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Kommentare (9)
Dr. Alexander Ulfig, 19.08.2010 09:31
@Popeye
Das ist kein billiger Populismus. Ich sehe einfach nicht ein, warum Soldaten am Hindukusch sterben sollen. Glauben Sie mir einfach, dass meine Betroffenheit ehrlich ist!
"Soldaten wissen um das Risiko ihres Berufes". Mag sein, aber sie sollten keine Marionetten der Politiker oder der Weltpolitik sein.
Man sollte sich "mit Alternativen beschäftigen". Ja natürlich, aber mit friedlichen Alternativen, mit Alternativen ohne Krieg. Das aber ist viel schwieriger, als Soldaten in den Kampf zu schicken.
@Prof. Kovács
Jedes Volk hat das Recht auf Selbstbestimmung. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist eine UNO-Konvention. Warum sind Sie so sicher, dass nach dem Abzug der westlichen Truppen die Taliban die Macht in Afghanistan übernehmen werden? Glauben Sie nicht, dass es in Afghanistan genügend Kräfte gibt, die sich einer Schreckensherrschaft der Taliban mit Erfolg widersetzen würde? Denken Sie nicht, dass gerade die Anwesenheit der westlichen Truppen die Taliban oder den Fundamentalismus stark macht?
Popeye, 19.08.2010 02:02
"Warum erwähnen Sie in Ihren Kommentaren nicht das Leiden und den Tod der Soldaten. Ist das Leben von Soldaten weniger wert als das Leben oder die Rechte anderer?"
Haben Sie solchen billigen Populismus wirklich nötig?
Soldaten wissen um das Risiko ihres Berufes, nur ist man ihnen schuldig, ihnen Rückhalt zu geben, eine klare Strategie, einen klaren Auftrag sowie optimale Ausbildung und Ausrüstung. Also wenn Sie schon für die Soldaten sprechen wollen, dann geifern Sie nicht nach blutigen Bildern, sondern setzen sie sich wirklich mit den Problemen auseinander.
Professor Kovács hat schon recht, man kann sich hinter Floskeln wie "In Afghanistan geht es in erster Linie um Machtpolitik." verstecken oder sich ernsthaft mit den Alternativen beschäftigen.
Professor Adorján F. Kovács, 18.08.2010 19:35
@Dr. Ulfig
Sie haben ganz recht: Schon Alexander der Große und Dschingis Khan haben in Afghanistan Einfluss gewonnen, wie das leider Großmächte mit kleinen Nationen zu machen pflegen - Sie werden die Welt nicht ändern. Es kommt aber auf die Alternativen an. So haben übrigens die USA in Europa im 2. Weltkrieg Einfluss gewonnen - oder glauben Sie, dass die USA damals Krieg geführt haben, nur um die Demokratie nach Deutschland zu bringen? Aber immerhin - die Demokratie war die Dreingabe. Sie können aufgrund dieser Erfahrung ja nun selbst entscheiden, ob Sie den Afghanen früher den sowjetischen oder heute doch lieber den US-amerikanischen Einfluss wünschen - oder die Taliban. Wenigstens - aber nicht nur - die afghanischen Frauen werden es danken, wenn Sie sich für die USA entscheiden.
Dr. Alexander Ulfig, 18.08.2010 16:48
@Freidenker, Popeye
Warum erwähnen Sie in Ihren Kommentaren nicht das Leiden und den Tod der Soldaten. Ist das Leben von Soldaten weniger wert als das Leben oder die Rechte anderer?
@Prof. Kovács
In Afghanistan geht es in erster Linie um Machtpolitik. Seit fast 200 Jahren versuchen verschiedene Mächte, Einfluss in dieser Region zu gewinnen, denn diese Region ist strategisch immens wichtig. Anfangs waren es die Briten und das zaristische Russland, dann die Sowjets, heute die USA mit ihren Verbündeten. Wer das nicht versteht, ist naiv und hat keine Ahnung von Geschichte.
