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17.05.2012
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     Professor Adorján F. Kovács
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Mainstream-Printmedien gegen freie Online-Medien
Weitere Themen: Allgemein, Reformen, Familie

Ein wichtiger Aspekt der jetzt durch AGENS in Fahrt gebrachten Geschlechterdebatte ist die Frage, ob vom Internet aus die nicht nur in dieser Sache festgefahrenen Stereotypen der meinungsbildenden Printmedien durchbrochen werden können.

Der Artikel von Simone Schmollack („Schlichte Welterklärungen und Mutterideal“) in der „wird ermöglicht durch 10.634 GenossInnen“-TAZ vom 8. Juni läutet eine interessante Auseinandersetzung ein. Eine sich immerhin noch einigermassen offen für "links" haltende Zeitung beginnt mit der Diffamierung einer Veranstaltung und deren (männlichen und weiblichen) Organisatoren und Mitarbeitern: „Ein rechtspopulistischer Männerverein will Öffentlichkeit und pirscht sich an eine Stiftung und ein Institut ran. Dort ist man zum Dialog bereit. Doch das nützt nichts, das Publikum fehlt.“

Unter dem „Männerverein“ versteht Frau Schmollack AGENS e. V., eine Initiative zur Erzielung einer tatsächlichen Geschlechterdemokratie. Unter den sieben Gründungsmitgliedern sind zwei Frauen. Der Verein ist jung, gerade mal anderthalb Jahre alt; er wendet sich gegen das, was im Artikel von Frau Schmollack gleich am Anfang steht und eigentlich allen feministischen und Gender-Unternehmungen anhaftet: Er will gerade keine „Geschlechterfront“, er will diese aus dem Militärischen entliehenen Bilder vom „Graben“, der „Front“, dem „Krieg“ zwischen den Geschlechtern, die ja für eine bestimmte (durchaus perverse) Auffassung des Verhältnisses von Mann und Frau stehen, überwinden. Dabei ist es eigentlich nur logisch, dass eine vor 30 Jahren einmal berechtigte feministische Politik im Lauf der Zeit immer erfolgreicher wie ein Pendel immer weiter ausschlug, wie dies bei historischen Bewegungen fast schon eine Gesetzmäßigkeit darstellt, bis sie schließlich heute weit überzogen ist und dass deshalb nun eine Korrektur von Übertreibungen erforderlich ist.

Es ist absehbar, dass auch weitere Printmedien der Systempresse in das von Frau Schmollack benutzte Horn stoßen werden. Alles, was nicht feministisch ist, was nicht bedingungslos den aktuellen Kurs des gender mainstreaming unterstützt, der, nebenbei bemerkt, Deutschland auch in diesem Fall zu einer kulturellen Kolonie der Vereinigten Staaten macht, soll als „rechtspopulistisch“ verunglimpft werden. Diese Ideologisierung von Demokraten, die anderer Meinung sind, ist beunruhigend, aber gerade beim Thema der Geschlechter verständlich, hat doch der institutionalisierte Feminismus unverkennbar selbst ideologische Züge. Das ist ja auch einer der Gründe, warum er eine Kurskorrektur selbst weder will noch sie, wollte er sie, selbst vollziehen kann.

AGENS agiert bislang vorwiegend über das Internet. Eines der Gründungsmitglieder, Arne Hoffmann, hat sich über mehrere Buchpublikationen zum Thema profiliert, betreibt aber auch einen Blog. Andere männerpolitische Foren existieren ebenfalls vorwiegend im Netz. AGENS tritt nun in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung an, die Geschlechterdebatte in vielleicht weniger aufgeregte Fahrwasser zu lenken – genau das aber regt diejenigen auf, die von den mittlerweile absurden Vorteilen profitieren, die eine einseitige Frauenpolitik und –propaganda bewirken. Es sei nur an das eigentlich verfassungswidrige Professorinnenprogramm sowie die Quotenvorgabe für Unternehmen und andere Bereiche der Wirtschaft, der Kultur und der Politik erinnert. 

Es wird nun interessant sein, ob die genannten Printmedien geschlossen auf der politisch korrekten Seite bleiben (will man sie nun "links" nennen oder nicht) oder ob hier vom Internet aus eine Bewegung erzielt werden kann. Die Entlarvung zu Guttenbergs erfolgte überwiegend über das Internet, auch andere politische Prozesse sind bereits über das Internet angestoßen worden. Klar ist, dass ein großer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung der veröffentlichten Meinung durchaus skeptisch gegenübersteht und im Internet eine mögliche Gegenöffentlichkeit sieht. Es ist dies einer der spannenden Aspekte der jetzt anlaufenden Debatte, ob eine im Netz entstandene Diskussion von der Systempresse erstickt wird oder ob sich im Netz eine echte Gegenöffentlichkeit etablieren kann, die dann auch Teile der veröffentlichten  Meinung mit sich zieht.



