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Kommentare (18)
Bluetech, 10.09.2010 11:12
@Frank Martin
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Die Marktreife eines Produktes erweist sich in seinen Umsatzzahlen. Ein Gesetz, das Leuten für nichts zwangsweise das Geld aus den Taschen zieht, "bewährt" sich nur für seine Profiteure. Es muß also schon aus diesem Grunde gestrichen werden."
Aus der Studie, die der Einspeiseneuregelung zum 01.07.2010 der Photovoltaik zugrunde liegt, geht hervor, dass momentan eine kWh PV-Strom vom Dach (privates Aufdach bis 5 kW)etwas über 30 Cent kostet. Das ist schon benerkenswert, angesichts dessen, dass sich der Preis Anfang 2007 noch bei 54 Cent befunden hat.
Dass die Photovoltaik weitergefödert werden sollte bis diese für den PRIVATKUNDEN (das gilt nicht für Solarparks - die liegen bei 22 CEnt Stromgestehungskosten, welches bei 8 Cent kWh-Preis an der Strombörse ein Irsinn sind)als attraktive Alternative und dezentrale Enbergieversorgung zur Verfügung steht, ist für mich ein wichtiger Schritt für die Zukunft und seine "Kosten" wert. Zur Erläuterung, wir reden von 1,2 Cent pro kWh Mehrkosten durch das EEG (hier stecken u.a. aber auch 27 Gigawatt Wind)heute und einen maximalen Anstieg auf knapp 2 Cent. Umfragen zu Folge sind die Verbraucher sogar bereit bis zu 10% Teuerungsrate der Strompreise für die Entwicklung der Erneuerbaren in Kauf zu nehmen ( - weil sie sich davon für kommende Generationen etwas versprechen. und im Gegensatz zum Erbe des maroden Rentensystem, sind die 2 Cent Strompreiserhöhung für die Aussicht auf eneuerbaren Strom auch vertretbar für die Zukunft).
Was spricht für mich gegen das EEG?
Wenn bis zu 2/3 des globalen Zubaus von Photovoltaik in Deutschland stattfindet, dann beteiligen sich die Staaten für die die Photovoltaik langfristig sinnmacht (Länder mit über 1600 Sonnenstunden im Jahr - für die PV eine echte Aletrnative zur Stromgewinnung und Stromversorgung spielt) nicht im ausreichenden Maße an der Entwicklung dieser Technologien.
In deutschland wird PV immer nur eine untergeordnete Rolle spielen und als dezentrale Stromquelle (Stichwort: Eigenverbrauch) das Netz entlasten und die Menschen Strombewusster machen. Hierfür reicht eine direkte einmalige Subvention um die Kaufentscheidung zu beeinflussen.
Aufgrund der momentanen Lage ist Photovoltaik eine Finanzanlage geworden
und erlebt nur deshalb diesen Hype. Da reichen schon ein paar wenige prozentpunkze weniger an Rendite und die Institutzioenellen Anleger wandern ins Ausland (wie es momentan der Fall ist - es werden faktisch keine Großanlagen mehr in Deutschland gebaut, die großen Finanzinvestoren bauen/kaufen jetzt bereits die Solarparks in Italien. Hier hat der Sondervergütungsrückgang vom 01. Juli schon seine Wirkung gezeigt. Genauso, wie dass sich im Moment kleine Anlagen bis 5kW nicht mehr rechnen. Was hier von der Politik eindeutig unterschätzt wurde ist, dass die Preisaggressivität der chinesischen Hersteller auf Pump war, denn die Module sind alle unter herstellungskosten in den Markt geworfen worden um diesen an sich zu reißen. Zweitens wurde das starke Euro-Dollar verhältnis nicht berücksichtigt, das Ende letzten Jahres vorherschte nicht beachtet. Momentan haben wir wieder den gleichen Preis für asiatische Module wie Ende 2009, nur die Einspeisevergütung ist 26% geringer.
@Klaus Ermecke
Bei Wind gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Ich behaupte sogar, dass die Off-Shore Pläne für Terrawatt-Windparks in der Nordsee ein Eingriff in die Natur mit sehr unbekannten Risiko ist, über dessen Folgen sich ähnlich wie im aktuellen Fall BP keiner vorher ausreichend Gedanken zu machen scheint.
Und ineffizient vom Standpunkt der Stromgestehungskosten her ist es allemal. Das perverse hier ist, dass die Betreiber dieser Windparks die Stromgesellschaften selber sind.
Klaus Ermecke, 08.09.2010 11:25
Wenn man einige der Kommentare hier liest, kann man ob der darin geäußerten Naivität und Unkenntnis nur den Kopf schütteln! "Bluetech" verkündet hier sinngemäß, Subventionen sollten die "Marktreife" von Windrädern zu erreichen helfen. Aber Windräder gab es schon in der Frühgeschichte, oder zumindest der Antike, und dann wurden sie zu Anfang der frühen Neuzeit abgeschafft, weil sie es über Tausende von Jahren nicht geschafft hatten, "marktreif" zu werden. Anders ausgedrückt: diese archaische Notlösung wurde vom Markt ausgemerzt, als neue unterbrechungsfrei und planbar nutzbare Energieformen verfügbar wurden!