Popeye, 17.08.2010 22:39
Joerg Helge Wagner hat genau wie der Freigeist die richtige Antwort auf Ihre Meinung!
http://soldatenglueck.de/2010/08/17/41386/der-weser-kurier-kommentiert-die-aeusserungen-des-isaf-oberkommandierenden-general-petraeus-zum-truppenabzug-aus-afghanistan/
PS:Wie passt Ihr Artikel eigentlich zu Ihren in Wiki aufgeführten Forschungsschwerpunkte?
Professor Adorján F. Kovács, 17.08.2010 10:33
Ich empfehle Herrn Dr. Ulfig ein Gespräch mit Afghanen. Dann würde er erkennen, dass die Berichterstattung der hiesigen Medien vor allem auch die Fortschritte in vielen (natürlich nicht allen Teilen) Afghanistans unterschlägt. In US-amerikanischen Medien werden übrigens die grausamen Kriegseinwirkungen auch an den eigenen Soldaten gezeigt. Schließlich: Wer nach nur 9 Jahren tiefgreifende gesellschaftliche und politische Veränderungen erwartet, ist naiv und denkt unhistorisch. Ich erinnere an den Einmarsch Napoleons in Russland 1812 und die dadurch induzierte bürgerlich-demokratische Umwandlung 100 Jahre später, die dann leider durch die Kommunisten torpediert wurde.
Z. Klimowa, 17.08.2010 09:15
Der Verfasser stellt viele Fragen. Zu jeder Frage gibt es Antworten. Nur mit deren Hilfe werden Handlungsoptionen, deren Vor- und Nachteile erkennbar, und erst dann können Schlüsse gezogen werden.
Freidenker, 17.08.2010 08:46
Hört mal zu, ihr Afghanen. Wir wissen sehr wohl, dass man eine solch grausame Terrorbande, diese Khmer Rouge, die sich in der Region geirrt hat, nur mit einer halben Millionen Soldaten besiegen könnte, aber genau deswegen - das müsst ihr doch verstehen! - lassen wir es einfach gleich bleiben. Nehmt eure Mädchen wieder aus der Schule, lasst euch weiter vergewaltigen, auspeitschen und steinigen. Seht einfach zu, wie ihr klar kommt. Ihr seid das ja gewohnt. Wir drücken euch trotzdem ganz fest die Daumen. Viel Glück! Und wenn’s nicht klappt, hilft vielleicht der tröstende Gedanke, dass Demokratie und Menschenrechte eh nichts für euch sind. Ihr wisst ja: amerikanische Arroganz, westliche Sichtweise und so… Ihr habt doch sicher auch den Michael Moore gelesen, ist wirklich schöner ohne Kapitalismus und Parteiengezänk.
"Dummerweise haben, während wir damit beschäftigt waren cool zu sein, die uncoolen Leute die Welt übernommen." (Salman Rushdie)
Meier, 16.08.2010 20:43
Sie haben Recht Herr Dr.Ulfig, es gibt leider keine sinnvolle Alternative zum Rückzug aus Afghanistan. Das haben die Sowjets schließlich auch damals einsehen müssen.
In einem islamischen Land, mit ausgeprägtem traditionellen Brauchtum, stoßen westliche Werte und Vorstellungen wohl dauerhaft auf Ablehnung.
Die Koranschüler, als "die Taliban" zu bezeichnen, um ihre "heilige Entschlossenheit" in ihrem Kampf für ihren Gottesstaat als militärische Einheiten in dieser Angelegenheit darzustellen, verkennt die Intensität und Realität des Konflikts.
Soldaten die auf einen nichtuniformierten Gegner reagieren, der abwechselnd Zivilist und Opfer oder Taliban und Angreifer ist, je nachdem was für ihn lukrativer erscheint, können nichts erreichen, wenn die afghanische Bevölkerung nicht engagiert bei der Verhaftung ihrer Krieger hilft.
Patriarchaische Clans und Kriegsherren, die um Drogengewinne, Entwicklungshife und politische Macht kämpfen, lassen dabei kaum Hoffnung auf Stabilität zu, ob nun mit oder ohne westliche Soldaten in diesem Land am Hindukusch.
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