Es ist faszinierend, zu beobachten, wie die Süddeutsche Zeitung sich selbst immer tiefer in den Morast reitet, den sie ihrem Lieblings-Hassobjekt, Bischof Mixa, über Monate kunstvoll angerührt hat, damit er mit Haut, Haaren und Mitra darin versinke.
Im Übereifer geraten da Wunsch und Wahrheit schon einmal durcheinander, was der SZ in manchen Blogs schon den Nicknamen „Südstürmer“ eingetragen hat. Man könnte das Ganze auch als „ergebnisorientierten Journalismus“ bezeichnen.
Jetzt allerdings – zum Entsetzen der süddeutschen Drehbuch-Schreiber - droht Bischof Mixa außerplanmäßig wieder aufzutauchen aus dem giftigen Sumpf. Bischof Mixa hat Paul Badde/Die Welt heute ein aufsehenerregendes Interview gegeben.
Von der abscheulichen Mixtur an Vorwürfen, Verdächtigungen und Gerüchten (brutales Prügeln, Veruntreuung von Waisenhaus-Stiftungsgeldern zwecks Anschaffung von Wein, etc., „Alkoholproblemen“ des Bischofs, anrüchigen Saunabesuchen und als Krönung dem sexuellen Missbrauch eines Ministranten), mit denen v.a. die SZ monatelang das Publikum unterhalten und aktive Kirchenpolitik betrieben hatte, ist substantiell so gut wie nichts geblieben. Auch die von Bischof Mixa bestrittenen Prügelvorwürfe sind über den Zustand einer unbewiesenen Behauptung niemals hinausgekommen. Die Süddeutsche Zeitung hatte behauptet, ihr lägen eidesstattlichen Erklärungen ehemaliger Waisenhauskinder vor, daß diese vom einstigen Pfarrer Walter Mixa brutal misshandelt worden seien. Angesichts der Tatsache, daß die SZ diese Unterlagen bis heute keiner Einsicht oder gar objektiven Überprüfung durch offizielle Stellen zugänglich gemacht hat, darf deren Existenz mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Von Flensburg bis Pfaffenhofen pfeifen die Spatzen von den Dächern, daß „Die Süddeutsche“ jedenfalls in der Causa Mixa mittlerweile jeglichen Anschein von journalistischer Unabhängigkeit und Objektivität hat fahren lassen.
So titelt das Blatt gestern – nachdem die Welt am Sonntag die Bombe hatte platzen lassen, daß die Diözese Augsburg in einträchtiger Zusammenarbeit mit der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz und ausgesuchten „Qualitäts“journalisten eine hochkarätige Intrige gegen den Augsburger Bischof Mixa angezettelt habe – ganz unverdrossen: „Mixas Dolchstoßlegende“.
Wohl nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ erregt sich Autor Andreas Roß, die „Affäre um den zurückgetretenen Bischof Walter Mixa“ gerate jetzt „zu einem Stück aus dem Tollhaus“, weil der emeritierte Bischof (da ohne Erlaubnis der SZ?) nach Augsburg in seine bischöfliche Wohnung zurückgekehrt sei. Dies sei eine „Provokation für all jene Gläubigen“, die froh waren, daß er sich in eine Rehabilitationsklinik begeben hatte. Mixa-Anwalt Gerhard Decker bemerkte dazu nur trocken: „Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht.“
Im weiteren Textverlauf überschlägt sich Herr Roß geradezu mit seiner Sorge um die Wiedereinkehr von Ruhe und Einheit ins Bistum Augsburg, wenn „ausgerechnet der „Spalter“ (gemeint ist Bischof Mixa) sich wie selbstverständlich wieder im Bischofshaus niederlässt“. Alsdann stellt er sich schützend an die Seite des ins Zwielicht geratenen Weihbischofs Losinger, was dessen rapide sinkenden Glaubwürdigkeit kaum zuträglich sein dürfte. Der Artikel endet mit dem flehentlichen Appell an „weitere Ohren- und Augenzeugen“, „daß sie sich äußern und den Menschen die volle Wahrheit über die Probleme von Bischof Mixa mitteilen“ sollen, andernfalls „kehrt keine Ruhe ein, und Mixa und seine Getreuen werden weiter an einer Dolchstoßlegende stricken, so falsch sie auch sein mag“.
Mancher „Qualitäts“journalist mit dem Rücken zur Wand scheint leider zu allem fähig, nur nicht mehr zu einem unvoreingenommenen Blick und zur Suche nach der Wahrheit. Auch so kann man den Niedergang einer einst angesehenen Zeitung beschleunigen.
Die Tage der liberalen "Toleranz"-Katholen und ihrer Herolde in diversen „Qualitäts“redaktionen, die uns jahrzehntelang ihre Häresien unter einem falschen Fortschrittssiegel aufgezwungen haben, dürften gezählt sein. Man kann die infamen Intrigen-Spielchen, denen sich nicht wenige allzu gern hingeben, getrost als ein Aufbäumen vor dem Untergang in die Bedeutungslosigkeit betrachten. Denn nicht nur sind ihre Früchte als faul zu erkennen, in Zeiten des allgegenwärtigen worldwideweb werden sie bei ihrem Treiben früher oder später auch gnadenlos erwischt.
Interview mit Bischof Mixa