Pieper, Genscher und Kinkel fordern öffentlich ein Bekenntnis der FDP zu Bildungszentralismus statt Wahlfreiheit und Wettbewerb. Liberale müssen das ablehnen.
Viele Köche verderben den Brei, sagt man. Wer allerdings zum Beispiel meine eigenen Kochkünste kennt, der weiss: Auch ein einziger Koch kann sich ziemlich unappetitliches Zeug zurechtbrutzeln.
Gleich drei prominente FDP-Politiker fordern dessen ungeachtet, dass künftig der Bund massiv Bildungspolitik machen soll. Cornelia Pieper, Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel wünschen sich "zentrale Bildungsinitiativen" und "nationale Bildungsstandards". Das Ganze soll selbstverständlich grundgesetzlich verankert werden und schon verbessert sich die Bildungspolitik in sämtlichen Bundesländern schlagartig, so der Plan.
Warum um alles in der Welt soll eine schwarz-gelbe Bundesregierung bessere Bildungspolitik machen können als eine schwarz-gelbe Landesregierung? Wieso sollte Bildungspolitik besser werden, wenn die politischen Mitwirkungsmöglichkeiten von Eltern, Schülern und Lehrern sich verringern (denn Bundespolitik ist nunmal deutlich schwerer beeinflussbar als Landespolitik)?
Klaus Kinkel (die älteren werden sich erinnern, er war mal in einer wahnsinnig liberalen Bundesregierung tätig) wird dazu folgendermaßen zitiert:
"Das Kooperationsverbot muss weg! Die FDP muss endlich ihre Haltung ändern." Die Länder sollten im Interesse eines besseren Schulsystems über ihren Schatten springen.
Das ist aus liberaler Sicht kompletter Nonsens, denn ein liberales, also wettbewerbsorientiertes Bildungssystem sieht zum Beispiel Schulen vor, die in hohem Maß selbstbestimmt sind und in der allein die Betroffenen und eben nicht der Staat, respektive profilgeile Politiker, die aber oft genug lieber irgendwelchen ideologischen Wunschträumen folgen, statt sich um die Begehrlichkeiten der Schüler zu scheren, zum Beispiel darüber befinden, ob eine Gesamtschule, eine Ganztagsschule, ob Religionsunterricht oder bestimmte Schulbücher "im Interesse eines besseren Schulsystems" sind oder eben nicht.
Ich kann nur an die FDP appellieren, Piepers, Genschers und Kinkels Forderung als das zu sehen, was es ist: Als krampfhaften Versuch, mit irgendwas nochmal in den Medien zu erscheinen. Liberale sollten diesen Unfug tunlichst vollständig ignorieren, beziehungsweise Parteien überlassen, die offen dazu stehen, dass sie ihr Personal für klüger als die Bürger halten und darum gegen Wettbewerb ankämpfen.