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Matthäi am Letzten!
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An diesen 2. September 2010 werden wir uns noch lange erinnern: als den Tag, an dem der Artikel 5 unseres Grundgesetzes endgültig Schaden genommen hat!

Nun schmeißen sie ihn also raus. Kein Pardon für den Außenseiter! Sarrazin hat den Bogen überspannt, die Kanzlerin hatte den Daumen gesenkt, was schert unsere Meinungsdiktatoren noch die Meinungsfreiheit.  

Weg mit ihm, aus den Augen, schreit die Parteien- und Medienkammerilla. Und die willfährigen Diener gehorchen. Das Ende ist ebenso vorhersehbar wie unfassbar: Sarrazin wird von seinem Arbeitgeber Bundesbank geschasst. Dass damit das ehedem sorgsam gehütete Gesetz der Unabhängigkeit der Bundesbank mit über die Wupper geht, darf jetzt nicht stören. Zudem: der Chef-Banker Weber will ja noch was werden, EZB-Präsident nämlich und damit hat die Kanzlerin ihn in der Hand. Der frisst ihr aus derselben, für ein läppisches Amt.

Und der andere beteiligte Gummimann tut ebenso beflissen, wie ihm geheißen: abberufen kann den Störenfried nur der Bundespräsident. Dieser hatte sich am gleichen Tag vor der Entscheidung der Bundesbanker bereits als gehorsamer Diener seiner Herrin im Kanzleramt gezeigt und in einem Fernsehinterview(!) den Bundesbankern carte blanche gegeben: „Ich glaube, dass jetzt der Vorstand der Deutschen Bundesbank schon einiges tun kann, damit die Diskussion Deutschland nicht schadet - vor allem auch international." Vulgo: macht nur, an mir wird der Wunsch der Kanzlerin nicht scheitern.

Und diese setzt mit ihrer Reaktion dem Ganzen die Krone auf: „Die Bundeskanzlerin hat die unabhängige Entscheidung des Bundesbankvorstandes mit großem Respekt zur Kenntnis genommen." Es ist unglaublich, aber wahr: der Comment der political correctness ist wichtiger als die erdrückende Mehrheit der Bürger, die die Thesen des Herrn Sarrazin diskutiert sehen möchte, die sich in vielem, was er schreibt, wiederfindet.

 

Die Politik wird sich an diesen Tag ebenfalls noch lange erinnern: als den, an dem sie dem Souverän, ihrem Auftraggeber, kalt lächelnd den Laufpass gegeben hat. Jetzt sind wir dran, alle, es ist Matthäi am Letzten!

 



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Kommentare (9)




 
  Kommentare (9)

Hans von Atzigen, 06.09.2010 16:03
Die an den Schalthebeln der Macht sitzenden sind doch innzwischen innsgeheim geradezu glücklich, über jeden Sarrazin.
Das lenkt ab vom fundamental brennenden Thema,aktuelle Gesamtwirtschaftliche Lage.
Denn da herscht immer noch Ratlosikeit vermischt mit der fagen Hoffnung das sich die Sache irgendwie so ganz von selbst regelt.
Währe mal interessant zu erfahren was ein Sarrazin zu dem Thema zu sagen hätte?
Na ja zu dem Thema durfte der sich natürlich nicht eussern,denn damit hätte der ganz offensichtlich seinen Arbeitsvertrag verletzt.
Der Sarrazin könnte noch interessant werden.
In Frankreich sind einige bestimmt glücklich,damit ist die Roma-Geschichte vorerst vom Medientisch.


Z. Klimowa, 05.09.2010 17:52
Second Eleven 9/2 könnte die Geburtsstunde einer neuen Partei, der Deutschen Bürgerpartei sein, wenn Sarrazin wollte.

Esra Nord, 03.09.2010 21:54
@Rainer Mundt

Ich habe das Buch komplett gelesen (ich gehörte zu den Vorbestellern bei einem allseits bekannten Internet-Versandbuchhändler), und es ist komplett unter Art. 5 GG zu stellen - es enthält wirklich nichts Anstößiges!! Insbesondere die StGB-§130-Keule ist völlig fehl am Platze. Was einige Damen und Herren erzürnen dürfte, ist die satirische Zukunftsprojektion zum Schluß des Buches - die ist wirklich gelungen...


pirat, 03.09.2010 20:14
1. Hier wird doch öffentlich diskutiert. Ich kann keine Einschränkung der Meinungsfreiheit erkennen.

2. Was der Adel mit dem Bürgertum zu hat, versteh ich nicht. Ich kenn nur die traditionelle Unterscheidung zwischen Bürgertum, Adel und Klerus, wobei letztere erst zur Ökonomisierung gezwungen werden mussten (Adel und Klerus waren und sind standesgemäß sozialistische Menschen - nur halt nicht sozialistisch zu ihrem eigenen Volk)


Bürgerlich, 03.09.2010 13:15
Wo bleiben hier eigentlich die Klassenkämpfer, die sonst dem Prinz von Croy mit dummen Kommentaren beschwatzen? Mit Klassenkampfparolen gegen Rassenkampfparolen-Diskutanten. Waer doch mal wieder hübsch.

Gast, 03.09.2010 12:00
Tabu: = Sprachverbot: Für die gleichgeschalteten linkslastigen Medien sind alle Menschen gleich und auch gleichgut, egal, was sie glauben. Wehe, man legt sich fest und "wertet". Etwa, indem man behauptet, dass sich Muslime, aufgrund ihrer verqueren Denkstrukturen hier schlecht bis gar nicht integrieren lassen.
Sarrazin hat hier den Finger in die Wunde gelegt. Klar, das er "gerichtet" wird.


Hedwig Beverfoerde, 03.09.2010 11:15
Exakt genau so ist es! Besser hätte man es nicht ausdrücken können. DANKE Prinz Croy!

Frank, 03.09.2010 10:22
Herr Mundt, wenn Herr Sarrazin in seinem Buch einen Straftatbestand erfüllt (z.B. Volksverhetzung), dann wäre das die Sache der Gerichte. Nach einer Verurteilung könnte man über sein Verbleiben im Job diskutieren.

Nun aber war Herr Sarrazin für die EDV in der Bundesbank zuständig. Kann er den Job plötzlich nicht mehr machen?

Hier hat die "Schwarze Witwe" mal wieder erbarmungslös zugeschlagen. Und alle spielen mit.

Irgendwann werden wir aufwachen und uns fragen, wo eigentlich unsere Freiheit abgeblieben ist. Aber wie schon immer in der Geschichte: Keiner (bis auf ein paar Wenige, die dazu erkoren werden) will's gewesen sein.


Rainer Mundt, 03.09.2010 08:45
Hat der Verfasser das Buch gelesen, so dass er es vorbehaltlos unter Art 5 stellen kann?

Woher weiß der Verfasser, was die "erdrückende Mehrheit der Deutschen" will??

Wieviele haben das Buch überhaupt gelesen? „Die Erstauflage mit 25000 Exemplaren ist bereits vergriffen!“ steht in der RP vom 31.08. Viele können es also nicht gewesen sein.

Ich sehe keine Gefährdung von Art. 5, denn das Buch wird weiter publiziert.
Und wenn das Amt des EZB Präsidenten „läppisch“ ist, wie oben steht, dann ist es das Amt eines Vorstandes der Bundesbank allemal und soviel Geschrei nicht wert.



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