Kann man Windmühlen technisch verbessern? Ja, zweifellos, aber diese Fragestellung ist falsch, weil sie vom Grundprobelm ablenkt. Das Grundproblem ist der Wind, der zur zeitweilig weht und nicht planbar ist. Deshalb sind Windräder als Kraftwerke für den Betrieb von Stromnetzen FUNDAMENTAL ungeeignet: jetzt ebenso wie in 10, 50 und 100 Jahren. Das Gleiche gilt für die Fotovoltaik. Wir müssen uns der tatsache stellen, daß in Deutschland - getrieben von halbgebildeten Ideologien und der ihnen zugestandenen politischen Macht - Hunderte von Milliarden fehlinvestiert wurden. Damit hätte man die gesamte Stromversorgung auf konkurrenzlos billige und zuverlässige Kernenergie umrüsten können. Das wurde unterlassen, und deshalb ist Strom heute teuer, und er wird immer noch teurer. Der Ökowahn hat Deutschland inzwischen mehr Ressourcen gekostet als ein kleiner Krieg. Es wird Zeit, daß dieses Tollhaus endet.
Frank Martin, 08.09.2010 09:03
...sprechen.
Frank Martin, 08.09.2010 09:01
@Bluetech:
Schön, daß Sie sich auf's Argumentieren verlegt haben.
Die Marktreife eines Produktes erweist sich in seinen Umsatzzahlen. Ein Gesetz, das Leuten für nichts zwangsweise das Geld aus den Taschen zieht, "bewährt" sich nur für seine Profiteure. Es muß also schon aus diesem Grunde gestrichen werden.
Wenn, wie sie andeuten, die unrentable Solarindustrie hierzulande nur noch von den Hoffnungen ebenfalls wackeliger Banken gehalten wird, wird es Zeit, den Stecker zu ziehen, um die Fallhöhe nicht weiter zu erhöhen. Die Chancen der von der Forschung hinterlassenen Technologien können auch ohne die gescheiterten Solarunternehmen genutzt werden.
Und selbstverständlich können Erwartungen nicht immer eintreffen. Dafür sollte man vorsorgen. Wer das nicht leisten kann, scheitert an solchen normalen Wechselfällen des Lebens.
Was also könnte noch noch für die Beibehaltung des EEG?
Bluetech, 08.09.2010 07:28
@Frank Martin
.... ? .... Welch wissensreicher Kommentar, danke.
@Freigeist
Zu Ihrer Information, es gibt keine Solarmodulhersteller, die nicht komplett überschuldet sind. Also von großen Gewinnen, wie sie durch die Subventionierung der fossilen Energiegestehung (Steinkohle, Kernenergie - wenn die Kernkraftwerke nicht für die Entsorgung aufkommen müssen ist dies auch eine versteckte Subvention) alljährlich verbucht werden ist die Solarbranche weit entfernt. Firmen wie Conergy, Q-Cells und Co liegen von der finanzanalytischen Betrachtung her bereits im Sarg nur macht keiner der Banken, die sowohl Kreditgeber wie auch inzwischen Eigentümer sind den Deckel drauf.
@ Dr. Peters
Sie haben Recht, wir sollten uns nicht über die Definition von Subventionen unterhalten, sondern ob es noch angebracht ist, die Subvention für die Solaenergie weiter fortzuführen. Hat die Photovoltaik Marktreife oder nicht, das ist doch die Frage. In Ihren Augen hat sie diese schon, jedoch sind die Flecken auf der Erde, an denen die Vorrausetzungen (hoher Strompreis, hohe Sonneneinstrahlung...) für einen unsubventionierten Einsatz gegeben sind noch sehr wenige. Hawaii wäre zum Beispiel ein Kandidat dafür.
Die Photovoltaik hat in den letzten 2 Jahren eine rasante Preisrally an den Tag gelegt und ist nun der Marktreife um Welten näher gekommen, jedoch wie Sie wissen spielt Timing, wie bei so vielem im Leben eine entscheidende Rolle. Würde man der deutschen PV Förderung jetzt den Stecker ziehen, so würden jüngsten Entwicklungen (Dünnschicht ist eine Technologie mit extrem hohen Potential, da kostengünstig, ressourcenschonend flexibel einsetzbar) im Keime ersticken, bzw andere Länder (hier sehe ich vorallem die USA) würden hier das Zepter übernehmen, welches sich die BRD über Jahrzehnte F&E erarbeitet hat.
Das EEG hat sich bewährt und sollte nicht verteufelt werden. Daher wird es in mehr und mehr Staaten kopiert.
