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17.05.2012
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     Ferdinand Knauß
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Alice Schwarzer exkommuniziert Kristina Schröder
Weitere Themen: Allgemein, Familie

Alice Schwarzers Magazin "Emma" lesen zwar nur wenige (nach eigenen Angaben etwa 43 000), aber die Herausgeberin und unbestrittene Oberfeministin Deutschlands hat es trotzdem erneut geschafft, sich ins Rampenlicht zu bugsieren. Ihr bei "Bild" zitierter offener Brief an die Frauen-(und Familien)ministerin Kristina Schröder ist eine wutschnaubende Beschimpfungskanonade, die die Absenderin eher diskreditiert als die Empfängerin.
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Das Spiegel-Interview der Ministerin hat mich nicht sonderlich überrascht. Dass sie keine typische Feministin  ist, war schon bekannt. Beachtlich ist ihre offene Zurückweisung des De-Beauvoir-Postulats: "Man wird nicht als Frau geboren, man wird es." Sie sagt: "Dass das Geschlecht nichts mit Biologie zu tun hat, sondern nur von der Umwelt geschaffen wird - das hat mich schon als Schülerin nicht überzeugt."

In den Augen des Standard-Feminismus ist die Absage an diesen Glaubenssatz die reine Blasphemie. Die Ministerin begeht dadurch für Schwarzer einen Verrat. So groß ist Schwarzers Wut darüber, dass sie die Ministerin persönlich beleidigt: "Was immer die Motive der Kanzlerin gewesen sein mögen, ausgerechnet Sie zur Frauen- und Familienministerin zu ernennen – die Kompetenz und Empathie für Frauen kann es nicht gewesen sein." Dieser Satz ist aufschlussreich über Schwarzers Denken: Kompetenz für Frauen kann also nur eine bekennende Feministin haben? Der Begriff Empathie in diesem Zusammenhang ist absurd: Schröder ist schließlich selbst eine Frau und davon abgesehen ist es zweifelhaft, ob es ein generelles Einfühlungsvermögen in die Psyche der Hälfte der Menschheit überhaupt geben kann.

Am Schluss des Briefes lässt Schwarzer alle Höflichkeit fahren: "Ich halte Sie für einen hoffnungslosen Fall. Schlicht ungeeignet."  

Der Gipfel ist aber, dass sie der Ministerin "als Jahrgang 1977" das Recht abspricht, "Stammtisch-Parolen zu reproduzieren" über den "frühen Feminismus". Mit letzterem fühlt sich Schwarzer naheliegenderweise weitgehend identisch. Aber das Recht auf freie Meinungsäußerung, also auch auf "Stammtischparolen" gilt auch für Ministerinnen.
Zumal Schwarzer selbst nicht mit den Parolen der feministischen Stammtische geizt: "Vielleicht sollten Sie Presse-Sprecherin der neuen, alten so medienwirksam agierenden, rechtskonservativen Männerbünde und ihrer Sympathisanten werden."


Schwarzer hätte ein wenig mehr Zurückhaltung und Kritikfähigkeit gut getan. Vor allem da Schröder sie im Spiegel durchaus respektvoll behandelt. Sie bezeichente Schwarzers Bücher immerhin als "sehr lesenwert".



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Kommentare (6)




 
  Kommentare (6)

Markus, 12.11.2010 11:04
Es ist ganz einfach mit der Alice: getroffene Hunde bellen.

Beobachter, 12.11.2010 00:48
Wer so aussieht, wie Emma, sollte sich tunlichst verstecken und nicht seinen Männerfrust und seine Wut an der Umwelt auslassen. Es ist unerträglich. Das gilt um so mehr für Ihre BILD-Attacken gegen Kachelmann, den sie von Anfang an vorverurteilt hat.

pirat, 11.11.2010 20:49
Im Baugewerbe, im Stahlwerk gibt es die harten Männer und im Bildungsbereich, in der Dienstleistung tja da ist manchmal "Weiberwirtschaft".

Aber vorsicht, die Frauen wissen, dass die echt harten, coolen ...wirklich tollen... Männer manchmal leider schwul sind
und umgedreht werden Männer in der Zukunft zwangsläufig eine Rolle im Bildungssektor sowie im Pflegebereich einnehmen müssen.

episch betrachtet heißt das:

Die Welt ist eine Bühne und alle Männer und Frauen spielen nur eine Rolle im Strom der Zeit, der uns blühen und vergehen lässt.

Die Beziehung zwischen Mann und Frau kann gut als Projekt angesehen werden.

Dazu braucht es
1. kompromissbereites Auftreten
2. aber stets auch das Belassen der natürlichen An-Reize: der Mann ist der Beschützer und der Poet - die Frau ist die Muße und die Prinzessin)

mal eine andere Frage - Was ist schlimmer für das Bestehen einer längeren Partnerschaft? Ausschließlich emotional (Eifersucht) oder ausschließlich rational (Kontrolle)
zu agieren?

ich bin ein MANN,
Ich kann nicht eine Lusche sein.
Ich öffne IHR die Tür,
hoffe dass es IHR gefällt,
...und bitte Sie herein...


Randroid, 11.11.2010 19:48
Ein größeres Kompliment als eine derartige Abfuhr von Frau Schwarzer kann man sich eigentlich kaum vorstellen.

Kuhla, 11.11.2010 15:31
Sie sind ein Mann.Was meinen Sie wieviel Männer es gibt, die Ihren, für mich voll stimmigen, Blog lesen? Ich habe die Befürchtung, dass für einen Gutteil der Männer das ein "Frauen-Gedöns" ist. Und wenn nicht, die "anderen" Männer schlicht und ergreifend meinen: wo ist eigentlich das Problem? Eigentlich haben diese Männer recht. Sollten nicht wir als Männer, mit unseren noch immer demokratischen Mehrheiten(!), eine Allianz mit den noch nicht gegenderten Frauen (die Mehrheit) eingehen? Ein neues Miteinander zwischen Frau UND Mann tut not.Das Wollen ist wichtig, das "wie" kommt später.

Gockeline, 11.11.2010 15:21
Frau Schwarzer hat man zuviel Freiraum geschaffen für ihre Thesen.
Sie wurde in allen Medien auf einen Feministinnentron gesetzt.
Wie sie überlebt hat mit einer Zeitung die nur Kriegerfemnistinnen lesen ist mir schleierhaft.
Frau Schröder hat nicht unanständiges gesagt.
Sie hat ihre Meinung vertreten wie Frau Schwarzer auch.
Frau Schwrzer reagiert heute überempfindlich,
weil die jungen Frauen nicht so denken wie sie es für die Zukunft wollte.
Diese Frauen gehen ihren Weg und nicht den vorgekauten Weg der Frau Schwarzer.



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