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     Hedwig v. Beverfoerde
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Kirchenkrieg in Deutschland
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Ein Mitarbeiter der Diözese Augsburg hat Einblicke in Hintergründe der Causa Mixa gewährt, die an Brisanz kaum zu überbieten sind. Steht Deutschland vor einer neuen Kirchenspaltung?  

Unter dem Titel "Das Schisma in Augsburg ist schon da" hat kath.net heute folgenden Gastkommentar von N.N. veröffentlicht:

"Ja, Mixa hat falsch gehandelt. Er hätte jenen, die im Fernsehen darüber berichteten, vom Stadtpfarrer geschlagen worden zu sein, nicht über seinen wichtigsten Vertrauensmann mit juristischer Gewalt drohen dürfen. Vielmehr hätte er seine Betroffenheit zum Ausdruck bringen und das Gespräch mit den Gewaltopfern suchen müssen, selbst wenn er davon ausgeht, nicht der Täter gewesen zu sein. Und hätte Mixa auf sein Herz und nicht auf seinen Berater gehört, wäre es auch so gelaufen. Er hätte von vornherein einräumen müssen, dass er früher auch mal „Watschn“ verteilt hat und nicht sagen dürfen, „nie jemals“ Gewalt ausgeübt zu haben. So hat es auch Georg Ratzinger getan, und niemand nimmt es ihm übel. Er hätte nicht sagen sollen: „Ich habe ein reines Herz“. Vielleicht stimmte es, weil er gerade aus dem Beichtstuhl kam, doch wie arrogant wirkt das auf die Leute, auch wenn es nicht so gemeint war?

Er hätte sich manche Geldausgabe sparen können und angesichts von Millionen Hartz-4-Empfängern nicht verschwenderisch unnütze Projekte finanzieren dürfen, erst recht nicht aus Stiftungsvermögen des Waisenhauses. Trinkt Mixa abends gerne mit seinen Gästen bis tief in die Nacht? Es wird in den Medien gestreut, Mixa sei Alkoholiker. Er selbst hat dem entschieden widersprochen. Aber muss ein Bischof Anti-Alkoholiker sein? Hat man diesen Vorwurf nicht auch schon dem Herrn gemacht: „Dieser Fresser und Säufer!“ (Mt 11,19)?

Doch was soll das alles? Mixa ist kein Heiliger, er muss es auch nicht sein, zumindest nicht so, wie man sich landläufig einen Heiligen vorstellt. Dass er ein „Heiliger“ ist, behaupten auch nicht „seine Freunde“, die nun stasimäßig aufgefordert werden, sich von ihm zu distanzieren oder zu kündigen. Mixa ist bzw. war ein Amtsträger, der auch Mensch ist, mit Schwächen und Fehlern, mit Runzeln und Makeln.

Doch um all das geht es doch gar nicht. Wer die Bewegung, die Mixa zu Fall gebracht hat, aufmerksam beobachtet, dem schreit es doch ins Gesicht: hier geht es nicht um die Person Mixas, der als Amtsträger angeblich nicht seinem Amt gerecht wird. Hier geht es auch nicht darum, einen „guten Nachfolger“ zu finden. Hier geht es darum, eine andere Kirche zu schaffen, eine deutsch-demokratische Kirche.

Doch Moment! Man sollte nicht verallgemeinern. Es gibt sicher eine Menge unterschiedlicher Motive jener, die auf irgendeine Weise am Sturz Mixas mitgewirkt haben, und nicht allen kann man Antikirchlichkeit unterstellen. Da ist beispielsweise das Domkapitel, das sich seit 2005 vom Platz gestellt fühlt (um in der Fußballsprache zu reden).

Als Mixa kam, wurde sogleich der Begriff „Bistumsleitung“ von der Internetseite des Bistums entfernt. „Bistumsleitung“, das ist kein Kollegium, auch nicht das Domkapitel, sondern der Bischof als Person. Da hatte Mixa völlig recht. Aber es schmerzte natürlich diejenigen, die sich seitdem als erstes Beratungsorgan des Bischofs nicht mehr so richtig ernst genommen fühlten.

