Ratiopharm vor der Zerschlagung. Rosenthal pleite. Genauso Pfaff, Märklin, Schiesser und nun auch die Automobilbaufirma Karmann. Ebenso ungewiss ist die Zukunft von Opel. Es scheint, als gerieten die Grundfeste der Ökonomie mit dem Schiffbruch unserer deutschen Traditionsfirmen ins Wanken. Wir erleben in der Tat eine weltumspannende Krise, deren Wirklichkeit die Prognosen übertrifft. 35.000 Firmen könnten nach Schätzung von Creditreform in diesem Jahr in die Pleite segeln. Dennoch reicht die Kapitalmarktsituation als alleinige Erklärung für den Niedergang der Markenfirmen nicht aus, weil er auch auf das Konto von unternehmerischen Fehlentscheidungen und Missmanagement geht.
In einer Welt, die sich rasant ändert, ist die Orientierung an den Erfolgen von gestern längst kein Garant mehr für künftige Erfolge. Niemand kann sich heute mehr auf den Lorbeeren von gestern ausruhen. Und in Zeiten, in denen eine ständig wachsende Zahl an Menschen eher ihren Mangel denn einen Reichtum verwaltet, wer will da etwa noch teures Rosenthal-Porzellan kaufen?
Was die Talfahrt vieler Firmen beschleunigt, ist, dass sie weltweit so schlecht vorbereitet wie noch nie in die Krise gehen. Renditewahn und das Shareholder-Value-Prinzip eines transnationalen Kapitalismus haben mit dazu geführt, dass die Firmen mit viel weniger Eigenkapital ausgestattet sind, als notwendig wäre, um einigermaßen glimpflich durch die Krise zu kommen.
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