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     Kurt J. Heinz
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Lesben und Schwule für Rot-Grün wichtiger als Ehe und Familie
Weitere Themen: Familie, Wahlen

Forderungen der Lesben und Schwulen für SPD und Grüne wichtiger als Ehe und Familie. Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen setzt neue Prioritäten für die Gestaltung des Lebens in NRW

Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen von NRW haben die Forderungen der Lesben- und Schwulenverbände einen besonders hohen Stellenwert. Die neu gebildete Regierung will die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe einführen, unterschiedliche sexuelle Orientierungen unter das Benachteiligungsverbot des Grundgesetzes stellen und Schülern eine positive Einstellung zur gleichgeschlechtlichen Sexualität anerziehen.

Auszug aus dem Koalitionsvertrag:

"Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Wir werden ihrer Diskriminierung konsequent von Anfang an entgegentreten. Der Abbau von Diskriminierung und Homophobie wird in der neuen Landesregierung eine Querschnittsaufgabe sein. Die vollständige Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe im Landesrecht wird unverzüglich umgesetzt. Auf Bundesebene werden wir uns für die vollständige Gleichstellung der Lebenspartnerschaften, insbesondere im Steuer- und Adoptionsrecht, für die Öffnung der Ehe und in Art. 3 GG für die Einfügung des Merkmals "sexuelle Identität" einsetzen. Wir werden für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender einen Aktionsplan gegen Homophobie auflegen.

In NRW gibt es eine Vielfalt von LGBT-Nichtregierungsorganisationen (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender). Die Arbeit der unterschiedlichen Verbände, Beratungsstellen, regionalen und landesweiten Projekte im Bereich Selbsthilfe, Akzeptanzförderung, Antigewaltarbeit, Coming-out-Arbeit für Menschen mit Migrationsgeschichte und Beratung von Diskriminierungsopfern (u.a. AGG) wollen wir wieder mit ausreichenden Mitteln ausstatten. Lesbisch-schwule Alten-, Pflege und Jugendarbeit werden wir aus dem entsprechenden Haushaltsressort finanzieren. Wir sind uns einig, dass Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Identität in Schule und Jugendhilfe besondere Unterstützung brauchen. Wir stellen dies durch Berücksichtigung im Landesjugendplan, durch Sicherung der Projekte "Schule ohne Homophobie", des Landesprojektes "SchLAu NRW" und Wiederzulassung des Handbuches "Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung" sicher."

Während die Forderungen der Lesben- und Schwulenverbände breiten Raum einnehmen und großen Stellenwert für die Regierung von Hannelore Kraft haben, wird der Förderung des Leitbildes "Ehe und Familie", das vom Grundgesetz unter besonderen Schutz des Staates gestellt ist, keine Bedeutung beigemessen. Das Wort "Ehe" wird im Koalitionsvertrag lediglich unter der Zielsetzung Gleichstellung homosexueller Partnerschaften genannt. Das Begriffspaar "Ehe und Familie" wird indes nicht erwähnt. Auch von einer Förderung und Stärkung der "Ehe und Familie" ist keine Rede. Das Leitbild des Grundgesetzes der "Ehe und Familie" wird von SPD und den Grünen durch das Prinzip Vielfalt ersetzt, als hieße es im Grundgesetz, die Vielfalt von Lebensformen sei unter den besonderen Schutz des Staates gestellt.

Auch die zunehmende Kinderlosigkeit der Deutschen und die Überwindung des seit Jahrzehnten anhaltenden Geburtenrückganges mit Rekordtiefstständen ist im Koalitionsvertrag bedeutungslos. Die demographische Katastrophe war es SPD und Grünen nicht einmal wert, wenigstens erwähnt zu werden. Die Wertebegriffe "familienfreundliche und kinderfreundliche" Gesellschaft bleiben in der Regierungsvereinbarung unerwähnte Fremdworte.

