An manchen Berliner Schulen muss dieses Jahr fast die Hälfte der Kinder die zweite Klasse wiederholen. Dabei hatte Berlin 2004 nach PISA tief greifende Reformen im Schulsystem eingeführt, um die Schulleistungen der Kinder zu verbessern.
Es wurde zum Beispiel die Senkung des Einschulungsalters beschlossen, die Abschaffung von Rückstellungen und möglichst ganztägiger Unterricht. Anders ausgedrückt: alle Kinder, immer jünger, gehen zur Schule, unabhängig von ihrer individuellen Entwicklung. Warnungen vor Überforderung der zukünftigen, zu jungen Erstklässler gab es damals zu genüge.
Niemand interessierte sich jedoch für die Warnungen. Das Ziel, Kinder zu zukünftigen Leistungserbringern zu erziehen, war und ist vorrangig. Je mehr der Einfluss des Elternhauses reduziert werde, je mehr die Kinder ganztags lernen könnten, ohne durch Sitzenbleiben frustriert zu werden, je mehr die Schule zum „zu Hause“ der Kinder werde, umso schneller werde das Ziel erreicht werden.
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