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     Fabian Heinzel
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Vom Vorurteil der Überbevölkerung
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„Wenn die Menschheit nicht aufhört, sich auszubreiten, so steht ihr ein vorzeitiger Untergang bevor.  Hungersnöte, Epidemien und Seuchen werden sie heimsuchen.“

Um das Jahr 1790 herum warnte der britische Ökonom Thomas Malthus mit diesen drastischen Worten vor den Gefahren der Überbevölkerung.  Zu diesem Zeitpunkt hatte der gesamte Planet ca. 980 Millionen Einwohner.  Diese Zahl hat sich bis heute nahezu versiebenfacht.  Und obwohl es immer noch Hunger und Armut in vielen Ländern der Erde gibt, haben sich der Lebensstandard und die Lebenserwartung in den letzten zwei Jahrhunderten überall auf der Welt deutlich erhöht.

In China leben im Jahre 2010 beispielsweise mehr Menschen als zu Malthus' Lebzeiten in allen Ländern der Erde zusammen.

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  Dennoch leben sie weit besser als in den 1790er Jahren.  Die deutlichste Veränderung der Lebensumstände hat dabei erst im 20. Jahrhundert stattgefunden.  1949 betrug die Bevölkerungszahl in China 540 Millionen, die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 36,5 Jahren.  Heute beträgt die Bevölkerungszahl 1,3 Milliarden – die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73,4 Jahren. 

Die Annahme, dass Überbevölkerung der Menschheit zahlreiche Probleme beschere, basiert nicht auf Fakten, stellt Brendan O 'Neill in der britischen Internetzeitschrift Spiked klar.  Den Ansatz der Studie zur Weltbevölkerung, die die Royal Society of London innerhalb der nächsten zwei Jahre erstellen will, betrachtet er daher mit Skepsis.  Denn das Ergebnis scheint schon vorher festzustehen:  Es gibt zu viele Menschen, die Überbevölkerung ist verantwortlich für zahlreiche Umwelt- und Armutsprobleme.

Die Daten sprechen jedoch eine andere Sprache.  Die Menschheit hat in den letzten 200 Jahren mehr Fortschritte hinsichtlich ihres Lebensstandards gemacht als in den 20.000 davor – allen Bevölkerungsexplosionen zum Trotz.  Oder vielleicht gerade wegen dieser Explosionen.  Denn der Austausch von immer mehr Ideen dürfte dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Zuerst erschienen auf www.oekowatch.org



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Kommentare (23)




 
  Kommentare (23)

Hans von Atzigen, 15.08.2010 15:23
In Pakistan siedeln die Menschen unübersehbar aus Platzmangel zunehemend de fakto in Flussläufen.Der Boden ist ausgesogen,die Wälder und Buschlandschaften längst übernutzt,die Menschen brauchen Nahrung und und minimalsten Lebensraum der nicht vermehrbar ist.Da Rächt sich die Natur am Plagegeist Mensch der längst das Mass für das real Machbare verloren hat.

VORURTEIL ÜBERVÖLKERUNG.

Ist das tatsächlich so zutreffend?????


Freigeist, 14.08.2010 02:38
@Hermann aus dem Rheinland
Ihr Vergleich mit Russland und der Ukraine ist lächerlich. Jedem kleinen Kuhbauern in Deutschland war klar, dass ohne kommunistische Kommandowirtschaft die beiden Länder exportieren können/werden.
Außerdem: Ihr Agrarier wollt doch nur Esser und an die Überbevölkerung Bauland zu nahezu unerschwinglichen Preisen verkaufen. Diese Erkenntnis spricht sich langsam aber sicher herum.


Hermann aus dem Rheinland, 11.08.2010 18:25
Ich bin Agrarökonom und komme beruflich ziemlich viel in der Welt herum. Mein Einschätzung ist, dass nicht die Endlichkeit der Ressourcen (Land, Wasser, Erdöl) das Problem ist, sondern vielmehr die Finanzierung von Investitionen sowie von Forschung und Ausbildung.

Man könnte z.B. sagen, dass die Sowjetunion kurz vor ihrem Zusammenbruch "überbevölkert" war, denn sie war nicht mehr in der Lage, die eigenen Völker zu ernähren.

Die Finanzierungsbedingungen haben sich inzwischen aber grundlegend geändert und das heutige Russland und auch die Ukraine exportieren bereits in steigenden Mengen immer mehr agrarische Rohstoffe.

Wenn nun das deutsche Volk sich freiwillig dazu entschliesst, auszusterben, könnte dies über die Wirkungskette "Überalterung - Zu hohe Renten und zu wenig Einzahler - Verdrängung von Investitionen durch Steuern und Sozialabgaben - Überalterung und sukzessiver Abbau des Kapitalstocks " zwar zu weniger Menschen aber gleichzeitig einem volkswirtschaftlich bankrotten Land und zu einem Defizit in der Bereitstellung von Nahrungsmitteln sei es aus Importen oder aus eigener Produktion kommen.

Bei geschrumpfter (!) Bevölkerung wäre Deutschland dann tatsächlich überbevölkert.


