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17.05.2012
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     Benjamin Rösch
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Die demographische Katastrophe als Grundproblem unserer Zeit
Weitere Themen: Allgemein, Bildung, Reformen

Die Ursachen für unsere immer deutlicher zutage tretenden Probleme finden wir nicht in der Politik der derzeitigen Regierung. Wir finden Sie auch nicht bei der Vorgängerregierung. Die Ursachen für unsere Probleme finden wir, wenn wir mindestens 20 Jahre in die Vergangenheit schauen. Die Schuld der derzeitigen Regierung und der Vorgänger liegt „nur“ darin, die Probleme nicht gelöst zu haben. Und diese Schuld fällt auf uns, die Medienmacher und die Wähler zurück, denn wir bestrafen tendenziell diejenigen, welche die drängenden Probleme tatsächlich an der Wurzel angehen wollen, durch Verunglimpfung und Abwahl.Denn genauso, wie die Ursachen der heutigen Probleme 20 Jahre und länger zurück liegen, würden die Lösungen, wenn man sie heute umsetzte, auch frühestens in 20 Jahren wirksam. Und das ist zu lange für unsere Spaßgesellschaft in der die Dinge am liebsten heute geklärt werden müssen, spätestens aber zu einem planbaren Zeitpunkt in der nahen Zukunft.

Aus diesem Grund ist alles, was man macht, nur ein Herumdoktern an Symptomen, wenn etwa im Gesundheitssystem auch die letzten Effizienzpotenziale durch die Einführung von knallhartem Wettbewerb genutzt werden, wenn man die zunehmende Zahl an Problemschülern in Gesamtschulen „verdünnt“, wenn neue Konzepte für das Leben ohne Angehörige im Alter erarbeitet werden oder wenn durch politischen Druck Unternehmen gedrängt werden, nicht ausbildungsreife Jugendliche als Azubis anzunehmen. Kurzfristig mag das alles sinnvoll erscheinen, es löst aber keines unserer Probleme auf Dauer.

Der Frage nach der Fortentwicklung oder der Degeneration einer Gesellschaft liegt ein ganz einfaches Prinzip zugrunde: Wenn die Intelligenten und Verantwortungsbewussten überproportional viele Kinder bekommen geht es aufwärts, wenn die Dummen und Verantwortungslosen es sind, geht es abwärts. Natürlich spielt auch die Frage nach der Gesamtzahl der Kinder eine Rolle. Die aktuelle Gesamtquote von 1,3 Kindern je Frau wäre auch dann dramatisch, wenn diese Kinder alle die Anlagen zum Akademiker hätten. Die genannten Faktoren potenzieren diese Dramatik jedoch.

Es belegt schlicht, dass in armen Familien mehr Kinder geboren werden

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es Betreuungseinrichtungen und Schulen nämlich nicht möglich, das auch nur annähernd zu heilen, was Vernachlässigung, familiäre Gewalt und unbegrenzter Medienkonsum mit den Gehirnen unserer kleinen Mitbürger anstellen. Die erschreckenden Ergebnisse etwa der PISA-Studie haben nichts mit schlechten Lehrern, „Frontalunterricht“ oder der Separation nach Leistungsfähigkeit zu tun. Der Grund dafür ist schlicht, dass ein immer größer werdender Anteil an Kindern in Deutschland in einem bildungs- und leistungsfeindlichen familiären Umfeld aufwächst und -auch das muss nüchtern festgestellt werden- die durchschnittliche Intelligenz stetig abnimmt.

Der mittlerweile relativ bekannte Ökonom und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Heinsohn weist in seinen Veröffentlichungen immer wieder darauf hin, dass das Ansteigen der Zahl der Kinder in Armut eben nicht (wie immer behauptet wird) ein Beleg dafür ist, dass „Kinder in Deutschland ein Armutsrisiko darstellen“. Es belegt schlicht, dass in armen Familien mehr Kinder geboren werden.Die ständige Wiederholung der falschen These in den Massenmedien verstärkt aber diesen Effekt zusätzlich, da sie potenzielle Eltern aus bildungsnahen Schichten abschreckt. Da wird dann oft aus einem falschen Verantwortungsgefühl heraus die Umsetzung des durchaus vorhandenen Kinderwunsches immer wieder in die Zukunft verschoben („bis man es sich wirklich leisten kann“) und irgendwann ist es dann zu spät oder es bleibt bei einem spät geborenen Einzelkind.

