Wer sich für das Schachspiel interessiert, dem werden möglicherweise die Schwestern Zsuzsa, Zsófia und Judit Polgár ein Begriff sein. Alle drei gehören zu den besten Schachspielerinnen
der Welt. Außerdem beherrschen alle mehrere Sprachen – und alle drei wurden von ihrem Vater, dem ungarischen Psychologen und Pädagogen László Polgár zu Hause unterrichtet.
Laszlo Polgar wurde stark durch den amerikanischen Psychologen John B. Watson, dem Vater des Behaviorismus beeinflusst, und geht davon aus, dass Begabungen nicht angeboren sind, sondern anerzogen werden können. Er befasste sich schon früh mit den Biographien bekannter Genies wie Wolfgang Aamadeus Mozart oder Carl Friedrich Gauß und stellte fest, dass diese schon früh systematisch und intensiv gefördert wurden. Wie Mozart schon als Vierjähriger stundenlang am Klavier verbrachte, verbrachten auch die Polgar-Schwestern in diesem Alter schon einen Großteil ihres Tages mit Schach.
Nun deckt sich die reine Lehre des Behaviorismus nicht mit dem aktuellen Forschungsstand in Bezug auf Genetik und Hirnforschung, vielmehr ist mittlerweile weitgehend akzeptiert, dass sowohl angeborene als auch äußere Faktoren bei der menschlichen Entwicklung eine Rolle spielen.
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