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17.05.2012
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     Christa Meves
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Prävention
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Der Entschluss der  Regierung, eine Behörde einzurichten, die dem Auswuchs „Sexueller Kindsmissbrauch“ durch  präventive Maßnahmen Einhalt gebieten soll, ist ein begrüßenswerter Fortschritt in später Stunde;

 denn weder sind schließlich die Kinderschänderindustrie noch die 114 000 Straftaten dieser Art in unserer Republik pro Jahr  von heut auf morgen aus dem Boden gesprossen.  Vielmehr war es die „Befreiung zur Sexualität“ ab 1970, die durch eine einhellige mediale Großunterstützung sehr allgemein einen veränderten Lebensstil hervorgebrachte, wobei im übrigen von den Protagonisten in ihren Schriften auch unverblümt geschrieben wurde, wozu diese new brave world anberaumt wurde: als ein Vehikel zu umfänglicher politischer Veränderung.

Als Kinderpsychotherapeutin konnte ich wissen, dass die Folgen unter anderem als das Boomen von Sexualsucht und damit eben auch von Kinderschändertum spätestens nach 4o Jahren massiv sichtbar werden würden. Es half aber nicht, dass ich das mit Zitaten – besonders aus Helmut Kentlers ausführlichen kinderschänderischen Darlegungen in Büchern und Medien - öffentlich machte. Ebenso wenig halfen meine Interventionen bei den Personen direkt, vom Skandalon der Odenwaldschule bis zu der von Dr. Sommer (= Martin Goldstein) eingerichteten Sexecke für Jugendliche in der Bravo etc, etc. Von einer Umkehr und einem Stopp des Siegeszuges der neuen „Lust am Kind“ konnte nicht die Rede sein.

Ich ließ aber auch nicht locker. Meine Prognosen traten am Ende des Jahrhunderts ein. Besonders in Gestalt einigen spektakulärer Kindermorde ließ sich die Fehlentwicklung nicht länger unter der Decke des Verschweigens halten, Ich nutzte die Stunde und fügte meinen Warnungen  der frühen Jahre nun zwei Bücher hinzu: 1996 “Wer Wind sät...“ und 2004 „Verführt, Manipuliert, Pervertiert,“, um die unbekannt gebliebenen Zusammenhänge und Strategien erkennbar zu machen. Aber  die maßgeblichen Medien nahmen das nicht nur nicht zur Kenntnis, sondern fegten meine fachbezogenen Aussagen mithilfe von Wikipedia-Verleumdungen unter Neuabdruck der alten Pamphlete aus „Spiegel“ und „Zeit“ (Verhöhnungen wegen meiner damaligen Warnungen) mühelos vom Tisch.

Aber siehe – immerhin jetzt ein runder Tisch, nachdem sich der Versuch, einige Missbrauchsfälle im Raum der katholischen Kirche aufzudecken (um diese in gewohnter Manier unglaubwürdig zu machen), als ein Eigentor erwiesen hat. Nun lässt sich dieser 40 Jahre lang unter der Decke gehaltene Auswuchs dort nicht länger allein platzieren sondern  genötigt zum Handeln. (Vollkommen unbehelligt zu bleiben, dazu hatte die Kirche in dieser fortwährenden gesellschaftlichen Situation ebenso wenig eine Chance wie  Schulen und Kindergärten, welcher Couleur auch immer!)

Prävention also. Aber vorbeugen vor etwas, das man als ungut erfahren hat, setzt  voraus, dass man zunächst einmal die Ursachen ins Auge fasst: das Boomen des sexuellen Missbrauchs wuchs  nun eben auf dem Boden der allgemeinen Sexualisierung de Bevölkerung. Doch wie sah denn damals die Strategie aus, um das zu erreichen?  Nun, im Zuge der allgemein anberaumten Vergötzung des Geschlechtstriebes hatte auf jeden Fall, und so radikal wie möglich. eine Enttabuierung des Schamgefühls zu erfolgen.

 Das ging ganz mühelos vor sich: Man brachte medial zum Ausdruck,  dass die  in Deutschland allgemein übliche Verhüllungsgepflogenheit der Geschlechtsmerkmale eine Erfindung der Bourgeoisie sowie der prüden veralteten katholischen Kirche und deshalb ebenso unnatürlich wie überflüssig sei. Und dann begann man auf Großleinwänden und auf  Theaterbühnen – am besten in aktiven Triebvollzügen mit welcher Perversion auch immer - zu zeigen, was sich dem staunenden Publikum nur alles zeigen ließ.  Man konnte  in aller Ruhe abwarten, bis der voraus bedachte Erfolg eintraf; denn es war eine sichere Methode, mithilfe eines Großeinsatzes der Medien‚ Millionen Menschen, wenn auch nicht alle, zum Nachmachen zu bringen; denn der Mensch unserer Zeit besitzt einen außerordentlich wach gehaltenen Nachahmungstrieb. Und schon der große Sinclair Lewis hatte uns ins Stammbuch geschrieben, wie gut sich gerade für solche Verführungsaktionen  wie den heutigen der Geschlechtstrieb als Vehikel eignet....

