suchen
11.02.2012
Einloggen | Registrieren
 
 
 
     Dr. Michael von Prollius
Zur Person und Archiv      Email an diesen Blogger schreiben

Was sollten Ökonomen tun?
Weitere Themen: Finanzkrisen, Bildung, Reformen

Von Ökonomen wird erwartet, dass sie die Zukunft vorhersagen. Viele von ihnen tun das gern. Institute prognostizieren die makroökonomische Entwicklung und leben davon. Das sollte aber nicht der Fall sein, zumindest nicht, wenn es um mehr als Mustervorhersagen geht. Friedrich August von Hayeks Mahnung, die er bei seiner Nobelpreisverleihung aussprach - „Die Anmaßung von Wissen“ - ist geradezu legendär. Tatsächlich werden Prognosen regelmäßig korrigiert, revidiert und konterkariert.

Angesichts der Aggregatsfixierung ist es nicht weiter verwunderlich, dass bei der Betrachtung „der“ Wirtschaft, der Arbeitslosigkeit, des Volkseinkommens, des Preisniveaus und so weiter und so fort der handelnde Mensch aus dem Blick gerät. Das ist umso bedauerlicher als die Aggregate mehr oder minder hilfreiche Analysewerkzeuge sind. Es handelt sich aber stets um künstliche Größen, die nicht in der Realität existieren. Was ist damit gemeint? Zwar lassen sich Erkenntnisse aus den verdichteten Daten gewinnen, es ist aber im Umkehrschluss nicht möglich, diese Aggregate (direkt) zu steuern, weil sie nicht existieren. Hinzu kommen das begrenzte Wissen um die Konsequenzen von (gut gemeinten) Eingriffen in das Wirtschaftsgeschehen.

Wozu taugt Ökonomie? Art Carden, Professor am Rhodes College in Memphis, und Steven Horwitz, Professor an der St. Lawrence University in New York haben in Forbes wesentliche Punkte im Rahmen einer Replik hervorgehoben:

1.

Artikel weiterlesen  
ANZEIGE

So liefert eine gute Volkswirtschaftslehre Erklärungen für die Folgen wechselnder Anreize bei gegeben menschlichen Präferenzen. Darin liegt ihre Stärke, nicht aber in einer Erklärung der Präferenzen.

2. Ökonomen von Adam Smith bis Friedrich August von Hayek erkannten intrinsische moralische Grenzen. Sie sahen Individuen nicht als grundsätzlich gut an, sondern generell selbst bezogen, d.h. sie stellen ihre Interessen, einschließlich Familie und Freunde, an erste Stelle.

3. Märkte dezentralisieren Macht unter einer Vielzahl privater Eigentümer und machen so das leben für die Starken schwer. Die Macht von Unternehmen stammt von ihren Kunden, die die Produkte kaufen, genauer: so lange sie ihre Produkte kaufen. Freunde freier Märkte müssen nicht Individuen trauen, sondern setzen darauf, dass gute Institutionen den Schaden begrenzen, den Schurken verursachen.

4. Die menschliche Natur als betrügerisch, monopolisierend und bestechlich anzusehen, gilt für Freunde freier Märkte als Grund der Politik zu misstrauen und nicht den Märkten. Zentralisierung von Macht löst das Problem nicht; im Gegenteil, politische Anreize stören die guten Institutionen und bringen mehr Macht in die Hände der angenommenen prekären Gestalten.

5. Kein Verfechter freier Märkte glaubt, dass Kinder ge- und verkauft werden sollten. Im Gegenteil, sie betonen, dass Märkte ohne die Respektierung von Rechten nicht funktionieren können. Märkte setzen das Eigentum und die Verfügung darüber voraus.

6. Im Kapitalismus gibt es keine Abwärtsspirale (Race to the bottom), weder bei Löhnen noch bei Arbeitsbedingungen. Das Gesetz der komparativen Vorteile (David Ricardo) zeigt wie Handel Wohlfahrt entstehen lässt und den Lebensstandard hebt. Kapitalismus hat die Armut besiegt.

