Girl's Day, Boy's Day, Zukunftstag: das sind geniale Verschleierungen und der Beginn einer staatlichen Umerziehung. Auf dem Rücken junger Menschen, die sich dem nicht zur Wehr setzen können.
Fakt ist der zunehmende Fachkräftemangel in den technischen und chemischen Berufen. Diese Entwicklung wäre Anlass genug für ein Arbeitsministerium, ein Förderprogramm für Mädchen UND Jungen aufzulegen. Und was macht in Berlin das Frauen (!) - Ministerium? Es propagiert ein Mädchen-Förderprogramm mit dem Bannerträger "Girl's Day". Dieses Jahr feiert der Tag sein 10-jähriges Bestehen, mit 9360 Veranstaltungen, 366 Arbeitskreisen sowie 133135 eintägigen Plätzen für Mädchen....
Ja, da nehmen sich dann vorwiegend Männer an ihrem Arbeitsplatz einen ganzen Tag für die Girls Zeit, um ihnen ihre Arbeit zu erklären, sie sogar an zu leiten - ohne zu wissen, ob sie den Arbeitsplatz nicht Jahre später an besser ausgebildete Mädchen abgeben müssen....
Spätestens hier sollte man eine Effizienz Betrachtung anstellen: der Förderung des Girl's Day in Millionenhöhe steht ein fast unverändertes Berufswahlverhalten von Mädchen bzw. Jungen in den 10 letzten Jahren gegenüber. Mit anderen Worten: die meisten Mädchen tendieren nach wie vor zu Frisörinnen, Sekretärinnen und Jungens mehr zu technischen Berufen. Im Vergleich zu den eingesetzten Mitteln: Eigentlich ein mittlerer Skandal!
Unbeirrt davon macht die Frauenlobby weiter. Der Grund: nach der Gendertheorie ist Berufswahlverhalten nicht geschlechtsspezifisch, also veränderbar, z.B. durch staatliche Programme. Im Genderdeutsch heißt es dann: man (das Frauenministerium) muss "die tradierten Geschlechterrollen aufbrechen". Man kann das auch "Umerziehung" (Spiegel 1/2007) einer Gesellschaft nennen.
Ach, wir haben ja ganz die Jungs vergessen. Ich frag mich, was machen die eigentlich den ganzen Girl's Day? Sie sind in den letzten Jahren Zaungäste der Mädchenförderung, sie bleiben schlicht und ergreifend übrig. Eine Restmenge. Für die hat das Frauenministerim Jahre später nach dem Girl's Day das Projekt "Neue Wege für Jungs" geschaffen. Da die Mittelbereitstellung für dieses Projekt nur einen Bruchteil vom Girl's Day beträgt, lohnt es sich nicht, darauf einzugehen. Es stellt sowieso nur ein Feigenblatt-Projekt dar. Mit diesem Projekt sollen Jungens soziale, kommunikative Fähigkeiten vermittelt werden. So weit so gut. Das ist aber nicht das eigentliche Ziel, sondern: Jungens sollen langfristig für die sozialen und pädagogischen Arbeitsplätze im staatlichen- und Familien- Bereich vorbereitet werden. Diese werden ja frei, wenn Frauen ihre geringer bezahlten Arbeitsplätze in diesem Bereich langfristig aufgeben, damit sie sie gegen besser bezahlte umtauschen können. Quasi eine neue Art von "Job Rotation".....
Jungens soll endlich die häßliche Männlichkeit der Täter aberzogen werden, um so die Ideologie der Radikalfeministinnen zu vollenden. Sei wie dem sei, die Umerziehungs-Szenarien mögen eintreten oder nicht. Umerziehung des Menschen mißachtet schlicht die Würde des Menschen und muß deswegen abgelehnt werden.
Wo sind die Männer und Frauen in Politik und Wirtschaft, die sagen: so, jetzt ist Schluss. Wir schaffen jetzt einen "Tag der Jugend", mit einer Bildungsoffensive? In einer Bildungsoffensive, die Mädchen und Jungens entsprechend ihren Fähigkeiten fördert - sehr zum Wohle des sozialen Friedens in Wirtschaft und Gesellschaft. Ein "Boy's Day" wäre nur noch ein Wimpernschlag aus längst vergangener Zeiten des Geschlechterkampfs.....