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Martin Lohmann
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Offener Brief an Alice Schwarzer
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AllgemeinFamilie Liebe Alice, wir haben schon mehrfach gestritten, stets hart aber fair.
In grundsätzlichen Fragen blieb häufig ein grundsätzlicher Dissens. Beim Lebensrecht zum Beispiel. Das ist für mich eindeutig unteilbar und von Anfang bis zum natürlichen Ende gegeben. Ganz. Deshalb darf es weder Selektion wie bei der PID noch Tötung geborenen wie ungeborenen menschlichen Lebens geben. In anderen Fragen waren wir einig. Etwa, was einen ebenso fairen wie notwendigen Umgang mit der Kirche angesichts des Missbrauchsskandals betrifft. Einer muss ja mal diese plumpe Generalbeschuldigung durchbrechen und zur Unterscheidung mahnen, meintest Du nach einer Fernsehsendung, als ich Dir dankte.
Was Du aber jetzt mit unserer Familienministerin machst, enttäuscht mich schlichtweg. Du wütest gegen sie, reitest unfaire Attacken, diskreditierst sie. Und das nur, weil sie als junge und offenbar ziemlich aufgeklärte Frau Deinem Klischee nicht entspricht. Kristina Schröder outet sich als eigenständig denkende Persönlichkeit, die sich der Ideologie von Gender Mainstreaming nicht ergibt und der Diktatur des Relativismus nicht willenlos erliegt. Du sprichst ihr, nur weil sie Deinem Mentaldiktat nicht folgt, Kompetenz und Empathie für Frauen ab. Du degradierst sie zur Produzentin von Stammtisch-Parolen, weil sie das reaktionäre 68er Dogma nicht nachplappert und sich die Weitsicht leistet, Gleichwertigkeit nicht mit Gleichmacherei zu verwechseln.
Ehrlich gesagt: Dieses Dein Angriffsmuster ist doch einfach zu billig und entspricht nicht jener Intellektualität, die wir von einer Alice Schwarzer kennen oder kannten. Ich verstehe auch nicht, warum Du allen Ernstes meinst, eine 1977 geborene Frau - die Du als Jahrgang 1977 bezeichnest - habe kein Recht, sich kritisch über den frühen Feminismus zu äußern. Äußerst Du Dich eigentlich immer nur über Sachverhalte, die Du seit ihrer Entstehung miterlebst und begleitet hast? Wohl kaum. Ein kritischer und wacher Rückblick wäre dann ja generell nicht mehr geboten.
Mich hätte nachdenklich gemacht und vielleicht sogar überzeugen können, wenn Du statt schäumender Angriffslust saubere und erhellende Gegenargumente geliefert hättest. Wenn es die aber, was zu vermuten ist, nicht geben sollte - warum dann diese im Gewand der Empörung dokumentierte Beleidigung? Oder willst Du beweisen, dass es nichts anderes als im Grunde genommen sprachlose Ohnmacht ist, mit der jene auf kritische Anmerkungen reagieren, die ihrerseits das Kritikmonopol zu haben glauben? Das aber wäre ja auch eine mehr als interessante Nachricht.
Mit besten Grüßen und in der Vorfreude auf eine echte und argumentationsstarke Diskussion Martin Lohmann
Sprecher des AEK - Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU
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Kommentare (9)
Ebenherz, 15.11.2010 13:41
@Uschi Lender
Sie haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt.
Wissen Sie noch was Saddam Husseins erste Worte waren, als man ihn aus seinem Versteck hob? "Ich bin zu Verhandlungen bereit." (ha ha)
Wozu sollte man sich mit jemandem auseinander setzen, dessen Thesen von der Wirklichkeit widerlegt sind? Aus Freundlichkeit eventuell oder aus Respekt vor dem Alter?
Dann koennte man auch Uwe Seeler wieder ins Sportstudio holen. Der war wenigstens nicht so ein Stiefel.
Z. Klimowa, 15.11.2010 10:41
Leider hat anscheinend nur die Freie Welt von diesem Brief Notiz genommen.
Uschi Lender, 14.11.2010 21:32
@ Martin Lohmann
Zunächst einmal meine volle Verwunderung darüber,das Sie und Frau Alice Schwarzer offenbar auf Du und Du sind.Es scheint etwas wahres an den alten Sprüchen zu sein,wie "Gegensätze ziehen sich an" oder "Was sich neckt,das liebt sich".Wie auch immer.Wie Sie beide privat oder wie auch immer miteinander stehen mögen ist Ihre Sache und geht mich auch nichts an.Allerdings haben Sie beide wirklich eins gemeinsam:Sie beide sind unfähig,mit sachlicher Kritik umzugehen.Lieber Herr Lohmann,alles,was Sie Frau Schwarzer in diesem offenen Brief vorwerfen,ist doch im Grunde genau Ihr eigenes Problem.Oder wie haben Sie reagiert,als Ronny Pohle,Bundesgeschäftsführer der LSU es "wagte",den Papst zu kritisieren? Und wie reagieren Sie jetzt auf Thomas Krüger,Chef der Bundeszentrale für politische Bildung?Auf den Punkt genau wie Alice Schwarzer auf Kristina Schröder.Nur umgekehrt.Und wie würden Sie reagieren und sofort aufschreien,wenn irgendjemand den Papst aus Altersgründen zum Rücktritt auffordern würde??Oder alternde katholische Priester ala Laun,die sich ständig das Recht herausnehmen,jungen Leuten und Familien vorzuschreiben,wie sie zu leben haben? Sehen Sie ?! Aber mit einer "alten Frau" wie Alice Schwarzer kann man es immer wieder machen.Aber offenbar wollen Sie,Herr Lohmann, das auch nicht,sonst würden Sie sich nicht auf weitere faire Diskussionen mit ihr freuen,wie sie es selbst schreiben.Auch ich komme aus einer feministischen Familie und teile als jüngere Frau nicht alle Ansichten von Alice Schwarzer.Und doch würde ich sie unterstützen,wenn es hart auf hart kommen sollte.Aber ich glaube,ein bißchen mehr Entspannung auf beiden Seiten wäre viel wichtiger.Denn nur so kann man in die Zukunft gehen.
