Was sich gestern in unserem Land ereignet hat, markiert den aktuellen Tiefpunkt unseres gesellschaftlichen Niveaus. Die deutsche Presse ist nichts mehr als eine Horde unerzogener Rowdies, begierig wartend auf das Signal, jemand neues anpöbeln zu dürfen. Diesmal war es das Staatsoberhaupt.
Seit längerem haben sie den Bundespräsidenten mit ehrabschneidenden, verunglimpfenden Schmähungen überzogen („Schlossgespenst“, Spiegel online, „Schwadroneur“, Süddeutsche online). Es war mehr als Respektlosigkeit vor dem Amt, es war die blanke Verachtung vor der Machtlosigkeit eines aufrichtigen Menschen, der es wagte, die Mächte der Zeit zu kritisieren. Seine Münchener Rede, gehalten am 29. April 2010, wird sein Vermächtnis sein.
Deutschland fehlt es an Ehre, Anstand, Respekt und dem Willen zur Wahrhaftigkeit. Bürger dieses Landes, die den Beruf des Journalisten ausüben, und deshalb, gemeinsam mit den Politikern, eine besondere Verantwortung besitzen für die geistige, kulturelle Prägung unserer Gesellschaft, sind über ihr Staatsoberhaupt hergefallen. Sie werden ihren Lohn erhalten. Finis Germaniae.