Erforderlich wäre es gewesen, an vorderster Stelle den Wert von "Ehe und Familie" zu stärken, den Wunsch von Ehepaaren nach Kindern zu beleben und durch Veränderung der Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, daß Kinder in intakten Elternhäusern und Familien aufwachsen können. Statt Projekte gegen Homophobie zu kreieren, müssten Schüler vielmehr darüber aufgeklärt werden, welch zentrale Bedeutung Ehe und Familie für die Entwicklung des Gemeinwohls sowie das Lebensglück des Einzelnen haben und was der Einzelne dafür tun sollte. Die grundgesetzliche Einführung eines Merkmals "sexuelle Identität" und Aktionspläne für die Zwangserziehung von Kindern und Jugendlichen gegen eine sogenannte "Homophobie" werden - so verständlich das Partikularinteresse der Lesben- und Schwulenbewegung auch ist, ihre Forderungen in den Vordergrund zu stellen - nicht dazu beitragen, daß Politik und Gesellschaft die großen Herausforderungen bestehen können. Im Gegenteil: Sie lenken von Kernproblemen ab, schaffen falsche Prioritäten und verbrauchen Ressourcen, die für die Bewältigung der Zukunft erforderlich wären.

An den Defiziten des Koalitionsvertrages wird deutlich, daß sich die regierungsbildenden Parteien in NRW weder konsequent an leitenden Werten des Grundgesetzes orientieren noch die richtigen Prioritäten setzen, um diejenigen strategische Herausforderungen zielgerichtet anzugehen, von denen Wohlstand und sozialer Friede in Deutschland künftig in hohem Maße abhängen werden. Dabei wird nicht zuletzt übersehen, daß Vielfalt und Zusammenhalt in einem gegensätzlichen Wirkungszusammenhang stehen. Je größer die Vielfalt, umso stärker ist die Divergenz in einer Gesellschaft, umso schwieriger ist die Orientierung und umso weniger gelingt der für die Solidarität so wichtige Zusammenhalt. Gemessen an Kernproblemen, kommt der rot-grüne Vertrag einer Bankrotterklärung auf dem Gebiet der Gesellschaftspolitik gleich.

Daß diese politischen Weichenstellungen in NRW möglich geworden sind, ist nicht zuletzt durch Jürgen Rüttgers verursacht, der glaubte, entweder als geschäftsführender oder als Ministerpräsident einer Großen Koalition im Amt bleiben zu können. Eine verhängnisvolle Fehleinschätzung, wie sich gezeigt hat. Hannelore Kraft und die Grünen werden voraussichtlich viele ihrer Vorstellungen auch als Minderheitsregierung durchsetzen können. Schon eine einzige Stimme der Linken wird dazu bei Gesetzesvorhaben ausreichen. Die Wähler und Nichtwähler von NRW - mehr als 300.000 CDU-Wähler gingen am 9. Mai nicht zur Wahl - haben dies möglich gemacht. Doch ist dies auch der mehrheitliche Wille der Bevölkerung?

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Kommentare (29)




 
  Kommentare (29)

Z. Klimowa, 17.08.2010 09:19
@Diz
Gut, dass Sie die Polemik mit Ihren Sachargumenten jetzt beendet haben.


Diz, 16.08.2010 20:09
Meine Güte ist das ein fundamentalistischer Schund, den Sie hier verzapfen. Vielleicht sollten Sie sich mal ERNSSTHAFT mit dem Thema beschäftigen anstatt solche Polemik vom Stapel zu lassen.

Petra, 15.08.2010 12:20
Grüne Forderungen!

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=JeJ4nS_VQrs&feature=related


Berichtiger, 13.08.2010 19:32
"Solange es Menschen wie Sie noch gibt"

Woran erinnert mich das doch noch? Hatten wir das nicht alles schon mal vor langer Zeit?


Meier, 13.08.2010 16:06
Herr Heinz, mit Ihrem Artikel haben Sie auf einen Sachverhalt im NRW-Koalitionspapier hingewiesen, der viele Fassetten anstößt, wie die Vorkommentare zeigen.

