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Englisches Gericht urteilt gegen Privateigentum
Weitere Themen: Allgemein, Justiz

Ein Gericht in England hat christliche Hoteliers verurteilt. Das Ehepaar hatte sich geweigert, ein Doppelzimmer an ein unverheiratetes homosexuelles Paar zu vermieten. Die Institution des Privateigentums kommt in Europa zunehmend unter Druck.

Privateigentum ist traditionell der Garant für die Freiheit des Individuums. Die Institution Privateigentum ist die Demarkationslinie zwischen Privat und Staat. Diese Verteidigungslinie der Freiheit kommt aber immer mehr unter Druck, wie ein aktuelles Urteil aus England zeigt.

Ein christliches Hoteliersehepaar hatte sich geweigert, ihre Zimmer an unverheiratete Paare zu vermieten - und wurde dafür verurteilt. Das Paar hatte ein Doppelzimmer nicht an ein unverheiratetes homosequelles Paar vermietet. Ein Gericht in Bristol verurteilte das Paar am 18. Januar zu jeweils 4 270 Euro Schadensersatz (Ideaspektrum 19.01.11).

Man kann zur Ehe und auch zu Homosexualität stehen, wie man will. Ich hätte kein Problem damit, wenn ein homosexueller Hotelier seine Zimmer nicht an jeden vermieten wollte - etwa nicht an fundamentalistische christliche Ehepaare. Fakt ist aber: den Menschen in Europa wird es immer schwerer gemacht, ihre eigenen Werte in den Grenzen des eigenen Besitzes zu verwirklichen, besonders, wenn diese nicht den Werten des Staates entsprechen. Dadurch wird nicht nur die Freiheit (hier die Religionsfreiheit) eingeschränkt und Vielfalt eingeebnet. Letztlich werden auch Anreize genommen, überhaupt Privateigentum zu schaffen. Mit dem Kapital schwindet so aber auch zunehmend die Grundlage für Freiheit und Wohlstand.



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Kommentare (27)




 
  Kommentare (27)

Noah, 27.01.2011 10:29
@Niccolo
Das "Kernproblem" in ihrer wiederholten Argumentation ist der Umstand, dass Sie offenkundig nicht verstanden haben oder verstehen wollen, weshalb den beiden potentiellen Gästen eigentlich die Unterkunft verweigert wurde.
Es ist unbestritten, dass das Recht des Hotelierpaares beschnitten worden ist. Jedoch in Abwägung des Umstandes, dass deren Argumenation/angeführter Grund ein offenkundig diskriminierendes Verhalten darstellte.
Insofern ist auch der hinkende Vergleich mit einem „kotzendes Gast“ vollkommen absurd, da es hier letztlich darum geht, nicht mehr zeitgemäßes und zudem mit bestehenden Gesetzen nicht in Einklang zu bringendes Verhalten anderen Menschen gegenüber zu sanktionieren.

So bedürfte es keiner Diskussion und sicherlich auch keines Gerichtsurteils, wenn hier nur eine „kotzender Gast“ des Hauses verwiesen worden ist o. erst gar nicht als solcher ein Zimmer bekommen hätte.

Es wäre zeitgemäß und wünschenswert anzuerkennen, dass eine Ausübung eines Rechtes oder einer wie auch immer gearteten Freiheit nicht grenzenlos sein kann, und eigentlich immer eine Güterabwägung notwendig ist.
Jegliches Zusammenleben von Menschen in einer Gesellschaft benötigt nun einmal gewisse Regeln, auch wenn einige hier diese Regeln fälschlich als „Verwässerung“ ihrer eigenen Rechte ansehen, stets dann wenn sie selbst mit Scheuklappen der Rücksichtslosigkeit ihre eigenen Egoismen zu bedienen suchen.

@Bernard
Ich hoffe, Sie sehen es mir nach, dass ich auf einen direkt an Sie gerichteten Kommentar diese Zeilen verfasst habe. Es dürfte in Ihrem Sinne sein.


Noah, 27.01.2011 07:59
@Frank Martin

Sie werden also durch Homosexuelle diskriminiert!? Jetzt machen Sie mich und sicher auch andere neugierig. Klären Sie uns bitte über diese von Ihnen erlebte Form der Diskriminierung auf, die Sie so nebenbei auch noch normal und in Ordnung finden.


Niccolo, 26.01.2011 19:41
Lieber Bernhard,
Halten Sie

(1) das Privateigentum und daraus resultierend
(2) das Hausrecht sowie
(3) die Vertragsfreiheit

für schützenswerte Errungenschaften der westlichen Zivilisation oder finden Sie diese "barbarisch"?

Frank Martin und ich versuchen jetzt seit sechs Tagen vergeblich Ihnen darzulegen, dass das Kernproblem dieses Artikels nicht in Christentum vs. Homosexuellen-Rechte sondern in der Verwässerung von Eigentums- und Vertragsfeiheit besteht (wie bereits in der Überschrift des Artikels angesprochen!).

Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Niccolo.


Frank Martin, 26.01.2011 15:13
@Bernhard: Wenn das die Hotelbesitzer so für richtig halten, dann ist das nicht zu beanstanden. Ist ja ihr Hotel.
Homosexuelle diskriminieren mich auch. Das ist völlig normal und in Ordnung.