Dass dies ein Generalvikar nicht auf Dauer aushalten kann, ist verständlich und menschlich tragisch. Aber ein Generalvikar ist das „alter ego“, das andere Ich des Bischofs – und nicht umgekehrt. Politisch völlig unkorrekt war es natürlich, dass der Bischof als erste Amtshandlung die einzige Frau aus der Ordinariatssitzung ausschloss und der unverheirateten Dame, die Theologische Referentin des liberalen Vorgänger-Bischofs war, mit Witz die eigens eingerichtete Stabsstelle für Ehe und Familie übertrug. Doch Unrecht war das nicht. Spätestens, seitdem Frau Prof. Riedl, die der Bischof noch zur Leiterin der Hauptabteilung Schulischer Religionsunterricht ernannt hat, auf der Abschussliste steht, ist klar, dass es den Protestlern nicht um die Frauenquote geht.

Denn Gerda Riedl ist im Fadenkreuz der Mixa-Gegner – nicht, weil sie Frau, sondern weil sie rechtgläubig ist. Auch die Seminarleitung des Priesterseminars besetzte Mixa neu, indem er den liberalen Regens durch den früheren bischöflichen Sekretär ersetzte, bei dem er sicher sein konnte, dass er in seinem Sinne handelt. All das ist völlig rechtmäßig. In der Politik würde man keinem Regierungschef vorwerfen, dass er Leute aus der Verantwortung entlässt, die nicht in seinem Sinne handeln, und stattdessen andere einsetzt, die seine Linie vertreten. Doch in einem bayerischen Bistum ist das anders. Hier gibt es Seilschaften und Pfründe, die man verteidigt.

Und wenn dann ein Bischof plötzlich autoritär regiert, schafft das Unmut, vor allem, wenn der Bischof nicht auf seine Domkapitulare setzt, sondern auf einen einzelnen Laien, der eine markige katholische Linie vertritt. Dieses Umgehen, ja Ausschalten der alten Akteure war der Funke, der die Lunte entflammte.
Dann gab es die Medien, die seit Watergate wie Hyänen immer auf der Lauer liegen, um Skandale aufzudecken und als „vierte Gewalt im Staat“ öffentlich zu machen, was an den Pranger gestellt gehört. Dagegen ist nichts zu sagen. Aber es gibt natürlich auch jene kirchenfeindlichen Medien, die offensichtlich einen Wettbewerb ausgeschrieben haben, wem es als erstem gelingt, einen deutschen Bischof zu „schlachten“.

Prof. Arntz will der Süddeutschen ja nun auch die Ulrichsmedaille dafür umhängen. Probiert hatte man es oft, schon seit 1989 beim Erzbischof von Köln, Kardinal Meisner. Die Reihe ließe sich fortsetzen: Erzbischof Dyba, Bischof Müller, Bischof Schraml, Bischof Tebartz-van Elst. Und natürlich auch im deutschsprachigen Ausland: bei Bischof Haas und dem ernannten Weihbischof Wagner ebenso. llesamt konservative Bischöfe! Doch wieso klappte es nicht in Deutschland?

Bislang hatte man es in Deutschland nur mit dem Vorwurf versucht, der jeweilige Bischof sei zu konservativ, politisch inkorrekt oder würde zuviel Geld für Prestigeobjekte ausgeben. Dies kratzte viele Bischöfe in ihrem Image zwar an, vermochte sie jedoch nicht zu stürzen.

Da kam diesen Medien etwas zu Hilfe: die Gewalt- und Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Um es klar zu sagen: wer Kinder sexuell missbraucht hat, ist untragbar für ein kirchliches Amt. Doch darum geht es nicht. Endlich hatte man das Instrument gefunden, das unfehlbar wie eine Guillotine wirkt... bitte weiterlesen auf kath.net



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Kommentare (14)




 
  Kommentare (14)

Noah, 20.06.2010 21:22
@Frau v. B.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,701787,00.html

Wird wohl insbesondere für Ihresgleichen besser sein, nicht zu früh zu jubeln. Warten wir es ab.


