Mit hektischen Aktionen versucht die Bundesregierung, wieder Vertrauen in den Euro zu erzeugen. Doch diese Hilfspakete scheinen allesamt auf Sand gebaut zu sein.
Es ist also durch, das "Rettungspaket" für den Euro.
Bei Euro-Einführung wurde uns hoch und heilig versprochen, dass niemals andere Mitgliedsstaaten der Gemeinschaftswährung zur Stützung der Währung quersubventioniert werden würden. Dieses Versprechen wird als eine der dreistesten Lügen der Bundesrepublik in die Geschichte eingehen, denn es ist schon in der ersten größeren Bewährungsprobe wie eine Seifenblase zerplatzt. In der Chefetage Deutschlands wurden Alternativen zum Griechenland-Bailout nicht einmal ernsthaft diskutiert und auch diese enorme Summe, die nun wohl vor allem für künftige Bailouts von überschuldeten Staaten zugesagt wird, wird als alternativlos hingestellt.
Allein Deutschland musste dafür 148.000.000.000 Euro zusagen. Umgelegt auf jeden Bürger sind das 1850 Euro. Jeder Leser mag sich mal kurz fragen, wann er das letzte Mal derart hektisch 1850 Euro auf den Kopf gehauen hat.
Sollte diese Summe jemals gezahlt werden müssen, würde es ganz sicher nicht einfach dem laufenden Bundeshaushalt entnommen werden können. Denn der gibt - obwohl er seit Bestehen der Bundesregierung rapide wächst und aus den Steuersenkungsversprechen aus dem Wahlkampf längst Versprechen, neue Steuern einzuführen und bestehende zu erhöhen geworden sind, solche Summen nicht her. Man würde dafür also aller Wahrscheinlichkeit neue Kredite aufnehmen müssen.
In der Hoffnung, dass man genau das eben niemals tun müssen wird, setzt die Bundesregierung alle möglichen Hebel in Bewegung, zum Beispiel um Währungsspekulationen zu erschweren. Solche Spekulanten schließen Wetten darauf ab, wie stabil der Euro ist und diese Wetten hatten unser Geld ja zwischendurch quasi schon totgesagt. Auf Dauer ist das sehr unpraktisch, wenn man nebenbei praktisch ständig nach Leuten sucht, die einem Geld - und wir reden hier ja nicht von Peanuts - leihen sollen.
Indem die Regierung der Bundesrepublik Deutschland also einen unvorstellbar großen Haufen Geld zusagt, den sie nicht hat und von sie hofft, dass sie ihn niemals wird aufwenden müssen, versucht sie, neues Vertrauen herzustellen in eine Währung, die vor allem deshalb unter zerstörerischen Druck geraten ist, weil seit Jahrzehnten alle Teilnehmer am Euro-Währungsraum genau das tun: Geld ausgeben, dass sie nicht haben.
Mir fällt zum Regierungshandeln dieser Tage nur ein Wort ein: Stümperhaft. Man kann die EU, kann den Euro gut oder schlecht, gefährlich oder sinnvoll finden. Aber alle Maßnahmen, die dort gerade atemberaubend hektisch beschlossen werden, wirken ja nicht nur auf "Spekulanten", sondern auch auf ihre Kunden, also jeden ganz normalen Bürger wie panische, übers Knie gebrochene Reaktionen. Alles, was die Regierung gerade tut, vermittelt nur eine Aussage: "Uns fällt nichts mehr ein, also feuern wir abenteuerliche Summen raus, in der Hoffnung, dass uns genug Leute glauben, dass wir entschlossen sind."
Die Wortwahl derer, die alle Details der Misere kennen und diese Maßnahmen erdacht und mit Druck durchs Parlament gepeitscht haben ("Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt zum Beispiel keine geringere als die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland), wirken ähnlich vertrauenserweckend wie die Multimilliarden-Versprechen, die in Wahrheit nur das Versprechen sind, diese Abermilliarden oben auf den Billionenschweren Schuldenberg dazuzuwerfen.
Ich muss sagen: Mein Vertrauen konnte die Bundesregierung bisher nicht ansatzweise positiv beeinflussen. Wie mag es da erst Leuten gehen, deren Beruf es ist, Politikerhandeln kritisch zu bewerten und zu entscheiden, zu welcmem Preis Regierungen Geld von ihnen geliehen kriegen sollen?