Bernhard, 26.01.2011 10:52
@ Frank Martin
Also können nur Eheleute ein Doppelzimmer mieten? Merken sie denn selbst auch wie absurd das ist was sie hier von sich geben? Natürlich kommt es auf die internen Gründe an, die sind ja die Ursache für die Diskriminierung.

Und wenn sie von Barbarei sprechen: Diskriminierung von Homosexuellen ist eine barbarei die wir überwinden werden (sicher nicht mit ihrere Hilfe).


Frank Martin, 26.01.2011 06:28
@Noah:
Eine "eingetragene Partnerschaft" ist nun einmal keine Ehe. Auf die rein internen Gründe der Hotelbesitzer für die Nichtvermietung kommt es allerdings nicht an.
@Bernhard:
Ich kann nicht erkennen, wie die Einschränkung des Eigentums als eine Weiterentwcklung gesehen werden kann. Dies mag allerdings derjenige, der eine Barbarei anstrebt, anders sehen. Und nein, so alternativlos, wie Sie die Menschenrechte beschreiben, sind sie durchaus nicht. Ohne "Menschenpflichten" sind sie ohnehin ein hohler Vogel.


Noah, 25.01.2011 09:42
Falsch Frank Martin, das Gastgeberpaar hat „freundlicherweise“ mitgeteilt, nicht an ein homosexuelles Paar ein einzelnes Zimmer vermieten zu wollen, welches diese sich zu teilen wünschten . Und dies wurde auch in der Gerichtsverhandlung durch die Beklagten bekräftigt und mit der Unvereinbarkeit hinsichtlich ihres Glaubens begründet.
Der Umstand einer nicht bestehenden Ehe, tatsächlich leben die Betroffenen in einer eingetragenen Partnerschaft, war wohl in diesem Fall nicht ursächlich für diese Ereignisse.


Bernhard, 24.01.2011 16:53
@ Frank Martin
gleiches muß dann ihrer Logig nach auch für das Christentum gelten, davon hatten ja weder ein Ägypter, ein Grieche, ein Sokrates, ein Plato oder ein Konfuzius je gehört!

Die Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte ist der einzige Weg um einen dauerhaften Frieden auf der Welt zu erlangen. Fremdenhass, Homnophobie und dergleichen sind sicher kein Weg, auch wenn sie im Deckmantel der Religion daher kommen.

Und falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist, es liegt im Wesen der Menschheit sich weiterzuentwickeln auch auf gesitigem und ethischem Gebiet. Was sie hier vertreten ist ein starres festhalten an längst als falsch, weil menschenverachtend, erkannten Sichtweisen. Wir leben auch nicht mehr in Höhlen, lassen uns nicht mehr von Sklaven bedienen, und essen nicht mehr auf dem Boden liegend.


Niccolo, 24.01.2011 15:28
Dieser Beitrag gibt meine Meinung ziemlich gut wieder:

http://gaywest.wordpress.com/2011/01/20/willkommen-im-kommunismus/

Und da sich die Autoren des Blogs selbst als schwul bezeichnen, sind Einwände wie: "Die NS-Zeit kehrt zurück" oder "die Papisten wollen eine globale Diktatur errichten" etc. ungültig.


Frank Martin, 24.01.2011 13:55
@Noah und Freigeist:
Die Beispiele von Niccolo und mir dienten nur der Illustration dessen, was wir als Hausrecht kennen. Der Hausherr braucht keine Rechtfertigung, keinen guten Grund dafür, jemanden nicht in seinem Hause zu empfangen oder ihn seines Hauses zu verweisen. In diesem Fall hat das Gastgeberpaar freundlicherweise mitgeteilt, daß es nicht bereit ist, Doppelzimmer an unverheiratete Paare zu vermieten. Das hätten sie nicht tun müssen, denn ihr Hausrecht besteht unabhängig von den Gründen, aus denen sie es anwenden. Ich weiß also nicht, was Sie mit ihren von falschen Voraussetzungen ausgehenden Fragen bezwecken wollen. In jedem Fall aber sind sie der Diskussion nicht förderlich.
@Bernhard: Demokratie und "Menschenrechte" sind freilich nicht mit dem Christentum vereinbar. Der Christ unterwirft sich nicht einer gewalttätigen Mehrheit, denn sein Herr ist Gott allein und er bildet sich auch nicht ein, Rechte zu haben, für deren Erfüllung andere zwangsweise zu solgen hätten.
Matthias Claudius hat dies bereits 1793 erkannt. Sein Artikel schließt mit dem Satz: "Auch die neugemachte Entdeckung der Menschenrechte selbst hat viel Unbegreifliches, und darin plan sich nicht finden kann. Gewesen sind, natürlich, diese Rechte seit Anfang der Welt; denn die ersten Menschen müssen sie doch wohl so gut gehabt haben, als die letzten. Also gewesen sind die Rechte seit Erschaffung der Welt. Und sie hätten sich so lange verborgen gehalten! Wären itzo allererst an den Tag gekommen! Und keiner von so vielen großen, weisen und weltberühmten Männern wäre darauf geraten! - Kein Ägypter! - Kein Grieche! - Nicht Sokrates! - Nicht Plato! - Nicht Konfuzius! - Nicht Newton! - Nicht Leibniz! - Keiner! -"
Im Kern: Die Behauptung von Menschenrechten ist ein über 200 Jahre alter billiger politischer Trick, dem zu erliegen viele sich unverdrossen Mühe geben.




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