7. Kritiker freier Märkte bringen Kapitalismus und Korporatismus durcheinander.  Kapitalismus im Sinne freier Märkte heißt gerade nicht, die Interessen von Kapitalisten politisch zu unterstützen, sondern Wettbewerbsmärkte, die häufig gegen deren Interessen arbeiten. Es gilt also die Wünsche um politische Unterstützung und vom Staat gewährte Monopole zurück zu weisen.

Mit den Worten von Ludwig von Mises: „Tatsache ist, dass es in einem kapitalistischen System letzten Endes die Verbraucher sind, die Befehle geben. Der Souverän ist nicht der Staat, sondern da Volk.“

Kurzum, Ökonomen sollten sich wirtschaftspolitisch insbesondere auf wirtschaftliches Handeln und die Folgen von Eingriffen in das Wirtschaftsgeschehen konzentrieren. Die Steuerung der Wirtschaft liegt bei den Marktteilnehmern in besten Händen – also bei uns allen – und bedarf keiner (politischen) Hilfe.



Artikel weiterlesen  
ANZEIGE


Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

R.D.Lenkewitz, 10.08.2010 19:20
Ich finden den Beitrag außerordentlich gut in der Abwägung beteiligter Faktoren, die Moral, der Mensch und der Kapitalismus als positive Freiheit und Chance der Weiterentwicklung für den Menschen. In der freien, natürlich regulierend wirkenden Entwicklung durch die Marktteilnehmer und dem angedeuteten Wachstum als ständige Antriebsfedern sehe ich ungeklärte Probleme. Weiterhin schimmert eine ökonomisch geschulte Philosophie durch, von der der ich mir nicht sicher bin inwieweit Ihre Darstellung sich mit der Realität des Geschehens deckt. Die unumstößlichen Größen, Wachstum, Kredit, Geld, Zins sollten in der Krise noch stärker hinterfragt werden. Ich denke auch an die Kreativität der Investmentmathematiker neue Finanzprodukte zu entwickeln, das schaffte unumstößliche gefährliche Realitäten.


Kommentar schreiben

*=Pflichtfelder

CAPTCHA*

Bitte Geben Sie für die Freischaltung das Ergebnis ein:

Click to reload image
 
 
 



Spruch des Tages
"Sei nicht reich durch Unrecht."
- Thales von Milet

ANZEIGE

Umfrage

Sollte Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten zurücktreten?






Ergebnis

Würden Sie sich für die Einführung eines "Nord-Euro" aussprechen?






Ergebnis


Interviews

Hedwig Freifrau von Beverfoerde Seelisch-Moralische Unversehrtheit der Kinder bewahren!
Hedwig Freifrau von Beverfoerde
Sprecherin Initiative Familienschutz

Alfred Zellfelder ESM schwere Belastung für nächste Generationen
Alfred Zellfelder
Landesvorsitzender Freie Wähler Schleswig-Holstein

Mehr Interviews


Empfohlene Blogs

author Beatrix von Storch
Der finale ESM-Vertrag - Ende von Demokratie und Parlamentsvorbehalt

author Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel
Diekmann for President!

author Albrecht Prinz von Croy
Warum Deutschland eine Verfassungsreform braucht

author Vera Lengsfeld
Rettet das Bundespräsidentenamt- nehmt Gauck !

author Stefan Fuchs
Verrat an der Wissenschaft: Kathederpropheten vergreifen sich am Betreuungsgeld


Video

EU: Treaty of debt - stop it now! (engl. Version von EU: Treaty of debt - stop it now! (engl. Version von

Stoppt EU-Schuldenunion (ESM-Vertrag)! auf Abgeordneten-Check.de Stoppt EU-Schuldenunion (ESM-Vertrag)! auf Abgeordneten-Check.de

"Otto von Habsburg über die christlichen Fundamente und die Seele Europas" von Kirche in Not (kirche-in-Not.de) "Otto von Habsburg über die christlichen Fundamente und die Seele Europas" von Kirche in Not (kirche-in-Not.de)

Carlos A. Gebauer spricht über den ESM-Vertrag Carlos A. Gebauer spricht über den ESM-Vertrag

Jean-Claude Juncker: "Wenn es ernst wird, muss man lügen" Jean-Claude Juncker: "Wenn es ernst wird, muss man lügen"


Galerien

Podiumsdiskussion: ESM-Vertrag - Der Weg in die Schuldenunion? Abschaffung von Demokratie und Souveränität? Podiumsdiskussion: ESM-Vertrag - Der Weg in die Schuldenunion? Abschaffung von Demokratie und Souveränität?