P. Schmidt, 11.08.2010 12:44
Endlich ist Deutschland in einer sinnvollen Weise Vorreiter, bei der Reduzierung der Überbevölkerung. Dabei geht es doch nicht nur darum wie viele Menschen auf die Erde passen, wie Herr Heinzel diskutiert, sondern was dies für Konsequenzen hat. Wenn man sich die heutige Massentierhaltung ansieht, die riesige Anzahl an Mitgeschöpfen, die täglich unter Qualen gehalten und dann getötet werden, dann zeigt es doch, daß wir viel zu viele sind. Wir haben nicht das Recht, immer nur an unsere Art zu denken.
Das einzige, was aktuell für mehr Kinder in Deutschland spricht sind die Renten. Das kommt daher, daß Herr Adenauer einen grundsätzlichen Fehler in der Annahme gemacht hat, daß automatisch immer mehr Kinder geboren werden. Wenn wir endlich komplett vom Umlagesystem auf Kapitaldeckung umschwenken sollten, wäre es völlig egal, wie viele Kinder geboren würden und unsere Mitgeschöpfe könnten vielleicht wieder aufatmen.
Übrigens: Man kann fast sagen: Umso weniger ein Staat für seine Kinder macht, umso mehr Kinder werden geboren (siehe 60er Jahre und heute). Also Herr Heinzel, Sie sollten klar sagen: Weg mit irgendwelchen Erziehungszeiten und Kindergelder, dann wird Ihr Ziel von noch mehr Menschen vielleicht erreichbar sein.
Die Frage liegt aber viel tiefer: Wie oft werden Frauen befruchtet ohne das eine richtige Schwangerschaft daraus entsteht? Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob es nicht auch damit zusammenhängt, daß die entsprechenden Seelen, die zu diesen Müttern passen (inkl. Lebensumstände...) nicht mehr in dieser Zahl auf eine Inkarnation warten?


Freigeist, 10.08.2010 14:24
@Fundi
Religion ist für mich mentaler Müll. Jegliche religiöse Schriften gehören für mich in das Altpapier.


Fundi, 10.08.2010 12:31
Nur um mal 'ne Vorstellung davon zu haben, welches Volumen die gesamte jetzige Bevölkerung einnimmt:
Ein Würfel von einer Seitenlänge mit gerade mal 800 METER! (Ich bin von einem Normeuropäer mit 80Liter Körpervolumen ausgegangen).
Ein Aspekt bei der Ein-Kind-Politik wird oft vernachlässigt! Wenn die Familie nur ein Kind haben darf, entscheiden sich die meisten Paare für einen Jüngen! In China kommen auf 100 Mädchengeburten 120 Jungen. Welche soziale Probleme das mit sich führt kann man jetzt gar nicht beurteilen...

@Freigeist: Ihre Ansichten passen nicht immer mit ihrem Namen überein. Ich weiß nicht ob ihnen bewusst war, dass sie sich ziemlich an die Bibel anlehnen?
2. Korinther 3,17: Denn der HERR ist der Geist; wo aber der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit.


Freigeist, 07.08.2010 00:36
Fragen Sie doch mal Experten, wie es mit der Ausbeutung der landwirtschaftlich genutzten Böden bestellt ist? Danach frage sie nach dem Gülle-Problem?

Hans von Atzigen, 06.08.2010 20:41
Interessant der Beitrag von Friedemann.
Dieser zeigt handfest die Bedeutung der Populationsdichte in der Praxis,ganz besonders im Letzten Abschnitt.
Je höher die Bevölkerungsdichte um so mehr Hochleistungsrinder sind Notwendig.Die Belegkette kann um hunderte nachprüfbare ähnliche Faktoren erweitert werden.
Die Argumente der Argumentationsgegner verlieren oft sehr schnell in difus Esoterisch Philosphischem Nebel.


Freigeist, 06.08.2010 14:02
Sex muss nicht zu Nachwuchs führen. Wenn dem weltweit so wäre, hätten wir noch länger hässlich kriegerische Jahrhunderte.
60 Mio. in D reichen auch als Bevölkerung. Naive sehen nur D und nicht die EU als Ganzes. Die EU-Bevölkerung ist ausreichen für Handel und Wandel, für Forschung und Entwicklung. Und 10 % weniger spielen keine Rolle, außer für z.B. Baulandspekulaten.


Meier, 05.08.2010 23:34
@Freigeist
Mir ist auch noch was aufgefallen.
Wer soll und wie kann man denn denen, die dabei sind sich zu vermehren Einhalt gebieten, wie stellen Sie sich das denn konkret vor?
Vielleicht haben diese Mitmenschen einfach Lust auf heterogenen Sex, wissen sonst nichts besserfühlendes mit sich anzufangen und leben in einem Brauchtum, wo eine Generation der anderen verpflichtet bleibt.
Nur weil in der BRD eine Entprivatisierung der persönlichen Lebensrisiken durch Sozialversicherungen besteht, muss das nicht allen anderen der Weltbevölkerung den Spaß an der Vermehrung verleiden.

Klar entstehen da hier Ängste, vorallem teilen zu sollen, mit denen die "auch was von unserem Wohlstand haben wollen".
Fragt sich auch noch was wir exportieren, Güter oder Empfängnisverhütung und wen wir ins Land "reinlassen". Vielleicht läuft es auf eine Balance hin, aber da bin ich mir keineswegs sicher, was kluge Strategien angeht.
Letzlich scheint es doch um Wohlstand zu gehen, wie man den erhalten oder verteidigen kann oder?




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