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     Maria Steuer
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Über die Einbildung der Bildung (für unter Dreijährige)
Weitere Themen: Allgemein, Bildung, Familie

Die Glorifizierung der frühkindlichen Bildung wird immer abstruser. Schon die dritte Familienministerin rühmt den vermeintlich positiven Effekt dieses nebulösen Instrumentes. Fast jede veröffentlichte Studie muß herhalten: egal was untersucht wurde, egal welche Ergebnisse, immer ist das Resümee: wie gut, daß wir die frühkindliche Bildung haben, wir sollten noch mehr Geld in den Krippenausbau stecken!!!

Auch die grade erschienene Shell-Studie muß dafür herhalten: Aus der Biografie-Sammlung der Shell-Studie, daß schlechte Startchancen auf Grund der sozialen Herkunft wettgemacht werden könnten, zieht Frau Schröder jubelnd den Schluß: „Frühkindliche Bildung ist der Grundstein für Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Hat die Shell-Studie diesen Einfluß untersucht? Wurden die soziale Herkunft und die Dauer eines Krippenbesuches unter drei Jahren in Zusammenhang gebracht und konnten so viele Fälle gefunden werden, daß die Zahl statistisch relevant ist und wenn, wurde auch der Einfluß des elterlichen Verhaltens mit berücksichtigt in der Studie? Wurde gefragt, wie die soziale Herkunft wettgemacht wurde? Auf den Internetseiten der Shellstudie läßt sich auch nach intensivem Suchen nichts dazu finden.

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Warum auch? Gejubelt würde bestimmt auch so.

Mir jedenfalls geht es eher, wie den Menschen in dem Märchen von des „Kaisers neuen Kleidern“. Ich scheine nicht befähigt zu sein, die positiven Effekte frühkindlicher Bildung sehen zu dürfen. 

Jedes Kind, egal ob arm, mit Migrantionshintergrund oder aus bildungsnahen Schichten, hat in den ersten drei Lebensjahren das Recht, bedingungslos geliebt zu werden und sich einzigartig zu fühlen, und zwar vierundzwanzig Stunden am Tag, von der Mama, dem Papa, den Großeltern, den Freunden. Jedes Kind sollte seine Muttersprache lernen dürfen – die Landessprache kann man mit über drei noch lange genug lernen.

Wenn wir aufhören, Kindern dieses Recht auf seine Eltern und deren Liebe zu geben, und sie mit Ersatzgefühlen in Kindertagesstätten aufwachsen lassen, dann werden in fünfzehn Jahren, wie übrigens in allen anderen Krippenländern auch, die psychischen Erkrankungen der Jugendlichen exponentiell zunehmen. Vielleicht finden die Befürworter der frühkindlichen Bildung es ja ok: wenn schon Psychiatrie, dann aber mit Schulabschluß! 

Ach ja, da war doch noch was: ich warte nur noch auf die Aussage, daß die Zunahme der Bedeutung der Familie (in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität) auf das Elterngeld und den Krippenausbau zurückzuführen ist: warten wir es ab!!



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Kommentare (6)




 
  Kommentare (6)

Maggie1978, 29.10.2010 13:08
Erstmal muss man wissen, was mit Bildung gemeint ist. Ich habe in letzter Zeit selber festgestellt, Eltern ihre Kinder wirklich lieber selber erziehen, als sie in andere Hände zu geben. Das ist meiner Meinung auch recht löblich. Leider klappt das nicht immer aus welchen Gründen auch immer. Aber statt kleine Kinder in Kitas abzuschieben, wäre es doch eher angebracht, wenn sich Tagesmütter oder Kinderbetreuerinnen entweder im Haushalt der Erziehungsberichtigten oder im Haushalt der Tagesmutter, um die Kinder kümmern. So wachsen trotzdem "familiennah" auf und haben eine neue Bezugsperson statt vieler in einer Kita. Zurück zur Bildung: Kinder sind von sich aus neugierig und wissbegierig und erforschen ihre Umwelt im Alltag. Das beginnt schon im Mutterleib. Sie neugierig und wissensdurstig zu halten, ist die andere Kunst. Das geht nur, wenn man ihnen auf ihre vielen Fragen gute Antworten liefert oder auch mit ihnen zusammen auf Antwortsuche geht. Was natürlich auch wichtig ist, die Kinder in Ruhe spielen zu lassen. So lerenen sie auch eine Menge. Und sobald Kinder an irgendetwas Interesse zeigen, sollte man sie fördern so gut es geht und egal in welchem Alter. DAS ist meine Meinung nach Bildung.

Trudel, 21.09.2010 11:31
Bei dem ganzen Gerede um "früh"kindliche "Bildung" reden wir darüber, aus dem Kind "was zu machen", das unseren Vorstellungen entspricht! Immer noch mehr von aussen einwirken ohne der Autonomie eines Kindes den erforderlichen Rahmen zu geben.... Wir wundern uns aber nicht, wenn der "Druck", den wir damit auf die Kleinen ausüben, irgendwann mal in Amoklauf, Mobbing, Suchtverhalten, Burnout, Krankheiten vielerlei Art..... endet! Wen interessiert dann schon, wo das alles mal angefangen hat! "Reissen" wir nur weiter "Löcher" auf mit dem, was Kinder können/müssen/sollen (fast nicht mehr nur dürfen), um diese dann irgendwie wieder "zu stopfen", wenn die Auswirkungen "irgendwann" mal eskalieren!

babsi, 16.09.2010 16:58
Sie verwirren, nicht ich! Ich habe mal gegoogelt und Frau Schröder hat tatsächlich gesagt:
Laut Schröder bestätigt die Studie, dass die frühkindliche Bildung "der Grundstein für Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten" ist.
zu finden auf tagesschau.de!!
Wer verwirrt hier?


Z. Klimowa, 16.09.2010 10:19
@babsi
Tragen Sie nicht auch noch zur Verwirrung bei: Auch Sie spekulieren und unterstellen, dass Schröder das meint. Fakt ist: sie hat das bei der Vorstellung der Studie nicht gesagt. Ich halte mich an die Fakten.


babsi, 16.09.2010 08:53
frühkindlich meint frühe Kindheit und die meint den Zeitraum der ersten drei Jahre, was denn sonst?

Z. Klimowa, 15.09.2010 17:29
Moment, trotz aller Vorbehalte: Schröder hat zwar Unfug geredet, als sie frühkindliche Bildung als Grundstein für gleiche Aufstiegschancen verkaufte, was sicher mit ihrer Jugend und ihrem noch unausgereiftem Horizont zusammenhängt, wenn solchen Unsinn verbreitet, sie hat aber (zumindest bei der Vorstellung der Studie)nicht gesagt, dass sie mit frühkindlicher Bildung die Bildung unterhalb von drei Jahren meint. Soviel Dummheit sollte man ihr vielleicht nicht unterstellen und sich ausgerechnet an diesem Punkt festbeißen.


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