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11.02.2012
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     Eckhard Kuhla
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"Boy's Day"? Nein danke!
Weitere Themen: Wirtschaftspolitik, Familie

Girl's Day, Boy's Day, Zukunftstag: das sind geniale Verschleierungen und der Beginn einer staatlichen Umerziehung. Auf dem Rücken junger Menschen, die sich dem nicht zur Wehr setzen können.

Fakt ist der zunehmende Fachkräftemangel in den technischen und chemischen Berufen. Diese Entwicklung wäre Anlass genug für ein Arbeitsministerium, ein Förderprogramm für Mädchen UND Jungen aufzulegen. Und was macht in Berlin das Frauen (!) - Ministerium? Es propagiert ein Mädchen-Förderprogramm mit dem Bannerträger "Girl's Day". Dieses Jahr feiert der Tag sein 10-jähriges Bestehen, mit 9360 Veranstaltungen, 366 Arbeitskreisen sowie 133135 eintägigen Plätzen für Mädchen....
Ja, da nehmen sich dann vorwiegend Männer an ihrem Arbeitsplatz einen ganzen Tag für die Girls Zeit, um ihnen ihre Arbeit zu erklären, sie sogar an zu leiten - ohne zu wissen, ob sie den Arbeitsplatz nicht Jahre später an besser ausgebildete Mädchen abgeben müssen....
Spätestens hier sollte man eine Effizienz Betrachtung anstellen: der Förderung des Girl's Day in  Millionenhöhe steht ein fast unverändertes Berufswahlverhalten von Mädchen bzw. Jungen in den 10 letzten Jahren gegenüber. Mit anderen Worten: die meisten Mädchen tendieren nach wie vor zu Frisörinnen, Sekretärinnen und Jungens mehr zu technischen Berufen. Im Vergleich zu den eingesetzten Mitteln: Eigentlich ein mittlerer Skandal!
Unbeirrt davon macht die Frauenlobby weiter. Der Grund: nach der Gendertheorie ist Berufswahlverhalten nicht geschlechtsspezifisch, also veränderbar, z.B. durch staatliche Programme. Im Genderdeutsch heißt es dann: man (das Frauenministerium) muss "die tradierten Geschlechterrollen aufbrechen". Man kann das auch  "Umerziehung" (Spiegel 1/2007) einer Gesellschaft nennen. 

Ach, wir haben ja ganz die Jungs vergessen. Ich frag mich, was machen die eigentlich den ganzen Girl's Day? Sie sind in den letzten Jahren Zaungäste der Mädchenförderung, sie bleiben schlicht und ergreifend übrig. Eine Restmenge. Für die hat das Frauenministerim Jahre später nach dem Girl's Day das Projekt "Neue Wege für Jungs" geschaffen. Da die Mittelbereitstellung für dieses Projekt nur einen  Bruchteil vom Girl's Day beträgt, lohnt es sich nicht, darauf einzugehen. Es stellt sowieso nur ein Feigenblatt-Projekt dar. Mit diesem Projekt sollen Jungens soziale, kommunikative Fähigkeiten vermittelt werden. So weit so gut.  Das ist aber nicht das eigentliche Ziel, sondern: Jungens sollen langfristig für die sozialen und pädagogischen Arbeitsplätze im staatlichen- und Familien- Bereich vorbereitet werden. Diese werden ja frei, wenn Frauen ihre geringer bezahlten Arbeitsplätze in diesem Bereich langfristig aufgeben, damit sie sie gegen besser bezahlte umtauschen können. Quasi eine neue Art von "Job Rotation".....
Jungens soll endlich die häßliche Männlichkeit der Täter aberzogen werden, um so die Ideologie der Radikalfeministinnen zu vollenden. Sei wie dem sei, die Umerziehungs-Szenarien mögen eintreten oder nicht. Umerziehung des Menschen mißachtet schlicht die Würde des Menschen und muß deswegen abgelehnt werden.
Wo sind die Männer und Frauen in Politik und Wirtschaft, die sagen: so, jetzt ist Schluss. Wir schaffen jetzt einen "Tag der Jugend", mit einer Bildungsoffensive? In einer  Bildungsoffensive, die Mädchen und Jungens entsprechend ihren Fähigkeiten fördert -  sehr zum Wohle des sozialen Friedens in Wirtschaft und Gesellschaft. Ein "Boy's Day" wäre nur noch ein Wimpernschlag aus längst vergangener Zeiten des Geschlechterkampfs.....