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Kommentare (17)




 
  Kommentare (17)

Dirk, 02.01.2012 20:12
@ Sabine

Ich bin kein Stellvertreter und kann den Anliegen dieser "Partei" nur zustimmen....und jetzt Sabine????


Lavigne, 23.06.2011 09:01
I wntaed to spend a minute to thank you for this.

Rudi Gems, 20.06.2011 11:52
Bravo Legolas! etwas Besseres habe ich über dieses Thema noch nicht gelesen. Es trifft den Nagel auf den Kopf, und erklärt viele Zusammenhänge, die ich bisher, so noch nicht verstanden habe. Schade, das Text fehlt. Könnte man diesen, durch einen weiteren Kommentar, vervollständigen?

Grüße, Rudi Gems


Legolas, 18.06.2011 21:29
Die Definition Antifeminismus

Antifeministen sind „Frauenhasser“ und Leute, welche den Frauen ihre Rechte streitig machen wollen. Dies ein Bild, welches in vielen Köpfen umhergeht. Der Ursprung dieser falschen Annahme liegt in der subjektiven Bedeutung des Wortes "Feminismus" und des sich daraus ableitenden Verständnisses darüber, was "Antifeminismus" dann wohl zu sein hat. Viele Menschen haben eine recht eindimensionale, ja fast schon kindlich naive Vorstellung davon, was Feminismus ist. Feminismus ist für Frauen und ihre Rechte, und wer gegen Feminismus ist, muss selbstredend auch gegen Frauen sein. Das ist zumindest die Schlussfolgerung, die sich aus dieser einfachen, plumpen Definition ergibt. Doch im Folgenden werden wir sehen, dass diese Definition nicht nur nicht zutrifft, sondern auch grundliegend von der Realität abweicht.


Der sogenannte Feminismus stellt sich Männern durch Gespött aktiv in den Weg sobald sie einmal legitime Forderungen für das eigene Geschlecht formulieren. Mit seinem Geflecht von Gleichstellungsbüros und -beauftragten verteilt er Gelder stets so, dass sie nur dem weiblichen Teil der Bevölkerung dienen, und überall dort fehlen, wo Jungen und Männer mit existentiellen Problemen zu kämpfen haben und dringender Unterstützung bedürfen. Dieser sogenannte Feminismus will das Opfermonopol sicher in den Händen der Frauen wissen und schliesst Männer als Geschlecht vom Mitgefühl der Gesellschaft aus. Insofern darf getrost von einer "gynozentrischer Hegemonie" gesprochen werden. Nährboden dieser Hegemonie ist ein bis zur Perversion zelebrierter Opfernarzissmus, der per Definition Frauen zu ewigen Opfern und Männer zu ewigen Tätern erklärt. Ein Opfer ist zunächst schwach und es stellt sich die Frage, was daran attraktiv sein soll, seine Rolle einzunehmen. Ein Opfer kann aber auch fordern ohne je in die Verantwortung gezogen zu werden. Und gelingt es dem Opfer gar, sich über seine Peiniger zu erheben, so gelangt das Opfer in den Genuss alle Vorzüge des Schwachen und des Mächtigen zugleich, ohne aber jeweils die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Das auferstandene Opfer bleibt trotz aller erlangten Macht Opfer, ist von jeder Verantwortung oder Schuld freizusprechen und über jede Kritik erhaben. Das Opfer mutiert folglich zur Heiligen mit absoluter Deutungshoheit und Unantastbarkeit. Man betrachte hierzu einerseits, wie Frauen heute stetig aufs Podest gehoben, als empowerte Alphamädchen gefeiert werden, hingegen Männer als fleischgewordene Nutzlosigkeit, Gewalt und Triebhaftigkeit diffamiert werden. Man betrachte andererseits, mit welchem Elan wieder und wieder mantrisch die Opferrolle der Frau zementiert wird.
Dieser schizophrene Weiblichkeitswahn hat System. Er definiert Männer als die unterdrückerischen aber minderwertigen, Frauen hingegen als die edleren, reineren Menschen, die sich über ihre Unterdrücker erheben. Im Grunde darf man diese Struktur ruhigen Gewissens als faschistoid bezeichnen. Und ganz wie es sich für eine Ideologie gehört, ist dies alles natürlich mit einem Heilsversprechen verbunden. Eine von Frauen beherrschte und vom "männlichen Prinzip" befreite Welt muss natürlich eine bessere sein, was sonst. Die feministische Deutungshoheit ist demnach sogleich in dreifacher Weise legitimiert: erstens durch die Opferrolle, zweitens durch die Frau als der bessere Mensch, drittens durch das Heilsversprechen einer besseren, weiblichen Welt. Was sich an Privilegierung nicht mit der Beseitigung von Diskriminierung rechtfertigen lässt, kann so wahlweise auch mit der weiblichen Superiorität begründet werden.