Einerseits dürfte die "helfende Formulierungsarbeit" eines Volker Beck bei diesem Papier mitgespielt haben.
Eines Grünen, der zusammen mit Kohn-Bendit, früher den sexuellen Zugriff und Umgang von Erwachsenen Homosexuellen auf Minderjährige, straffrei stellen wollten.
Nach den Missbrauchsvorwürfen in letzter Zeit, sind die Interessen derer die Spaß an Sex mit Ihresgleichen und vorallem mit Minderjährigen suchen ja nicht verschwunden, sie werden halt nur anders transportiert bzw. verpackt.

Geht man von der Entwicklung der Kinder aus, die bis zur Pubertät allgemein wenig Interesse an sexuellen Aktivitäten zeigen, dann aber ihre Sexualität entdecken, entwickeln sich folgende Varianten.

Bei der Entdeckung der eigenen Sexualität können Jungen bzw. Mädchen sich zusammentun und gleichgeschlechtliche Attitüden pflegen, sie können aber auch wie die Mehrheit der Jugendlichen heterogene sexuelle Orientierung entwickeln. Dieses schließt dann den gewöhnlichen Verlauf von Ehe und Familie ein, mit all den Erfahrungen der Teilhabe eines Lebens mit eigenen Kindern und schließlich Enkeln, auch wenn häufig persönliche Krisen in den konkreten Beziehungen auftreten und bewältigt werden. Im günstigen Fall, sind "Oma und Opa" gereifte Persönlichkeiten dabei geworden.

Wie ergeht es aber denen, die quasi am "anderen Ufer" weiter Schaabernack mit Ihresgleichen treiben, sich isoliert und weniger beliebt fühlen? Wie gehen sie mit ihrem Bedürfniss nach Anerkennung um? Welche Kompensationsleistungen gerade von angehörigen dieser Minderheit erbracht werden, ist offensichtlich im öffentlichen medialen und politischen Spektrum, wie auch im Bereich Kunst und Kultur.
Man möchte manchmal meinen, das quasi kompensatorische Scheinschwangerschaften das Bemühen so mancher Damen und Herren motivieren, die restliche heterogene Welt zu bekehren und nachhaltig zu verändern, obwohl keine eigenen Nachkommen und Elternschaft vorhanden, werden generative Scheinverantwortlichkeiten wie Tarnkappen genutzt, wo Narrenkappen passender wären.

In diesem Sinn, sind die Bemühungen in einem Koalitionspapier, die Beziehungen Erwachsener mit abweichender sexueller Orientierung aufzuwerten wohl eher ein "kindliches Bemühen" es den anderen aber mal so richtig zu zeigen, ätsch wir haben gewonnen, ätsch !

Wenn den Beteiligten, die dieses Papier vom Stapel gelassen haben nur ein ganz wenig Verstand behilflich gewesen wäre, dann wäre ihnen nicht entgangen, dass in erster Linie diejenigen Schutz und Unterstützung brauchen, die noch unmündig und ohne Lobby sind, also die Kinder in den Familien.

Mit diesem Papier outet sich in aller Deutlichkeit peinlichste Inkompetenz von Politikdarstellern, denen die einschlägigen Jubelmedien Verehrung zollen, statt ihnen an der Maske vor dem Hohlraum zu zupfen.