Gockeline, 14.11.2010 10:36
Nein,alle sagen der Feminismus sei abgelaufen!
Die Kinder der Feministinnen sitzen in guten Positionen und arbeiten am Gender Programm tüchtig mit!
Siehe EU Parlament!
Siehe in allen Parteien sitzen sie und wollen diese Ideologie durchsetzen.
Frau Schröder hat sich getraut laut ihre Meinung zu sagen und erntete promt einen Rüffel.
So kampflos geben Feministinnen nicht auf.
Es wird Zeit ,dass die jungen Frauen klar sagen,
was sie wollen und was nicht mehr!
Frau Schwarzer ist sauer ,weil sie merkt wie ihre Thesen weggeworfen werden wie Müll.
Wir brauchen keinen Feminismus,
wir brauchen Menschlichkeit.
Beim alten Feminismus hat sich nur die Macht verschoben.
Ebenherz, 13.11.2010 17:58
Man moege mir meine deutlichen Worte nachsehen.
Alice Schwarzer ist ja nun wirklich ein Fossil an dem nur noch fossile Medien festhalten. In selbigen konnte man letztens eine, nicht mehr zu verbergende, voran geschrittene Verbloedung dieser Dame konstatieren.
Der scharfe Kontrast der biologisch doch recht knackigen Frau Minister neben Frau Schwarzer, die man immer schon nur mit Augenzwinkern als 'Frau' bezeichnen konnte, mag sein uebriges getan haben.
Der Feminismus hat wichtiges geleistet, hat seinen Zenit aber seit langem ueberschritten. Was uebrig blieb, ist das frustrierte Gequake von irgendwelchen Mannweibern, welches nur noch fuer Erheiterung sorgt.
Klimax, 13.11.2010 12:24
Schwarzers Umgang mit Frau Schröder ist nicht enttäuschend, es sei denn man hätte sich eben über Frau Schwarzer bislang "getäuscht", dann hilft ihre neuerliche Entgleisung vielleicht, diese Täuschung zu beheben und damit im Sinne des Wortes zu "enttäuschen". Allerdings muß man sich vordem schon große Illusionen über diese Menschenfeindin gemacht haben, wenn man erst jetzt so langsam den Durchblick bekommt.
Feminismus braucht niemand, ausgenommen einige engstirnige Ideologinnen, die besser daran täten, auf einer fernen Südseeinsel ihre Wahnidee eines durchkontrollierten Matriarchats zu verwirklichen und den Rest der Menschheit in Frieden zu lassen.
Aberhallo!, 13.11.2010 10:21
Vom altmodischen Alice-Schwarzer-Feminismus darf man sich heute getrost verabschieden. So selbstbewusst sind Frauen inzwischen, dass sie einer Ideologie nicht mehr folgen, die ihnen vorschreibt, was sie zu ihrem Glück brauchen. Nicht breitschultrige Hosenanzüge, nicht Business rund um die Uhr, weder Karriere um jeden Preis noch Kind ohne Partner oder gar eine Frauenquote sind das optimale Ziel aller Frauen. Das sieht selbst unsere Familienministerin so. Denn, sie ist jung und nicht so verbohrt wie ihre „Altvorder-innen“. Sie gibt zu, dass viele Frauen in Partnerschaft und Familie ihr Glück finden wollen und ihre Karriere hintanstellen, bis die Kinder flügge sind. Getragen werden sie durch die Gewissheit, ihren Kindern ihr Wertvollstes geschenkt zu haben, ihre Nähe und Präsenz. Solche Frauen sind aber keineswegs Exoten, wie uns die Feministinnen weismachen wollen, sondern sie finden Rückhalt in der europäischen Vereinigung: New Women For Europe ( NWFE ) mit über 500 000 Mitgliedern, die sich für den Erhalt der traditionellen Familie, das Wohlergehen von Frauen und ihre unersetzliche Rolle in der Gesellschaft einsetzen.
Felizitas Küble, 13.11.2010 09:20
Dieser Brief ist klar, offen, fair und treffsicher.
Die Zeit des Feminismus ist nicht abgelaufen, sondern per Gender-Mainstreaming sogar noch verschärft worden.
Setzen wir uns also mit diesen aktuellen Themen auseinander.
Gut, daß Lohmann am Ball bleibt!
Susanne, 13.11.2010 07:04
Dieser Brief ist überflüssig. Die Zeit der Alt-Feministin ist abgelaufen. Setzen wir uns mit den wichtigen Leuten auseinander.
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