Kenn' ich die Dame?
Elena
wird eingestellt.
Insgesamt wurden für dieses Verfahren bestimmt runde 5 Jahre versenkt.
Tatsachen die "geflissentlich" übersehen wurden:
1) Kartenlesegeräte für eine elektronisch Signatur waren und sind nur in wenigen Betrieben zu finden (in Deutschen Amtsstuben habe ich sowas bis heute noch nicht gesehen)
2) Wahrscheinlich keine Million Menschen (hier in D) haben eine Karte für die elektronische Signatur. (Warum auch? Eine Unterschrift reicht überall und man muß sich keine PIN merken und braucht keine Signaturkarte) .
Es wurde bei der Entwicklung einfach davon ausgegangen, daß diese Geräte bei der Einführung schon "da" wären. Millionen bis Milliarden wurden da rein gesteckt und das Ergebnis: Die Infrastruktur für Karten ist nicht da. Fragt man sich warum kommt man vielleicht auf folgendes. Es wurde wahrscheinlich einfach interpoliert. Der Nutzen wurde definitv weit überschätzt und wie fast immer die Kosten unterschätzt.
Ich "durfte" dieses ganze Theater beim EANV mitmachen (Elektronische Abfall Nachweis Verordnung) .
Nur ein paar Kostenfaktoren:
1) Es ist mit viel Aufwand verbunden erst mal eine Karte zu bekommen. Nachweise für alles mögliche müssen vorgelegt werden.
Die steuerliche Behandlung ist elaborierter Schwachsinn. Die Karte gilt nur ganz genau für eine Person und muß in der Steuer als geldwerter Vorteil versteuert werden. D.h. z.B. ein Fahrer muß eine Karte haben und darauf muß er dann prinzipiell Steuern zahlen. Es sei denn es wird anders vereinbart.
2) Die Unterschrift hat ein Verfallsdatum; d.h. nach max. 4 Jahren ist eine Karte "verfallen". Rein technisch ist da sinnvoll weil eben die zur Verfügung stehende Computerleistung so ansteigt. Brute force Attacken auf früher als sicher geltende Verfahren sind heute im finanzierbaren Bereich (dazu könnten Sie ja mal den BND oder die NSA besuchen ;-()
3) Man braucht für die sichere PIN Eingabe Lesegeräte mit sep. Tastatur. Nehmen Sie das mal als Fahrer mit, oder stellen Sie sich einen Polizeibeamten mit Kartenleser vor, die sie soweit mir bekannt gar nicht haben, ergo muß man alle Unterlagen noch auf Papier mitführen. Wenn nicht landet man vor dem Kadi; womöglich wegen illegaler Entsorgung von Abfällen....
Die von Firmen wie UPS benutzen Handcomputer sind nicht vetrauenswürdig, also bräuchte ein UPS Bote neben diesem Handheld noch den Kartenleser.
Überschlagen wir einfach mal die Kosten über ca 10 Jahre.
Wir brauchen 2,5 mal eine neue Karte.
Arbeitsaufwand ca 1 Stunde + 100 - 200 € die Karte. Rechnen wir der Einfachheit halber mal mit 50€ Lohn und 100€ pro Karte. Also kommen wir erst mal aufl 150€ * 2.5 = 375€
Es wird eine Kartenlesegerät gebraucht (Haltbarkeit weiß ich nicht aber sagen wir mal 10 Jahre hält das) Preise 100 - 300 € also noch mal 200 € dazu.
Für einen Kleinbetrieb mit "nur" 10 Leuten sind das 575 € * 10 = 5750 €,
Für was? Nun für eine Unterschrift. Bisher fielen dafür Kosten für ein Schreibgerät und das Papier welches man beschreibt an. Die Unterschrift auf dem Papier gilt für "immer". Also eine Kostensteigerung die man nur noch aberwitzig nennen kann.
Für meine Kunden heißt das: Bei einer Aufbewahrungsdauer von ca 15 Jahren müssen die Unterlagen ungefähr 4x unterzeichnet werden. Auch wenn der Vorfall schon lange "Geschichte" ist.
Das Alles war durchaus vorher bekannt (und die Preise für Karten und Lesegeräte noch weitaus höher) aber nein, die Beglücker von der Staatsseite (Kleiner Nebensatz in meinem Bereich gehörten dazu auch ein Konsortium von IT-Schwergewichten!) ignorierten das alles und wer bezahlt?
Genau, jede einzelne kleine Firma.
Hat es Auswirkungen auf diejenigen die Elena "durchgezogen" haben? Nein.
Berechnen wir das mal für einen hier Lebenden: Bei einer Lebenszeit von 80 Jahre, kostet die elektronische Signatur rund 575 * 8 = 4600 €. (ohne Inflation!) Und die elektronisch signierten Dokumente MUSS man (alle x Jahre übersignieren) und manche Dinge wie z.B ein Testament MUSS man weiterhin händisch unterzeichnen.
Weitere Probleme: Elektronische Daten müssen irgendwo gespeichert, gesichert und alle paar Jahre angepasst werden. Stellen Sie sich; vor gar nicht allzu langer Zeit waren Floppy Disks der Weg um Dokumente zu portieren. Ich rede jetzt mal gar nicht von ZIP-Laufwerken etc.
Also muss man dieses Dokumente während eines Lebens runde 6-8 mal auf neue Medien bringen. Wer bezahlt das? Als Sicherheit wird man immer noch eine Papierausfertigung in einen Ordner stecken. Dieses Papier unterzeichnet man 1x und gut ist. Mir liegen durchaus Verträge vor die mehr als 50 Jahre alt sind. Gültig wie am ersten Tag mit elektronischer Signatur kann man das "vergessen"
Der einzige Grund dafür, war eine "angebliche" Arbeitserleichterung - für wen? Den Staat. Daten auf Datenträgern und damit einfach im Zugriff, die Leute bezahlen und der Staat "überwacht". Fakt ist Milliarden wurden da "versenkt" für ein Problem welches man vorher gar nicht hatte. Diese "Effizienz" ist wirklich ungemein überzeugend.
Was ein immer wieder kehrendes Szenario ist. Der Staat denkt sich neue Verordnungen aus. Es wird eine neue Schicht Bürokraten eingezogen und weil man hier nicht "zahlen" will, wird der Wirtschaft etwas auf's Auge gedrückt. Sie müssen die Arbeit der völlig unnötigen Bürokratien noch selber ausüben.Im Endeffekt steigen die Kosten für den Verbraucher und zwar staatlich veranlasst.
Es ist mir nicht bekannt, wie viel Zeit in größeren Betrieben für die "Bedürfnisse" des Staates aufgewandt werden müssen. Gehen wir nur mal von 10-20 % des BSP aus dann reden wir hier über mehr als den ganzen Bundeshaushalt. Man stelle sich vor dieses Geld stünde den Bürgern zu Verfügung....
Hier noch die letzten Zahlen über die Kosten:
http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,704718,00.html
Man lese dazu auch in der Wikipedia nach:
http://de.wikipedia.org/wiki/ELENA-Verfahren#Verfassungsbeschwerde