Diese Situation hatte aber zur Folge, dass, besonders in intellektuellen Kreisen - denn auch die Geisteswissenschaften der Universitäten wurden ja planmäßig ideologisiert - wohl geleitet von „Bild“, vom “Spiegel“, dem „Stern“ und der „Zeit“, nun auch in den Familien ein beglückender Nacktstil einsetzte und eben bereits auch die Kleinen – ganz in dem Sinn, wie der einst ostdeutsche Pädagoge Kentler sich das schöner nicht hatte vorstellen können - zu frischem Modernsein einbezogen wurden. Der war – wie Alice Schwarzer recherchierte - nach seiner Emeritierung als Universitätsprofessor - zu einem gesuchten Gutachter in Kinderschänderprozessen avanciert und befreite mit 100% Erfolg alle Täter, die ihm unterkamen, von dem bösen Verdacht, etwas Unrechtes mit einem Kindelein gemacht zu haben!

 Die den Kindern abgenötigte Unterdrückung ihres Schamgefühls aber ist eine Gewalttat gegen sie spätestens ab ihrem vierten Lebensjahr; denn von diesem Alter ab entsteht in jedem  gut gebundenen gesunden Kind das Bedürfnis, (bei den Jungen früher als bei den Mädchen) seine Genitalien zu verhüllen. Das ist eine innere instinktive Maßnahme, um sie gegen sexuelle Übergriffe in Distanz zu halten. Erfahrene Kinderpsychotherapeuten wissen das nicht nur aus der Genesis, sondern auch aufgrund ihrer umfänglichen Beobachtungen von Kindern und ihrem Verhalten in diesem Alter.

Die Missachtung und Abdressur des Schamgefühls ist also die erste Voraussetzung zu einem verfrühten Wecken des sexuellen Interesses der Kinder. Bei einer normal verlaufenden Entwicklung mündet sie nach einem vorübergehenden Interesse des Kindes zwecks Findung seiner geschlechtlichen Identität, während der Grundschuljahre in die sog Latenzphase ein. Und das heißt, dass die Kinder, wenn sie hier keine Ein– und Übergriffe erleiden, bis zur Pubertät auf diesem Sektor  von sich aus kaum motiviert sind.

Prävention müsste also als erstes heißen, dem Schamgefühl der Kinder wieder Raum zu geben, vorab, indem die Eltern angeregt werden, auf diesem Sektor einen kultivierten Lebensstil zu erneuern. Außerdem,  indem Erzieherinnen, Tagesmütter und Babysitter neu darüber informiert werden, dass jegliche Einwirkungen und Anregungen zu Spielen und Verhalten mit sexueller Tönung bei Kindern Verfrühungen darstellen, die eine ausgeglichene gesunde Entwicklung stören und Kinderschändertum als Opfer oder auch spätere Täterschaft vorbereiten können, weil so eine Abspaltung des Geschlechtstriebes aus dem harmonischen Gesamtkontext der Entwicklung erfolgt, was sexualsüchtig machende Folgen heraufbeschwören kann.

Das bedeutet aus diesem Grund darüber hinaus, dass auch der Sexualkundeunterricht in der Schule dringend einer Durchforstung bedarf. In der Grundschule ist er  aus den eben gesagten Gründen verfrüht – schon ganz und gar, wenn er mit pornographischem Bildmaterial unterlegt ist. Bereits Videos über die Geburt aus der Sicht des Gynäkologen können besonders die Mädchen derart traumatisieren, dass sie die Lust am Gebären von Kindern lebenslänglich einbüßen. Den Sexualkundeunterricht  unter solcher Ausrichtung für Grundschulkinder obligatorisch zu machen,  bedeutet seit mehreren Jahrzehnten eine gefährliche Grenzüberschreitung der Schule und bedürfte dringend einer juristischen Neubearbeitung  wie auch einer veränderten Einstellung zu diesem Thema auf den pädagogischen Hochschulen. Mit einem pfleglichen, den Kindern Orientierung vermittelnden Sexualkundeunterricht jenseits der Zehn- jährigkeit, für den ich mich mit eingesetzt habe, hat die obligatorische Einrichtung im jetzigen Grundschulunterricht nichts gemein.

