlos A. Gebauer spricht über den ESM-Vertrag Carlos A. Gebauer spricht über den ESM-Vertrag

Jean-Claude Juncker: "Wenn es ernst wird, muss man lügen" Jean-Claude Juncker: "Wenn es ernst wird, muss man lügen"


Umfrage

Würden Sie sich für die Einführung eines "Nord-Euro" aussprechen?

Foto: Lupo / pixelio.de




Ergebnis

Meist gelesen
    Anti-ESM-Demo in Stuttgart

    Südkongreß: Zivile Koalition mobilisiert, Freie Wähler punkten, CSU fehlt

    Die »Ketchup-Inflation« kommt!

    Freie Wähler hoffen auf Erfolg in Schleswig-Holstein

    Interview: JA zum Betreuungsgeld!

Empfohlene Blogs

author Jürgen Liminski
Vom Pudding zum Präsidenten - Die Metamorphose des Francois Hollande

author Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel
Die Deutschen haben die Wahlen verloren

author Birgit Kelle
Kinder statt Klappstühle

author Beatrix von Storch
Der sog. Fiskalpakt - oder wie man einen ganzen Kontinent verschaukelt

author Beatrix von Storch
Der finale ESM-Vertrag - Ende von Demokratie und Parlamentsvorbehalt


Reportage

Die eigenartige Zurückhaltung des Westens Die eigenartige Zurückhaltung des Westens

Mit der Brechzange in die Familien Mit der Brechzange in die Familien

Wer errechnet eigentlich die Inflation? Wer errechnet eigentlich die Inflation?

Hans-Olaf Henkels Euro-Aufklärungstour: "Es gibt Alternativen." Hans-Olaf Henkels Euro-Aufklärungstour: "Es gibt Alternativen."

Neuer Verband setzt sich für kinderreiche Familien ein Neuer Verband setzt sich für kinderreiche Familien ein

Mehr Reportagen


Empfohlene Beiträge

Familienschutz startet Online-Initiative "JA zum Betreuungsgeld" Familienschutz startet Online-Initiative "JA zum Betreuungsgeld"

Und jetzt die Inflationsunion! Und jetzt die Inflationsunion!

FDP und ESM - Ein Beitrag von Prof. Vaubel FDP und ESM - Ein Beitrag von Prof. Vaubel


Aktueller Goldpreis


Aktueller Silberpreis


Schlagworte

Deutschland Wetter




Finanzkrisen
Brandanschlag in Potsdam
Griechen leeren ihre Konten
Hass auf Deutsche trifft Holländer
Nahost-Konflikt
Die Sorge um Syrien nimmt zu
Doch keine Neuwahlen in Israel
Pakistan testet erfolgreich Rakete
DDR-Unrecht
Vaatz prangert Heuchelei an
Stasi-Unterlagen: 20 Jahre - 2,8 Millionen Akten-Einsichten
"Von oben" verordneter EU-Unionsstaat birgt totalitäre Tendenzen
Allgemein
Berliner Piraten- Chef tritt zurück
Brandanschlag in Potsdam
Katholikentag in Mannheim
Bildung
Offener Brief an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP
Interview: JA zum Betreuungsgeld!
Gröhe ruft FDP zur Ordnung
Reformen
Minister setzen »Basel III« um
Dr. Rainer Böhm: Betreuungsgeld ist sinnvoll und notwendig
Sozialisten attackieren Merkel
Wirtschaftspolitik
US-Banken droht mehr Regulierung
Neue Umlage für Windstrom?
Merkollande sind sich einig
Familie
Offener Brief an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP
Merkel plant Kompromiß zum Betreuungsgeld
Dr. Rainer Böhm: Betreuungsgeld ist sinnvoll und notwendig
Autoindustrie
Opel-Krise schwelt weiter
Neuer Schock für Opel
IG Metall ruft zum Warnstreik auf
Wahlen
Neue Umlage für Windstrom?
Führungskrise in Linkspartei
Merkollande sind sich einig
1945-49/Verfassungsbruch1990
Ein politisch tatsächlich bedeutsames Plagiat: Der Verfassungsbruch von 1991
Demonstrative Einigkeit um Zentrum für Vertriebene
Deutscher Richter: Bananenrepublik in Sichtweite
Justiz
Brandanschlag in Potsdam
Hass auf Deutsche trifft Holländer
Buback-Mord 1977 bleibt unaufgeklärt

Nach Oben  |  Impressum  |  Home  |  Politik  |  Wirtschaft  |  Lebenswelt  |  RSS RSS
© FreieWelt.net 2008