 



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Kommentare (9)




 
  Kommentare (9)

mazza, 16.04.2011 16:26
hier passiert keine staatliche umerziehung, hier geschieht endlich einmal ein denkprozess , dass auch jungen früh berufe kennen lernen, die fast ausschliesslich dem weiblichen rollenklischee zugeordnet wurde. hier lernen sie die arbeiten von erzieherInnen, sozialpädagogInnen und pflegekräften kennen. berufe mit zukunft, wo auch männliche fachkräfte gebraucht werden. was ist daran so verkehrt? noch gar nicht so lange her, dass männer sich schämten, einen kinderwagen zu schieben. ausserdem im zivildienst sind es viele zivildienstler, die sich nicht schämen, im pflegedienst tätig zu sein.
ich kann über den obigen artikel nur noch mit dem kopf schütteln.


Thomas, 13.05.2010 11:19
Das ist wieder mal die altbekannte Denkstruktur aus dem Hause MANNdat und seinen Depandancen. Jahrelang wird über den girls-day lamentiert und über die angebliche Jungendiskriminierung, die nur in der Phantasie einiger Männerextremisten existiert.

Es fehlen bekanntermaßen männliche Vorbilder in Kitas und Grundschulen. Wird dann etwas in dieser Richtung gestartet wie jetzt der boys-day, dann kommt das Mantra "feministische Umerziehung".

Mein Eindruck : AGENS ist wie MANNdat, alter Wein in neuen Schläuchen. Kein Konzept, nur Protestlermanier ohne wissenschaftliche Basis.

Da wird m.E. deutlich, wohin die angebliche und umgedeutelte "Geschlechterdemokratie" gehen soll : In tradierte Geschlechterhierarchien und alten Rollenzuweisungen, die historisch jeder Grundlage entbehren und vor mehr als 170 Jahren im Rahmen der industriellen Revolution inszeniert wurden, deren Grundlage wiederum ein Hexenjäger (Bodin) 1576 formuliert hat.


Freigeist, 24.04.2010 12:29
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was es bedeutet, dass jedes Mädchen wahrscheinlich einen Vater hat.
Was will ein Vater für sein Kind/Mädchen?


Gockeline, 23.04.2010 16:08
Ich glaube viele haben immer noch nicht begriffen wohin das führen soll!
Willst du den Staat verändern,mußt du die Jugend für dich gewinnen.
Umerziehen,konditionieren für die neue Zeit.
Hinlenken in Richtungen die der Staat und die Wirtschaft erkannt haben wollen,was die Zukunft braucht.
Dummer Weise wissen sie wie leicht das geht Menschen zu manipulieren.
Und sie lassen sich beeinflußen.
Man will modern sein.
Heute wird an den Kindern sehr rumgegerrt,die Medien,die Eltern,die Politik.
Unbeschwerte Kindheit sieht anders aus.


ajki, 23.04.2010 15:40
Girslday wird genau gar nichts nützen, Frauen wollen nicht. Sie haben auch andere Aufgaben. Sie bekommen Kinder. Das können Männer nicht.

Dieser Feministenstaat wird bald zusammenbrechen, Recht & Gesetz gelten sowieso schon nicht mehr.


Otto, 22.04.2010 17:09
@ Klaus L.

Leben Sie in Deutschland? Haben Sie Ihren Internetanschluss schon länger?


Adolescent, 22.04.2010 16:45
Die Feminisierung unserer Gesellschaft ist der letzte Schritt in Richtung Untergang der abendländischen Kultur.

http://ef-magazin.de/2010/03/17/1926-wohlfahrtsstaat-was-wir-von-forrest-gump-lernen-koennen


Klaus L., 22.04.2010 15:55
Was bitte soll das? Ich bin gegen alles?
Wie lange muss man überlegen, um auf solche Argumente zu kommen? Dieser Informationstag für junge Leute dient dazu, diese für Alternativen zu gewinnen und das früh genug.
Wie kommt man bitte dann auf eine staatliche Umerziehung, da muss ich aber lange drüber nachdenken.
Aber man kann wirklich alles durch den Dreck ziehen. Tut mir leid, dafür fehlt mir jedes Verständnis.
Gruß
Klaus L.


Z. Klimowa, 22.04.2010 15:24
Und für mich einen Transgender-Day, bitte, spätestens wenn die sexuelle Identität im GG verankert ist.


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