Prävention darf deshalb auf gar keine Weise oberflächlich auf primitiven Jagdstrategien nach dem Motto: “Haltet den Dieb“, stecken bleiben.
Kein Kinderschänder wird als Kinderschänder geboren. Er ist allemal das Opfer einer Gesellschaft, die in  ihrem Zeitgeist die Großmacht Sexualität hat bedenkenlos wuchern lassen. Aber die Natur wird grausam, wenn man sie nicht pfleglich behandelt. Sie rächt sich unerbittlich an denen, die in die Falle des missbräuchlichen Umgangs mit ihr geraten sind – nur allzu oft, ohne dass sie wussten, wie ihnen geschah.

Prävention heißt deshalb Ausschaltung der Pornographie aus Fernsehen und Internet und allgemeine Information darüber, dass man durch kontinuierliche Nutzung von Pornographie einer Sexualsucht und auf diesen Boden einer Kinderschänderfalle erliegen kann. Sucht heißt auch hier wie grundsätzlich, dass dem Befallenen ein Teil seines freien Willens verloren geht, und elender Abhängigkeit vom süchtig gesuchten Objekt Platz macht.
Der aufgeweichte Pornographie-Paragraph sollte deshalb künftig wieder durch ein eindeutiges Verbot ersetzt werden.

Prävention heißt deshalb auch Stärkung des Familie, besonders der Mütter.  Das  linke Programm, die Familie zu zerstören, muss endlich als existenzgefährdend erkannt, und es muss daran mitgewirkt werden, dass Mütter ohne Not bei ihren kleinen Kindern - besonders in der frühen Bindungsphase - bleiben können; denn - so weiß neuerdings sogar Alice Schwarzer –nur eine starke Mutter mit gesunden, an sie gebundenen Kindern wird es erreichen können, dass diese so viel Vertrauen zu ihr haben, dass sie  ihr über Eingriffsversuche berichten. Ja, im besten Fall sollten die Kinder  durch den elterlichen, den familiären Schutz   so viel  Selbstsicherheit erwerben, dass  Verführungsversuche an ihnen abprallen.(Ungebundene Kinder sind oft leichte Beute für Kinderfänger!)

Nur eine kluge Wende kann hier zum Abnehmen der traurigen Auswüchse führen. Nur eine Einstellungsänderung, die das Leichtfertige und Hochmütige der Entfesselung des großen Lebensbewegers Sexualität erkennt und eingesteht sowie die destruktive Absicht durchschaut, kann auf Prävention gegen so viel zerstörtes Leben hoffen.



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Kommentare (6)




 
  Kommentare (6)

Cornelius, 09.04.2010 10:35
Christa Meves ist unfaßbar gut!

Friedemann, 08.04.2010 16:45
dass Mütter ohne Not bei ihren kleinen Kindern - besonders in der frühen Bindungsphase - bleiben können

Petra, 07.04.2010 20:24
Das wäre für unser Land das Beste:

Bundesfamilienministerin: Eva Herman

Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium: Christa Meves.


Was haben wir momentan?

Die kinderlose und für das Amt der Bundesfamilienministerin völlig ungeeignete Kristina Schröder.


Gladstone, 07.04.2010 15:38
So wie ich das sehe, ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich. Sich auf die Gesellschaft herauszureden, ist die billigste Verteidigung. Nicht die "Großmacht Sexualität" mißbraucht Schutzbefohlene, sondern konkrete Menschen tun es. Diese und diese allein sind dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

Noah, 07.04.2010 14:48
....und mit der Erfindung und Ausbreitung des Automobils stieg plötzlich die Zahl der durch Verkehrsunfälle verursachten Toten und verletzten Personen sprunghaft an. Garnicht zu reden von neuen Deliktsfeldern wie dem Autodiebstahl. :)

Mal im Ernst Frau Mewes, was Sie hier versuchen ist einfach nur noch armselig. Sie diskreditieren sich als Wissenschaftlerin selbst wenn sie die
mit der gesellschaftlichen Entwicklung einhergehende lockere Handhabung des Themas Sexualität als Grund für eine angebliche Zunahme sexueller Übergriffe dämonsieren.
Ich behaupte, dass es derartige Taten schon immer in dem gleichen Umfange gab, lediglich hat sich der Bereich des Dunkelfeldes verkleinert und letztlich wird auch das Hellfeld durch ein verstärktes mediales Interesse anders wahrgenommen.


Claudia, 07.04.2010 14:25
Der Schaden, den die 68er angerichtet haben, ist gewaltig.


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