Auf der anderen Seite stehen wiederum Menschen, für die die Geburt eines Kindes vor allem eines bedeutet: Mehr Geld vom Staat. Unbenommen mag bei vielen dieser Personen als Motiv tatsächlich der Wunsch nach Kindern oder nach der eigenen Rolle als Mutter oder Vater am Anfang stehen (im Sinne einer Aufgabe oder als „Daseinsberechtigung“). Doch der überwiegende Anteil wird der mit dieser Rolle verbundenen Verantwortung auf Dauer nicht gerecht. Teils mangels eigenem Erleben und dem Fehlen positiver Vorbilder, teils aus depressiver Selbstbezogenheit, oftmals aufgrund der charakterlich fest verankerten eigenen Antriebslosigkeit und Bildungsferne.

Je mehr Steuern ich zahle, desto höher die Geburtsprämie

Nicht verschweigen darf man, dass dies signifikant häufig auf Familien mit nahöstlichem Migrationshintergrund zutrifft (natürlich mit individuellen Ausnahmen und bestimmten kulturell bedingten Ausnahmeerscheinungen, z.B. bei Persern oder türkischen Aleviten). Das beruht auch auf dem großen Versäumnis der vergangenen Jahrzehnte, die Einwanderung nach Deutschland erstens zu steuern und zweitens von den Einwanderern ein klares Bekenntnis zur deutschen Gesellschaft und ihrer Werte zu verlangen.Doch wie genau könnten Maßnahmen aussehen, mit denen der Staat steuernd auf diese ursächlichen Fehlentwicklungen Einfluss nehmen könnte. Dazu habe ich einige Vorschläge:

  • Die Höhe einer Rente sollte auch unter Einbeziehung der Höhe der Beitragszahlungen aller Kinder des Rentners berechnet werden (das gehört als grundsätzliche Vorgabe ins Grundgesetz). Damit wäre es aus Gründen der eigenen Alterssicherung attraktiv, Kinder zu bekommen und diesen eine gute Bildung zu ermöglichen. Vorraussetzung wäre aber die Ausweitung des Gesetzlichen Rentensystems auf alle Bürger.
  • Der Kinderfreibetrag (der ja in Konkurrenz zum Kindergeld die Steuerfreiheit des Existenzminimums sicherstellt) sollte die gleiche Höhe haben wie der Grundfreibetrag für Erwachsene.
  • Die Geburt eines Kindes sollte eine Neuberechnung der Steuer des dem Geburtsjahr vorausgehenden Kalenderjahres unter Einbeziehung des Kinderfreibetrages zur Folge haben. Der sich daraus ergebende Unterschiedsbetrag sollte als „Geburtsprämie“ in dreifacher Höhe ausbezahlt werden, womit sich quasi die Geburt eines Kindes rückwirkend steuerlich wirksam machen würde. Und das hieße auch: Je mehr Steuern ich zahle, desto höher die Geburtsprämie. Die Deckelung läge bei einem Kinderfreibetrag von 8.000 Euro und dem Spitzensteuersatz von 42% bei etwa 10.000 Euro.
  • Das Elterngeld als (reine) Einkommensersatzleistung sollte ausgebaut werden, durch eine Verlängerung der Bezugsdauer auf zweieinhalb Jahre. Viele Eltern möchten ihr Kind erst in diesem Alter in eine Betreuungseinrichtung geben, da es Anhaltspunkte gibt, dass ansonsten die Bindungsfähigkeit des Kindes gestört wird. Der steuerliche Progressionsvorbehalt sollte abgeschafft werden.
  • Sozialleistungen für Kinder sollten vorrangig aus Sachleistungen und Gutscheinen bestehen und nicht über das verfassungsrechtlich gebotene Maß hinausgehen. Damit würde die Zeugung von Kindern, um mehr finanzielle staatliche Leistungen zu erhalten, unattraktiv. Allgemeine Sachleistungen wie Schulspeisung, Schulbücher etc. sollten allen Kindern unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit würde bürokratischer Aufwand vermieden und es würde dem Effekt entgegen gewirkt, dass Gering- und Mittelverdienerfamilien mit Kindern auf das gleiche Lebenshaltungsniveau wie Arbeitslose gedrückt werden.
  • Die disziplinaren Möglichkeiten von Lehrern sollten erweitert werden. Wo erforderlich sollte Sicherheitspersonal in Schulen eingesetzt werden, um die Lehrer in ihrem Erziehungsauftrag zu unterstützen (damit wieder geregelter Unterricht stattfinden kann). Ganztagesschulen sollten der Regelfall sein.
  • Den Jugendämtern sollte ein weitgehendes Veto-Recht eingeräumt werden, für Fälle in denen die biologischen Eltern von Pflegekindern die Erziehung dieser selbst wahrnehmen möchten. Insbesondere sollte dabei zum Wohl der Kinder auf gewachsene familiäre Bindungen in den Pflegefamilien Rücksicht genommen und eine Rückkehr in sozial randständige Umstände vermieden werden.
  • Für mehrfach straffällige Kinder sollten geschlossene Heime mit angeschlossenen Schulen geschaffen werden (um sie ihrem negativen Umfeld zu entziehen und damit langfristig ihre Chancen zu verbessern).
  • Die Einwanderung nach Deutschland sollte konsequent gesteuert werden.
  • Ausländer, die dauerhaft den Unterhalt für sich und ihre Kinder nicht selbst erwirtschaften können (oder die wiederholt straffällig werden), sollten in ihr Heimatland abgeschoben werden können. So wie es in vielen Staaten üblich ist.

Nur wenn wir diese oder ähnliche Maßnahmen ergreifen, wird sich in 15 bis 20 Jahren der Trend umkehren und haben wir noch eine Chance dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Niedergang zu entgehen. Solange solchen Ideen jedoch in etablierten Medien und selbst in bürgerlichen Kreisen mit Vokabeln wie „Neoliberalismus“, „Sozialrassismus“ oder „Fremdenfeindlichkeit“ begegnet wird, liegt dies wohl im Bereich des politisch Unmöglichen, zum Schaden Deutschlands und seiner Bürger – uns allen.

Anmerkung: Dieser Artikel entstand noch vor Sarrazins “Deutschland schafft sich ab”. Nur aus diesem Grund wird auf dieses wichtige Werk trotz der Identität der Thematik kein Bezug genommen.



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Kommentare (20)




 
  Kommentare (20)

Bärbel Fischer, 10.08.2010 20:36
Sehr geehrter Herr Rösch, ich frage Sie: Wer sind denn die Dummen und die Faulen? Wer bestimmt denn, wer dumm und faul ist? Ich kenne genauso viele dumme und faule Parlamentarier, Journalisten, Professoren wie ich kluge und fleißige Arbeitslose kenne. Ihr "ganz einfaches Prinzip" dass es aufwärts geht, wenn die Klugen und Fleißigen mehr Kinder bekommen, ist eben viel zu simpel, denn in unseren Schulen haben wir mit den vernachlässigten Kindern von fleißigen Karriereeltern mindestens so viele Probleme wie mit den vernachlässigten Kindern der Arbeitslosen. Die Erziehungsheime sind voll von Kindern aus wohlhabenden Häusern. Alle Eltern können ihre Kinder vernachlässigen, egal welchen Status sie haben. Hier liegt das eigentliche Problem. Nicht Schwarzweißdenken hilft uns weiter, sondern eine differenzierte Betrachtungsweise.