Wenn Sie also sagen, dass mit dem EEG der Betrieb und nicht die Forschung und Entwicklung gefördert werden, dann haben Sie leider nicht korrekt verstanden:
Das EEG subventioniert in Form eines Umlageverfahrens den Kauf des Produktes, indem es einen sicheren Investionshorizont von 20 Jahren in Aussicht stellt, richtig. Doch Kern dieses Gesetzes ist die ebenfalls festgelegte Degression der Vergütungssätze und damit der Druck zur Kostensenkung mitverankert. Nun ist innerhalb der letzten 2 Jahre dieser Preis, wegen asiatischer Konkurrenz gepaart mit einem schwachen Dollar stärker gefallen, als zu erwarten war, das hat diese hohen Renditen, von denen man in der Presse lesen konnte ermöglicht. Die Konsolidierung des Marktes hat bereits eingesetzt, die Preise für asiatische Module steigen, trotz gefallener Einspeisevergütung und die Produktion deutscher Solarunternehmen wird komplett dorthin verlegt.
Ich bin der Meinung man kann und sollte das EEG in seiner Form noch ein bis 2 Jahre weiterlaufen lassen. Panik vor zu großen finanziellen Belastungen sind unberechtigt, da ja über die verlängerten Laufzeiten der Kernkraftwerke der Strompreis mittelfristig billiger werden muss.
Nach den 2 Jahren kann gut und gerne auf eine direkte Subvention von bestimmten Analgengrößen, wie private Dachanlagen, Indachlösungen und Energiedächer umgestellt werden, aber Solarkraftwerke mit Megawattgröße sind in Deutschland ineffizient und sollten nicht mehr gefördert werden.
Oz74, 07.09.2010 19:39
An Klaus Peter Krause:
Danke für Ihre rege publizistische Arbeit! Ich schätze Ihre Beiträge, weil sie kompetent, moderat und verständlich sind. Eine immer wieder willkommene Lektüre!
Klaus Peter Krause, 07.09.2010 12:05
Zu „Bluetech“: Ihnen ist offensichtlich der Unterschied zwischen „Subventionen für Forschung und Entwicklung“ und „Subventionen zum laufenden Betrieb“ nicht klar. Die erste Gruppe ist vertretbar und teils notwendig (wie z.B. die Krebsforschung), die zweite nicht. Stromgewinnung aus Windkraft und Fotovoltaik sind seit langem marktreif, eine weitere Subventionierung völlig verfehlt. Über das EEG findet sie trotzdem weiter statt: Jede neue Anlage bekommt die Abnahmegarantie und den staatlich garantierten Preis für diesen Strom auf zwanzig Jahre gesetzlich zugesichert. Das ist in der Agrarpolitik noch nicht einmal der Bauern-Lobby gelungen.
Sie betreiben Wortklauberei. Ich nenne „direkte“ Subventionen „offene“ oder „offen ausgewiesene“ Subventionen und „indirekte“ Subventionen sind für mich „versteckte“ Subventionen, denn meine Begriffe soll jedermann verstehen. Was Sie als „populistisch“ diffamieren, nenne ich „allgemeinverständlich“. Mit mangelnden „volkswirtschaftlichen Allgemeinwissen“ hat das nicht ein bisschen zu tun, ganz abgesehen davon, dass ich promovierter Volkswirt bin.
Übrigens müssen „Steuererlass, Steuerbefreiung, Steuerermäßigung, Steuerbegünstigung“ nicht in jedem Fall Subventionen sein, sondern sind dann sachlich geboten, weil die in solchen Fällen
sonst zu hohe Steuerlast das Belastbarkeitsprinzip verletzen würde. Dieses Prinzip gilt für alle Bürger, also auch für mich, und daher nehme auch ich es als Selbstverständlichkeit in Anspruch.
Freigeist, 07.09.2010 11:35
Egal, ob Kernkraft oder Strom aus Erneuerbaren.
Beide Läger müssen Profit machen. Profitgier zu verteufeln ist unsinnig. Mittels Wettbewerb kann dem schnell ein Ende gesetzt werden. Ich bin für die Entwicklung der Erneuerbaren, da ich stark steigende Primärenergiepreise befürchte. Ich sehe jedoch auch ganz klar, wie "profitgierig" die Solarmodulhersteller waren, da die Politiker unfähig waren, die Einspeisevergütungen schnell zu senken.
Klaus Peter Krause, 07.09.2010 11:14
Zu „minden“ und zu „Sasch Müller“: Ich habe mir jenen von Ihnen genannten Youtube-Beitrag angeschaut. Was Ihnen Herr Oberdörffer dazu entgegenhält, ist auch meine Entgegnung. Ohnehin sind die in dem Youtube-Beitrag genannten Zahlen nicht belegt; erst wenn die Quellen dafür genannt werden, ist überprüfbar, was an ihnen stimmt und was nicht, erst dann wird sich zeigen, was davon wirklich „Fakten“ sind. Im übrigen: Abwertende Äußerungen ad personam sind keine Argumente.
Frank Martin, 07.09.2010 08:51
@Bluetech:
Es ist müßig, uns hier mit ihrem Politlatein zu langweilen. Subventionen dienen nicht einem imaginären Allgemeinwohl, sondern denen, die damit hantieren dürfen. Und nein, wer vom Fiskus verschont bleibt, wird von diesem nicht unterhalten.
Lesen Sie und lernen sie, dann müssen Sie sich auch nicht mehr hinter einem Nick verstecken.
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