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11.02.2012
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     Eckhard Kuhla
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Das qualvolle Quotensterben.....
Weitere Themen: Familie

Von den Medien kaum beachtet, hat der Rechtsausschuß des deutschen Bundestages letzte Woche eine 40% Quotenregel für Frauen in Aufsichtsräten abgelehnt. Ein Dammbruch in der Frauenpolitik ? Fast zeitgleich stellte unsere Frauenministerin in ihrer Grundsatzrede zur Gleichstellungspolitik die Qotenregelung in Frage.

Anlässlich ihrer Bundestagsrede hat Ministerin Schröder  Quotenregeln in der Arbeitswelt mit Kortison verglichen: "Die Symptome verschwinden, aber die Ursachen bleiben". Insichtlich des Mantras "Frauen in Führungspositionen" sagt Frau Dr. Schröder "Ich glaube, die Luft für Frauen in Führungspositionen ist auch deshalb so dünn, weil sie keine familienfernen Lebensnomaden sein wollen".

Soweit die Regierung. Seltsam, in etwa zeitgleich lehnte der Bundestag (Rechtsausschuss) eine 40%-Quote für Frauen in  Aufsichtsräten (Vorlage der Grünen) ab. Sind das erste Hinweise auf einen Generationswechsel in der Geschlechterpolitik? Von den Frauenbewegten hin zu den mehr selbstbewussten - da befreiten - Frauen? Irritierend sind dagegen die derzeitigen Medienberichte, die  weiterhin - sogar im Wirtschaftsteil der Zeitungen - über das angebliche frauenfeindliche Land Deutschland berichten, unbeachtet des allmählichen Trendwechsels. Daran erkennt man die Wirkung von Mantras: ihr wiederkehrendes Einhämmern kann die Realtität verschleiern.

Die neue Ministerin setzt weitere Zeichen: Vor Jahren noch undenkbar hat ihr Ministerium eine Männerpolitische Abteilung gegründet, pesonelle Besetzung und Aufgabenstellung ist allerdings noch unklar. Und...man kann es kaum glauben: Das Frauenministerium will sogenannte "GenderKompetenzZentrum" nicht mehr fördern! Bereits im Bundeshaushalt 2010 sind keine Mittel dafür eingeplant. Die "altwürdigen" Prinzipien der Genderpolitik bröckeln....

Auch die neue Unterhaltsregelung von 2009 rüttelt an der Ikone der Genderpolitik die "Alleinerziehende Mutter". Das neue Gesetz erschwert die Scheidung für Mütter (über 2/3 der Scheidungsanträge stammen von Frauen) durch Wegfall der lebenslangen Unterhaltsverpflichtung des Ex-Mannes.

Deutet sich da eine Trendumkehr an? Was machen die Vertreter einer Ideologie, wenn ihnen die Argumente ausgehen? Sie strafen den Gegner ab, sie diffamieren, sie stellen ihn in die Ecke, und zwar in die "bewährte" rechts-konservative Ecke. Das tat  jüngst ein Pamphlet der Friedrich Ebert Stiftung mit den erstarkenden Männerbewegungen. Solcherlei Diffamierungen bleiben in einem halbwegs demokratischen Staat nicht ungestraft, anders betrachtet: wenn Ideologien überziehen, induzieren sie zwangsläufig eine Gegenbewegung. Eine solche (Männer-) Bewegung muß natürlich bekämpft werden, sie könnte verkrustete genderpolitische Strukturen in Frage stellen....

Auch Alice Schwarzer spürt die Trendwende: am internationalen Frauentag schlägt sie seine  Abschaffung vor! Noch vor einem Jahr wäre das ein Medienhit, gegenwärtige Medienreaktion ging gegen Null. Dazu paßt auch, dass die erscheinungsweise von Schwarzer's  EMMA von monatlich auf vierteljährlich jüngst umgestellt wurde.....