Ben Rösch, 09.08.2010 18:06
Liebe Frau Fischer,

beim Lesen Ihrer Anfeindungen habe ich den Eindruck, dass Sie mir etwas unterstellen, das ich überhaupt nicht vertrete. Bitte lesen Sie meine Vorschläge noch einmal genau durch, dann werden Sie feststellen, dass die Kombination es allen Familien ermöglichen würde, nach dem für sie passenden Modell zu leben, also entweder mit EINEM Einkommen bei möglichst geringer Abgabenlast oder mit ZWEI Einkommen und dem entsprechenden Betreuungsangebot. Ich bin kein Ideologe. Falls es Sie interessiert: Meine Frau kümmert sich auch zuhause um Haushalt und Kinder. Trotzdem gibt es mir zu denken, wenn meine vierjährige Tochter sagt: "Du Papa, ich möchte lieber ein Mann werden, ich will auch arbeiten, so wie du".

Dass der "Generationenvertrag" überarbeitet gehört, steht m.E. auch außer Frage. Deshalb schlage ich ja vor, die Höhe der Rente auch an die Höhe der Beitragszahlungen der Kinder des Rentners zu koppeln.

Was aber nicht geht, ist, dass man weiterhin das Kinderkriegen per se belohnt, als ob es keine Unterschiede zwischen den Menschen gäbe.

Der ideelle Wert eines Menschen ist nicht bezifferbar. Was aber quantifiziert werden kann ist, welches Saldo der durchschnittliche Neugeborene einer bestimmten Schicht einmal zum Bruttoinlandsprodukt beitragen wird. Und da steht bei den sozial schwachen Schichten nun einmal ein Minus davor, das durch ein Plus ausgeglichen werden muss, um das Gleichgewicht zu wahren. Das ist keine Aussage über den Einzelfall, aber eine Poltitik nur für diesen, wird der Verantwortung für das Ganze nicht gerecht.


Freigeist, 09.08.2010 00:54
@Bärbel Fischer
Ich kenne solche Familien, die nur Kinder haben, um mehr Geld zu erhalten über Hartz IV. Die Eltern vebrauchen das Geld für sich. Die Kinder müssen gebauchte Unterhosen aus der Kleiderkammer tragen. Auch kenne ich junge Erwachsene, die aus solchen Familien stammen. Diese Erwachsene machen nun sogar der Polizei Ärger.
Es ist ein Trauerspiel. Es wäre besser gewesen, diesen Familien Geld dafür zu bezahlen, keine Kinder zu bekommen.


Bärbel Fischer, 08.08.2010 12:44
Endlich haben wir wieder ein neues Feindbild - die Dummen und die Faulen! Mit Feindbildern lässt es sich gut leben, ermöglichen sie doch, dass die wahren Ursachen für Armut, Arbeitslosigkeit und Bildungsresistenz nicht angegangen werden müssen. Je größer der mediale und politisch beförderte Popanz, umso gemütlicher kann sich die Regierung zurücklehnen. Anstatt die skandalösen Bedingungen zu beseitigen, unter denen heute Arbeitnehmer eingestellt werden, jammert man lieber über die Vermehrungsbereitschaft der Dummen und Faulen. Anstatt endlich die Ursache für den Geburtenschwund, nämlich unseren verkorksten Generationenvertrag, zu revidieren, subventioniert man mit viel Geld die Vermehrungsbereitschaft der Klugen und Vermögenden. Anstatt Familien ein ausreichendes Einkommen zu sichern, müssen auf Kosten der Kommunen Kinder im zartesten Alter fremdbetreut werden. Eines Tages werden wir noch froh sein an jedem Kind von dummen und faulen Eltern!