Mahnwache vor dem Bundestag: Stoppt EU-Schuldenunion test Mahnwache vor dem Bundestag: Stoppt EU-Schuldenunion test


Reportage

Wer errechnet eigentlich die Inflation? Wer errechnet eigentlich die Inflation?

Hans-Olaf Henkels Euro-Aufklärungstour: "Es gibt Alternativen." Hans-Olaf Henkels Euro-Aufklärungstour: "Es gibt Alternativen."

Mehr Reportagen


Empfohlene Beiträge

Schäuble dementiert Lockerung der Schuldenbremse Schäuble dementiert Lockerung der Schuldenbremse

Monti distanziert sich von Merkozys Eurokurs Monti distanziert sich von Merkozys Eurokurs


Meist gelesen
  1. Bundesbank zwei- felt an Fiskalpakt
    02.02.2012 08:41
  2. Seelisch-Moralische Unversehrtheit der Kinder bewahren! Interview Hedwig von Beverfoerde
    01.02.2012 11:15
  3. Nichts als eine üble Räuberbande
    03.02.2012 12:48
  4. ESM-Video in 12 Sprachen übersetzt und über 750.000 mal angesehen
    02.02.2012 22:10
  5. Schäuble legt sich bei Schuldenschnitt quer
    03.02.2012 09:16

Aktueller Goldpreis


Aktueller Silberpreis


Schlagworte

Deutschland Wetter




Finanzkrisen
EU will Finanz- poker verringern
EU plant Sperrkonto für Griechenland
EU-Kommission will deutsches Rentenalter weiter erhöhen
Nahost-Konflikt
Iran baut militärische Drohkulisse auf
Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen?
USA rechnen mit Konflikt am Golf
DDR-Unrecht
Stasi-Unterlagen: 20 Jahre - 2,8 Millionen Akten-Einsichten
"Von oben" verordneter EU-Unionsstaat birgt totalitäre Tendenzen
CSU-General Dobrindt fordert Überwachung der Linkspartei
Allgemein
Inflation stagniert auf hohem Niveau
Google-Nutzer werden noch transparenter
Merkel lobt Wulffs "Offenheit"
Bildung
Familienschutz fordert Prüfung der Lehrinhalte zur Sexualerziehung in Berlin
"Von Krise zu Krise gesteigert" - Interview mit Dr. Bernd F. Schulte
Rezension: Deutsche Policy of Pretention
Reformen
Athens Umschuldung kostet Deutschland Milliarden
EU-Ratspräsident gegen EU-Finanzminister
Troika legt Athen an die Kette
Wirtschaftspolitik
EU-Kommission will deutsches Rentenalter weiter erhöhen
Baden-Württemberg erwägt Klage gegen Länderfinanzausgleich
Athens Umschuldung kostet Deutschland Milliarden
Familie
Seelisch-Moralische Unversehrtheit der Kinder bewahren! Interview Hedwig von Beverfoerde
Lebensschützer demonstrieren in Washington
Familienschutz fordert Prüfung der Lehrinhalte zur Sexualerziehung in Berlin
Autoindustrie
Daimler fährt Rekordgewinn ein
Sprit so teuer wie nie
Aral hält Bezinpreis künstlich hoch
Wahlen
FDP bleibt im Umfragetief
Santorum gewinnt drei Vorwahlen
Merkel nach Sarkozy-Interview in der Kritik
1945-49/Verfassungsbruch1990
Ein politisch tatsächlich bedeutsames Plagiat: Der Verfassungsbruch von 1991
Demonstrative Einigkeit um Zentrum für Vertriebene
Deutscher Richter: Bananenrepublik in Sichtweite
Justiz
Umstrittenes EU-Urheberschutzgesetz blockiert
Europarat gegen Euthanasie
Weiter Streit um Vorratsdatenspeicherung

Nach Oben  |  Impressum  |  Home  |  Politik  |  Wirtschaft  |  Lebenswelt  |  RSS RSS
© FreieWelt.net 2008