Das sind alles Phänomene, die einem Dammbruch in der Genderpolitik andeuten, und die geringe Haltbarkeit von wenig unterfütterten Ideologien zeigen. Man darf auf die sich jetzt entwickelnden gesellschaftlichen Prozesse gespannt sein!  



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Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

phaidros52, 10.06.2010 07:05
Wie recht du mit deinem ersten Satz hast. Beim zweiten wirds schon dünner und der dritte landet direkt im Aus. Wie kann eine visionslose Moderatorin, deren Richtungskompetenz nur in der Stellenbeschreibung steht sich den Männern überlegen zeigen? Liest du manchmal Zeitung oder guckst du TV?

Friedemann, 07.04.2010 19:47
Es ist kaum zu glauben, eine junge Frau, gerade promoviert, frisch verheiratet, noch kinderlos, schon Familienministerin, sicher nicht ohne Grund an die Stelle des nervenden Schnatterinchens von Mutti gesetzt, und nun, nach einigen Jugendsünden, entwickelt sie diese eigenen progressiven Ideen. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein, auch die Gehirnseuche Gender Mainstreaming steht nicht mehr auf der Tagesordnung, zumindest soll das GenderKompetenzZentrum nicht mehr gefördert werden. Und der Satz "Ich glaube, die Luft für Frauen in Führungspositionen ist auch deshalb so dünn, weil sie keine familienfernen Lebensnomaden sein wollen" ist fast zu schön, um wahr zu sein. So viel Vernunft von einer so jungen Ministerin, ja sogar der Jüngsten in der Geschichte der Bundesrepublik, ist schon beinahe unheimlich.

qed, 04.04.2010 07:16
Das ist aber reichlich optimistisch, Herr Kuhla!
Daß Frau Schröder immerhin nicht als Kampf- Feminette auftritt wie ihre Vorgängerin, ist ja schon mal ein Gewinn.Daß sie aber die Gelder für feministische Kampforganisationen streichen will, halte ich für ein Gerücht und lese ich hier zum ersten Mal, wie auch die 'männerpolitische Abteilung' bislang nicht mehr als ein Gerücht ist.
Und die neue Unterhaltsregelung ist eine noch nicht mal halbherzige Neu- Regelung, die das Prinzip der lebenslangen Unterhaltskette nicht wirksam durchbricht, von einer wirksamen Befristung sind wir nach wie vor meilenweit entfernt, geschweige denn von einem Unterhaltsrecht, das den schlichtesten rechtsethischen Anforderungen genügt.An eine grundlegende Änderung ist eh nicht zu denken, solange politisch inthronisierte Femistalinistinnen wie die Hahne weiterhin den Ton an Obergerichten angeben.
Eine Trendumkehr deutet sich nicht an. Ein Sklave hat nicht wirklich etwas davon, wenn er statt 100 Peitschenhieben nur noch 99 erhält. Die Befreiung des Sklaven ist noch nicht mal angedacht!


Z. Klimowa, 03.04.2010 10:58
Nichts ist qualvoller als Dummheit. Es gibt Gott sei Dank genügend intelligente Frauen (und Männer), die wissen, dass Quoten nicht nötig und für die heutige Frau unwürdig, fast schon diskriminierend sind.
Eine Angela Merkel zeigt sich den Männern ganz einfach überlegen. Siehe auch Guido Westerwelle, der ein jämmerliches Bild abgibt und sich für Angela Merkel als Zumutung entpuppt hat. Wozu eine Quote? Höchstens, um solche politischen Figuren wie Westerwelle zu verhindern. Doch auch dafür ist sie nicht nötige. Westerwelle richtet sich auch ohne Quote ganz von selbst.
Quoten würden auch die Leistung vieler kompetenter Frauen schmälern. Sie sind allenfalls ein Anachronismus aus einer mittlerweile vorsintflutlich erscheinenden Zeit des Feminismus. Die Frauen haben sich emanzipiert, auch von Quotenregelungen. Das haben nur noch nicht alle bemerkt, wie auch Steinmeiers Antrag im Bundestag zeigt.



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