Bärbel Fischer, 08.08.2010 07:17
Herr Rösch, noch ein Vorschlag, wie die "Dummen und Faulen" sich nicht weiter vermehren: Bei Nacht und Nebel abholen lassen, abtransportieren und sterilisieren! Die Arbeitsagenturen betätigen sich sicher gern als so eine Art Stasi und legen fest, wer dumm und faul ist. Überhaupt sind Leute mit mehr als 3 Kindern von vornherein schon verdächtig, dumm und faul zu sein. 1, weil Mütter nicht zur Arbeit gehen können, 2., weil man heute nur 1,3 Kinder hat, um Karriere machen zu können, und 3. weil unser skandalöses Sozialgesetz dafür sorgt, dass Familien automatisch verarmen.

Nein - Sarkasmus beiseite, Herr Rösch! Ihre Logik scheint zu sein: Nicht die die Ursache für Armut gehört abgeschafft, sondern die Armen und ihre Kinder. Ihre Vorschläge, halte ich für rechtsstaatlich z. T. sehr bedenklich, ja sogar gefährlich. Haben wir nicht 2 totalitäre Systeme hinter uns?


"Baltasar Gracián", 07.08.2010 21:20
Wie wahr! Wie wahr!

Hans von Atzigen, 06.08.2010 21:46
Es ist ein verhängnissvolles Fehlrezept die Probleme der überalterung mit einer erhöhung der Geburtenrate zu beheben.
An erster stelle steht eine Massife verbesserung der pro Kopf Produktifität
Mit Hilfe der Technick ,Wissen, Bildung ,Logistick usw.Die positive, Produktive nutzung der modernen Technik ist entscheidend für die Gestaltung der Menschheitszukunft.
Menschen denen Vorhersehbar ein Leben am rande der Gesellschaft droht, sollte das 11 Kinderrecht zuteil werden,das Recht nicht in die Welt gestellt zu werden.
Und das Wohlverstanden mittels Aufklärung und Freiheitlich humaner Reproduktionskontrolle.
Die bewusste ,,erzwingung,, eines Menschenlebens ins Elend ist Menschenverachtend eine Unmenschliche Brutalität.
Dazu noch ein Ökonomischer Unsinn zum Schaden des Allgemeinwohls den ,,Allgemein,, sind wir alle.


Carolus, 05.08.2010 21:26
Ich halte die aktuelle EU-Krippenpolitik für ein satanisches Projekt, das in Kauf nimmt oder gar darauf abzielt, die Bindungs- und Liebesfähigkeit der kommenden Generationen zu zerstören, und das auf Teufel komm raus durchgesetzt werden soll; wer sich entgegenstellt, dem droht Vernichtung (kath. Kirche, Mixa; Herman und weitere). Dabei hat sogar Gorbatschow diesbezüglich eine Abkehr von der sowjetischen Haltung vorgenommen, auch die Schweden haben schon zurückgerudert. Die Psychoanalytiker warnen (http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Kindertagesbetreuung/s_2906.html), ebenso Bindungs- und Hirnforscher. Danke, Friedemann 5.8. 15:44, für den bewegenden Kommentar!

Friedemann, 05.08.2010 15:44
Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Rösch, halte ich einen Zusammenhang zwischen der Geburtenrate und dem Betreuungsangebot unter demokratischen Bedingungen, wie wir sie z.Z. in Deutschland (noch) haben, wenn überhaupt dann im reziproken Sinn für gegeben, dazu braucht man nur die Geburtenraten der einzelnen Länder gegen die Kinderkrippenplätze aufzurechnen. Aber selbst dieser reziproke Zusammenhang lässt sich so nicht herstellen, allenfalls die Aussage, dass durch den mit allen Mittel durchgepeitschten Ausbau der Kinderkrippen auch gegen den Widerstand der Kommunen, die dieses extrem teure und ineffiziente Projekt hauptsächlich bezahlen und organisieren müssten, die Geburtenzahlen wahrscheinlich nicht steigen werden, weil andere Gründe dafür verantwortlich sind. Ich schließe mich der Argumentation von Noah zu diesem Punkt voll an.