Bernd, 20.06.2010 16:24
@ templer, 18.06.2010 14:36

Sie haben "vergessen", hinzuzufügen, wie Sie schreiben,

"... es die katholische Kirche war, die am stärksten in Innovationen und Kunst investiert hatte, so um 1400 ff..." ...

dass es gerade diese (unheilige) Kirche war, die durch Erpressung, Mord, Raub, lügenhafte falsche Versprechen, Urkundenfälschung u.v.a.mehr den armen Gläubigen ihr Hab und Gut abgepresst - also geraubt - hat (du sollst nicht stehlen!!), um damit ihre Prachtpaläste etc. für die Kirche/Päpste/Bischöfe etc. zu bauen, in denen u.a. über lange Zeiten Bordelle und üppigste Lust- und Saufgelage abgehalten wurden. Warum verschweigen Sie das?


Klimax, 19.06.2010 11:54
@Templer "... zeigt nur das sie ein Bewusstsein für etwas haben das "gut" und "richtig" ist. Dies haben sie vom Christentum und vor allem von der katholischen Kirche. Lesen Sie mal "Einführung in das Christentum" das wird ihnen helfen zu verstehen worum es beim Christentum geht."

Die "Einführung in das Christentum", wenn sie die meinen, die ich kenne, zeigt sehr deutlich, daß ein solches Bewußsein, für "gut" und "richtig" nicht genuin christlich, sondern der griechischen Philosophie entstammt. Ohne diese ist das Christentum, das wir heute kennen, überhaupt nicht vorstellbar, das hat eben gerade der gegenwärtige Papst aufs allerdeutlichste herausgestellt.

Wahrheit, Moral, Freiheit etc. sind keine Erfindungen des Christentums. Man kann sich folglich bewußt und bejahend auf diese Begriffe beziehen, ohne dadurch zwangsläufig zum Christen zu werden.


M. Pfeiffer, 19.06.2010 11:04
Tja, "die Masken fallen" - vgl. Seite 26 : http://www.priesterseminar-herz-jesu.de/pdf/priesterrundbrief/Priesterrundbrief14-2007.pdf ... so ist das halt, wenn "Diener zweier Herren" auf rotarischen Bischofsstühlen sitzen.

templer, 18.06.2010 14:36
@Bernd
Himmel, sie wissen ja weder etwas über "Heiligkeit" noch darüber was die Struktur der Kirche ist.

Ich als katholischer Christ bin froh das diese Probleme sich zeigen, das Sie davon reden wie sehr die Kirche Korrupt, Böse, Unterdrückerisch und alles andere schlechte ist, zeigt nur das sie ein Bewusstsein für etwas haben das "gut" und "richtig" ist.

Dies haben sie vom Christentum und vor allem von der katholischen Kirche. Lesen Sie mal "Einführung in das Christentum" das wird ihnen helfen zu verstehen worum es beim Christentum geht.

Und was den Vatikan angeht, entweder es wird ihnen vorgeworfen das sie weltfremd und zurückgezogen sowie schwach sind oder das sie dominant, korrupt, machtgierig und allerlei noch schlimmes sind.

Was denn nun? In übrigen war es die katholische Kirche die am stärksten in Innovationen und Kunst investiert hatte, so um 1400 ff..


Friedemann, 18.06.2010 12:40
@Bernd
Damit Sie nicht auf die Schnapsidee kommen, mich mit Ihren Argumenten zum Austritt aus der katholischen Kirche drängen zu wollen, sei Ihnen eingangs gesagt, dass ich dieser gar nicht angehöre. Insofern könnte ich mir beim Begriff "Heiliger Vater" für den Papst auch durchaus das Synonym "Weiser Vater" in Anbetracht seiner intellektuellen und menschlichen Fähigkeiten vorstellen, und diese Fähigkeiten hat er bei zahlreichen Entscheidungen unter Beweis gestellt. Deshalb wünsche ich ihm, und ich denke, ich spreche im Namen all derjenigen, die nicht auf eine Kultur des Todes programmiert sind, auch weiterhin ein segensreiches Wirken für alle Menschen. Gott sei Dank ist ja das Wort "Scheinweise" im Gegensatz zu "Scheinheilig" nicht wirklich im Sprachgebrauch.