Z. Klimowa, 13.08.2010 14:06
@wundertsichnicht
Man "wundertsichdoch".
Sie begehen hier einen grundlegenden Irrtum. Nicht der Mensch, sondern sein Beitrag ist Gegenstand politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Bewertungen. Wenn jemand weniger Steuern bezahlen oder staatliche Leistungen erhalten soll, dann nicht, weil sein Wert als Mensch geringer oder höher bewertet, sondern sein spezifischer Beitrag, seine Leistung oder Leistungsfähigkeit bzw. Hilfsbedürftigkeit unterschiedlich beurteilt wird und dies auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist. Diese Binsenweisheit trifft u.a. analog auch für den Arbeitsprozeß zu. Das Verdienst eines Arbeitnehmers wird ebenso wenig nach dem Wert des Menschen bemessen. Dass dies in der Diskussion auseinander gehalten werden muß, sollte eigentlich keiner besonderen Erwähnung bedürfen, scheint aber hier notwendig zu sein.
Unterscheidung ist auch in der Frage des Minderheitenschutzes notwendig. Förderung und Bemessung von Leistungen, auf die die Gesellschaft gesamtheitlich angewiesen ist, und Minderheitenschutz sind zwei unterschiedliche Dinge. Der Minderheitenschutz wird in Deutschland umfassend gewährt. Schutz und Förderung von "Ehe und Familie" schränken die Rechte von Minderheiten und ihren Schutz nicht ein.


Freigeist, 13.08.2010 12:47
@Falke
Sie schreiben vom besondern Schutz der Ehe und Familie nach dem Grundgesetz. Daran ist nichts geändert worden. Was soll also Ihre Schreiberei?


Michael Schönherr, 13.08.2010 12:20
@ Klimowa/Menschenskind/Laura/Heinz und Gleichgesinnte

Solange es Menschen wie Sie noch gibt,sollten die "für die Gesellschaft nutzlosen" Homosexuellen vor allem erst einmal keine Steuern mehr bezahlen.Dies wäre die allerbeste Antwort auf die ständige Hetze aus Ihren Ecken!!

Im übrigen habe ich als Hetero ebenfalls noch keine Kinder und werde mir von Leuten wie Ihnen nicht vorschreiben lassen wie ich zu leben habe!Ob ich eine Familie gründe oder nicht,Kinder bekomme oder nicht ist allein meine Entscheidung.Kein Staat,keine Kirchen und schon gar nicht Leute wie Sie werden mich dazu zwingen!!


Falke, 13.08.2010 12:04
@Freigeist
Zwischen uns beiden gibt es nur einen, der andere in die Irre führt. Und das sind Sie, weil Sie weder logisch denken können noch von den Dingen etwas verstehen, über die Sie daher schwätzen.
1. Schutz und Rechte sind kein Widerspruch, sondern bedingen einander und gehören untrennbar zusammen.
2. Wo es keine Rechte gibt, ist der Mensch schutzlos. Rechte haben die Funktion, Menschen zu schützen.
3. So ist eine zentrale Funktion der Grundrechte, die bürgerlichen Freiheiten vor staatlichem Zugriff zu schützen (lesen Sie einmal die Protokolle des Parlamentarischen Rates, dann werden Sie diese Zusammenhänge begreifen lernen). Besonders augenfällig dafür ist unter den Grundrechten im Grundgesetz Artikel 6 das Recht von "Ehe und Familie" von der staatlichen Ordnung besonders geschützt zu werden.
4. Wie die Grundrechte des Grundgesetzes soll auch das AGG den Bürger schützen und gibt ihm darum Rechte. Informieren Sie sich z.B. im Unterabschnitt "Rechte der Beschäftigten", bevor Sie hier Unfug in die "Freie Welt" setzten und anderen ihre kostbare Zeit mit falschen Behauptungen stehlen. Wir sind hier in diesem Forum doch nicht im Kindergarten, oder doch?


wundertsichnicht, 13.08.2010 11:38
@ Z. Klimowa
haben sie schon einmal etwas vom Schutze der Minderheiten gehört? Und natürlich sind sie es, der hier den Wert eines Menschen daran bemisst ob er Kinder erzeugt und eine Famile gründet.

@ Menschenskind
"Kommentatorenpöbel" ist wirklich ein sehr sachlicher Kommentar, gratuliere!
Passt sehr gut zu den Blogs und Kommentaren die man hier so von ihresgleichen lesen kann. Wenn sie keine Argumente haben verdrehen sie die Wahrheiten wies gerade so passt und wenn das nichts hilft wedren sie beleidigend.




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