Ein anderer Aspekt, der mir bei der Diskussion viel zu kurz kommt, ist die Hochachtung und die materielle Wichtung der Gesellschaft vor der Familienarbeit. Und natürlich ist eingeschlossen die Liebe zu Kindern, die in unserer Gesellschaft häufig anderem geopfert wird. Und diese Liebe wächst auch mit der Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen können. Kinder sind keine Ware, die im Austausch für die dringend erforderlichen demographischen Gleichgewichte zwischen den Generationen angeschafft werden, so dringend notwendig hier pekuniäre Instrumente in die richtige Richtung auch sein mögen. Wenn ich eine Mutter sehe, die in der einen Hand ihr Handy hält und mit der anderen den Kinderwagen schiebt und das Kind schaut traurig oder müde in Fahrtrichtung, während die Mutter irgendein Telefonat mit irgendwem führt, oder der Vater schiebt den Wagen, wie er auch eine Schubkarre schieben würde und die Mutter läuft mürrisch oder gelangweilt, manchmal auch traurig nebenher, dann drückt das genau diesen Zustand aus. Ich freue mich jedes Mal, wenn die Mutter (der Vater) das Kind ansieht und sich über Gespräch und Gestik mit ihm beschäftigt, anstatt den Kinderwagen gestresst oder mit anderen Dingen beschäftigt, nur so vor sich her zu schieben. Aber genau dieser Zustand wird eben auch durch eine exzessive Krippenpolitik eher gefördert als verhindert. Oftmals kommen das Interesse und die Liebe für eine Sache und eben auch für die eigenen Kinder erst durch die intensive Beschäftigung zustande. In der Krippenpolitik sehe ich lediglich das Bestreben, auch noch die letzte Arbeitskraft möglichst schnell für den Arbeitsmarkt verfügbar zu machen, um Lohndumping auf Grund der dann überschüssigen potentiellen Arbeitskräfte zu betreiben. Mit Familienpolitik hat das nur sekundär etwas zu tun, primär aber mit Arbeitsmarktpolitik für einen Profitorientierten Markt, der viel Unnützes unter Raubbau an der Natur produziert, anstelle sich auf im Gleichgewicht und im geschlossenen Kreislauf unter Berücksichtigung reproduzierender Faktoren befindlicher Prozesse zu konzentrieren. In diesem Sinne sind gesunde Familien aber das A und O für ausreichenden und leistungsfähigen Nachwuchs und damit für humane und materielle Reproduktion, auch im Sinne einer Gesellschaft mit der Chance auf eine lebenswerte Zukunft.

Das alles schließt geeignete gesetzliche Regelungen natürlich ein, und zur Zeit wird Kinderlosigkeit durch einen vollkommen unübersichtlichen Gesetzeswust gefördert und der, der sich im Interesse der Gesellschaft für deren Fortbestand aufopfert, wird letztendlich auch materiell gestraft, je nach Berechnungsgrundlage pro Familie mit Bestandserhaltenden Kinderzahlen sind das mehrere Hunderttausend Euro.


Freigeist, 05.08.2010 02:57
@Susanne
In bildungsfernen Schichten vermehrt man sich teilweise nur deshalb, um der Arbeit zu entgehen und zusätzlich Geld vom Staat zu bekommen aufgrund von mehr Kindern. Die Eltern setzen das Geld für sich ein und gehen gar zu Juwelier. Für die Kinder holt man Gebrauchtkleidung von der Caritas. Die Kinder tragen sogar gebrauchte Unterhosen. Ich kenne solche Familien und bin ziemlich verärgert. Diese Kinder beenden nicht einmal die Grundschule mit Abschluss beenden Für diese Kinder ist das Leben alles andere als ein Spaß. Deshalb sollten derartig dümmliche Eltern Geld vom Staat bekommen, als Prämie, dass sie keine Kinder bekommen. Dies ist für den Staat viel billiger. Da ich solche Familien kenne und auch deren Probleme bin ich nun gespannt, wer mir hier mit theoretischem Gequatsche antworten wird, ohne jemals solch eine Familie gekannt zu haben.




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