Bernd, 18.06.2010 12:33
@ Otto, 18.06.2010 11:42

Sie kennen vielleicht den Spruch des weisheitsvollen Volkes: Glauben ist nicht wissen. Solange SIE glauben, und zwar das, was Ihnen eine durch und durch korrupte, unheilige, machtvolle und sehr reiche Kirche vorschreibt, können sie deren Hintergründe und Absichten NICHT wissen. Gott hat uns den Verstand zum WISSEN und nicht zum blinden glauben verliehen, nutzen Sie diese göttliche Gabe. Sollten Sie Anleitungen zum tieferen Wissen und Durchschauen brauchen, lesen Sie u.a. z.B. bei Karlheinz Deschner nach. Dort wird detailliert die katholische Betrugskirche auseinandergenommen und deren unheilige Machenschaften, Morde, Hinterlisten und Betrügereien seit 2000 Jahren aufgedeckt - mit zahllosen eindeutigen Beweisen. Nur gegen diese unheilige Kirche bzw. gegen deren unheilige Vertreter, nicht aber gegen das wahre Christentum, habe ich geschrieben.


Friedemann, 18.06.2010 12:10
@Otto
Sie haben vollkommen Recht, der Schaden ist bereits vor 40 Jahren im Ergebnis der 68-iger Revolte entstanden, vielleicht muss man sogar noch weiter zurückgehen. Denn auch diese auf Untergang gegen jedes humane Leben programmierte Revolte hatte natürlich Ursachen komplexester Natur, die auch in der sich damals immer mehr ausbreitenden Dekadenz nicht nur im bürgerlichen Lebensbereich zu suchen sind, wissenschaftlich nur schwer durchdringbar und nicht wirklich verstanden. Hier hat mich der jetzige Papst immer wieder verblüfft mit seiner oft treffsicheren Einschätzung, vielleicht weil er äußerst kluge wissenschaftliche Berater hat, vielleicht aber auch - und das kann ich als Nichtkatholik nicht wirklich einschätzen - weil man zu einem richtigen Ergebnis auch auf unterschiedliche Weise gelangen kann. Ein Beispiel war seine Einschätzung zur AIDS-Problematik, sowohl bei uns als auch in Afrika, in der ihm, nachdem er dafür von ideologisch ausgerichteten Nichtfachleuten scharf attackiert wurde, der renommierteste AIDS-Forscher und Experte Edward Green (Harvard) ausdrücklich Recht gab und er wahrscheinlich auch dadurch einer von der FDP im Europarat eingebrachten Verurteilung, die keine Mehrheit fand, knapp entging. Es ist immer wieder traurig, wie sich manche Vertreter politischer Richtungen, besonders der zutiefst ideologischen, als nützliche Idioten unehrlichen Unternehmertums prostituieren.


Otto, 18.06.2010 11:42
@ Bernd

So richtig haben Sie sich mit dem Begriff der Heiligkeit offenbar noch nicht befasst.
Obwohl die Heiligkeit für Sie nur eine Worthülse ist, macht sie Sie ja förmlich rasend. Das sollte Ihnen zu denken geben. Wir Christen kennen noch jemanden, der jede Gelegenheit nutzt, Heiliges mit Schmutz zu bewerfen und anzugreifen. Mit diesem wollen Sie doch nichts tun haben, nehme ich an.


Otto, 18.06.2010 09:38
@ Frau Lender-Deehagen

Frau Lender-Deenhagen,
wir sind alle Sünder. Aber muss man denn mit seinen Sünden auch noch prahlen? Egal was Sie in Ihrem Leben für Schuld auf sich geladen haben (Beihilfe zum Mord an ungeborenen Kindern, Verleumdung, Verführung zu schweren Sünden), es ist nie zu spät für Umkehr und Reue. Sie schauen auf ein fehlgeleitetes Leben zurück und beschimpfen nun diejenigen, die Ihnen zeigen, dass es auch anders hätte verlaufen können. Das ist aber nicht die Lösung. In Ihrem Inneren spüren Sie das bestimmt selbst, Frau Lender-Deehagen.




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