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Senkt die neue Frauenquote Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit?
Weitere Themen: Wirtschaftspolitik

Frankreich will Unternehmen zu höherer Frauenquote verpflichten. Die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft wird dadurch sinken.

Frankreich will mit einer Quotenregelung mehr Frauen in Führungspositionen französischer Unternehmen bringen. Das hat die Nationalversammlung am Donnerstag beschlossen. Betroffen sind viele hundert börsennotierte Unternehmen. Bis in sechs Jahren soll der Anteil der Frauen in Führungspositionen auf über 40 Prozent steigen. Das neue Gesetz sieht bei Verstößen schmerzhafte Sanktionen für die Unternehmen vor.

Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hängt stark von der Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Führungskompetenz ihres Spitzenpersonals ab. Welche Eigenschaften und Qualitfikationen im Detail erforderlich sind, können die Unternehmen selbst am besten beurteilen. Personalentscheidungen sind in hohem Maße abhängig von spezifischen Gegebenheiten. So spielen Unternehmensstruktur, Märkte, Unternehmensgröße, Unternehmenskultur usw. eine wichtige Rolle. Die Personalentscheidungen werden unter Marktbedingungen regelmäßig so getroffen, dass die Auswahl bestmöglich zum Unternehmenserfolg beiträgt. Werden den Unternehmen in Personalangelegenheiten von außen zusätzliche, leistungsunabhängige Kriterien aufgezwängt, werden sich die Unternehmen sytematisch für weniger geeignete Kandidaten entscheiden. Denn die jeweils geeignetsten Kandidaten für eines Stelle werden immer dann diskriminiert werden, wenn sie genau dieses Kriterium nicht erfüllen - sprich, wenn sie männlich sind. Und das Geschlecht einer Person ist schließlich kein Kriterium, das per se dem Unternehmenserfolg zuträglich ist.

Durch die abzusehende häufige Benachteiligung guter männlicher Kandidaten kann das neue Gesetz nur dazu führen, dass die Managementqualität in französischen Unternehmen im Vergleich zur diskriminierungsfreien Personalauswahl abnimmt. Die zentralistisch orientierte Wirtschaftsregierung Frankreichs tut dem Standort damit keinen Gefallen. Ich hoffe, dass das Beispiel in Europa keine Schule macht. Leistungsfähige und qualifizierte Frauen, die für entsprechende Positionen aus Sicht der Unternehmenseigner in Frage kommen, können unter Marktbedingungen auch ohne eine solche Regelung Spitzenpositionen erreichen. Hilfreicher wäre es, Frauen unternehmensintern dazu zu motivieren, entsprechende Karrierewege einzuschlagen. Man hätte auch darauf warten können, bis die Unternehmen die vom französischen Industrieverband MEDEF vorgeschlagene freiwillige Quotenregelung umgesetzt hätten. Die Erreichung der Umsetzung wäre auch keine Utopie gewesen, weil die Einbindung von Frauen in Führungspositionen betriebswirtschaftliche Vorteile birgt. Um diese Erkenntnis in den Untehmen reifen zu lassen,  bräuchte man allerdings Zeit und Vertrauen in die Kräfte des Marktes - und daran scheint es zu mangeln.



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Kommentare (3)




 
  Kommentare (3)

Franklin, 18.01.2011 11:19
Zitat Dr. Sprich: "...weil die Einbindung von Frauen in Führungspositionen betriebswirtschaftliche Vorteile birgt."

Das ist ein oft gehörtes Argument der Quotenbefürworter. Gibt es stichhaltige Belege, die diese Aussage eindeutig stützen? Mir sind keine bekannt. Die berühmte McKinsey-Studie "Women Metter" ist nicht viel wert, da sie keine brauchbaren Aussagen liefert.


Katholik, 17.01.2011 12:10
@Elma Oberdörffer

Sehe ich auch so!


Elmar Oberdörffer, 16.01.2011 19:52
Eine solche Quotenregelung führt zwangsläufig zu einer Verletzung des in den Verfassungen der europäischen Staaten enthaltenen Verbots der Diskriminierung auf Grund von Geschlecht, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, etc.. Man kann wegen Frauenquote abgelehnten männlichen Bewerbern nur den Gang zum Verfassungsgericht und notfalls zum EU-Gericht für Menschenrechte anraten.


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