Wofür stehen Antifeministen ein? Ihre Feinde sind nicht die Frauen, wieso auch? Feminismus hat heute mit Frauen in etwa so viel zu tun wie die Sozialistische Partei mit der Arbeiterschaft. Feminismus befasst sich ebenso wenig mit der gesamten Bevölkerungsgruppe der Frauen. Auch steht Feminismus nicht mehr für das Erstreiten elementarer Menschenrechte. Antifeminismus lässt sich folglich nicht mehr mit Misogynie (=Frauenhass) gleichsetzen. Der Aufschrei einiger linksextremer...


fragender, 14.06.2011 10:59
wo liegt eigentlich der unterscheid zwischen feministen und anti-feministen?

bender, 14.06.2011 09:47
*Es ist absehbar, dass auch weitere Printmedien der Systempresse in das von ....*

soso, Systempresse, sonst aber keine Probleme ?


Dunken Sadovic, 12.06.2011 02:17
Ich bin der festen Überzeugung, dass die Macht des Internets bei der öffentlichen Meinungsbildung weiter wachsen wird. Nie war es möglich, binnen kurzer Zeit eine derartige Fülle an Informationen rüberzubringen bzw. daran zu gelangen. Da sich dieser Staat immer mehr von der Demokratie zu einer Diktatur hinbewegt, wird bald wie im Stasi-Staat DDR eine Kontrolle dieses Mediums "platziert". Bei der Polizei nimmt die Bekämpfung der "Onlinekriminalität" bereits einen sichtbaren Platz ein. Diese Leute können aber noch mehr, als nur Filesharer oder Kinderpornos zu suchen. Es kommt immer darauf an, wie man eine Waffe einsetzt und ich hoffe, dass die Menschen nicht wieder in dunkelste deutsche Zeiten verfallen. Der Schoß ist fruchtbar noch ........ besser wieder!

Rudi Gems, 11.06.2011 23:37
Diese Entwicklung, ist auch für mich interessant. Es bleibt abzuwarten, wie sich eine solche 2. Presselandschaft entwickelt.

Leider gehört es zu meiner traurigen Erfahrung, das sich in jedem Blog oder Forum, immer wieder, die durchsetzen, die ihre eigene Freiheit durchsetzen wollen, und anderen Freiheit, die sie aus irgendwelchen Gründen, nicht akzeptieren können oder wollen, kaum einen freien Raum gönnen. So ist mir durchaus auch bei DIE FREIE WELT aufgefallen, das es dort, auch Grenzen, insbesondere im religiösen, als auch im sexuellen Bereich gibt.

Auch bei AGENS, wo ich eine Weile mitgeschrieben habe, tut man sich in einigen Bereichen der Freiheit schwer. Eigentlich unverständlich. Eine geschriebene Diskussion, hat noch nie geschadet. Und ein größtmöglicher Schutz vor Bösartigkeiten, kann m.E. nur gewährleistet werden, wenn man versucht, 100% frei zu sein. Jedes Abwürgen von Freiheiten, zeigt eine Angst vor der Wahrheit. Nur, vor welcher Wahrheit, lohnt es sich Angst zu haben? Nur weil einem nicht die richtigen Gegenargumente einfallen, muss man doch nicht die Freiheit einschränken? Wie will man denn dann, Irrtümer aufdecken oder korrigieren?

Es bleibt abzuwarten, inwieweit, gesellschaftlich relevante Gruppen, es schaffen, auch die Meinungsfreiheit im Internet, einzuschränken? Wollen wir hoffen, das es ihnen nicht so umfangreich gelingt, wie in den herkömmlichen Medien, die teilweise eine "Gleichschaltung" erreicht haben, die einem Angst und Bange werden lässt.

Grüße, Rudi Gems


Norbert Freyer, 10.06.2011 19:19
Ja ich habe mich nach langer Zeit des Überlegens ebenfalls entschlossen, Agens über eine Mitgliedschaft finanziell zu unterstützen.

Der Verein und die Leute machen eine wirklich tolle Arbeit!

Bitte weiter machen.


Birgit Kelle, 10.06.2011 16:59
Dank des Internets ist es ja heute möglich, sich schnell und einfach selbst ein Bild zu machen über die tatsächlichen Anliegen der agierenden Personen und ist nicht zwangsläufig auf die persönliche Deutung von einzelnen Medien und Personen angewiesen.
Offenbar ist man bei der taz gerade ganz fassungslos, dass sich ein Institut wie das WZB überhaupt mit gegenteiligen Meinungen als der eigenen auseinander setzt. Das ist man in der Redaktion offenbar nicht gewohnt.




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