Was wird aus der CDU- und was ist schon aus ihr geworden? Seit der Wahl von Wulff zum Bundespräsidenten ist diese Frage unter Politikern wie Journalisten virulent. Lange war das öffentliche Interesse allein auf Frau Merkel konzentriert. In der großen Koalition konnte sie unauffällig und effektiv regieren. Mit der SPD genügten ihr interne Absprachen.
Deren Umsetzung verlief zumeist problemlos; zumindest was die Außenwirkung anging.
Mit der FDP ist dies anders geworden. Die Koalition streitet sich auf offener Bühne. Das hat auch das Bild verändert, das sich die Öffentlichkeit von Merkel macht. Dass sie über die Bande zu spielen weiß und knallhart taktiert ist bekannt. Neu aber ist die Erkenntnis dessen, was diese Kanzlerin nicht kann: Sie kann nicht Führen; das heißt andere überzeugen und so für sich gewinnen. Dazu müsste sich Merkel öffnen und ihre Politik erklären; in der Fraktion, in der Partei und in der Öffentlichkeit. Nichts davon tut sie. Sie regiert wie Katharina II.: mit Druck. Das bedrückt die eigene Partei, in der man der Kanzlerin inzwischen auch öffentlich Bunkermentalität bescheinigt.